Politische Preisbildung in der Sozialen Marktwirtschaft
Wenn du an die Preisbildung in der Sozialen Marktwirtschaft denkst, ist es wichtig zu verstehen, dass der Staat manchmal eingreift. Diese "politische Preisbildung" zielt darauf ab, bestimmte Gruppen zu unterstützen - sei es Unternehmen wie Stahlproduzenten oder bedürftige Haushalte.
Der Staat kann auf zwei Arten eingreifen: durch Preislenkung und Preisbindung. Bei der Preislenkung beeinflusst der Staat Angebot und Nachfrage, ohne direkt in die Preisbildung einzugreifen. Beispiele sind Einfuhrzölle, Subventionen für Wirtschaftszweige wie den Steinkohlenbergbau oder Exportförderungen durch Prämien und Steuervergünstigungen.
Die Preisbindung hingegen zählt zu den marktkonträren Eingriffen des Staates. Hier werden Preise direkt festgelegt, etwa durch Höchst- oder Mindestpreise oder einen behördlich festgelegten Preisstopp. Diese nicht marktkonformen Eingriffe kommen zum Einsatz, um Inflation zu bekämpfen, Verbraucher vor zu hohen Preisen zu schützen oder die Versorgung mit wichtigen Gütern sicherzustellen.
Gut zu wissen: In Deutschland findest du Beispiele für Preisbindung bei Büchern (Buchpreisbindungsgesetz) und früher bei Arzneimitteln. Diese vertikale Preisbindung verhindert Preisunterbietung und schützt kleinere Anbieter.
Allerdings haben staatliche Eingriffe auch mögliche Nachteile: Sie können zu Mangelsituationen führen oder die Entstehung von Schwarzmärkten und grauen Märkten fördern, wo Waren unter dem festgelegten Mindestpreis verkauft werden. Hier zeigt sich das Spannungsfeld der Sozialen Marktwirtschaft zwischen freiem Markt und staatlicher Regulierung.