Physikalische Verwitterungsprozesse und Chemische Verwitterung
Die zweite Seite des Dokuments setzt die Erläuterung der physikalischen Verwitterungsprozesse fort und führt in die chemische Verwitterung ein. Diese Informationen sind besonders relevant für Abitur 2026 BW Schwerpunktthemen im Bereich Geographie.
Die Salzsprengung wird als weiterer wichtiger Prozess der physikalischen Verwitterung vorgestellt.
Definition: Salzsprengung tritt auf, wenn Salze aus übersättigten Lösungen in Gesteinsrissen auskristallisieren und durch Volumenzunahme Spannungen erzeugen, die das Gestein auflockern oder zerstören.
Dieser Prozess ist besonders wirksam in Gebieten mit starker Sonneneinstrahlung und periodischen Regenfällen oder Taufall, wie beispielsweise in der Atacamawüste. Die Folgen der Salzsprengung können Grus oder Kernsprünge im Gestein sein.
Ein weiterer interessanter Prozess der physikalischen Verwitterung ist die Hydratation.
Definition: Hydratation bezeichnet die An- und Einlagerung von Wassermolekülen in das Ionengitter der Minerale, ohne dass sich die chemische Zusammensetzung des Ausgangsgesteins ändert.
Dieser Prozess führt zum Aufquellen und Auflockern des Gesteinsverbands und ist oft eine Vorstufe der Lösungsverwitterung und Hydrolyse. Ein bekanntes Beispiel für Hydratation ist die Umwandlung von Anhydrit (CaSO4) zu Gips (CaSO4 · 2H2O), bei der eine Volumenzunahme um 60% stattfindet.
Die chemische Verwitterung wird als nächstes Thema eingeführt.
Definition: Chemische Verwitterung umfasst Lösungsprozesse und chemische Reaktionen des Gesteins mit wässrigen Lösungen, bei denen sich die stoffliche Zusammensetzung des Gesteins ändert.
Die Intensität der chemischen Verwitterung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Kristallstruktur der Gesteine, die Beschaffenheit der wässrigen Lösung (chemische Zusammensetzung, pH-Wert, Sauerstoffgehalt) und die Temperatur. Sie ist besonders wirksam in den immerfeuchten Tropen und den Monsunregionen während der Regenzeit.
Beispiel: Ein wichtiger Prozess der chemischen Verwitterung ist die Lösungsverwitterung, die besonders bei Salzgesteinen (Evaporiten) und Kalksteinen (Carbonaten) auftritt.
Bei der Lösungsverwitterung von Kalkstein, auch als Kohlensäure- oder Carbonatverwitterung bekannt, reagiert kohlensäurehaltiges Wasser mit dem Kalkstein. Das Ergebnis ist eine wässrige Lösung von Calciumhydrogencarbonat, die dann abgeführt werden kann.








