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Wirtschaftsregionen im Wandel

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 Inhaltsfeld 4: Wirtschaftsregionen im Wandel
1) Sektoraler Strukturwandel nach Fourastié
● Primärer Sektor (Land und Forstwirtschaft)
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Abitur Zusammenfassung Erdkunde LK zum Thema Wirtschaft, Wirtschaftsregionen im Wandel

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Inhaltsfeld 4: Wirtschaftsregionen im Wandel 1) Sektoraler Strukturwandel nach Fourastié ● Primärer Sektor (Land und Forstwirtschaft) Sekundärer Sektor (produzierendes Gewerbe, Güterproduktion) Tertiärer Sektor (Dienstleistungssektor) ● ● Quartärer Sektor (Forschung, Entwicklung, Banken etc.) Schwerunkte verlagern sich vom primären zum sekundären und dann zum tertiären Sektor Wandel von Agrargesellschaft in Industriegesellschaft und dann in Dienstleistungsgesellschaft der Ursachen: Veränderung der Beschäftigungsanteile durch hohe Produktivitätszuwächse im I und II Sektor aufgrund von Mechanisierung und Automatisierung ● Freiwerdenden Arbeitsplätze werden vom III Sektor übernommen ● Mehr Einkommen, mehr Wohlstand und Freizeit ● Technisierung + Mechanisierung + Automatisierung (Inter-) Sektoral → zwischen den Sektoren Übergang von Agrar- in Industrie, dann in Dienstleistungsgesellschaft Zunehmende Bedeutung Informationstechnologie Strukturwandel Intrasektoral → innerhalb der Sektoren kommt es zu Verschiebungen in Organisationsstruktur der Unternehmen Ökonomische Strukturen ändern sich innerhalb regionaler Wirtschaftsräume 1 Regional → innerhalb eines Wirtschaftsraumes Folge von sektoralen Strukturwandel Oft der Fall, wenn in einer Region stagnierende und schrumpfende Branchen gehäuft sind 2) Strukturwandel eines Altindustriegebietes: Ruhrgebiet Steinkohlekrise 1960 Ursachen: Preisverfall → Rückgang der Nachfrage - Konkurrenz durch neue Energieträger, wie zum Beispiel Erdöl/Erdgas Reindustrialisierung (= Entwicklungsprozess mit erneuerter Ansiedlung (neuer) Industrien) Monostruktur (einseitige Wirtschaftsstruktur → Monoindustrie) häufiger Industriebereich: Montanindustrie → hohe Vulnerabilität Deindustrialisierung (= Abbau der Monoindustrie, Bedeutungsverlust des produzierenden Gewerbes) Durch Krisen verloren tausende ihre Arbeit Gründe für Krise Maßnahmen zur Revitalisierung → Verbesserung der weichen Standortfaktoren Stahlkrise 1970 Ursachen: - Krise der nachgelagerten Branchen - Überproduktion aufgrund sinkender Nachfrage und mangelnder Innovation - Konkurrenz durch neue Ersatzmaterialien aus China, wie zum Beispiel Kunststoff Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur ● Ruhrgebiet fehlte an Mittelstand mit Flexibilität und unternehmerischen Risikobereitschaft Bildungseinrichtungen kaum vorhanden Veränderte Strukturpolitik hatte wichen gestellt Tertiärisierung (= Zunahme des Anteils der Beschäftigten im tertiären Sektor ● Schlechtes Image und nicht kooperatives Verhalten...

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macht Ruhrgebiet wenig attraktiv Verpasste Innerindustrielle Modernisierungsentwicklung ● Montanindustrie wurde mit staatlichen Subventionen am Leben erhalten Großbetriebe reagierten von Billig zu Edel Stahl 2 2.1) Standortverlagerung der Eisen- und Stahlindustrie 18. Jh.: Erzbasis Holzkohle Wasser Bsp. Siegerland, Lothringen, Obersteiermark 20. Jh.: Nasse Hütten (Standorte in Küstennähe oder an Binnenwasserstraßen) mmc mm mmm mm Bsp. Bremen, Duisburg, Dünkirchen, Tarent 19. Jh.: Kohlebasis 3) Standortfaktoren 3.1) harte Standortfaktoren Bsp. Ruhrgebiet, Saarland, Asturien 3.2) weiche Standortfaktoren Entwicklungs-/Schwellenländer 2.2) Ruhrgebiet früher und heute Ruhrgebiet vor 1970, z.B.: Großflächige Steinkohlezechen monostrukturelle Wirtschaftsausrichtung auf der Montanindustrie → viele Schwerindustrien: Eisenverhüttung, Roheisenerzeugung und Kokereien Ausrichtung des Verkehrsnetzes auf die Montanindustrie → wenig Individualverkehr, viel Industrie-Binnen- Bsp. Ciudad Guayana (Venezuela), Serra dos Carajás (Brasilien), Witbank (Südafrika) Verkehr kaum tertiärisierte Wirtschaftsstruktur →niedrige Forschungs-und Entwicklungsintensität im Ruhrgebiet - manifestiert sich an den wenigen Universitäten Ende 20. Jh.: Internationale Arbeitsteilung und Standortgliederung Industrieländer mmmm Imant M m Eisenerz Kohle 3 Hochofen Stahl- und Walzwerk Quelle: Haas, H.-D., Neumair, S.M.: Die europäische Montanindustrie. In GR 12/2005, S. 43 12707E Bsp. Salzgitter Bsp. Ijmuiden (Niederlande) Ruhrgebiet nach 2014, z.B.: stillgelegte Zechen ausgebautes Autobahnnetz → Priorisierung des Individualverkehres Diversifizierte Wirtschaftsstruktur →High- Tech-Cluster messbare Faktoren repräsentieren tendenziell die betriebswirtschaftlichen Kosten → finanzielle und unternehmerische Rahmenbedingungen des Standortes ändern sich langsam (oder gar nicht) Rohstoffversorgung, Ver- und Entsorgung → Logistikzentren → Finanzzentren → Hoch frequentierte Anzahl von Forschung- und Bildungseinrichtungen konversierte und revitalisierte Industrieflächen → Entstehung von Landschaftsparks, Einkaufszentrum (siehe Raumbeispiel Oberhausen → Centro) rückläufiger Anteil der Montanindustrie Differenzierung in unternehmensbezogene Faktoren und personenbezogene Faktoren schwer messbare Faktoren → subjektive Einordnung der Bedeutung Bedeutung nimmt immer weiter zu → da harte Standortfaktoren im europäischen meist gleich vorhanden sind Wohnqualität, Bildungs- und Freizeitangebot ⇒ für weitere Beispiele S. 63 M5 3.3) Standortentscheidung Qualitative und quantitative Evaluation dieser Faktoren führt zur Entscheidung Je nach Branche, Produkte und Region liegen unterschiedliche Präferenzen Absatzorientierung und Zielgruppenzusammensetzung Ziel: Gewinnmaximierung > Investitionskosten → „Return of Investment" 4) Industriestandorte nach Alfred Weber Der optimale Standort eines Industrieunternehmens ist dort, wo die gesamten Transportkosten der angelieferten Materialen (→ Fundort) zum Produktionsort und die Transportkosten der hergestellten Endprodukte zum Konsumort (→ Absatzmarkt) minimal sind → Transportminimalpunkt Die Errechnung des Transportminimalpunktes ist abhängig von der Art der Materialien Reingewichtsmaterialien: Materialien, die mit dem ganzen Gewicht in das Endprodukt eingehen und somit vor und nach der Verarbeitung das gleiche Gewicht bzw. Volumen haben Gewichtsverlustmaterialien: Materialien, die mit dem Gewicht nur zum Teil in das Endprodukt eingehen Ubiquitäten: Materialien, die keinen Einfluss auf die Transportkosten und somit keine Bedingung für die Standortwahl haben, da sie überall vorkommen (z. B. Wasser) Der Standort, wo die Transportkosten vom Fundort zum Produktionsstandort und von diesem mit den final produzierten Endprodukten zum Absatzmarkt minimal sind, wird als Transportkosten bezeichnet. Zwei Korrelationen: 1) Der optimale Produktionsstandort nähert sich dem Fundort der eingesetzten Materialien, je höher der Anteil der Gewichtsverlustmaterialien ist →→ rohstofforientierte Industrie 2) Je geringer die Gewichtsverluste bei der Produktion sind (→ Reingewichtsmaterialien), desto näher rückt der optimale Produktionsort zum Absatzmarkt. Rahmenbedingungen der Standorttheorie nach Weber 1. Die Rohstoffe sind bekannt. 2. Die räumliche Verteilung des Konsums ist bekannt. 3. Das Transportsystem ist einheitlich, die Transportkosten sind eine Funktion von Gewicht und Entfernung. 4. Die räumliche Verteilung der Arbeitskräfte ist bekannt und gegeben, die Arbeitskräfte sind immobil, die Lohnhöhe sind Arbeitskräfte unbegrenzt verfügbar. 5. Die Homogenität des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Systems wird unterstellt. 4 RS 2 RS RS 3 RS 1 BDS Rohstoffstandort RS 4 Gewichtsverlustmaterial (Gewichtsanteil Endprodukt < Ausgangsgewicht) Reingewichtsmaterial (Gewichtsanteil Endprodukt = Ausgangsgewicht) Endprodukt Absatzmarkt Produktionsstandort (Transportkostenminimalpunkt) westermann 22149E 1 5) Postfordistische Produktionskonzepte Verringerung der Fertigungstiefe: Anteil der im eigenen Betrieb hergestellter Bauteile sehr gering, da Vorprodukte bei Zulieferbetrieben besorgt werden → extreme Kosteneinsparung → Endmontage wird im Betrieb gemacht Outsourcing: Auslagerung von Teilen der Produktion, aber auch von Dienstleistungen (z.B. Datenverarbeitung), die bisher im Betrieb erbracht wurde → Business Process Outsourcing Just-in-time: Die Zulieferung der Materialien erfolgt in passender Stückzahl erst exakt zum Zeitpunkt des Bedarfs. ■ → Lagerkosten werden reduziert Just-in-Sequence: Zulieferer sorgt auch dafür, dass die Reihenfolge der benötigten Materialien stimmt Lean Production: Optimierung von Produktionsmethoden (Personal, Betriebsmethoden etc.) Vermeidung erheblicher Arbeitsschritte und Einsatz verschiedener Methoden → in allen Bereichen an Ressourcen und Kosten sparen, also minimieren 6) Porter Diamant Begründet Entstehung von Clustern Bestimmungsfaktoren, die sich in einem dynamischen/aktiven System wechselseitig Beeinflussung und auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erklären Hauptbestimmungsfaktoren Standortbedingungen (Ressourcen / Infrastruktur) → Unternehmensstrategie, Struktur und Wettbewerb → Nachfragebedingungen (Präferenz der Konsumenten) → Präsenz verwandten / unterstützender Branchen in Forschung und Entwicklung oder Zulieferer und Dienstleister Beeinflussung durch Staat und Zufall nur begrenzt Cluster (Buch S.38) Unternehmen einer/verwandter Branchen Unternehmen der Zulieferbranche Öffentl./Private Organisationen in Bildung (z. B. Universitäten), Politik, Verwaltung, Verbände etc. Region des kreativen und innovativen Milieus 5 Quelle: Praxis Geographie 12/2013. S.15 Kontakte, Kooperationen, Austausch u.a.m. Außenkontakte zu anderer Wirtschaftsregionen

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

Abitur Zusammenfassung Erdkunde LK zum Thema Wirtschaft, Wirtschaftsregionen im Wandel

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Ciudad Guayana (Venezuela), Serra dos Carajás (Brasilien), Witbank (Südafrika) Verkehr kaum tertiärisierte Wirtschaftsstruktur →niedrige Forschungs-und Entwicklungsintensität im Ruhrgebiet - manifestiert sich an den wenigen Universitäten Ende 20. Jh.: Internationale Arbeitsteilung und Standortgliederung Industrieländer mmmm Imant M m Eisenerz Kohle 3 Hochofen Stahl- und Walzwerk Quelle: Haas, H.-D., Neumair, S.M.: Die europäische Montanindustrie. In GR 12/2005, S. 43 12707E Bsp. Salzgitter Bsp. Ijmuiden (Niederlande) Ruhrgebiet nach 2014, z.B.: stillgelegte Zechen ausgebautes Autobahnnetz → Priorisierung des Individualverkehres Diversifizierte Wirtschaftsstruktur →High- Tech-Cluster messbare Faktoren repräsentieren tendenziell die betriebswirtschaftlichen Kosten → finanzielle und unternehmerische Rahmenbedingungen des Standortes ändern sich langsam (oder gar nicht) Rohstoffversorgung, Ver- und Entsorgung → Logistikzentren → Finanzzentren → Hoch frequentierte Anzahl von Forschung- und Bildungseinrichtungen konversierte und revitalisierte Industrieflächen → Entstehung von Landschaftsparks, Einkaufszentrum (siehe Raumbeispiel Oberhausen → Centro) rückläufiger Anteil der Montanindustrie Differenzierung in unternehmensbezogene Faktoren und personenbezogene Faktoren schwer messbare Faktoren → subjektive Einordnung der Bedeutung Bedeutung nimmt immer weiter zu → da harte Standortfaktoren im europäischen meist gleich vorhanden sind Wohnqualität, Bildungs- und Freizeitangebot ⇒ für weitere Beispiele S. 63 M5 3.3) Standortentscheidung Qualitative und quantitative Evaluation dieser Faktoren führt zur Entscheidung Je nach Branche, Produkte und Region liegen unterschiedliche Präferenzen Absatzorientierung und Zielgruppenzusammensetzung Ziel: Gewinnmaximierung > Investitionskosten → „Return of Investment" 4) Industriestandorte nach Alfred Weber Der optimale Standort eines Industrieunternehmens ist dort, wo die gesamten Transportkosten der angelieferten Materialen (→ Fundort) zum Produktionsort und die Transportkosten der hergestellten Endprodukte zum Konsumort (→ Absatzmarkt) minimal sind → Transportminimalpunkt Die Errechnung des Transportminimalpunktes ist abhängig von der Art der Materialien Reingewichtsmaterialien: Materialien, die mit dem ganzen Gewicht in das Endprodukt eingehen und somit vor und nach der Verarbeitung das gleiche Gewicht bzw. Volumen haben Gewichtsverlustmaterialien: Materialien, die mit dem Gewicht nur zum Teil in das Endprodukt eingehen Ubiquitäten: Materialien, die keinen Einfluss auf die Transportkosten und somit keine Bedingung für die Standortwahl haben, da sie überall vorkommen (z. B. Wasser) Der Standort, wo die Transportkosten vom Fundort zum Produktionsstandort und von diesem mit den final produzierten Endprodukten zum Absatzmarkt minimal sind, wird als Transportkosten bezeichnet. Zwei Korrelationen: 1) Der optimale Produktionsstandort nähert sich dem Fundort der eingesetzten Materialien, je höher der Anteil der Gewichtsverlustmaterialien ist →→ rohstofforientierte Industrie 2) Je geringer die Gewichtsverluste bei der Produktion sind (→ Reingewichtsmaterialien), desto näher rückt der optimale Produktionsort zum Absatzmarkt. Rahmenbedingungen der Standorttheorie nach Weber 1. Die Rohstoffe sind bekannt. 2. Die räumliche Verteilung des Konsums ist bekannt. 3. Das Transportsystem ist einheitlich, die Transportkosten sind eine Funktion von Gewicht und Entfernung. 4. Die räumliche Verteilung der Arbeitskräfte ist bekannt und gegeben, die Arbeitskräfte sind immobil, die Lohnhöhe sind Arbeitskräfte unbegrenzt verfügbar. 5. Die Homogenität des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Systems wird unterstellt. 4 RS 2 RS RS 3 RS 1 BDS Rohstoffstandort RS 4 Gewichtsverlustmaterial (Gewichtsanteil Endprodukt < Ausgangsgewicht) Reingewichtsmaterial (Gewichtsanteil Endprodukt = Ausgangsgewicht) Endprodukt Absatzmarkt Produktionsstandort (Transportkostenminimalpunkt) westermann 22149E 1 5) Postfordistische Produktionskonzepte Verringerung der Fertigungstiefe: Anteil der im eigenen Betrieb hergestellter Bauteile sehr gering, da Vorprodukte bei Zulieferbetrieben besorgt werden → extreme Kosteneinsparung → Endmontage wird im Betrieb gemacht Outsourcing: Auslagerung von Teilen der Produktion, aber auch von Dienstleistungen (z.B. Datenverarbeitung), die bisher im Betrieb erbracht wurde → Business Process Outsourcing Just-in-time: Die Zulieferung der Materialien erfolgt in passender Stückzahl erst exakt zum Zeitpunkt des Bedarfs. ■ → Lagerkosten werden reduziert Just-in-Sequence: Zulieferer sorgt auch dafür, dass die Reihenfolge der benötigten Materialien stimmt Lean Production: Optimierung von Produktionsmethoden (Personal, Betriebsmethoden etc.) Vermeidung erheblicher Arbeitsschritte und Einsatz verschiedener Methoden → in allen Bereichen an Ressourcen und Kosten sparen, also minimieren 6) Porter Diamant Begründet Entstehung von Clustern Bestimmungsfaktoren, die sich in einem dynamischen/aktiven System wechselseitig Beeinflussung und auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erklären Hauptbestimmungsfaktoren Standortbedingungen (Ressourcen / Infrastruktur) → Unternehmensstrategie, Struktur und Wettbewerb → Nachfragebedingungen (Präferenz der Konsumenten) → Präsenz verwandten / unterstützender Branchen in Forschung und Entwicklung oder Zulieferer und Dienstleister Beeinflussung durch Staat und Zufall nur begrenzt Cluster (Buch S.38) Unternehmen einer/verwandter Branchen Unternehmen der Zulieferbranche Öffentl./Private Organisationen in Bildung (z. 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