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Wirtschaft im Wandel (Strukturwandel)

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 Industrie / Wirtschaft im Wandel - Lernzettel
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Industrie / Wirtschaft im Wandel - Lernzettel Strukturwandel ... ist die mit der marktwirtschaftlichen Dynamik verbundenen, mehr oder weniger stetigen Veränderungen der wertmäßigen Beiträge der einzelnen Wirtschaftszweige und Wirtschaftssektoren zum Sozialprodukt. Der Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Produktionsergebnis einzelner Wirtschaftsbereiche wie der Land- und Forstwirtschaft nimmt dabei verhältnismäßig ab, während der Anteil anderer Wirtschaftssektoren, z.B. des Dienstleistungsbereichs, zunimmt. Beschleunigt und verstärkt wird der Strukturwandel durch neue Techniken und Technologien sowie den zunehmenden internationalen Wettbewerb. Den Strukturwandel kann man auf die Zusammensetzung der Produktion eines Landes (Produktionsstruktur) nach Wirtschaftszweigen (sektorale Struktur) beziehen, aber auch auf Regionen oder Wirtschaftsräume (regionale Struktur) oder auf die entsprechenden Änderungen der Aufteilung der Beschäftigten (Erwerbsstruktur, Beschäftigungsstruktur) nach Sektoren, Regionen, Qualifikation oder Alter. Strukturveränderungen erfordern ständige Anpassungsprozesse und vorausschauende Maßnahmen der Strukturpolitik. Industrieller Strukturwandel Definition: Als industriellen Strukturwandel bezeichnet man den regionalen Strukturwandel in Bezug auf Industrieregionen ohne Wandel aus dem Sekundärsektor heraus. In jedem Fall wird erklärt, wie eine abgewanderte Industrie durch eine Nachfolgeindustrie, eine Ersatzindustrie oder eine Folgeindustrie ersetzt wird. Intersektoraler Strukturwandel Die fundamentalste Form des Strukturwandels geht auf die Drei-Sektoren-Hypothese von Jean Fourastié zurück. Sie beschreibt den Übergang von einer agraren über eine industrielle in eine Dienstleistungsgesellschaft, bei dem der Schwerpunkt der Wertschöpfung und Beschäftigung vom primären über den sekundären zum tertiären Sektor übergeht. Begründet wird diese Entwicklung in den heutigen Industrieländern mit der Steigerung der Produktivität im primären und...

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sekundären Sektor und einer erhöhten Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des tertiären Sektors. Intrasektoraler Strukturwandel Neben dem intersektoralen Strukturwandel kommt es auch innerhalb der Sektoren zu tiefgreifenden Veränderungen der Produktionspalette und der Organisationsstruktur von Unternehmen. In der Industrie führten in der Vergangenheit bahnbrechende Innovationen wie die Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität, des Autos oder des Computers zu einem völligen Umbruch. Aber auch die fortschreitende Automatisierung und flexiblere Formen der Arbeitsorganisation veränderten den Industriesektor. Regionaler Strukturwandel Oft ist die Schwerpunktverlagerung von einer alten zu einer neuen Industrie beziehungsweise die Tertiärisierung mit einer räumlichen Schwerpunktverlagerung verbunden. Wenn in einer Region stagnierende und schrumpfende Branchen gehäuft auftreten, kann der regionale Strukturwandel (Veränderungen in der regionalen Wirtschaftsstruktur) im Laufe der Zeit massive Probleme auslösen. Welche nicht-ökonomischen Ursachen führen zu Strukturwandelprozessen? Was ist der Einfluss der Globalisierung? Welche Regionen besitzen eine hohe Wandlungsfähigkeit und welche Standortfaktoren sind dafür notwendig? Standortfaktoren in Industrieräumen ->Einflussgrößen, welcher der Unternehmer bei der Wahl des Standortes für einen Industriebetrieb in der Regel zu berücksichtigen hat, Eigenschaften welche den Ort attraktiv machen (wichtig: Verfügbarkeit + Dauer der Faktoren) Industriebranchenbezogene Aspekte der Standortorientierung (nach Kulke, Haas / Neumair) Begründungszusammenhang -transportkostenempfindliche Rohstoffe -verderbliche Rohstoffe -Energierohstoffe -flächenextensive Produktionsprozesse Orientierung Transportkosten- / Rohstofforientierung Flächenorientierung Arbeitsorientierung Agglomerationsorientierung Absatzorientierung Verkehrslagenorientierung, Erreichbarkeit Rechts- und Vorschriftenorientierung Harte und weiche Standortfaktoren (Auswahl) Harte Standortfaktoren • Rohstoffversorgung Angebot an Flächen und Immobilien Boden/Immobilienpreise -niedrige Arbeitskosten (unqualifizierte Arbeitskräfte) -hoch qualifizierte Arbeitskräfte -Nähe zu Forschungseinrichtungen -Nähe zu Zulieferern wirken unmittelbar auf das Betriebsereignis und sind messbar Steuern, Abgaben, Zölle • staatliche / kommunale Vergünstigungen politische, ökonomische, soziale Stabilität -kaufkräftige Märkte -Bindung an spezielle Verkehrsträger -Sensibilität gegenüber gesetzlichen Vorschriften, Umweltschutz ● • Arbeitskräfte (Verfügbarkeit, Qualität, Lohnniveau) • Zugang zum Kapitalmarkt • Verkehrsinfrastruktur • Nähe zu Forschungseinrichtungen • Energiekosten/-verfügbarkeit • Kommunikationsnetz • Ver- und Entsorgung • Nähe und Volumen des Absatzmarkts Agglomerationsvorteile (Nähe zu Betrieben der gleichen Branche oder Zulieferern) • Verfügbarkeit von Dienstleistungen (Logistik, Sicherheit) gesetzliche / tarifliche Rahmenbedingungen • Umweltauflagen • Bürokratie Weiche Standortfaktoren wirken nur mittelbar auf das Betriebsereignis und sind schwierig messbar Unternehmensbezogen (Einfluss auf den Unternehmenserfolg) Image des Standorts • Wirtschaftsklima und ● Unternehmensfreundlichkeit Arbeitnehmermentalität personenbezogen (Einfluss auf Rekrutierungsmöglichkeiten und Arbeitsmotivation von Beschäftigten) Wohnqualität (Mieten, Verkehrsanbindung) • Freizeitwert und Naherholungsmöglichkeiten (Fort-) Bildungsangebot kulturelles Angebot ● ● ● › Einkaufsmöglichkeiten • medizinische Versorgung • Umweltqualität • Mentalität der Bevölkerung Bedeutungswandel von harten und weichen Standortfaktoren für wirtschaftliche Entwicklung früher haben Unternehmen mehr auf harte Standortfaktoren geachtet, heute achten sie zusätzlich auf weiche Standortfaktoren ➜ weiche Faktoren gewinnen heute mehr an Bedeutung harte / weiche Faktoren ausschlaggebend für verschiedenen Branchen, im tertiären Sektor anderer Fokus als im primären + sekundären Sektor Bedeutung des Bildungswesen für soziale + ökonomische Entwicklung einer Region / Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Standort Deutschland aus ökonomischer Sicht Bildung als Investition in Wissen und Fähigkeiten der Bevölkerung stattet Menschen mit Fähigkeiten aus, die sie beim Ausführen ihrer Arbeitsaufgaben produktiver machen vermittelt Wissen und Kompetenzen, die es Menschen ermöglichen, neue Ideen zu entwickeln und anzuwenden -> Innovation + technischer Fortschritt Fähigkeiten, Wissen & Kompetenzen erhöhen individuelle Produktivität —> besser gebildete Menschen erzielen höhere Einkommen, weniger von Arbeitslosigkeit bedroht ➜ Höhere Qualifikationen benötigt für Dienstleistungen (tertiärer Sektor) langfristig Wirtschaftswachstum beflügeln (gesamte Volkswirtschaft) -> gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöhen; hilft Innovationen hervorzubringen + verbreiten, was technologischen Fortschritt mit sich bringt Stahl- und Kohlekrise Stahlkrise: sinkender Stahlverbrauch durch... Folgen: Bedarfsrückgang im Inland materialsparende Verarbeitung weltweite Überkapazitäten Konkurrenz durch Drittländer wirtschaftliche Rezension Verwendung neuer Materialien / Ersatz (Kunststoffe, keramische Werkstoffe) Kohlekrise: Der Begriff Kohlekrise (umgangssprachlich auch Zechensterben) beschreibt den Niedergang des Steinkohlenbergbaus in West- und Mitteleuropa. Gründe: hohe Förderkosten —> sinkende Transportkosten und bessere Infrastruktur ausschlaggebend für Steinkohleabsatz billige Importkohle - -> deutsche Steinkohle war teurer als ausländische Steinkohle Konkurrenz durch Erdöl und Erdgas -> billig; steigende Nachfrage in Haushalten, Verkehrssektor und Industrie Krise in der Stahlindustrie rationellere Verwendung in Kraftwerken und Industrie erste Rezension in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Herbst 1965 —> Grund unter anderem Kohlekrise, zu der Zeit signifikanter Teil der bundesdeutschen Industrie Umstrukturierung der Industrie des Ruhrgebiets -> Ausbau des tertiären Wirtschaftssektors Auswirkungen: Abbau von Arbeitsplätzen geringe Einkommen sinkende Kaufkraft Existenzkrise sinkende Steuereinnahmen Erscheinungsformen: verlassene Zechen + Stahlwerke Brachflächen Verfall der Bausubstanz in Städten leerstehende Wohnungen Obdachlosigkeit Deindustrialisierung / Industrialisierung Definition: bezeichnet Prozesse sozialen oder wirtschaftlichen Wandels, die verursacht werden durch eine Schrumpfung der industriellen Sektoren, vor allem der Schwer- und verarbeitenden Industrie, in einem Land oder einer Region. Das Gegenteil ist die Industrialisierung. Reindustrialisierung Definition: Die Reindustrialisierung ist der dritte Schritt einer Industrieentwicklung (nach Industrialisierung und Deindustrialisierung) und bezeichnet das Bemühen, wieder neue Industrie in alten Industriegebieten anzusiedeln. Tertiärisierung Definition: Veränderung von Arbeitsplätzen des sekundären Sektors durch wachsende Dienstleistungsaufgaben, Ersatz von Arbeitsplätzen des primären und sekundären Sektors durch solche des tertiären Sektors (Wandel zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft, typisch für alle Ballungsräume in den Industrieländern) Sektorentheorie (Fourastié) Wandel der Gesellschaft: von einer Agrargesellschaft (primärer Sektor) in eine Industriegesellschaft (sekundärer Sektor) zu einer Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Sektor) ➜ Verschiebung der Schwerpunkte Grund: die zunehmende Produktivität im produzierenden Gewerbe -> Automatisierung Folgen: es wurden im primären + sekundären Sektor weniger Arbeitskräfte benötigt bzw. mehr Arbeitskräfte dadurch freigesetzt (-> Maschinen), die dann im tertiären Sektor übernommen werden konnten; permanent höhere und vielfältigere Nachfrage nach Dienstleistungen Wirtschaftssektoren Primärer Sektor (Urproduktion) O der älteste Wirtschaftssektor O Produktion in seiner ursprünglichsten Form: die Gewinnung von Rohstoffen O Landwirtschaft, die Forstwirtschaft (Holzernte und Jagd), Fischerei O Diskurs um Zuordnung: Gewinnung von Bodenschätzen, wie Erdöl oder Kohle engere Definition des Primärsektors (Land-, und Forstwirtschaft, Fischfang) Zwischen dem Primärsektor und dem Entwicklungsstand eines Staates existiert eine inverse Korrelation. Das heißt, je geringer die Anzahl der Beschäftigten eines Landes im primären Sektor, desto weiter entwickelt ist das Land. In Entwicklungsländern ist der Primärsektor also sehr groß, in Industrienationen hingegen klein. O O Sekundärer Sektor (Güterproduktion) ver- und bearbeitet Rohstoffe des primären Sektors. O Weiterverarbeitung erfolgt durch die Industrie, das Handwerk, das Baugewerbe, die Energie- und die Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen als Synonym wird häufig der Begriff industrieller Sektor verwendet O Tertiärer Sektor (Dienstleistungen) O umfasst alle Dienstleistungen, die in einem Land geleistet werden: Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verkehr und Logistik, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Immobilienwirtschaft, wissenschaftliche, technische und sonstige DL, öffentliche Verwaltung und Verteidigung, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen, Kultur und Erholung,... O Beschäftigt sich nicht mit Rohstoffen oder Sachgütern Quartärsektor Sektor (Informationssektor) O Tätigkeiten des tertiären Sektors, die besonders hohe intellektuelle Ansprüche stellen und große Verantwortungsbereitschaft fordern: O sehr personalintensiv O O ● ● ● Beratung (Ingenieure, Steuerberater, Wirtschaftsberater, medizinische und Erziehungsberufe) IT-Dienstleistungen Hochtechnologie (Biotechnologie, Nanotechnologie, etc.) ● Kommunikationstechnik Eine andere Definition weist alle Informationsdienstleistungen dem quartären Sektor zu. Also alle Dienstleistungen, die sich mit dem Beschaffen, Verarbeiten und Handel von Informationen beschäftigen Selten werden im Quartärsektor auch Dienste der Bereiche Freizeit und Unterhaltung zusammengefasst Montanindustrie Definition: Sammelbegriff für Wirtschaftszweige, die sich mit der Gewinnung, Weiterverarbeitung und Aufbereitung befassen: Bergbau (besonders Kohlebergbau) und rohstoffverarbeitende Schwerindustrie (besonders Eisen- und Stahlindustrie). In seltenen Fällen spricht man, neben dem Quartärsektor, auch von einem Quintärsektor. Er umfasst die Entsorgungswirtschaft, also Müllentsorgung (Müllabfuhr, Schrottplätze, Recyclinganlagen) und Wasseraufbereitung (Kläranlagen) üblicherweise werden sie dem Sekundärsektor zugeordnet Industrieraum Definition: besteht aus einem mehr oder weniger zusammenhängenden, teilweise auch grenzüberschreitenden Industriegebiet mit besonders hoher Industriedichte. Kennzeichen altindustrialisierter Räume • frühe Industrialisierung aufgrund von Rohstoffvorkommen, • monostrukturiert, vor allem industrielle Großbetriebe, • Branchen mit Wettbewerbsnachteilen auf dem Weltmarkt, • fehlender Mittelstand mit Flexibilität und unternehmerischer Risikobereitschaft, • hohe Umweltbelastung durch Industrie, Siedlung und Verkehr, fehlende Wachstumsbranchen / Spitzentechnologien, wenige Bildungs- und Kultureinrichtungen, hohe Subventionsleistungen des Staates zum Erhalt der Altindustrien, • Mängel an der überalterten und qualitativ unzureichenden Siedlungssubstanz und Infrastruktur ➜ Folgen: hohe Arbeitslosenquote, Abwanderung der Bevölkerung, Imageverlust Schlüsselindustrie Definition: Schlüsselindustrien sind Industrien, deren Aufträge, Bestellungen und/oder Lieferungen / Zulieferungen andere Wirtschaftszweige wirtschaftlich wesentlich beeinflussen. Auf Staatsebene haben sie den größten Anteil am Produktionswert einer Volkswirtschaft (Bsp. Automobilindustrie).

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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Industrie / Wirtschaft im Wandel - Lernzettel Strukturwandel ... ist die mit der marktwirtschaftlichen Dynamik verbundenen, mehr oder weniger stetigen Veränderungen der wertmäßigen Beiträge der einzelnen Wirtschaftszweige und Wirtschaftssektoren zum Sozialprodukt. Der Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Produktionsergebnis einzelner Wirtschaftsbereiche wie der Land- und Forstwirtschaft nimmt dabei verhältnismäßig ab, während der Anteil anderer Wirtschaftssektoren, z.B. des Dienstleistungsbereichs, zunimmt. Beschleunigt und verstärkt wird der Strukturwandel durch neue Techniken und Technologien sowie den zunehmenden internationalen Wettbewerb. Den Strukturwandel kann man auf die Zusammensetzung der Produktion eines Landes (Produktionsstruktur) nach Wirtschaftszweigen (sektorale Struktur) beziehen, aber auch auf Regionen oder Wirtschaftsräume (regionale Struktur) oder auf die entsprechenden Änderungen der Aufteilung der Beschäftigten (Erwerbsstruktur, Beschäftigungsstruktur) nach Sektoren, Regionen, Qualifikation oder Alter. Strukturveränderungen erfordern ständige Anpassungsprozesse und vorausschauende Maßnahmen der Strukturpolitik. Industrieller Strukturwandel Definition: Als industriellen Strukturwandel bezeichnet man den regionalen Strukturwandel in Bezug auf Industrieregionen ohne Wandel aus dem Sekundärsektor heraus. In jedem Fall wird erklärt, wie eine abgewanderte Industrie durch eine Nachfolgeindustrie, eine Ersatzindustrie oder eine Folgeindustrie ersetzt wird. Intersektoraler Strukturwandel Die fundamentalste Form des Strukturwandels geht auf die Drei-Sektoren-Hypothese von Jean Fourastié zurück. Sie beschreibt den Übergang von einer agraren über eine industrielle in eine Dienstleistungsgesellschaft, bei dem der Schwerpunkt der Wertschöpfung und Beschäftigung vom primären über den sekundären zum tertiären Sektor übergeht. Begründet wird diese Entwicklung in den heutigen Industrieländern mit der Steigerung der Produktivität im primären und...

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sekundären Sektor und einer erhöhten Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des tertiären Sektors. Intrasektoraler Strukturwandel Neben dem intersektoralen Strukturwandel kommt es auch innerhalb der Sektoren zu tiefgreifenden Veränderungen der Produktionspalette und der Organisationsstruktur von Unternehmen. In der Industrie führten in der Vergangenheit bahnbrechende Innovationen wie die Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität, des Autos oder des Computers zu einem völligen Umbruch. Aber auch die fortschreitende Automatisierung und flexiblere Formen der Arbeitsorganisation veränderten den Industriesektor. Regionaler Strukturwandel Oft ist die Schwerpunktverlagerung von einer alten zu einer neuen Industrie beziehungsweise die Tertiärisierung mit einer räumlichen Schwerpunktverlagerung verbunden. Wenn in einer Region stagnierende und schrumpfende Branchen gehäuft auftreten, kann der regionale Strukturwandel (Veränderungen in der regionalen Wirtschaftsstruktur) im Laufe der Zeit massive Probleme auslösen. Welche nicht-ökonomischen Ursachen führen zu Strukturwandelprozessen? Was ist der Einfluss der Globalisierung? Welche Regionen besitzen eine hohe Wandlungsfähigkeit und welche Standortfaktoren sind dafür notwendig? Standortfaktoren in Industrieräumen ->Einflussgrößen, welcher der Unternehmer bei der Wahl des Standortes für einen Industriebetrieb in der Regel zu berücksichtigen hat, Eigenschaften welche den Ort attraktiv machen (wichtig: Verfügbarkeit + Dauer der Faktoren) Industriebranchenbezogene Aspekte der Standortorientierung (nach Kulke, Haas / Neumair) Begründungszusammenhang -transportkostenempfindliche Rohstoffe -verderbliche Rohstoffe -Energierohstoffe -flächenextensive Produktionsprozesse Orientierung Transportkosten- / Rohstofforientierung Flächenorientierung Arbeitsorientierung Agglomerationsorientierung Absatzorientierung Verkehrslagenorientierung, Erreichbarkeit Rechts- und Vorschriftenorientierung Harte und weiche Standortfaktoren (Auswahl) Harte Standortfaktoren • Rohstoffversorgung Angebot an Flächen und Immobilien Boden/Immobilienpreise -niedrige Arbeitskosten (unqualifizierte Arbeitskräfte) -hoch qualifizierte Arbeitskräfte -Nähe zu Forschungseinrichtungen -Nähe zu Zulieferern wirken unmittelbar auf das Betriebsereignis und sind messbar Steuern, Abgaben, Zölle • staatliche / kommunale Vergünstigungen politische, ökonomische, soziale Stabilität -kaufkräftige Märkte -Bindung an spezielle Verkehrsträger -Sensibilität gegenüber gesetzlichen Vorschriften, Umweltschutz ● • Arbeitskräfte (Verfügbarkeit, Qualität, Lohnniveau) • Zugang zum Kapitalmarkt • Verkehrsinfrastruktur • Nähe zu Forschungseinrichtungen • Energiekosten/-verfügbarkeit • Kommunikationsnetz • Ver- und Entsorgung • Nähe und Volumen des Absatzmarkts Agglomerationsvorteile (Nähe zu Betrieben der gleichen Branche oder Zulieferern) • Verfügbarkeit von Dienstleistungen (Logistik, Sicherheit) gesetzliche / tarifliche Rahmenbedingungen • Umweltauflagen • Bürokratie Weiche Standortfaktoren wirken nur mittelbar auf das Betriebsereignis und sind schwierig messbar Unternehmensbezogen (Einfluss auf den Unternehmenserfolg) Image des Standorts • Wirtschaftsklima und ● Unternehmensfreundlichkeit Arbeitnehmermentalität personenbezogen (Einfluss auf Rekrutierungsmöglichkeiten und Arbeitsmotivation von Beschäftigten) Wohnqualität (Mieten, Verkehrsanbindung) • Freizeitwert und Naherholungsmöglichkeiten (Fort-) Bildungsangebot kulturelles Angebot ● ● ● › Einkaufsmöglichkeiten • medizinische Versorgung • Umweltqualität • Mentalität der Bevölkerung Bedeutungswandel von harten und weichen Standortfaktoren für wirtschaftliche Entwicklung früher haben Unternehmen mehr auf harte Standortfaktoren geachtet, heute achten sie zusätzlich auf weiche Standortfaktoren ➜ weiche Faktoren gewinnen heute mehr an Bedeutung harte / weiche Faktoren ausschlaggebend für verschiedenen Branchen, im tertiären Sektor anderer Fokus als im primären + sekundären Sektor Bedeutung des Bildungswesen für soziale + ökonomische Entwicklung einer Region / Bedeutung von Forschung und Entwicklung für Standort Deutschland aus ökonomischer Sicht Bildung als Investition in Wissen und Fähigkeiten der Bevölkerung stattet Menschen mit Fähigkeiten aus, die sie beim Ausführen ihrer Arbeitsaufgaben produktiver machen vermittelt Wissen und Kompetenzen, die es Menschen ermöglichen, neue Ideen zu entwickeln und anzuwenden -> Innovation + technischer Fortschritt Fähigkeiten, Wissen & Kompetenzen erhöhen individuelle Produktivität —> besser gebildete Menschen erzielen höhere Einkommen, weniger von Arbeitslosigkeit bedroht ➜ Höhere Qualifikationen benötigt für Dienstleistungen (tertiärer Sektor) langfristig Wirtschaftswachstum beflügeln (gesamte Volkswirtschaft) -> gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöhen; hilft Innovationen hervorzubringen + verbreiten, was technologischen Fortschritt mit sich bringt Stahl- und Kohlekrise Stahlkrise: sinkender Stahlverbrauch durch... Folgen: Bedarfsrückgang im Inland materialsparende Verarbeitung weltweite Überkapazitäten Konkurrenz durch Drittländer wirtschaftliche Rezension Verwendung neuer Materialien / Ersatz (Kunststoffe, keramische Werkstoffe) Kohlekrise: Der Begriff Kohlekrise (umgangssprachlich auch Zechensterben) beschreibt den Niedergang des Steinkohlenbergbaus in West- und Mitteleuropa. Gründe: hohe Förderkosten —> sinkende Transportkosten und bessere Infrastruktur ausschlaggebend für Steinkohleabsatz billige Importkohle - -> deutsche Steinkohle war teurer als ausländische Steinkohle Konkurrenz durch Erdöl und Erdgas -> billig; steigende Nachfrage in Haushalten, Verkehrssektor und Industrie Krise in der Stahlindustrie rationellere Verwendung in Kraftwerken und Industrie erste Rezension in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im Herbst 1965 —> Grund unter anderem Kohlekrise, zu der Zeit signifikanter Teil der bundesdeutschen Industrie Umstrukturierung der Industrie des Ruhrgebiets -> Ausbau des tertiären Wirtschaftssektors Auswirkungen: Abbau von Arbeitsplätzen geringe Einkommen sinkende Kaufkraft Existenzkrise sinkende Steuereinnahmen Erscheinungsformen: verlassene Zechen + Stahlwerke Brachflächen Verfall der Bausubstanz in Städten leerstehende Wohnungen Obdachlosigkeit Deindustrialisierung / Industrialisierung Definition: bezeichnet Prozesse sozialen oder wirtschaftlichen Wandels, die verursacht werden durch eine Schrumpfung der industriellen Sektoren, vor allem der Schwer- und verarbeitenden Industrie, in einem Land oder einer Region. Das Gegenteil ist die Industrialisierung. Reindustrialisierung Definition: Die Reindustrialisierung ist der dritte Schritt einer Industrieentwicklung (nach Industrialisierung und Deindustrialisierung) und bezeichnet das Bemühen, wieder neue Industrie in alten Industriegebieten anzusiedeln. Tertiärisierung Definition: Veränderung von Arbeitsplätzen des sekundären Sektors durch wachsende Dienstleistungsaufgaben, Ersatz von Arbeitsplätzen des primären und sekundären Sektors durch solche des tertiären Sektors (Wandel zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft, typisch für alle Ballungsräume in den Industrieländern) Sektorentheorie (Fourastié) Wandel der Gesellschaft: von einer Agrargesellschaft (primärer Sektor) in eine Industriegesellschaft (sekundärer Sektor) zu einer Dienstleistungsgesellschaft (tertiärer Sektor) ➜ Verschiebung der Schwerpunkte Grund: die zunehmende Produktivität im produzierenden Gewerbe -> Automatisierung Folgen: es wurden im primären + sekundären Sektor weniger Arbeitskräfte benötigt bzw. mehr Arbeitskräfte dadurch freigesetzt (-> Maschinen), die dann im tertiären Sektor übernommen werden konnten; permanent höhere und vielfältigere Nachfrage nach Dienstleistungen Wirtschaftssektoren Primärer Sektor (Urproduktion) O der älteste Wirtschaftssektor O Produktion in seiner ursprünglichsten Form: die Gewinnung von Rohstoffen O Landwirtschaft, die Forstwirtschaft (Holzernte und Jagd), Fischerei O Diskurs um Zuordnung: Gewinnung von Bodenschätzen, wie Erdöl oder Kohle engere Definition des Primärsektors (Land-, und Forstwirtschaft, Fischfang) Zwischen dem Primärsektor und dem Entwicklungsstand eines Staates existiert eine inverse Korrelation. Das heißt, je geringer die Anzahl der Beschäftigten eines Landes im primären Sektor, desto weiter entwickelt ist das Land. In Entwicklungsländern ist der Primärsektor also sehr groß, in Industrienationen hingegen klein. O O Sekundärer Sektor (Güterproduktion) ver- und bearbeitet Rohstoffe des primären Sektors. O Weiterverarbeitung erfolgt durch die Industrie, das Handwerk, das Baugewerbe, die Energie- und die Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen als Synonym wird häufig der Begriff industrieller Sektor verwendet O Tertiärer Sektor (Dienstleistungen) O umfasst alle Dienstleistungen, die in einem Land geleistet werden: Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verkehr und Logistik, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Immobilienwirtschaft, wissenschaftliche, technische und sonstige DL, öffentliche Verwaltung und Verteidigung, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen, Kultur und Erholung,... O Beschäftigt sich nicht mit Rohstoffen oder Sachgütern Quartärsektor Sektor (Informationssektor) O Tätigkeiten des tertiären Sektors, die besonders hohe intellektuelle Ansprüche stellen und große Verantwortungsbereitschaft fordern: O sehr personalintensiv O O ● ● ● Beratung (Ingenieure, Steuerberater, Wirtschaftsberater, medizinische und Erziehungsberufe) IT-Dienstleistungen Hochtechnologie (Biotechnologie, Nanotechnologie, etc.) ● Kommunikationstechnik Eine andere Definition weist alle Informationsdienstleistungen dem quartären Sektor zu. Also alle Dienstleistungen, die sich mit dem Beschaffen, Verarbeiten und Handel von Informationen beschäftigen Selten werden im Quartärsektor auch Dienste der Bereiche Freizeit und Unterhaltung zusammengefasst Montanindustrie Definition: Sammelbegriff für Wirtschaftszweige, die sich mit der Gewinnung, Weiterverarbeitung und Aufbereitung befassen: Bergbau (besonders Kohlebergbau) und rohstoffverarbeitende Schwerindustrie (besonders Eisen- und Stahlindustrie). In seltenen Fällen spricht man, neben dem Quartärsektor, auch von einem Quintärsektor. Er umfasst die Entsorgungswirtschaft, also Müllentsorgung (Müllabfuhr, Schrottplätze, Recyclinganlagen) und Wasseraufbereitung (Kläranlagen) üblicherweise werden sie dem Sekundärsektor zugeordnet Industrieraum Definition: besteht aus einem mehr oder weniger zusammenhängenden, teilweise auch grenzüberschreitenden Industriegebiet mit besonders hoher Industriedichte. 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