Definition einer Krise nach Rudolf Vierhaus
Rudolf Vierhaus bietet eine umfassende Definition des Begriffs "Krise" in der Geschichte. Wie definiert Vierhaus eine Krise? Er unterscheidet dabei zwei wesentliche Ebenen:
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Die Auflösung bisher bestehender stabiler und funktionierender Zustände in begrenzten Räumen und Zeiten, die durch eine renovatio, Reform oder Revolution überwunden werden.
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Langfristige Veränderungsprozesse, wie beispielsweise soziale oder kulturelle Krisen, die zuweilen globale Ausmaße annehmen können.
Was sind die Merkmale einer Krise? Vierhaus identifiziert mehrere charakteristische Eigenschaften:
- Krisen sind zeitlich datierbar.
- Sie stellen Auflösungserscheinungen dar, wobei Vierhaus betont, dass nicht alle Niedergangs-, Auflösungs- oder Verfallsprozesse automatisch Krisen sind.
- Krisen sind ergebnisoffen und können entweder systemimmanent (durch Reform) oder systemzerstörend (durch Revolution) gelöst werden.
- Es handelt sich nicht um Naturprozesse, sondern um objektive Prozesse, die durch menschliches Handeln – bewusst oder unbewusst – existieren.
Highlight: Krisen sind laut Vierhaus keine unabwendbaren Naturereignisse, sondern das Resultat menschlichen Handelns und können daher auch durch menschliches Handeln beeinflusst oder gelöst werden.
Example: Als Beispiele für historische Krisen werden genannt: die Weltwirtschaftskrise von 1929, die Kuba-Krise, der Schwarze Tod (vermutlich die Pest im Mittelalter), die Erdölkrise in Deutschland und der Erste Weltkrieg.
Definition: Was ist eine Krise Geschichte? Eine Krise in der Geschichte ist nach Vierhaus ein zeitlich eingrenzbarer Prozess der Auflösung bestehender Strukturen, der entweder durch Reform oder Revolution überwunden werden kann.


