Arten von Sozial- und Wohlfahrtsstaaten
Der fürsorgender Sozialstaat übernimmt Verantwortung für seine Bürger und strebt nach Gleichheit der materiellen Lebensverhältnisse durch Einkommensumverteilung. Er ist stark planend und direktiv organisiert, mit dem Ziel der Vollbeschäftigung und des Berufsschutzes. Die Nachfragesteuerung spielt hier eine wichtige Rolle.
Im Gegensatz dazu steht der aktivierende Sozialstaat, der die Eigenverantwortung der Bürger fördert. Er bietet Mindestsicherung und gleiche Chancen, besonders in Bildung und Arbeitsmarkt. Der Staat fungiert eher als Vermittler mit kooperativem Ansatz und setzt auf flexible Arbeitsverhältnisse und Angebotssteuerung.
Nach Esping-Andersen lassen sich Wohlfahrtsstaaten in drei Typen einteilen: Der liberale Wohlfahrtstyp (USA, Kanada) setzt auf minimale staatliche Eingriffe, freie Märkte und geringe Sozialleistungen. Der konservative Wohlfahrtstyp (Deutschland, Frankreich) bindet soziale Rechte stark an den beruflichen Status. Der sozialdemokratische Wohlfahrtstyp (Schweden, Dänemark) bietet umfassende Versorgung auf hohem Niveau mit hohen Sozialabgaben.
💡 Merke dir: Deutschland gilt als konservativer Wohlfahrtsstaat, bei dem soziale Absicherung stark mit der Erwerbsarbeit verknüpft ist. Dies unterscheidet sich deutlich vom liberalen Modell der USA oder dem umfassenden sozialdemokratischen Modell in Skandinavien!