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Der Weg zum deutschen Nationalstaat: Reichsgründung 1871

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Der Weg zum deutschen Nationalstaat: Reichsgründung 1871

 Der Weg zum deutschen Nationalstaat – Einigung „von oben“
1871 – Die Reichsgründung und Einigung
„von oben“
Nachdem die Versuche eines vom

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In der Datei findet ihr den Weg Deutschlands zum Nationalstaat, nachdem die Revolutionen 1848/49 gescheitert waren. Auch findet ihr eine Stellungnahme, ob Otto von Bismarck eine Politik fürs Volk widerspiegelte.

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Der Weg zum deutschen Nationalstaat – Einigung „von oben“ 1871 – Die Reichsgründung und Einigung „von oben“ Nachdem die Versuche eines vom deutschen Volk vereinbarten und rechtlich konstituierten Nationalstaates im Jahr 1848 gescheitert waren, befanden sich die einzelnen deutschen Staaten, Preußen und Österreich in einer Restaurations- und Gründungsphase. Österreich sowie Preußen rangen um die Führung und Machtstellung innerhalb des deutschen Bundes und wendeten sich immer mehr voneinander ab. Es entstand ein deutscher Dualismus, indem sich die Interessen in Bezug zur Handels-, Wirtschafts- und Schutzpolitik immer weiter unterschieden, was die Folge hatte, dass beide Mächte keine Kompromisse eingehen wollten und so immer noch vor der Frage der Machtstellung standen. Im Jahr 1862 veränderte sich dieser Dualismus schlagartig, als der preußische König Wilhelm der Erste einen neuen Ministerpräsidenten ernennt, nämlich Otto von Bismarck. Dieser hatte das klare Ziel, eine Deutsches Reich unter der Führung Preußens zu gründen und dabei auch Krieg als fortsetzendes Mittel der Politik einzusetzen. 1866 entwickelt sich der sogenannte ,,Deutsch-Deutsche Krieg", in dem Preußen und norddeutsche Staaten des deutschen Bundes, aufgrund von technischen Fortschritten gewannen und so Österreich zum einen aus dem deutschen Bund auslösten und zum anderen aus Deutschland hinausrangen. So entwickelte sich der Norddeutsche Bund, indem sich Preußen und norddeutsche Staaten oberhalb der Mainlinie zusammenschlossen und Otto von Bismarck Reichskanzler wurde mit dem Ziel, auch die...

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süddeutschen Staaten in ein gemeinsames Reich einzuschließen. Dieses Ziel gelingt ihm durch sogenannte Schutz- und Trutzbündnisse, die Otto von Bismarck mit süddeutschen Staaten abschließt, nachdem der französische Kaiser massiven Druck auf die Staaten des deutschen Bundes und Preußen ausgeübt hatte. Diese Verträge sicherten den militärischen Beistand von Preußen, falls es zu einem feindlichen Angriff kommen sollte. Im Jahr 1870 entstand ein solcher Beweggrund, der wegen eines Streites um die spanische Thronfolge entstanden war. Statt den Konflikt zu lösen verschärfte Otto von Bismarck die Konflikte, um Auseinandersetzungen gezielt hervorzurufen. Diese Verschärfung war schließlich Anlass für militärische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den süddeutschen Staaten und auch der Grund dafür, dass Frankreich Preußen den Krieg erklärte. Aufgrund der abgeschlossenen Schutz- und Trutzbündnisse schlossen sich nun auch die süddeutschen Staaten mit Preußen zusammen und der Krieg gegen Frankreich verlief zu Gunsten Preußen. Die Folge von diesem gemeinsamen Sieg war eine allgemeine Begeisterung innerhalb der deutschen Staaten und half Otto von Bismarck die deutsche Einigung voranzutreiben. Im Zuge der Kapitulation Frankreichs und der öffentlichen Forderungen erreichte Bismarck die Gründung eines deutschen Reichs unter preußischer Führung im Jahr 1871, nachdem die süddeutschen Staaten zur Vollendung des kleinen Nationalstaates zugestimmt hatten. Otto von Bismarck wurde jetzt im fast besiegten Frankreich zum Kaiser proklamiert, was ebenfalls den Machtanspruch des entstandenen deutschen Reichs zeigt, da er sich im gerade besiegten Frankreich eigentlich auf feindlichen Gebiet befindet, jedoch trotzdem Anspruch darauf erhebt. Das von Otto von Bismarck angezielte deutsche Reich ist somit „von oben“ entstanden. Das liberale Bürgertum spielte bei der Reichsgründung fast keine Rolle mehr, wobei vor allem die herrschende Konservative sowie der Kaiser eine essentielle Rolle gespielt haben. Der demokratische Gedanke rückte dabei vermehrt in den Hintergrund, da die entworfene Verfassung fast keinen Spielraum für demokratische Mitbestimmung bietet und Grundrechte im Allgemeinen nicht vorgesehen sind. Der Kaiser zugleich König thront über allem und allen und es entsteht ein wenig demokratischer Obrigkeitsstaat unter preußischer Prägung Die Ära von Otto von Bismarck – Eine Politik für das Volk? Nachdem der Versuch, einen deutschen Nationalstaat „von-unten“ durchzusetzen, im Jahr 1848 gescheitert war, übernahm eine andere Person diese Aufgabe. Otto von Bismarck vollendete den bisherigen kleindeutschen Nationalstaat und setzte so im Jahr 1871 einen Nationalstaat ,,von oben“ durch. Obwohl der neu gewonnene Nationalstaat zunächst wie ein Erfolg klang, da es der erste gemeinsame Nationalstaat in Deutschland war, gab es neben der „Eisen- und Blut" Politik sowie dem von Otto von Bismarck bevorzugten Krieg als fortsetzendes Mittel ebenfalls Probleme, die zu der Frage führen, ob die Politik wirklich für das Volk bestimmt war oder ob es sich doch nur um das eiserne und klare Ziel eines alleinigen ,,Deutschen-Kaisers" handelte? Wenig demokratischer Obrigkeitsstaat: Bei dieser Frage spielen die Prinzipien von Otto von Bismarck eine große Rolle. Sie behandelten nämlich vor allem die bereits angesprochene ,,Eisen- und Blut" Politik, die vielmehr ein Mittel von Machtgewinnung und Durchsetzungsvermögen war, als eine Politik die dem damaligen Volke von Deutschland einen Nutzen erbrachte. Nicht wie im Jahre 1848 und 1849 sollten die wichtigsten Entscheidungen von einer Nationalversammlung getroffen werden, die zum einen die Interessen verschiedener Personengruppen widerspiegelte und zum anderen über wichtige Entscheidungen im Bezug zum Nationalstaate debattierte. Bei der ,,Eisen- und Blut" Politik sollte vielmehr ein Kaiser über allen und allem thronen und so auch alle Entscheidungen treffen. Eine Volksvertretung mit einzelnen gewählten Abgeordneten des damaligen Volkes gab es zwar immer noch, jedoch war der Einfluss auf die damalige Politik von Otto von Bismarck sehr gering, weswegen die damaligen Volksvertreter nur einen geringen Einfluss auf Geschehnisse im Bezug zur Politik hatten. Die Konzeption sowie die Grundgedanken Bismarcks erkennt man ebenfalls in M1. In einer Rede als neu ernannter preußischer Ministerpräsident schildert Bismarck hier seine Prinzipien. Auch in dieser Rede wird das bereits angedeutete Verfassungsverständnis von Bismarck bestätigt: „Die Krone habe noch andre Rechte, als die in der Verfassung ständen“ Seiner Konzeption nach soll so ein alleiniger Kaiser mehr Rechte haben und über alle Prozesse in einem gemeinsamen Staat unabhängig entscheiden können, wobei die Volksvertretung nicht genannt wird. Auch im weiteren Verlauf der Rede zeigt sich nicht nur sein eisernes Streben nach Macht, sondern auch seine Konzeption zu demokratischen Entscheidungen: „nicht durch Reden (...) werden die großen Fragen der Zeit entschieden (…..) sondern durch Eisen und Blut“. Unteranderem zeigt das Demokratie- sowie das Verfassungsverständnis die damaligen Probleme für die Gesellschaft, da sie so gut wie keine Mitbestimmung über politische Entscheidungen hatte. Keine Grundrechte: Aus diesem Verfassungsverständnis ergeben sich jedoch noch weitere Probleme, die die Ära von Otto von Bismarck sowie seine Politik eher unvereinbar mit dem damaligen Volk machten. Nach dem Verfassungsverständnis waren keine Grundrechte sowie andere Rechte für die damaligen Menschen vorgesehen, obwohl besonders in der Revolution 1848 und 1849 auf die Grundrechte beruht wurde. Grundrechte besaßen nur einzelne Menschen in verschiedensten Bundesstaaten Preußens, da dort teilweise Grundrechte in der Verfassung verankert waren. Trotzdem gab es im Allgemeinen keine Grundrechte, was die Ansicht des damaligen Nationalstaates als wenig demokratischer Obrigkeitsstaat mit preußischer Prägung noch mal verstärkt. Zusammen aus der geringen Entscheidungsfreiheit, dem alleinigen Recht des ,,Deutschen-Kaiser" und den nicht verankerten Grundrechten ergibt sich so zwar ein gemeinsamer Nationalstaat, der jedoch auf Kosten der Freiheiten der Gesellschaft beruht. Diese Problematik greift auch die Quelle M3 auf, in der August Bebel, ein später sehr profilierter Politiker der deutschen Sozialdemokratie, eine Rede vor dem sich konstituierenden Norddeutschen Reichstag hält. In der Rede behandelt er vor allem die problematischen Folgen die sich nach eine Einbindung der norddeutschen Staaten in Preußen ergeben würden: „Die Gründung ist (…) spezifisch preußisches Interesse“ sowie ,, Man wird sich damit begnügen (…) die Militärgewalt in die Hände zu bekommen". Diese Rede stellt nicht nur die geringen Freiheiten des norddeutschen Bundes in den Vordergrund, sondern kritisiert ebenfalls die militärische Gesinnung sowie den Machtanspruch von Preußen. Auch wird der Krieg und die Kriegsbereitschaft kritisiert, die viel zu groß wäre: „ (…) ich muss entschieden protestieren (...) gegen einen Bund, der nicht die Einheit, sondern die Zerreißung Deutschlands proklamiert“ sowie „Ein Bund, der dazu bestimmt ist, Deutschland zu einer großen Kaserne zu machen". Mit dieser Rede greift er vor allem die negativen Aspekte auf, die sich trotz des gemeinsamen Nationalstaates aufgrund von der Politik Preußens und insbesondere Bismarcks ergeben würden. Krieg als politischen Zweck: Betrachtet man die Ära Bismarcks noch mal genauer, spielen neben seiner „Blut- und Eisen" Politik auch seine Konzeption zum Krieg als fortsetzendes Mittel zur Politik eine große Rolle, wenn man die Frage betrachtet, ob die Politik von Otto von Bismarck für das Volk bestimmt war. Aufgrund des enormen politischen und gesellschaftlichen Drucks auf Preußen, die norddeutsche- sowie die süddeutschen Staaten und der weiterhin bestehenden Konzeption Bismarcks, einen gemeinsamen Nationalstaat „von oben“ durchzusetzen, war Krieg für ihn eine Lösung, um Konflikte zu lösen. Um den deutschen Dualismus nach dem Deutsch- Deutschen Krieg zu lösen, schlossen sich Preußen und die norddeutschen Staaten nach dem Sieg gegen Österreich zusammen. Trotzdem war die Idee Bismarcks noch nicht vollendet, da die süddeutschen Staaten noch unabhängig von Preußen und deren Politik waren. Um die Idee des gemeinsamen Nationalstaates zu verwirklichen, spielte vor allem der Krieg für Bismarck eine essentielle Rolle. Bismarck schloss die sogenannten Schutz- und Trutzbündnisse ab, um die süddeutschen Staaten bei militärischen Auseinandersetzungen zu unterstützen. Was zunächst wie eine gute Geste aussieht, ist eine kluge Strategie, um die deutsche Einigung weiter voranzutreiben, falls es zu einem Krieg komme würde. Obwohl ein Krieg eigentlich etwas ist, was man am besten vermeidet, da vor allem die Bevölkerung sowie die Gesellschaft darunter leidet, hat Bismarck die Situation zu Zeiten der diplomatische Krise um 1870 extra verschärft. Das Ziel war dabei seine Strategie mit den Schutz- und Trutzbündnissen zu erfüllen und so die süddeutschen Staaten auf seine Seite zu ziehen. Wie er diese Strategie auf Kosten von der damaligen Bevölkerung umgesetzt hat, zeigt vor allem die sogenannte Emser Depesche. Die Emser Depesche war ein Schreiben von Kaiser Wilhelm dem ersten, in dem er Otto von Bismarck über das Treffen mit einem französischen Gesandten im Jahre 1870 informierte. Grund für das Treffen waren diplomatische Querelen von Preußen mit Frankreich aufgrund von einem Streit um die spanische Thronfolge. Sowohl Preußen als auch Frankreich hatten einen diplomatischen Schlagabtausch und waren einem hohen politischen sowie gesellschaftlichen Druck ausgesetzt. Nachdem Kaiser Wilhelm die Emser Depesche zu Informationszwecken an Otto von Bismarck geschickt hatte, formulierte Bismarck diese um und lies Frankreich in dieser neuen Depesche schlecht und ironisch dar stehen. Er veröffentlichte die ironische Depesche und Frankreich sah sich gekränkt. Daraufhin erklärte Frankreich Preußen 1870 den Krieg und der von Bismarck provozierte Fall trat ein. Die süddeutschen Staaten verbündeten sich aufgrund der Schutz- und Trutzbündnisse mit dem Norddeutschen Bund und gewannen so den Deutsch-Französischen Krieg. Dieser Sieg war letztendlich die Grundlage für den gemeinsamen Nationalstaat, den Bismarck wenige Augenblicke später verkündete. Er hatte somit sein Ziel des gemeinsamen Nationalstaates erreicht, jedoch auf Kosten eines Krieges mit über 180.000 gefallenen Soldaten und vielen Kriegsverwundeten. Diese Gründe und noch viele weitere, wie zum Beispiel der innere Dualismus, die wenigen Grundrechte und die geringe politische Entscheidungsfreiheit, wurden auf Kosten des neuen Nationalstaates hingenommen. Obwohl Otto von Bismarck sein letztendliches Ziel erfüllt hat und so ein gemeinsame Deutschland geschaffen hat, bleibt die Frage bestehen ob er nun ein für das Volk gestimmter Kaiser war, weil er ja einen Nationalstaat durchgesetzt hat oder ob er doch nur seine eigenen Interessen in den Vordergrund gestellt hat und die Politik eisern und alleine durchgesetzt hat, ohne dabei auf bestimmte Interessen zu hören.

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1871 – Die Reichsgründung und Einigung
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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

In der Datei findet ihr den Weg Deutschlands zum Nationalstaat, nachdem die Revolutionen 1848/49 gescheitert waren. Auch findet ihr eine Stellungnahme, ob Otto von Bismarck eine Politik fürs Volk widerspiegelte.

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Der Weg zum deutschen Nationalstaat – Einigung „von oben“ 1871 – Die Reichsgründung und Einigung „von oben“ Nachdem die Versuche eines vom deutschen Volk vereinbarten und rechtlich konstituierten Nationalstaates im Jahr 1848 gescheitert waren, befanden sich die einzelnen deutschen Staaten, Preußen und Österreich in einer Restaurations- und Gründungsphase. Österreich sowie Preußen rangen um die Führung und Machtstellung innerhalb des deutschen Bundes und wendeten sich immer mehr voneinander ab. Es entstand ein deutscher Dualismus, indem sich die Interessen in Bezug zur Handels-, Wirtschafts- und Schutzpolitik immer weiter unterschieden, was die Folge hatte, dass beide Mächte keine Kompromisse eingehen wollten und so immer noch vor der Frage der Machtstellung standen. Im Jahr 1862 veränderte sich dieser Dualismus schlagartig, als der preußische König Wilhelm der Erste einen neuen Ministerpräsidenten ernennt, nämlich Otto von Bismarck. Dieser hatte das klare Ziel, eine Deutsches Reich unter der Führung Preußens zu gründen und dabei auch Krieg als fortsetzendes Mittel der Politik einzusetzen. 1866 entwickelt sich der sogenannte ,,Deutsch-Deutsche Krieg", in dem Preußen und norddeutsche Staaten des deutschen Bundes, aufgrund von technischen Fortschritten gewannen und so Österreich zum einen aus dem deutschen Bund auslösten und zum anderen aus Deutschland hinausrangen. So entwickelte sich der Norddeutsche Bund, indem sich Preußen und norddeutsche Staaten oberhalb der Mainlinie zusammenschlossen und Otto von Bismarck Reichskanzler wurde mit dem Ziel, auch die...

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süddeutschen Staaten in ein gemeinsames Reich einzuschließen. Dieses Ziel gelingt ihm durch sogenannte Schutz- und Trutzbündnisse, die Otto von Bismarck mit süddeutschen Staaten abschließt, nachdem der französische Kaiser massiven Druck auf die Staaten des deutschen Bundes und Preußen ausgeübt hatte. Diese Verträge sicherten den militärischen Beistand von Preußen, falls es zu einem feindlichen Angriff kommen sollte. Im Jahr 1870 entstand ein solcher Beweggrund, der wegen eines Streites um die spanische Thronfolge entstanden war. Statt den Konflikt zu lösen verschärfte Otto von Bismarck die Konflikte, um Auseinandersetzungen gezielt hervorzurufen. Diese Verschärfung war schließlich Anlass für militärische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und den süddeutschen Staaten und auch der Grund dafür, dass Frankreich Preußen den Krieg erklärte. Aufgrund der abgeschlossenen Schutz- und Trutzbündnisse schlossen sich nun auch die süddeutschen Staaten mit Preußen zusammen und der Krieg gegen Frankreich verlief zu Gunsten Preußen. Die Folge von diesem gemeinsamen Sieg war eine allgemeine Begeisterung innerhalb der deutschen Staaten und half Otto von Bismarck die deutsche Einigung voranzutreiben. Im Zuge der Kapitulation Frankreichs und der öffentlichen Forderungen erreichte Bismarck die Gründung eines deutschen Reichs unter preußischer Führung im Jahr 1871, nachdem die süddeutschen Staaten zur Vollendung des kleinen Nationalstaates zugestimmt hatten. Otto von Bismarck wurde jetzt im fast besiegten Frankreich zum Kaiser proklamiert, was ebenfalls den Machtanspruch des entstandenen deutschen Reichs zeigt, da er sich im gerade besiegten Frankreich eigentlich auf feindlichen Gebiet befindet, jedoch trotzdem Anspruch darauf erhebt. Das von Otto von Bismarck angezielte deutsche Reich ist somit „von oben“ entstanden. Das liberale Bürgertum spielte bei der Reichsgründung fast keine Rolle mehr, wobei vor allem die herrschende Konservative sowie der Kaiser eine essentielle Rolle gespielt haben. Der demokratische Gedanke rückte dabei vermehrt in den Hintergrund, da die entworfene Verfassung fast keinen Spielraum für demokratische Mitbestimmung bietet und Grundrechte im Allgemeinen nicht vorgesehen sind. Der Kaiser zugleich König thront über allem und allen und es entsteht ein wenig demokratischer Obrigkeitsstaat unter preußischer Prägung Die Ära von Otto von Bismarck – Eine Politik für das Volk? Nachdem der Versuch, einen deutschen Nationalstaat „von-unten“ durchzusetzen, im Jahr 1848 gescheitert war, übernahm eine andere Person diese Aufgabe. Otto von Bismarck vollendete den bisherigen kleindeutschen Nationalstaat und setzte so im Jahr 1871 einen Nationalstaat ,,von oben“ durch. Obwohl der neu gewonnene Nationalstaat zunächst wie ein Erfolg klang, da es der erste gemeinsame Nationalstaat in Deutschland war, gab es neben der „Eisen- und Blut" Politik sowie dem von Otto von Bismarck bevorzugten Krieg als fortsetzendes Mittel ebenfalls Probleme, die zu der Frage führen, ob die Politik wirklich für das Volk bestimmt war oder ob es sich doch nur um das eiserne und klare Ziel eines alleinigen ,,Deutschen-Kaisers" handelte? Wenig demokratischer Obrigkeitsstaat: Bei dieser Frage spielen die Prinzipien von Otto von Bismarck eine große Rolle. Sie behandelten nämlich vor allem die bereits angesprochene ,,Eisen- und Blut" Politik, die vielmehr ein Mittel von Machtgewinnung und Durchsetzungsvermögen war, als eine Politik die dem damaligen Volke von Deutschland einen Nutzen erbrachte. Nicht wie im Jahre 1848 und 1849 sollten die wichtigsten Entscheidungen von einer Nationalversammlung getroffen werden, die zum einen die Interessen verschiedener Personengruppen widerspiegelte und zum anderen über wichtige Entscheidungen im Bezug zum Nationalstaate debattierte. Bei der ,,Eisen- und Blut" Politik sollte vielmehr ein Kaiser über allen und allem thronen und so auch alle Entscheidungen treffen. Eine Volksvertretung mit einzelnen gewählten Abgeordneten des damaligen Volkes gab es zwar immer noch, jedoch war der Einfluss auf die damalige Politik von Otto von Bismarck sehr gering, weswegen die damaligen Volksvertreter nur einen geringen Einfluss auf Geschehnisse im Bezug zur Politik hatten. Die Konzeption sowie die Grundgedanken Bismarcks erkennt man ebenfalls in M1. In einer Rede als neu ernannter preußischer Ministerpräsident schildert Bismarck hier seine Prinzipien. Auch in dieser Rede wird das bereits angedeutete Verfassungsverständnis von Bismarck bestätigt: „Die Krone habe noch andre Rechte, als die in der Verfassung ständen“ Seiner Konzeption nach soll so ein alleiniger Kaiser mehr Rechte haben und über alle Prozesse in einem gemeinsamen Staat unabhängig entscheiden können, wobei die Volksvertretung nicht genannt wird. Auch im weiteren Verlauf der Rede zeigt sich nicht nur sein eisernes Streben nach Macht, sondern auch seine Konzeption zu demokratischen Entscheidungen: „nicht durch Reden (...) werden die großen Fragen der Zeit entschieden (…..) sondern durch Eisen und Blut“. Unteranderem zeigt das Demokratie- sowie das Verfassungsverständnis die damaligen Probleme für die Gesellschaft, da sie so gut wie keine Mitbestimmung über politische Entscheidungen hatte. Keine Grundrechte: Aus diesem Verfassungsverständnis ergeben sich jedoch noch weitere Probleme, die die Ära von Otto von Bismarck sowie seine Politik eher unvereinbar mit dem damaligen Volk machten. Nach dem Verfassungsverständnis waren keine Grundrechte sowie andere Rechte für die damaligen Menschen vorgesehen, obwohl besonders in der Revolution 1848 und 1849 auf die Grundrechte beruht wurde. Grundrechte besaßen nur einzelne Menschen in verschiedensten Bundesstaaten Preußens, da dort teilweise Grundrechte in der Verfassung verankert waren. Trotzdem gab es im Allgemeinen keine Grundrechte, was die Ansicht des damaligen Nationalstaates als wenig demokratischer Obrigkeitsstaat mit preußischer Prägung noch mal verstärkt. Zusammen aus der geringen Entscheidungsfreiheit, dem alleinigen Recht des ,,Deutschen-Kaiser" und den nicht verankerten Grundrechten ergibt sich so zwar ein gemeinsamer Nationalstaat, der jedoch auf Kosten der Freiheiten der Gesellschaft beruht. Diese Problematik greift auch die Quelle M3 auf, in der August Bebel, ein später sehr profilierter Politiker der deutschen Sozialdemokratie, eine Rede vor dem sich konstituierenden Norddeutschen Reichstag hält. In der Rede behandelt er vor allem die problematischen Folgen die sich nach eine Einbindung der norddeutschen Staaten in Preußen ergeben würden: „Die Gründung ist (…) spezifisch preußisches Interesse“ sowie ,, Man wird sich damit begnügen (…) die Militärgewalt in die Hände zu bekommen". Diese Rede stellt nicht nur die geringen Freiheiten des norddeutschen Bundes in den Vordergrund, sondern kritisiert ebenfalls die militärische Gesinnung sowie den Machtanspruch von Preußen. Auch wird der Krieg und die Kriegsbereitschaft kritisiert, die viel zu groß wäre: „ (…) ich muss entschieden protestieren (...) gegen einen Bund, der nicht die Einheit, sondern die Zerreißung Deutschlands proklamiert“ sowie „Ein Bund, der dazu bestimmt ist, Deutschland zu einer großen Kaserne zu machen". Mit dieser Rede greift er vor allem die negativen Aspekte auf, die sich trotz des gemeinsamen Nationalstaates aufgrund von der Politik Preußens und insbesondere Bismarcks ergeben würden. Krieg als politischen Zweck: Betrachtet man die Ära Bismarcks noch mal genauer, spielen neben seiner „Blut- und Eisen" Politik auch seine Konzeption zum Krieg als fortsetzendes Mittel zur Politik eine große Rolle, wenn man die Frage betrachtet, ob die Politik von Otto von Bismarck für das Volk bestimmt war. Aufgrund des enormen politischen und gesellschaftlichen Drucks auf Preußen, die norddeutsche- sowie die süddeutschen Staaten und der weiterhin bestehenden Konzeption Bismarcks, einen gemeinsamen Nationalstaat „von oben“ durchzusetzen, war Krieg für ihn eine Lösung, um Konflikte zu lösen. Um den deutschen Dualismus nach dem Deutsch- Deutschen Krieg zu lösen, schlossen sich Preußen und die norddeutschen Staaten nach dem Sieg gegen Österreich zusammen. Trotzdem war die Idee Bismarcks noch nicht vollendet, da die süddeutschen Staaten noch unabhängig von Preußen und deren Politik waren. Um die Idee des gemeinsamen Nationalstaates zu verwirklichen, spielte vor allem der Krieg für Bismarck eine essentielle Rolle. Bismarck schloss die sogenannten Schutz- und Trutzbündnisse ab, um die süddeutschen Staaten bei militärischen Auseinandersetzungen zu unterstützen. Was zunächst wie eine gute Geste aussieht, ist eine kluge Strategie, um die deutsche Einigung weiter voranzutreiben, falls es zu einem Krieg komme würde. Obwohl ein Krieg eigentlich etwas ist, was man am besten vermeidet, da vor allem die Bevölkerung sowie die Gesellschaft darunter leidet, hat Bismarck die Situation zu Zeiten der diplomatische Krise um 1870 extra verschärft. Das Ziel war dabei seine Strategie mit den Schutz- und Trutzbündnissen zu erfüllen und so die süddeutschen Staaten auf seine Seite zu ziehen. Wie er diese Strategie auf Kosten von der damaligen Bevölkerung umgesetzt hat, zeigt vor allem die sogenannte Emser Depesche. Die Emser Depesche war ein Schreiben von Kaiser Wilhelm dem ersten, in dem er Otto von Bismarck über das Treffen mit einem französischen Gesandten im Jahre 1870 informierte. Grund für das Treffen waren diplomatische Querelen von Preußen mit Frankreich aufgrund von einem Streit um die spanische Thronfolge. Sowohl Preußen als auch Frankreich hatten einen diplomatischen Schlagabtausch und waren einem hohen politischen sowie gesellschaftlichen Druck ausgesetzt. Nachdem Kaiser Wilhelm die Emser Depesche zu Informationszwecken an Otto von Bismarck geschickt hatte, formulierte Bismarck diese um und lies Frankreich in dieser neuen Depesche schlecht und ironisch dar stehen. Er veröffentlichte die ironische Depesche und Frankreich sah sich gekränkt. Daraufhin erklärte Frankreich Preußen 1870 den Krieg und der von Bismarck provozierte Fall trat ein. Die süddeutschen Staaten verbündeten sich aufgrund der Schutz- und Trutzbündnisse mit dem Norddeutschen Bund und gewannen so den Deutsch-Französischen Krieg. Dieser Sieg war letztendlich die Grundlage für den gemeinsamen Nationalstaat, den Bismarck wenige Augenblicke später verkündete. Er hatte somit sein Ziel des gemeinsamen Nationalstaates erreicht, jedoch auf Kosten eines Krieges mit über 180.000 gefallenen Soldaten und vielen Kriegsverwundeten. Diese Gründe und noch viele weitere, wie zum Beispiel der innere Dualismus, die wenigen Grundrechte und die geringe politische Entscheidungsfreiheit, wurden auf Kosten des neuen Nationalstaates hingenommen. Obwohl Otto von Bismarck sein letztendliches Ziel erfüllt hat und so ein gemeinsame Deutschland geschaffen hat, bleibt die Frage bestehen ob er nun ein für das Volk gestimmter Kaiser war, weil er ja einen Nationalstaat durchgesetzt hat oder ob er doch nur seine eigenen Interessen in den Vordergrund gestellt hat und die Politik eisern und alleine durchgesetzt hat, ohne dabei auf bestimmte Interessen zu hören.