Geschichte /

Gründe des Scheitern der deutschen Revolution 1848/49

Gründe des Scheitern der deutschen Revolution 1848/49

 Warum ist der deutsche Nationalstaat gescheitert ?
Die Zwietracht des Scheiterns
Die Wiederherstellung des deutschen Bundes von der Großmac

Gründe des Scheitern der deutschen Revolution 1848/49

user profile picture

Barne Koep

49 Followers

Teilen

Speichern

24

 

11/12/13

Lernzettel

In der Datei findet ihr die Gründe, warum der deutsche Nationalstaat 1848/49 gescheitert ist.

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Warum ist der deutsche Nationalstaat gescheitert ? Die Zwietracht des Scheiterns Die Wiederherstellung des deutschen Bundes von der Großmacht Österreich war1849 die Folge, nachdem der preußische König Friedrich Wilhelm der Vierte die Kaiserwürde abgelehnt hatte und so die stark erkämpfte Verfassung nicht anerkannt wurde. Warum die Revolution und das Ringen um den Nationalstaat letztendlich gescheitert ist, werde ich im Folgenden erörtern: Die Interessen und Ziele der Revolutionäre waren zu Beginn der Revolution größtenteils miteinander vereinbar. Der gemeinsame Feind des Adels und die metaphorische „Befreiung“ von deren „Unterdrückung“ sowie das „Wir-Gefühl“ und die schlechte wirtschaftliche Lage verstärkten die zunehmenden Auflehnungen und Ideen von Freiheit und politischer Mitbestimmung. Gemeinsames Ziel aller Revolutionäre war somit die Einheit gegen die unterdrückenden Fürsten und Monarchen, die Entmachtung des Adels und die Forderung von Grundrechten. Spaltung der Interessen: Im späteren Verlauf der Revolution spalteten sich diese Interessen jedoch auf und der gemeinsame Beweggrund des gemeinsamen Feinds wurde immer schwächer, wobei vor allem einzelne Interessen in den Vordergrund traten. Bauern, Handwerker und Bürger hatten nun unterschiedliche Interessen die nicht mehr miteinander vereinbar waren. Kurz gesagt sie waren uneinig. Diese Uneinigkeiten der Revolutionäre zeigten sich nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der damaligen Nationalversammlung, in der sich die Fraktionen der Liberalen stark von den Fraktionen der Demokraten abwandten. Vor allem bei der Diskussion um das damalige Deutschland...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

und der Frage nach dem zukünftigen Nationalstaat und dessen Aufteilung unterschieden sich die jeweiligen Vorstellungen der Revolutionäre und es herrschte große Uneinigkeit. Liberale plädierten für eine Staatsform der konstitutionellen Monarchie und wollten das alte System der Monarchie verbessern, wohingegen die Demokraten weiter gehen wollten und für eine republikanische Staatsform standen und somit eine gänzliche Systemveränderung anstrebten. Deutlich wird dieser Interessenkonflikt, wenn man sich die Quellen (M1-M3) anschaut, in denen die Abgeordneten der damaligen Nationalversammlung ihre Interessen für die Grenzen des zukünftigen Nationalstaates vertreten: In der Quelle (M1) sagt Abgeordneter Venedy zum Beispiel: „(…) und man will uns einen Theil Deutschland's feil machen“ Er steht somit bei der Grenzfrage für eine Lösung, in der zumindest ein Teil Österreichs zum deutschen Nationalstaat dazugehören sollte, weil man Deutschland quasi einen Teil wegnehmen würde. In der Quelle (M2) jedoch vertritt Abgeordneter Beseler den genau gegenteiligen Standpunkt: ,,Wenn wir unsere Freunde in Österreich scheiden sehen sollten, (…) würden wir eine aufrichtige männliche Liebe für die Österreicher beibehalten". Er spricht sich somit für eine Lösung aus, die bei der Grenzfrage nicht unbedingt Österreich umfassen würde. In der letzten Quelle (M3) spricht sich der Abgeordnete Mohr ebenfalls für eine größer deutsche Lösung aus: All diese Nationalitäten können der deutschen Nationalität nicht nachteilig werden (…..) aber es ist von allergrößter Wichtigkeit, dass sie mit uns zusammen sind". In dieser Lösung zur Grenzfrage sollte das gesamte Österreich zum späteren Nationalstaat gehören. Diese ersten 3 Meinungen und Interessen zu der Grenzfrage eines zukünftigen deutschen Nationalstaates zeigen, wie unterschiedlich die jeweiligen Interessen der Revolutionäre waren. Dazu kommt, dass sich die Revolutionäre auch noch innerhalb des damaligen Deutschlands stark unterschieden. Auch innerhalb eigener Fraktionen gab es unterschiedliche Interessen, die es schwer machten, eine einheitliche Lösung aller anzustreben. () Dieses Problem war unteranderem der erste Punkt, weswegen die Revolution gescheitert ist. Die Revolutionäre waren sich uneinig, wohingegen sich der Adel, die Fürsten und Großmächte einig waren, dass sie zusammenhalten mussten, um gegen die Revolutionen anzukämpfen und das alte System wiederherzustellen. Somit konnten sie ihre militärischen Truppen mobilisieren, während sich die Revolutionäre noch uneinig waren, was mit dem zerstreuten Deutschland passieren sollte. Doppelte Aufgabe: Ein weiterer Grund, weswegen die Revolution gescheitert ist, waren die vielen Ziele der Revolutionäre in Verbindung mit der Uneinigkeit. In der Nationalversammlung sollte nicht nur die Frage nach einem einheitlichen deutschen Nationalstaat mit dessen Grenzen beschlossen werden, sondern auch eine Verfassung mit Grundrechten erreicht werden. Somit ergaben sich 2 riesige Aufgaben der Einheit und Freiheit: Diese beiden Aufgaben waren für die Revolutionäre, dessen Interessen sich ebenfalls noch unterschieden haben, sehr schwer zu bewältigen. Vor allem die Gedanken zum einheitlichen Nationalstaat waren immer wieder schwer zu verwirklichen, da auch der Druck der Großmächte von außen, die Frage zum deutschen Nationalstaat auf die Probe stellte. Exemplarisch dafür sind die Auseinandersetzungen in Malmö, bei denen deutsch-gesinnte Kräfte versucht haben, sich von Dänemark zu lösen. Die dänische Seite wurde hierbei von den europäischen Großmächten unterstützt, die klar gegen den deutschen Nationalstaat waren, wohingegen die schleswig-holsteinischen Truppen von den preußischen Truppen unterstützt wurden, die vom deutschen Bund unterstützt worden sind. Die Großmächte drängten zu einem Waffenstillstand, wohingegen sich die Revolutionäre nicht für einen Waffenstillstand aussprachen. In der Quelle (M4) spricht sich der Abgeordnete Friedrich Christoph Dahlmann in der Paulskirche über den möglichen Waffenstillstand in Malmö und äußert: ,, Dürfen wir unsere Landsleute unser eigenen Fleisch und Blut dem sicheren Verderben überliefern?“ sowie ,, Es sei keineswegs diese isolierte schleswigsche Frage (…), sondern es sei die Einheit Deutschland" Diese beiden Fragen verdeutlichen den damaligen Druck auf den deutschen Nationalstaat, dem die Abgeordneten auf keinen Fall nachgeben wollten, da es wie ein Testfall für die nationale Einheit gewesen ist. () Trotz der Debatten um den Waffenstillstand und die auch genannte Probe der deutschen Einheit stimmten die Abgeordneten dem Waffenstillstand zu, was ebenfalls zeigt, dass die damaligen Revolutionäre den vielen Aufgaben nicht gewachsen waren. Obwohl der nationale und freiheitliche Geist vorhanden war, was man an den beiden Äußerungen des Abgeordneten und an den emotionalen Debatten erkennt, war der Druck von außen, die vielen Aufgaben und die eigene Uneinigkeit einfach zu groß, um einen Nationalstaat zu verwirklichen. Vetorecht: Der letzte Grund, der zu einem Scheitern der Revolution führte, war das letztendliche Vetorecht der Großmächte Österreich und Preußen und das Ablehnen der Kaiserkrone des preußischen Königs Friedrich Wilhelm den Vierten. Nachdem sich der Druck auf die Revolutionäre und die eigene Uneinigkeit dieser immer weiter vergrößert hat und die letztendliche Verfassung verwirklicht wurde, lehnte der preußische König die damit verbundene Kaiserwürde ab, wie man auch in der letzten Quelle (M5) erkennen kann: In einem Brief des preußischen Königs an einen preußischen Gesandten in London wird hier deutlich, warum der preußische König die Kaiserwürde abgelehnt hat, indem er sich zu dem Angebot die Kaiserwürde anzunehmen äußert: „Die Krone, die (…..) Sie-leider-meinen, verunehrt überschwänglich mit ihrem Ludergeruch der Revolution von 1848, der albernsten, dümmsten, schlechtesten, wenn auch gottlob nicht der bösesten dieses Jahrhunderts.“ sowie ,, Einen solchen imaginären Reif, aus Dreck (…..) soll ein legitimer König von Gottes Gnaden (...) sich geben lassen" () Mit dieser etwas Satirischen, jedoch auch alt-gesinnten Ansicht des preußischen Königs, der deutlich von dem monarchischen Gottesgnadentum überzeugt war und dadurch auch die mit der Revolution gestellten Forderungen abgelehnt hat, wird auch der letzte Grund deutlich, warum die Revolution gescheitert ist. Die Großmächte hätten die verwirklichte Verfassung nicht angenommen und auch der König hätte keine solche Kaiserkrone angenommen, die von wie er es ausdrücken würde „albernen“ Revolutionären gestellt worden war. Letztendlich ist somit die Revolution „von unten“ gescheitert, wobei die Gedanken der Revolutionäre von Freiheit und Gleichheit noch heute zu finden sind. Barne Koep, 9. März 2021

Geschichte /

Gründe des Scheitern der deutschen Revolution 1848/49

user profile picture

Barne Koep  

Follow

49 Followers

 Warum ist der deutsche Nationalstaat gescheitert ?
Die Zwietracht des Scheiterns
Die Wiederherstellung des deutschen Bundes von der Großmac

App öffnen

In der Datei findet ihr die Gründe, warum der deutsche Nationalstaat 1848/49 gescheitert ist.

Warum ist der deutsche Nationalstaat gescheitert ? Die Zwietracht des Scheiterns Die Wiederherstellung des deutschen Bundes von der Großmacht Österreich war1849 die Folge, nachdem der preußische König Friedrich Wilhelm der Vierte die Kaiserwürde abgelehnt hatte und so die stark erkämpfte Verfassung nicht anerkannt wurde. Warum die Revolution und das Ringen um den Nationalstaat letztendlich gescheitert ist, werde ich im Folgenden erörtern: Die Interessen und Ziele der Revolutionäre waren zu Beginn der Revolution größtenteils miteinander vereinbar. Der gemeinsame Feind des Adels und die metaphorische „Befreiung“ von deren „Unterdrückung“ sowie das „Wir-Gefühl“ und die schlechte wirtschaftliche Lage verstärkten die zunehmenden Auflehnungen und Ideen von Freiheit und politischer Mitbestimmung. Gemeinsames Ziel aller Revolutionäre war somit die Einheit gegen die unterdrückenden Fürsten und Monarchen, die Entmachtung des Adels und die Forderung von Grundrechten. Spaltung der Interessen: Im späteren Verlauf der Revolution spalteten sich diese Interessen jedoch auf und der gemeinsame Beweggrund des gemeinsamen Feinds wurde immer schwächer, wobei vor allem einzelne Interessen in den Vordergrund traten. Bauern, Handwerker und Bürger hatten nun unterschiedliche Interessen die nicht mehr miteinander vereinbar waren. Kurz gesagt sie waren uneinig. Diese Uneinigkeiten der Revolutionäre zeigten sich nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der damaligen Nationalversammlung, in der sich die Fraktionen der Liberalen stark von den Fraktionen der Demokraten abwandten. Vor allem bei der Diskussion um das damalige Deutschland...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

und der Frage nach dem zukünftigen Nationalstaat und dessen Aufteilung unterschieden sich die jeweiligen Vorstellungen der Revolutionäre und es herrschte große Uneinigkeit. Liberale plädierten für eine Staatsform der konstitutionellen Monarchie und wollten das alte System der Monarchie verbessern, wohingegen die Demokraten weiter gehen wollten und für eine republikanische Staatsform standen und somit eine gänzliche Systemveränderung anstrebten. Deutlich wird dieser Interessenkonflikt, wenn man sich die Quellen (M1-M3) anschaut, in denen die Abgeordneten der damaligen Nationalversammlung ihre Interessen für die Grenzen des zukünftigen Nationalstaates vertreten: In der Quelle (M1) sagt Abgeordneter Venedy zum Beispiel: „(…) und man will uns einen Theil Deutschland's feil machen“ Er steht somit bei der Grenzfrage für eine Lösung, in der zumindest ein Teil Österreichs zum deutschen Nationalstaat dazugehören sollte, weil man Deutschland quasi einen Teil wegnehmen würde. In der Quelle (M2) jedoch vertritt Abgeordneter Beseler den genau gegenteiligen Standpunkt: ,,Wenn wir unsere Freunde in Österreich scheiden sehen sollten, (…) würden wir eine aufrichtige männliche Liebe für die Österreicher beibehalten". Er spricht sich somit für eine Lösung aus, die bei der Grenzfrage nicht unbedingt Österreich umfassen würde. In der letzten Quelle (M3) spricht sich der Abgeordnete Mohr ebenfalls für eine größer deutsche Lösung aus: All diese Nationalitäten können der deutschen Nationalität nicht nachteilig werden (…..) aber es ist von allergrößter Wichtigkeit, dass sie mit uns zusammen sind". In dieser Lösung zur Grenzfrage sollte das gesamte Österreich zum späteren Nationalstaat gehören. Diese ersten 3 Meinungen und Interessen zu der Grenzfrage eines zukünftigen deutschen Nationalstaates zeigen, wie unterschiedlich die jeweiligen Interessen der Revolutionäre waren. Dazu kommt, dass sich die Revolutionäre auch noch innerhalb des damaligen Deutschlands stark unterschieden. Auch innerhalb eigener Fraktionen gab es unterschiedliche Interessen, die es schwer machten, eine einheitliche Lösung aller anzustreben. () Dieses Problem war unteranderem der erste Punkt, weswegen die Revolution gescheitert ist. Die Revolutionäre waren sich uneinig, wohingegen sich der Adel, die Fürsten und Großmächte einig waren, dass sie zusammenhalten mussten, um gegen die Revolutionen anzukämpfen und das alte System wiederherzustellen. Somit konnten sie ihre militärischen Truppen mobilisieren, während sich die Revolutionäre noch uneinig waren, was mit dem zerstreuten Deutschland passieren sollte. Doppelte Aufgabe: Ein weiterer Grund, weswegen die Revolution gescheitert ist, waren die vielen Ziele der Revolutionäre in Verbindung mit der Uneinigkeit. In der Nationalversammlung sollte nicht nur die Frage nach einem einheitlichen deutschen Nationalstaat mit dessen Grenzen beschlossen werden, sondern auch eine Verfassung mit Grundrechten erreicht werden. Somit ergaben sich 2 riesige Aufgaben der Einheit und Freiheit: Diese beiden Aufgaben waren für die Revolutionäre, dessen Interessen sich ebenfalls noch unterschieden haben, sehr schwer zu bewältigen. Vor allem die Gedanken zum einheitlichen Nationalstaat waren immer wieder schwer zu verwirklichen, da auch der Druck der Großmächte von außen, die Frage zum deutschen Nationalstaat auf die Probe stellte. Exemplarisch dafür sind die Auseinandersetzungen in Malmö, bei denen deutsch-gesinnte Kräfte versucht haben, sich von Dänemark zu lösen. Die dänische Seite wurde hierbei von den europäischen Großmächten unterstützt, die klar gegen den deutschen Nationalstaat waren, wohingegen die schleswig-holsteinischen Truppen von den preußischen Truppen unterstützt wurden, die vom deutschen Bund unterstützt worden sind. Die Großmächte drängten zu einem Waffenstillstand, wohingegen sich die Revolutionäre nicht für einen Waffenstillstand aussprachen. In der Quelle (M4) spricht sich der Abgeordnete Friedrich Christoph Dahlmann in der Paulskirche über den möglichen Waffenstillstand in Malmö und äußert: ,, Dürfen wir unsere Landsleute unser eigenen Fleisch und Blut dem sicheren Verderben überliefern?“ sowie ,, Es sei keineswegs diese isolierte schleswigsche Frage (…), sondern es sei die Einheit Deutschland" Diese beiden Fragen verdeutlichen den damaligen Druck auf den deutschen Nationalstaat, dem die Abgeordneten auf keinen Fall nachgeben wollten, da es wie ein Testfall für die nationale Einheit gewesen ist. () Trotz der Debatten um den Waffenstillstand und die auch genannte Probe der deutschen Einheit stimmten die Abgeordneten dem Waffenstillstand zu, was ebenfalls zeigt, dass die damaligen Revolutionäre den vielen Aufgaben nicht gewachsen waren. Obwohl der nationale und freiheitliche Geist vorhanden war, was man an den beiden Äußerungen des Abgeordneten und an den emotionalen Debatten erkennt, war der Druck von außen, die vielen Aufgaben und die eigene Uneinigkeit einfach zu groß, um einen Nationalstaat zu verwirklichen. Vetorecht: Der letzte Grund, der zu einem Scheitern der Revolution führte, war das letztendliche Vetorecht der Großmächte Österreich und Preußen und das Ablehnen der Kaiserkrone des preußischen Königs Friedrich Wilhelm den Vierten. Nachdem sich der Druck auf die Revolutionäre und die eigene Uneinigkeit dieser immer weiter vergrößert hat und die letztendliche Verfassung verwirklicht wurde, lehnte der preußische König die damit verbundene Kaiserwürde ab, wie man auch in der letzten Quelle (M5) erkennen kann: In einem Brief des preußischen Königs an einen preußischen Gesandten in London wird hier deutlich, warum der preußische König die Kaiserwürde abgelehnt hat, indem er sich zu dem Angebot die Kaiserwürde anzunehmen äußert: „Die Krone, die (…..) Sie-leider-meinen, verunehrt überschwänglich mit ihrem Ludergeruch der Revolution von 1848, der albernsten, dümmsten, schlechtesten, wenn auch gottlob nicht der bösesten dieses Jahrhunderts.“ sowie ,, Einen solchen imaginären Reif, aus Dreck (…..) soll ein legitimer König von Gottes Gnaden (...) sich geben lassen" () Mit dieser etwas Satirischen, jedoch auch alt-gesinnten Ansicht des preußischen Königs, der deutlich von dem monarchischen Gottesgnadentum überzeugt war und dadurch auch die mit der Revolution gestellten Forderungen abgelehnt hat, wird auch der letzte Grund deutlich, warum die Revolution gescheitert ist. Die Großmächte hätten die verwirklichte Verfassung nicht angenommen und auch der König hätte keine solche Kaiserkrone angenommen, die von wie er es ausdrücken würde „albernen“ Revolutionären gestellt worden war. Letztendlich ist somit die Revolution „von unten“ gescheitert, wobei die Gedanken der Revolutionäre von Freiheit und Gleichheit noch heute zu finden sind. Barne Koep, 9. März 2021