Geschichtsbewusstsein und Erinnerungskultur
Geschichtswissen sind erstmal nur Daten und Fakten. Daraus entsteht aber ein Geschichtsbild - oft klischeehaft, weil: je weniger Wissen, desto mehr Fantasie! Das Geschichtsbewusstsein entwickelt sich in drei Stufen: Erkennen, dass es Vergangenheit gibt, verstehen ihrer Funktionen und begreifen, dass Geschichte konstruiert ist.
Erinnerungskultur umfasst alle bewussten Formen der Erinnerung - Denkmäler, Texte, Bilder, Rituale. Das kollektive Gedächtnis entsteht, wenn sich Menschen über gemeinsame Erinnerungen austauschen und dabei merken, dass sie sich aufeinander stützen können.
Kommunikatives Gedächtnis ist das gesellschaftliche "Kurzzeitgedächtnis" - maximal drei Generationen, die sich ihre Erfahrungen erzählen. Kulturelles Gedächtnis dagegen überdauert Jahrhunderte durch Texte, Bilder und Traditionen.
Der wichtigste Punkt: Geschichte ist nie vollständig rekonstruierbar! Quellen fehlen, sind verloren oder vernichtet. Deshalb brauchen wir reflektierendes Geschichtsbewusstsein, um konstruktiv mit eigenen und fremden Geschichtsvorstellungen umzugehen.
💡 Grundverständnis: Geschichte = Konstruktion, nicht einfach Vergangenheit! Das ist der Schlüssel zum Geschichtsbewusstsein.