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Maji-Maji-Aufstand

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Maji-Maji-Aufstand

 03.03.: HA: Recherche zum Maji-Maji-Aufstand
● war eine Erhebung der afrikanischen Bevölkerung im Süden Deutsch-Ostafrikas
gegen die deutsc

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Maji-Maji-Aufstand Man sollte Hintergrundwissen über die Hereros haben und über die Kolonialpolitik Deutschlands

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03.03.: HA: Recherche zum Maji-Maji-Aufstand ● war eine Erhebung der afrikanischen Bevölkerung im Süden Deutsch-Ostafrikas gegen die deutsche Kolonialherrschaft einer der größten Kolonialkriege in der Geschichte des Afrikas zeichnete sich durch eine breite Allianz zwischen Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen und seine Ausbreitung über ein Gebiet von der Größe Deutschlands aus Ursachen: repressiven Zustände im kolonialen System, die Ausschaltung der einheimischen (Arbeitszwang, Einführung der Kopfsteuer, Unterdrückung,die hohe Abgabenlast usw.) Wirtschaft Folge: die Entstehung einer breiten Widerstandsbewegung im Süden Deutsch-Ostafrikas →Maji-Maji-Aufstand Der Maji-Maji-Kult: Der Maji-Maji-Kult schaffte das, was lange Zeit zuvor unmöglich schien. Der Glaube an das Heilige Wasser vereinte viele der zersplitterten Völker Deutsch-Ostafrikas.Die Matumbie, Ngindo, Pogoro, Kichi, Zarambo, Luguru, Vidunda, Mbunga, Ngoni und auch die Pangwa verbündeten sich, um gemeinsam gegen die koloniale Fremdherrschaft zu kämpfen. ● ● ● ● Maji-Maji-Aufstand (Maji-Maji-Krieg) von 1905 bis 1907 Kriegsverlauf und Kriegsschauplätze Kriegsbeginn und erste Erfolge der Aufständischen: Am 16. Juli 1905 verhafteten die Deutschen in Mohoro eine Reihe von Heilern, darunter Kinjikitele Grund für die Verhaftung: die Männer wurden verdächtigt, bei Versammlungen Aufruhr und Unzufriedenheit zu schüren die Kämpfer waren nach Kinjikiteles Verhaftung verunsichert ● Aus Anget der Geheimhaltung ihres Kriegsplanes nicht mehr gesichert sei entschlossen sie sich zum schnellen Angriff ● Vier Tage später wurden im Gebiet der Matumbi, im Dorf Nandete, die Kriegstrommeln geschlagen Das erste Ziel der Aufständischen: die verhassten durch Zwangsarbeit entstandenen Kommunalshamben ● ● Eine kleine Gruppe begann die Baumwollpflanzen auf der Kommunal Pflanzung...

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von Nandete herauszureißen ● örtliche Akida mit Polizeikräften versuchte die Lage unter Kontrolle zu bringen diese wurden von einer Übermacht von Maji-Maji- pfern empfangen, verfolgt und schließlich in der ersten offenen Schlacht des Krieges geschlagen folgenden Tagen: Die Kämpfer unternahmen in den Angriffe auf weitere Orte entlang der Handelsroute zur Küste und plünderten die Häuser von Akiden, indischen Händlern und europäischen Siedlern, den Profiteuren der neuen kolonialen Ordnung Es setzte ein Flüchtlingsstrom aus Siedlern, Akiden und Indern an die Küste ein und alarmierte die dortigen Kolonialbeamten ● ● Der Krieg breitete sich schnell in alle Richtungen aus den Osten bis zu den Orten Samanga und Mohoro nahe der Küste, Richtung Süden nach Umwera, westlich nach Mahenge, nördlich nach Uzaramo und Richtung Südwesten bis Liwale aus Am 13. August 1905 griffen Aufständische die deutsche Boma in Liwale an Nach dreitägiger Belagerung gelang ihnen deren Eroberung, bei der ein deutscher Unteroffizier → ein Siedler der sich hierher geflüchtet hatte und einige Askari getötet wurden Liwale wurde für die Aufständischen zu einem logistischen Knotenpunkt zwischen dem Ausbruch Gebiet und weiteren wichtigen Kriegsschauplätzen Krieger tauschten untereinander Neuigkeiten aus und auch die maji-Medizin wurde hier ausgegeben Ausbreitung, Gefechte und Guerillataktik ● ● ● ● Nach dem Erfolg von Liwale folgten rasch weitere Angriffe Am 17. August 1905 wurde der Handelsposten Ifakara attackiert südlich von Kilwa wurde eine deutsche Patrouille angegriffen, die zur Wiederherstellung der Telegraphenverbindung nach Lindi ausgeschickt worden war→ ihre Mitglieder wurden allesamt getötet In Umwera war das Ziel der Aufständischen: durchreisende Händler(auch in weiteren REgionen) Krieger griffen die Missionsstationen der Benediktiner in Lukuledi und Nyangaoan, plünderten sie und machten sie dem Erdboden gleich am 30. August 1905 erfolgte ein Sturm von bis zu 10.000 Kämpfern auf die Militärstation Mahenge→ den stärksten Vorposten der Kolonialmacht im zentralen Südosten der Kolonie In Mahenge hatten sich 4 Europäer, 60 Askari und einige Hundert „Hilfskrieger" der deutschen Schutztruppe verschanzt Auf deutscher Seite fielen nicht mehr als 20 ,,Hilfskrieger" ● Von Hassel berichtete von „Reihen, ja Bergen von Toten", die das Maschinengewehrfeuer zurückließ ● Die deutschen Verteidiger standen unter dem Kommando Theodor von Hassels (Vater des späteren bundesdeutschen Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel) der Angriff wurde für die Aufständischen zum Desaster: Aufgrund eines präparierten Schussfeldes mit Drahtverhauen und Entfernungsmarkierungen, auf das zwei Maschinengewehre in Hochständen gerichtet waren Die Zahl der in diesem Gefecht getöteten Angreifer wird auf mindestens 600 geschätzt ● Dennoch benötigten die Deutschen Zeit, um mehr Truppen und Material in die Aufstandsregion zu schaffen →Damit hatte sich der Krieg im ersten Monat seines Verlaufs bereits über zwei Drittel seiner späteren geographischen Gesamtausdehnung ausgebreitet und ethnisch sehr unterschiedliche Gruppen einbezogen Dabei handelten die Bewohner der einzelnen Regionen nicht mit einer gemeinsam vereinbarten Taktik→Sie kommunizierten zwar über große Strecken untereinander, die lokalen Vorgehensweise der Kämpfer orientierte sich aber an den jeweiligen Möglichkeiten und Gegebenheiten Während der Krieg sich auch im September 1905 weiter zum Nyassa-See hin ausbreitete, änderte sich die Strategie der Kämpfenden ● Dort, wo die Krieger trotz militärischer Erfolge ihre Kampfgefährten hatten fallen sehen, ging man zu einer Guerilla-Strategie über, mit schnellen ngriffen und raschem Rückzug In jenen Regionen, die neu in den Krieg eintraten, war der Glaube an die Wirkung des Maji hingegen noch weitgehend ungebrochen, so dass die Kämpfer in halsbrecherischem Todesmut direkt in das Maschinengewehrfeuer der Deutschen hineinliefen Die koloniale Kriegsstrategie Maji-Maji-Bewegung breitete sich weiter aus und Mitte September 1905 ihre größte Ausdehnung erreicht hatte, formierte sich, wenn auch zu Beginn zögerlich, die koloniale Kriegsmaschinerie ● ● Wie in vielen Teilen der ausgedehnten Kolonie (abgesehen von der Küste) beruhte auch im Südosten die koloniale Herrschaft nur auf einer sehr dünnen Personaldecke Im Gebiet zwischen den administrativen Zentren an der Küste und einer Militärstation der Garnisonstadt Songea in der Nähe des Nyassa-Sees - stellten 588 Askari, circa 500 Hilfspolizisten und das grasgedeckte Fort von Liwale die gesamte Militärpräsenz im Südosten dar Nachdem die Kolonialbeamten die Kämpfe zu Beginn als kleine, schnell unter Kontrolle zu bekommende Unruhen eingeschätzt hatten, wuchs angesichts ihrer raschen Ausbreitung die Besorgnis Die Unruhen in Uzaramo, der Kriegsregion, die Daressalam am nächsten lag, versetzte die Bewohner der Hauptstadt der Kolonie in Panik. Von Götzen, inzwischen alarmiert, kabelte eine dringende Anfrage um militärische Verstärkung nach Berlin, erreichte aber nur, dass zwei Kreuzer von China samt ihrer Marine-Besatzung Richtung Daressalam in Bewegung gesetzt wurden Nacheinander trafen die Kleinen Kreuzer Thetis und Seeadler in der Kolonie ein, wo bereits der in Ostafrika stationierte Kleine Kreuzer Bussard im Einsatz war ● Götzen mobilisierte daraufhin die in der Region verfügbaren Truppen. Sie bestanden neben den Askari aus Hilfstruppen ● Dabei handelte es sich um afrikanische Söldner, so genannte Rugaruga, die den Militärdienst bei der Kolonialmacht - ähnlich wie zuvor als militärische Unterstützung von Karawanenhändlern vor allem als Möglichkeit verstanden, sich durch Plünderungen zu bereichern, eine Praxis, die von den Deutschen nicht unterbunden wurde ● Tatsächlich war es diese Praxis, die bald die Hauptstrategie der kolonialen Truppen darstellen ● Der Krieg in seiner Unübersichtlichkeit, mit seinen kleinteiligen Fronten, seiner für die Deutschen unüberschaubaren und unvorhersehbaren Ausbreitung machte es unmöglich, ein Zentrum seiner Organisation zu bestimmen und dort geplant zu Gegenschlägen anzusetzen; völlig ausgeschlossen war dies angesichts der Guerillataktik, zu der die afrikanischen Kampfverbände übergingen Daher richtete die Kolonialarmee, insbesondere nach dem Eintreffen der Verstärkung im November 1905, große Anstrengungen darauf, die wirtschaftliche Basis der Kämpfenden zu zerstören ● ● Eine große Einheit unter Führung des Majors Kurt Johannes begann ihren Treck im November an der Küste in Kilwa, zog nach Liwale und weiter nach Ungoni und erreicht am Ende des Monats Songea Von Songea als Standort aus zog die Armee von einem Kriegsschauplatz zum nächsten und hinterließ sprichwörtliche verbrannte Erde Die Kolonialtruppen raubten Dörfer und Erntespeicher aus, und wenn man die Beute nicht transportieren konnte, vernichtete man die Vorräte und verbrannte die Felder ● Einige Anführer führten den Guerillakrieg fort, bis auch sie im Juli 1908 gefangen genommen und hingerichtet wurden ● Hungersnot und Entvölkerung Die Mehrheit der Opfer des Aufstandes starb nicht durch Gewehrkugeln, sondern an Hunger, weil die deutsche Schutztruppe 1907 damit begonnen hatte, Dörfer, Felder und Busch niederbrennen (Verbrannte Erde)→ Am Ende lagen ganze Gebiete brach und ausgestorben. Man schätzt die Zahl der Toten auf zwischen 75.000 und 300.000, davon 15 Europäer, 73 schwarze Askaris und 316 Angehörige der Hilfstruppen auf deutscher Seite Die Niederschlagung und die Hungersnot rafften nicht allein etwa ein Drittel der Bevölkerung dahin ● Untersuchungen, die Ende der 1930er Jahre durchgeführt wurden, kamen zu dem Schluss, dass die Katastrophe auch die durchschnittliche Fruchtbarkeit der überlebenden Frauen in der Region auf etwa 25 Prozent reduzierte

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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03.03.: HA: Recherche zum Maji-Maji-Aufstand ● war eine Erhebung der afrikanischen Bevölkerung im Süden Deutsch-Ostafrikas gegen die deutsche Kolonialherrschaft einer der größten Kolonialkriege in der Geschichte des Afrikas zeichnete sich durch eine breite Allianz zwischen Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen und seine Ausbreitung über ein Gebiet von der Größe Deutschlands aus Ursachen: repressiven Zustände im kolonialen System, die Ausschaltung der einheimischen (Arbeitszwang, Einführung der Kopfsteuer, Unterdrückung,die hohe Abgabenlast usw.) Wirtschaft Folge: die Entstehung einer breiten Widerstandsbewegung im Süden Deutsch-Ostafrikas →Maji-Maji-Aufstand Der Maji-Maji-Kult: Der Maji-Maji-Kult schaffte das, was lange Zeit zuvor unmöglich schien. Der Glaube an das Heilige Wasser vereinte viele der zersplitterten Völker Deutsch-Ostafrikas.Die Matumbie, Ngindo, Pogoro, Kichi, Zarambo, Luguru, Vidunda, Mbunga, Ngoni und auch die Pangwa verbündeten sich, um gemeinsam gegen die koloniale Fremdherrschaft zu kämpfen. ● ● ● ● Maji-Maji-Aufstand (Maji-Maji-Krieg) von 1905 bis 1907 Kriegsverlauf und Kriegsschauplätze Kriegsbeginn und erste Erfolge der Aufständischen: Am 16. Juli 1905 verhafteten die Deutschen in Mohoro eine Reihe von Heilern, darunter Kinjikitele Grund für die Verhaftung: die Männer wurden verdächtigt, bei Versammlungen Aufruhr und Unzufriedenheit zu schüren die Kämpfer waren nach Kinjikiteles Verhaftung verunsichert ● Aus Anget der Geheimhaltung ihres Kriegsplanes nicht mehr gesichert sei entschlossen sie sich zum schnellen Angriff ● Vier Tage später wurden im Gebiet der Matumbi, im Dorf Nandete, die Kriegstrommeln geschlagen Das erste Ziel der Aufständischen: die verhassten durch Zwangsarbeit entstandenen Kommunalshamben ● ● Eine kleine Gruppe begann die Baumwollpflanzen auf der Kommunal Pflanzung...

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August 1905 griffen Aufständische die deutsche Boma in Liwale an Nach dreitägiger Belagerung gelang ihnen deren Eroberung, bei der ein deutscher Unteroffizier → ein Siedler der sich hierher geflüchtet hatte und einige Askari getötet wurden Liwale wurde für die Aufständischen zu einem logistischen Knotenpunkt zwischen dem Ausbruch Gebiet und weiteren wichtigen Kriegsschauplätzen Krieger tauschten untereinander Neuigkeiten aus und auch die maji-Medizin wurde hier ausgegeben Ausbreitung, Gefechte und Guerillataktik ● ● ● ● Nach dem Erfolg von Liwale folgten rasch weitere Angriffe Am 17. August 1905 wurde der Handelsposten Ifakara attackiert südlich von Kilwa wurde eine deutsche Patrouille angegriffen, die zur Wiederherstellung der Telegraphenverbindung nach Lindi ausgeschickt worden war→ ihre Mitglieder wurden allesamt getötet In Umwera war das Ziel der Aufständischen: durchreisende Händler(auch in weiteren REgionen) Krieger griffen die Missionsstationen der Benediktiner in Lukuledi und Nyangaoan, plünderten sie und machten sie dem Erdboden gleich am 30. August 1905 erfolgte ein Sturm von bis zu 10.000 Kämpfern auf die Militärstation Mahenge→ den stärksten Vorposten der Kolonialmacht im zentralen Südosten der Kolonie In Mahenge hatten sich 4 Europäer, 60 Askari und einige Hundert „Hilfskrieger" der deutschen Schutztruppe verschanzt Auf deutscher Seite fielen nicht mehr als 20 ,,Hilfskrieger" ● Von Hassel berichtete von „Reihen, ja Bergen von Toten", die das Maschinengewehrfeuer zurückließ ● Die deutschen Verteidiger standen unter dem Kommando Theodor von Hassels (Vater des späteren bundesdeutschen Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel) der Angriff wurde für die Aufständischen zum Desaster: Aufgrund eines präparierten Schussfeldes mit Drahtverhauen und Entfernungsmarkierungen, auf das zwei Maschinengewehre in Hochständen gerichtet waren Die Zahl der in diesem Gefecht getöteten Angreifer wird auf mindestens 600 geschätzt ● Dennoch benötigten die Deutschen Zeit, um mehr Truppen und Material in die Aufstandsregion zu schaffen →Damit hatte sich der Krieg im ersten Monat seines Verlaufs bereits über zwei Drittel seiner späteren geographischen Gesamtausdehnung ausgebreitet und ethnisch sehr unterschiedliche Gruppen einbezogen Dabei handelten die Bewohner der einzelnen Regionen nicht mit einer gemeinsam vereinbarten Taktik→Sie kommunizierten zwar über große Strecken untereinander, die lokalen Vorgehensweise der Kämpfer orientierte sich aber an den jeweiligen Möglichkeiten und Gegebenheiten Während der Krieg sich auch im September 1905 weiter zum Nyassa-See hin ausbreitete, änderte sich die Strategie der Kämpfenden ● Dort, wo die Krieger trotz militärischer Erfolge ihre Kampfgefährten hatten fallen sehen, ging man zu einer Guerilla-Strategie über, mit schnellen ngriffen und raschem Rückzug In jenen Regionen, die neu in den Krieg eintraten, war der Glaube an die Wirkung des Maji hingegen noch weitgehend ungebrochen, so dass die Kämpfer in halsbrecherischem Todesmut direkt in das Maschinengewehrfeuer der Deutschen hineinliefen Die koloniale Kriegsstrategie Maji-Maji-Bewegung breitete sich weiter aus und Mitte September 1905 ihre größte Ausdehnung erreicht hatte, formierte sich, wenn auch zu Beginn zögerlich, die koloniale Kriegsmaschinerie ● ● Wie in vielen Teilen der ausgedehnten Kolonie (abgesehen von der Küste) beruhte auch im Südosten die koloniale Herrschaft nur auf einer sehr dünnen Personaldecke Im Gebiet zwischen den administrativen Zentren an der Küste und einer Militärstation der Garnisonstadt Songea in der Nähe des Nyassa-Sees - stellten 588 Askari, circa 500 Hilfspolizisten und das grasgedeckte Fort von Liwale die gesamte Militärpräsenz im Südosten dar Nachdem die Kolonialbeamten die Kämpfe zu Beginn als kleine, schnell unter Kontrolle zu bekommende Unruhen eingeschätzt hatten, wuchs angesichts ihrer raschen Ausbreitung die Besorgnis Die Unruhen in Uzaramo, der Kriegsregion, die Daressalam am nächsten lag, versetzte die Bewohner der Hauptstadt der Kolonie in Panik. Von Götzen, inzwischen alarmiert, kabelte eine dringende Anfrage um militärische Verstärkung nach Berlin, erreichte aber nur, dass zwei Kreuzer von China samt ihrer Marine-Besatzung Richtung Daressalam in Bewegung gesetzt wurden Nacheinander trafen die Kleinen Kreuzer Thetis und Seeadler in der Kolonie ein, wo bereits der in Ostafrika stationierte Kleine Kreuzer Bussard im Einsatz war ● Götzen mobilisierte daraufhin die in der Region verfügbaren Truppen. Sie bestanden neben den Askari aus Hilfstruppen ● Dabei handelte es sich um afrikanische Söldner, so genannte Rugaruga, die den Militärdienst bei der Kolonialmacht - ähnlich wie zuvor als militärische Unterstützung von Karawanenhändlern vor allem als Möglichkeit verstanden, sich durch Plünderungen zu bereichern, eine Praxis, die von den Deutschen nicht unterbunden wurde ● Tatsächlich war es diese Praxis, die bald die Hauptstrategie der kolonialen Truppen darstellen ● Der Krieg in seiner Unübersichtlichkeit, mit seinen kleinteiligen Fronten, seiner für die Deutschen unüberschaubaren und unvorhersehbaren Ausbreitung machte es unmöglich, ein Zentrum seiner Organisation zu bestimmen und dort geplant zu Gegenschlägen anzusetzen; völlig ausgeschlossen war dies angesichts der Guerillataktik, zu der die afrikanischen Kampfverbände übergingen Daher richtete die Kolonialarmee, insbesondere nach dem Eintreffen der Verstärkung im November 1905, große Anstrengungen darauf, die wirtschaftliche Basis der Kämpfenden zu zerstören ● ● Eine große Einheit unter Führung des Majors Kurt Johannes begann ihren Treck im November an der Küste in Kilwa, zog nach Liwale und weiter nach Ungoni und erreicht am Ende des Monats Songea Von Songea als Standort aus zog die Armee von einem Kriegsschauplatz zum nächsten und hinterließ sprichwörtliche verbrannte Erde Die Kolonialtruppen raubten Dörfer und Erntespeicher aus, und wenn man die Beute nicht transportieren konnte, vernichtete man die Vorräte und verbrannte die Felder ● Einige Anführer führten den Guerillakrieg fort, bis auch sie im Juli 1908 gefangen genommen und hingerichtet wurden ● Hungersnot und Entvölkerung Die Mehrheit der Opfer des Aufstandes starb nicht durch Gewehrkugeln, sondern an Hunger, weil die deutsche Schutztruppe 1907 damit begonnen hatte, Dörfer, Felder und Busch niederbrennen (Verbrannte Erde)→ Am Ende lagen ganze Gebiete brach und ausgestorben. Man schätzt die Zahl der Toten auf zwischen 75.000 und 300.000, davon 15 Europäer, 73 schwarze Askaris und 316 Angehörige der Hilfstruppen auf deutscher Seite Die Niederschlagung und die Hungersnot rafften nicht allein etwa ein Drittel der Bevölkerung dahin ● Untersuchungen, die Ende der 1930er Jahre durchgeführt wurden, kamen zu dem Schluss, dass die Katastrophe auch die durchschnittliche Fruchtbarkeit der überlebenden Frauen in der Region auf etwa 25 Prozent reduzierte