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Heitmeyer

 Gymnasium Essen Nord-Ost
Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr.77. 45141 Essen
●
Ash Andra
Name: A
Klausur Nr. 1 - Q2. 1.Hj. 2020/21
Erzi

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Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr.77. 45141 Essen ● Ash Andra Name: A Klausur Nr. 1 - Q2. 1.Hj. 2020/21 Erziehungswissenschaften, Grundkurs PA GK KOP Seite 1 von 3 23. Sep. 2021 Aufgabenstellung: 1. Stellen Sie den Werdegang der beiden Jugendlichen (getrennt voneinander) dar. (18 Punkte) 2. Analysieren Sie die Falldarstellung mit Hilfe des Erklärungsansatzes zur Entstehung von Gewalt nach Heitmeyer. (34 Punkte) 1. Entwickeln Sie vor dem Hintergrund Ihrer bisherigen Ausführungen Handlungsoptionen, die als Prävention von Gewalt bei den beiden Jugendlichen dienen könnten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Auseinandersetzung Möglichkeiten aber auch Grenzen solcher Maßnahmen. Afs AWHGRWESSASP (Die Rechtschreibung des Textes entspricht der Originalvorlage.) Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Materialgrundlage: Joachim Käppner: Das Kind, das nicht zurückkam. In: „Süddeutsche Zeitung" vom 28. 06. 2008, (gekürzt) http://archiv.sueddeutsche.de/sueddz/index.php?id=A42354829_EGTPOGWPPHP (28 Punkte) -Anerkenny - slett Heft= сrе пиндумствлени ↓ Juz- Renou studieet both caAstres 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr. 77 45141 Essen Name: Ash aufden JOACHIM KÄPPNER: DAS KIND, DAS NICHT ZURÜCKKAM 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 PA GK KOP Seite 2 von 3 23. Sep. 2021 München - [...] Serkan A. und seinen Freund Spyridon L. erwarten [...] harte Strafen. Im Prozess gegen die beiden U-Bahn-Schläger hat Staatsanwalt Laurent Lafleur vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichts [...] neun Jahre Haft für Spyridon und zwölf Jahre für Serkan gefordert. Auf einem Überwachungsvideo vom 20. Dezember 2007, das die Republik erschütterte, sind sie als schattenhafte Gestalten zu sehen, die durch den U-Bahn-Hof Arabellapark in München huschen und dort einen alten Mann fast umbringen. Die beiden...

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sind kaum zu erkennen, wie Phantome der Angst. Ihre Lebenswege nachzuvollziehen, erleichtert es, den Weg zur Tat zu begreifen - aber nicht, sie zu entschuldigen oder zu relativieren. [...] Da ist Serkan A., der heute 21-jährige Türke, der das Opfer zu Boden schlägt und sich seelenruhig die Schuhe zubindet, während sein Kumpel Spyridon L. den am Boden zusammengekrümmten Mann tritt. Serkan ist geboren in München, die Familie lebt anfangs in der Au1. Der Vater ist Säufer, jähzornig und gewalttätig, die Mutter liebevoll und überfordert. Der Vater schlägt das Kind, die Mutter ist Trost, aber kein Schutz. Einmal bindet der Vater Serkans Füße an einen Stuhl und drischt mit einem Stock los, bis sie blau sind. Doch die Trennung, die diverse Beratungsstellen der Mutter nahelegen, schafft sie nicht. Sie nimmt den Mann immer wieder auf. Es gibt in Serkans jungem Leben kein positives Vorbild. ,,Er hat", sagt Gutachter Freisleder2, ,,am lebenden Modell gelernt." Schon im Alter von zehn Jahren hängt der Junge mit größeren Kindern ab, entgleitet der Mutter, setzt sich auf der Straße durch. An dieser Familie prallt aller guter Wille ab. ,,Hilfeverfahren wegen Nichtmitwirkung eingestellt" - so lauten die amtlichen Einträge. Serkan soll in eine therapeutische Wohngruppe ziehen, er tut es nicht. Er). Trall kommt in ein Jugendheim, die Mutter holt ihn heraus. 2004 stiehlt er ein Moped und bricht in eine Wohnung ein. Im selben Jahr verletzt ihn seine Schwester bei einem Streit mit dem Küchenmesser, die Sehnen der rechten Hand sind durchtrennt: Serkan soll Fingerübungen machen, doch er lässt es bleiben, er kümmert sich nicht einmal um sich selbst. Er kann die Finger heute nicht ausstrecken. 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Im März 2005 fallen er und ein Kumpan3 an einer U-Bahn-Station einen Mann an, treten ihn und nehmen ihm das Handy weg. Beinahe kommt A. in Haft, das Jugendgericht sieht keine günstige Sozialprognose". 2005 notiert die Helferin: Serkan sei ,,extrem gewalttätig und hat eine geringe Frustrationstoleranz". Er drohe,,abzurutschen ins kriminelle Milieu". Frau A. klagt, ihr Sohn schlage sie, manchmal müsse sie sich im Zimmer einsperren. Serkan erhält noch einmal Bewährung. Er ist keiner der Fälle, bei denen sich die Ämter nicht kümmern. Sie bieten Hilfe an: Jugendhilfe, Bewährungshilfe. Türkischsprachige Beratung, Jugend-WG für Serkan, ambulante Erziehungshilfe. Weder Mutter noch Sohn erscheinen. Gerhard Stölzner, ein Bewährungshelfer, sagt vor Gericht: ,,Serkan nahm die Angebote nicht an. Er lebte in den Tag hinein." Der Junge lädt Stölzner sogar zum Tee ein, lächelt freundlich- und ļ ) Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr.77 45141 Essen 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 PA GK KOP Seite 3 von 3 lässt jedes Hilfsangebot abprallen. Stölzner glaubt heute: Die einzige Chance wäre ein geschlossenes Heim gewesen, aber das macht ja kaum noch ein Jugendgericht." Bei Spyridon L, heute 18 Jahre alt, der beim Überfall den Kopf des Opfers trat wie ein Fußballer den Ball beim Elfmeter, sieht die Sache nur scheinbar besser aus. Den Gutachtern schildert er die frühe Kindheit in Griechenland als heile Welt, und den Tränen nah sagt seine Mutter, Evangelia A.: ,,Der Spyri war immer so ein liebes Kind." Schaut man näher hin, bekommt das Bild Risse. Der Junge wurde einerseits verwöhnt, andererseits brutal gezüchtigt, jedenfalls nach dem Bericht der Jugendgerichtshilfe. Er lässt die Hausaufgaben liegen und geht spielen, der Vater prügelt ihn dafür mit dem Gürtel. Der Umzug nach München 2001 überfordert den Jungen. Mit 13 kifft er, hat dubiose Freunde, muss die achte Klasse Hauptschule wiederholen, aber er geht kaum noch hin. Der Vater soll ihm bei Hieben die Hand gebrochen haben. Spyridon zieht in eine Jugendpension. Und muss ausziehen wegen Drogengeschichten. Er kommt nach Just M", in ein Heim der Jugendhilfe, dort streitet er mit Betreuern und tritt eine Tür ein. Die Mutter holt ihn heim, sie hält es nicht aus ohne ihn. Zuhause versteckt er Flaschen, trinkt, nimmt Drogen. Am Pasinger Bahnhof schlägt er einen Mann zusammen, er prügelt auf seine Eltern ein. Er träumt von einer Maurerlehre und hört nach drei Tagen auf dem Bau auf. 51 52 Beide Mütter sitzen fassungslos im Gericht und hören dem Schicksal ihrer eigenen Familien zu. Sie stehe zu ihrem Sohn, sagt Frau A. Die beiden Jungen sind Schatten auf dem Video vom U-Bahn-Überfall und gehen wie Schatten durchs Leben. Die erschreckende Ziellosigkeit und Dumpfheit ihrer Biographien ist kaum ein Beleg für Integrationsfehler oder Versagen der Behörden. Vielleicht hätten die Sozialarbeiter härter sein, Serkans Mutter das Sorgerecht entziehen müssen. Und doch geht es eher um die seelische Verwahrlosung am Rande der Gesellschaft und das Fehlen der Bereitschaft, sich helfen zu lassen. Die 55 Jungen verpassten keine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu verpassen. Sie hatten nichts außer der 56 inneren Leere und zielloser Wut; es gab nicht einmal den Halt einer Jugendgang oder aufsässiges 57 Selbstbewusstsein als Ghetto Kid. Es gab einfach nichts. Das macht den Fall der U-Bahn-Schläger so 53 54 58 beklemmend. 59 60 61 Oktober 2007. Serkans Freundin Natascha bringt Samira zur Welt. Für einen Augenblick sieht es aus, als könne die große Leere, um die Serkans Leben kreist, einem Sinn weichen, und sei es der, es mit der Kleinen besser zu machen als der eigene Vater mit ihm. Ein paar Wochen später zieht er mit Spyridon ziellos durch den Tag, säuft, pöbelt in der U-Bahn- und trifft auf Hubert N. Die Leere ist wieder da, größer denn je. 62 63 64 65 Im Herbst 2007 wird Spyridon L. in der Heckscher Klinik für Jugendpsychiatrie behandelt. Noch einmal scheinen die Wolken zu weichen, noch einmal erlebt die Familie ein normales Leben, ohne Drogen, Schläge, versteckte Wodkaflaschen. Evangelia A., die Mutter, sagt: ,,Ich war so glücklich und dachte: Ich habe mein Kind wieder." Doch das Kind kam nicht zurück. Kurz danach überfallen Spyridon und Serkan 66 67 68 den alten Herrn in der U-Bahnstation. [...] Klausur Nr. 1 Jahrgangsstufe Q2.1 Name: ASLI a) Inhaltliche Leistung Auf. 1 Auf. 2 ANFORDERUNGEN Der Prüfling 23.09.2021 - Beurteilungsbogen zur Klausur Leistungskurs Pädagogik Schuljahr 2021/2022 leitet seine Überlegungen mit einem Einleitungssatz ein. stellt den Werdegang mit eigenen Worten dar (in etwa): Die Lebensläufe der beiden U-Bahn-Schläger Serkan A. und Spyridon L. weisen einige Gemeinsamkeiten und typische Charakteristika auf, wie sie häufig in Biografien von Gewalttätern zu finden sind. Der Vater von Serkan A. ist Alkoholiker und dem Sohn gegenüber sehr gewalttätig. Serkans Mutter ist liebevoll, schafft es aber nicht, den Sohn vor der Gewalt des Vaters zu schützen oder sich von ihrem Mann zu trennen. Durch den Vater lernt Serkan Gewalt als Konfliktlösungsstrategie und als Möglichkeit zum Abbau von Frustration kennen. Serkan lebt früh auf der Straße, orientiert sich an älteren Kindern und Jugendlichen und wird selbst gewalttätig und kriminell. Staatliche Hilfsangebote werden von der Familie nicht angenommen. Auch die Geburt seiner Tochter kann Serkans Leben nicht positiv beeinflussen. Das Leben von Spyridon L. beginnt nach Aussagen der Mutter mit einer schönen Kindheit in Griechenland. Doch auch Spyridon muss schon früh familiäre Gewalt erleben. Das Verhalten der Eltern, insbesondere des Vaters, ist sehr ambivalent und nicht vorhersehbar. Spyridon wird zeitweise verwöhnt, dann aber auch extrem geprügelt. Der Umzug der Familie von Griechenland nach München überfordert Spyridon. Er gerät in einen für ihn negativen Freundeskreis, konsumiert erste Drogen und muss die achte Klasse der Hauptschule wiederholen. Heimunterbringungen scheitern aufgrund von Drogenkonsum und Gewaltdelikten. Seine erträumte Maurerlehre bricht Spyridon nach drei Tagen ab. Kurz vor der Tat wird Spyridon in einer jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. Der Klinikaufenthalt bringt aber ebenfalls nur vorübergehende Entlastung für ihn und seine Familie. SUMME identifiziert geeignete Textaussagen, die zur Analyse herangezogen werden können und sich daher im weiteren Verlauf mit den Ausführungen zu einem modernen Erklärungsansatz zur Entstehung von Gewalt verknüpfen lassen. bennent wesentliche Aspekte zu einem modernen Erklärungsansatz zur Entstehung von Gewalt, z.B. Heitmeyers Ansatz, in etwa: - Heitmeyer nennt in seinem sozialpsychologischen Erklärungsansatz als Ursachen für Gewalt Desintegrationserfahrungen, Perspektivlosigkeit und Verunsicherung. Laut Heitmeyer führen eine angespannte wirtschaftliche Situation und/oder ein fehlender Schulabschluss u. a. dazu, dass Jugendliche beruflich nicht integriert und perspektivlos werden und dadurch auch an materiellen Gütern nur unzureichend teilhaben können. Sich verändernde Familienstrukturen und zunehmende Individualisierungstendenzen in unserer modernen Gesellschaft tragen dazu bei, dass vielen Kindern und Jugendlichen emotionale Bindungen zu ihren Eltern und familiärer Rückhalt fehlen. Heitmeyer sieht die zahlreichen Optionen in unserer heutzutage recht toleranten und liberalen Gesellschaft als durchaus ambivalent. Auf den ersten Blick erscheinen die vielen Berufs-, Freizeit- und Lebensoptionen für Jugendliche als Entscheidungsfreiheit, bei genauerer Betrachtung erkennt man aber auch die Entscheidungszwänge, die für Jugendliche entstehen und die bei vielen von ihnen zur Verunsicherung und damit manchmal zur Gewalt führen können. - Laut Heitmeyer ist deshalb ein unterstützendes Klima in Familie und Peergroup wichtig für Jugendliche, damit sie lernen, mit ihrer Entscheidungsfreiheit zurechtzukommen. - Des Weiteren fordert er Möglichkeiten der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe für Jugendliche, um Desintegrationserfahrungen entgegenwirken zu können. Heitmeyer unterscheidet - abhängig von der mit der Gewalttat verfolgten Intention expressive, instrumentelle und regressive Gewalt. Während bei expressiver Gewalt die Opfer beliebig und zweitrangig sind, weil es dem Jugendlichen darum geht, Aufmerksamkeit zu erlangen und zu rebellieren, wird bei dem Einsatz von Gewalt als Problemlösung von instrumenteller Gewalt gesprochen. Ist die LÖSUNGSQUALITÄT Max. Korrektor 2 16 18 6 10 2 14 16 5 10 Auf. 3 > Form der Gewalt national und/oder ethnisch begründet, um eigene berufliche, soziale oder politische Desintegrationserfahrungen zu kompensieren, spricht Heitmeyer von regressiver Gewalt. analysiert einzelne Aspekte und Aussagen des Textes, indem er auf des Modell von Heitmeyer Bezug nimmt, z.B.: - Der vorliegende Fall zeigt ein Beispiel expressiver Gewalt. Serkan und Spyridon planen ihre Gewalttat nicht, sondern nutzen diese, um gegen die Gesellschaft zu rebellieren und Aufmerksamkeit zu erlangen. Hubert N. wird nur zufällig ihr Opfer (vgl. Z. 15 ff.). Die beiden Jugendlichen machen auch einige Desintegrationserfahrungen. Spyridon hatte nach dem Umzug von Griechenland nach München vermutlich zunächst Sprach- und Integrationsprobleme. Der Text berichtet, dass beide auch noch Jahre später keinen Kontakt zu einer Halt gebenden Jugendgang (vgl. Z. 77) haben, sondern nur „dubiose Freunde" (Z. 59) haben. Durch unregelmäßigen Schulbesuch und Abbruch der Lehre gelingt auch keine berufliche Integration, es fehlt eine Zukunftsperspektive bzw. es gibt keine Teilhabe an materiellen Gütern. - Das von Heitmeyer geforderte unterstützende Familienklima existiert für Serkan und Spyridon nicht. In ihren Familien fehlt es nicht nur an Unterstützung bei Entscheidungen, sondern die Gewalterfahrungen in den Familien sorgen noch für zusätzliche Belastungen. Die fehlende Bereitschaft der Familien, sich von staatlichen Institutionen helfen zu lassen, verhindert, dass die Jugendlichen an gesellschaftlichen Institutionen teilnehmen können. zieht ein Fazit aus seinen Überlegungen. Z.B.: Die Theorie trägt dazu bei, das Verhalten der beiden jungen Männer besser zu verstehen und nachvollziehen zu können. Aus dem Ansatz lassen sich Aspekte im Werdegang der beiden Personen wiederfinden, so dass deutlich wird, dass die Theorie hier Verwendung findet. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Heitmeyers sozialpsychologischer Ansatz den Werdegang der beiden Jugendlichen nachvollziehbar macht. Serkan und Spyridon haben zahlreiche Desintegrationserfahrungen gemacht, die sie zu der Gewalttat veranlasst haben. erfüllt ein weiteres, aufgabenbezogenes Kriterium: Bandura SUMME leitet in die Aufgabe mit dem zu prüfenden Anliegen ein, z.B. verweist er auf die Notwendigkeit der Prävention. Wie etwa: Das vorliegende Fallbeispiel zeigt u. a., wie schwierig Intervention bei Jugendgewalt für staatliche, therapeutische und sozialpädagogische Hilfeeinrichtungen sein kann. Es stellt sich daher die Frage, welche Maßnahmen präventiv wirksamer wären und auch in dem dargestellten Fall Serkan und Spyridon in ihrer Entwicklung geholfen hätten. stellt im Rückbezug auf das Fallbeispiel die Notwenigkeit einer präventiven Handlung für die beiden Jugendlichen dar. Jugendliche können aufgrund der prekären Lebensplanung und des sich daraus ergebenden Anerkennungszerfalls Gewalt als Lösung aus dieser Situation einsetzen. Zu prüfen sei nun, wie gerade den beiden Jugendlichen Serkan A. und Spyron L. bei ihrer Suche nach Anerkennung in pädagogischen Einrichtungen wie z.B. Schule oder im Elternhaus hätte werden können. Diese pädagogischen Konsequenzen sollen vor allem darauf hin anwendbar sein, als präventiv genutzt zu werden. entfaltet aufgabenbezogen und kriterienorientiert differenzierte Maßnahmen zur Prävention von Gewalt, indem z. B. einer oder mehrerer der folgenden Fragestellungen nachgegangen wird. Hierbei werden mehrere Aspekte spezifiziert und im Hinblick auf die Entstehung von Gewalt nach Heitmeyer abgewogen, z. B.: ● Hat Schule einen bedeutsamen Einfluss als sekundäre Sozialisationsinstanz hinsichtlich der Prävention von Gewalt? Schafft Schule Kompensationsmöglichkeiten bei traumatischen Erfahrungen in der Ursprungsfamilie, etwa bei einem fehlenden Urvertrauen oder bei gewalttätiger Erziehung seitens der Eltern? ● ● . Stellen Fachunterricht, Schulleben sowie Schulprojekte, Klassen- und Kursfahrten gezielte Übungsmöglichkeiten zum Aufbau personaler Ressourcen, wie kommunikative Kompetenz, Reflexions- und Konfliktfähigkeit vor dem Hintergrund weiterer Kränkungs- und Ausgrenzungserfahrungen dar? Sind Klassengemeinschaft, Kontakt zur Lehrperson und zwischenmenschliche Beziehungen in der Schule soziale Ressourcen bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben, um Desintegration zu verhindern? Sozialisationsfunktion von Schule vs. Erziehung in der Familie? Beeinflusst der gesellschaftliche Auftrag von Schule, etwa zur Integration in bestehende Normen und Wertsysteme das Zusammenleben in der Familie? 14 4 +4 34 2 4 8 13 4 23 34 2 2

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr.77. 45141 Essen ● Ash Andra Name: A Klausur Nr. 1 - Q2. 1.Hj. 2020/21 Erziehungswissenschaften, Grundkurs PA GK KOP Seite 1 von 3 23. Sep. 2021 Aufgabenstellung: 1. Stellen Sie den Werdegang der beiden Jugendlichen (getrennt voneinander) dar. (18 Punkte) 2. Analysieren Sie die Falldarstellung mit Hilfe des Erklärungsansatzes zur Entstehung von Gewalt nach Heitmeyer. (34 Punkte) 1. Entwickeln Sie vor dem Hintergrund Ihrer bisherigen Ausführungen Handlungsoptionen, die als Prävention von Gewalt bei den beiden Jugendlichen dienen könnten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Auseinandersetzung Möglichkeiten aber auch Grenzen solcher Maßnahmen. Afs AWHGRWESSASP (Die Rechtschreibung des Textes entspricht der Originalvorlage.) Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Materialgrundlage: Joachim Käppner: Das Kind, das nicht zurückkam. In: „Süddeutsche Zeitung" vom 28. 06. 2008, (gekürzt) http://archiv.sueddeutsche.de/sueddz/index.php?id=A42354829_EGTPOGWPPHP (28 Punkte) -Anerkenny - slett Heft= сrе пиндумствлени ↓ Juz- Renou studieet both caAstres 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr. 77 45141 Essen Name: Ash aufden JOACHIM KÄPPNER: DAS KIND, DAS NICHT ZURÜCKKAM 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 PA GK KOP Seite 2 von 3 23. Sep. 2021 München - [...] Serkan A. und seinen Freund Spyridon L. erwarten [...] harte Strafen. Im Prozess gegen die beiden U-Bahn-Schläger hat Staatsanwalt Laurent Lafleur vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichts [...] neun Jahre Haft für Spyridon und zwölf Jahre für Serkan gefordert. Auf einem Überwachungsvideo vom 20. Dezember 2007, das die Republik erschütterte, sind sie als schattenhafte Gestalten zu sehen, die durch den U-Bahn-Hof Arabellapark in München huschen und dort einen alten Mann fast umbringen. Die beiden...

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sind kaum zu erkennen, wie Phantome der Angst. Ihre Lebenswege nachzuvollziehen, erleichtert es, den Weg zur Tat zu begreifen - aber nicht, sie zu entschuldigen oder zu relativieren. [...] Da ist Serkan A., der heute 21-jährige Türke, der das Opfer zu Boden schlägt und sich seelenruhig die Schuhe zubindet, während sein Kumpel Spyridon L. den am Boden zusammengekrümmten Mann tritt. Serkan ist geboren in München, die Familie lebt anfangs in der Au1. Der Vater ist Säufer, jähzornig und gewalttätig, die Mutter liebevoll und überfordert. Der Vater schlägt das Kind, die Mutter ist Trost, aber kein Schutz. Einmal bindet der Vater Serkans Füße an einen Stuhl und drischt mit einem Stock los, bis sie blau sind. Doch die Trennung, die diverse Beratungsstellen der Mutter nahelegen, schafft sie nicht. Sie nimmt den Mann immer wieder auf. Es gibt in Serkans jungem Leben kein positives Vorbild. ,,Er hat", sagt Gutachter Freisleder2, ,,am lebenden Modell gelernt." Schon im Alter von zehn Jahren hängt der Junge mit größeren Kindern ab, entgleitet der Mutter, setzt sich auf der Straße durch. An dieser Familie prallt aller guter Wille ab. ,,Hilfeverfahren wegen Nichtmitwirkung eingestellt" - so lauten die amtlichen Einträge. Serkan soll in eine therapeutische Wohngruppe ziehen, er tut es nicht. Er). Trall kommt in ein Jugendheim, die Mutter holt ihn heraus. 2004 stiehlt er ein Moped und bricht in eine Wohnung ein. Im selben Jahr verletzt ihn seine Schwester bei einem Streit mit dem Küchenmesser, die Sehnen der rechten Hand sind durchtrennt: Serkan soll Fingerübungen machen, doch er lässt es bleiben, er kümmert sich nicht einmal um sich selbst. Er kann die Finger heute nicht ausstrecken. 24 25 26 27 28 29 30 31 32 Im März 2005 fallen er und ein Kumpan3 an einer U-Bahn-Station einen Mann an, treten ihn und nehmen ihm das Handy weg. Beinahe kommt A. in Haft, das Jugendgericht sieht keine günstige Sozialprognose". 2005 notiert die Helferin: Serkan sei ,,extrem gewalttätig und hat eine geringe Frustrationstoleranz". Er drohe,,abzurutschen ins kriminelle Milieu". Frau A. klagt, ihr Sohn schlage sie, manchmal müsse sie sich im Zimmer einsperren. Serkan erhält noch einmal Bewährung. Er ist keiner der Fälle, bei denen sich die Ämter nicht kümmern. Sie bieten Hilfe an: Jugendhilfe, Bewährungshilfe. Türkischsprachige Beratung, Jugend-WG für Serkan, ambulante Erziehungshilfe. Weder Mutter noch Sohn erscheinen. Gerhard Stölzner, ein Bewährungshelfer, sagt vor Gericht: ,,Serkan nahm die Angebote nicht an. Er lebte in den Tag hinein." Der Junge lädt Stölzner sogar zum Tee ein, lächelt freundlich- und ļ ) Gymnasium Essen Nord-Ost Gymnasium Essen Nord-Ost Katzenbruchstr.77 45141 Essen 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 PA GK KOP Seite 3 von 3 lässt jedes Hilfsangebot abprallen. Stölzner glaubt heute: Die einzige Chance wäre ein geschlossenes Heim gewesen, aber das macht ja kaum noch ein Jugendgericht." Bei Spyridon L, heute 18 Jahre alt, der beim Überfall den Kopf des Opfers trat wie ein Fußballer den Ball beim Elfmeter, sieht die Sache nur scheinbar besser aus. Den Gutachtern schildert er die frühe Kindheit in Griechenland als heile Welt, und den Tränen nah sagt seine Mutter, Evangelia A.: ,,Der Spyri war immer so ein liebes Kind." Schaut man näher hin, bekommt das Bild Risse. Der Junge wurde einerseits verwöhnt, andererseits brutal gezüchtigt, jedenfalls nach dem Bericht der Jugendgerichtshilfe. Er lässt die Hausaufgaben liegen und geht spielen, der Vater prügelt ihn dafür mit dem Gürtel. Der Umzug nach München 2001 überfordert den Jungen. Mit 13 kifft er, hat dubiose Freunde, muss die achte Klasse Hauptschule wiederholen, aber er geht kaum noch hin. Der Vater soll ihm bei Hieben die Hand gebrochen haben. Spyridon zieht in eine Jugendpension. Und muss ausziehen wegen Drogengeschichten. Er kommt nach Just M", in ein Heim der Jugendhilfe, dort streitet er mit Betreuern und tritt eine Tür ein. Die Mutter holt ihn heim, sie hält es nicht aus ohne ihn. Zuhause versteckt er Flaschen, trinkt, nimmt Drogen. Am Pasinger Bahnhof schlägt er einen Mann zusammen, er prügelt auf seine Eltern ein. Er träumt von einer Maurerlehre und hört nach drei Tagen auf dem Bau auf. 51 52 Beide Mütter sitzen fassungslos im Gericht und hören dem Schicksal ihrer eigenen Familien zu. Sie stehe zu ihrem Sohn, sagt Frau A. Die beiden Jungen sind Schatten auf dem Video vom U-Bahn-Überfall und gehen wie Schatten durchs Leben. Die erschreckende Ziellosigkeit und Dumpfheit ihrer Biographien ist kaum ein Beleg für Integrationsfehler oder Versagen der Behörden. Vielleicht hätten die Sozialarbeiter härter sein, Serkans Mutter das Sorgerecht entziehen müssen. Und doch geht es eher um die seelische Verwahrlosung am Rande der Gesellschaft und das Fehlen der Bereitschaft, sich helfen zu lassen. Die 55 Jungen verpassten keine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu verpassen. Sie hatten nichts außer der 56 inneren Leere und zielloser Wut; es gab nicht einmal den Halt einer Jugendgang oder aufsässiges 57 Selbstbewusstsein als Ghetto Kid. Es gab einfach nichts. Das macht den Fall der U-Bahn-Schläger so 53 54 58 beklemmend. 59 60 61 Oktober 2007. Serkans Freundin Natascha bringt Samira zur Welt. Für einen Augenblick sieht es aus, als könne die große Leere, um die Serkans Leben kreist, einem Sinn weichen, und sei es der, es mit der Kleinen besser zu machen als der eigene Vater mit ihm. Ein paar Wochen später zieht er mit Spyridon ziellos durch den Tag, säuft, pöbelt in der U-Bahn- und trifft auf Hubert N. Die Leere ist wieder da, größer denn je. 62 63 64 65 Im Herbst 2007 wird Spyridon L. in der Heckscher Klinik für Jugendpsychiatrie behandelt. Noch einmal scheinen die Wolken zu weichen, noch einmal erlebt die Familie ein normales Leben, ohne Drogen, Schläge, versteckte Wodkaflaschen. Evangelia A., die Mutter, sagt: ,,Ich war so glücklich und dachte: Ich habe mein Kind wieder." Doch das Kind kam nicht zurück. Kurz danach überfallen Spyridon und Serkan 66 67 68 den alten Herrn in der U-Bahnstation. [...] Klausur Nr. 1 Jahrgangsstufe Q2.1 Name: ASLI a) Inhaltliche Leistung Auf. 1 Auf. 2 ANFORDERUNGEN Der Prüfling 23.09.2021 - Beurteilungsbogen zur Klausur Leistungskurs Pädagogik Schuljahr 2021/2022 leitet seine Überlegungen mit einem Einleitungssatz ein. stellt den Werdegang mit eigenen Worten dar (in etwa): Die Lebensläufe der beiden U-Bahn-Schläger Serkan A. und Spyridon L. weisen einige Gemeinsamkeiten und typische Charakteristika auf, wie sie häufig in Biografien von Gewalttätern zu finden sind. Der Vater von Serkan A. ist Alkoholiker und dem Sohn gegenüber sehr gewalttätig. Serkans Mutter ist liebevoll, schafft es aber nicht, den Sohn vor der Gewalt des Vaters zu schützen oder sich von ihrem Mann zu trennen. Durch den Vater lernt Serkan Gewalt als Konfliktlösungsstrategie und als Möglichkeit zum Abbau von Frustration kennen. Serkan lebt früh auf der Straße, orientiert sich an älteren Kindern und Jugendlichen und wird selbst gewalttätig und kriminell. Staatliche Hilfsangebote werden von der Familie nicht angenommen. Auch die Geburt seiner Tochter kann Serkans Leben nicht positiv beeinflussen. Das Leben von Spyridon L. beginnt nach Aussagen der Mutter mit einer schönen Kindheit in Griechenland. Doch auch Spyridon muss schon früh familiäre Gewalt erleben. Das Verhalten der Eltern, insbesondere des Vaters, ist sehr ambivalent und nicht vorhersehbar. Spyridon wird zeitweise verwöhnt, dann aber auch extrem geprügelt. Der Umzug der Familie von Griechenland nach München überfordert Spyridon. Er gerät in einen für ihn negativen Freundeskreis, konsumiert erste Drogen und muss die achte Klasse der Hauptschule wiederholen. Heimunterbringungen scheitern aufgrund von Drogenkonsum und Gewaltdelikten. Seine erträumte Maurerlehre bricht Spyridon nach drei Tagen ab. Kurz vor der Tat wird Spyridon in einer jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. Der Klinikaufenthalt bringt aber ebenfalls nur vorübergehende Entlastung für ihn und seine Familie. SUMME identifiziert geeignete Textaussagen, die zur Analyse herangezogen werden können und sich daher im weiteren Verlauf mit den Ausführungen zu einem modernen Erklärungsansatz zur Entstehung von Gewalt verknüpfen lassen. bennent wesentliche Aspekte zu einem modernen Erklärungsansatz zur Entstehung von Gewalt, z.B. Heitmeyers Ansatz, in etwa: - Heitmeyer nennt in seinem sozialpsychologischen Erklärungsansatz als Ursachen für Gewalt Desintegrationserfahrungen, Perspektivlosigkeit und Verunsicherung. Laut Heitmeyer führen eine angespannte wirtschaftliche Situation und/oder ein fehlender Schulabschluss u. a. dazu, dass Jugendliche beruflich nicht integriert und perspektivlos werden und dadurch auch an materiellen Gütern nur unzureichend teilhaben können. Sich verändernde Familienstrukturen und zunehmende Individualisierungstendenzen in unserer modernen Gesellschaft tragen dazu bei, dass vielen Kindern und Jugendlichen emotionale Bindungen zu ihren Eltern und familiärer Rückhalt fehlen. Heitmeyer sieht die zahlreichen Optionen in unserer heutzutage recht toleranten und liberalen Gesellschaft als durchaus ambivalent. Auf den ersten Blick erscheinen die vielen Berufs-, Freizeit- und Lebensoptionen für Jugendliche als Entscheidungsfreiheit, bei genauerer Betrachtung erkennt man aber auch die Entscheidungszwänge, die für Jugendliche entstehen und die bei vielen von ihnen zur Verunsicherung und damit manchmal zur Gewalt führen können. - Laut Heitmeyer ist deshalb ein unterstützendes Klima in Familie und Peergroup wichtig für Jugendliche, damit sie lernen, mit ihrer Entscheidungsfreiheit zurechtzukommen. - Des Weiteren fordert er Möglichkeiten der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe für Jugendliche, um Desintegrationserfahrungen entgegenwirken zu können. Heitmeyer unterscheidet - abhängig von der mit der Gewalttat verfolgten Intention expressive, instrumentelle und regressive Gewalt. Während bei expressiver Gewalt die Opfer beliebig und zweitrangig sind, weil es dem Jugendlichen darum geht, Aufmerksamkeit zu erlangen und zu rebellieren, wird bei dem Einsatz von Gewalt als Problemlösung von instrumenteller Gewalt gesprochen. Ist die LÖSUNGSQUALITÄT Max. Korrektor 2 16 18 6 10 2 14 16 5 10 Auf. 3 > Form der Gewalt national und/oder ethnisch begründet, um eigene berufliche, soziale oder politische Desintegrationserfahrungen zu kompensieren, spricht Heitmeyer von regressiver Gewalt. analysiert einzelne Aspekte und Aussagen des Textes, indem er auf des Modell von Heitmeyer Bezug nimmt, z.B.: - Der vorliegende Fall zeigt ein Beispiel expressiver Gewalt. Serkan und Spyridon planen ihre Gewalttat nicht, sondern nutzen diese, um gegen die Gesellschaft zu rebellieren und Aufmerksamkeit zu erlangen. Hubert N. wird nur zufällig ihr Opfer (vgl. Z. 15 ff.). Die beiden Jugendlichen machen auch einige Desintegrationserfahrungen. Spyridon hatte nach dem Umzug von Griechenland nach München vermutlich zunächst Sprach- und Integrationsprobleme. Der Text berichtet, dass beide auch noch Jahre später keinen Kontakt zu einer Halt gebenden Jugendgang (vgl. Z. 77) haben, sondern nur „dubiose Freunde" (Z. 59) haben. Durch unregelmäßigen Schulbesuch und Abbruch der Lehre gelingt auch keine berufliche Integration, es fehlt eine Zukunftsperspektive bzw. es gibt keine Teilhabe an materiellen Gütern. - Das von Heitmeyer geforderte unterstützende Familienklima existiert für Serkan und Spyridon nicht. In ihren Familien fehlt es nicht nur an Unterstützung bei Entscheidungen, sondern die Gewalterfahrungen in den Familien sorgen noch für zusätzliche Belastungen. Die fehlende Bereitschaft der Familien, sich von staatlichen Institutionen helfen zu lassen, verhindert, dass die Jugendlichen an gesellschaftlichen Institutionen teilnehmen können. zieht ein Fazit aus seinen Überlegungen. Z.B.: Die Theorie trägt dazu bei, das Verhalten der beiden jungen Männer besser zu verstehen und nachvollziehen zu können. Aus dem Ansatz lassen sich Aspekte im Werdegang der beiden Personen wiederfinden, so dass deutlich wird, dass die Theorie hier Verwendung findet. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Heitmeyers sozialpsychologischer Ansatz den Werdegang der beiden Jugendlichen nachvollziehbar macht. Serkan und Spyridon haben zahlreiche Desintegrationserfahrungen gemacht, die sie zu der Gewalttat veranlasst haben. erfüllt ein weiteres, aufgabenbezogenes Kriterium: Bandura SUMME leitet in die Aufgabe mit dem zu prüfenden Anliegen ein, z.B. verweist er auf die Notwendigkeit der Prävention. Wie etwa: Das vorliegende Fallbeispiel zeigt u. a., wie schwierig Intervention bei Jugendgewalt für staatliche, therapeutische und sozialpädagogische Hilfeeinrichtungen sein kann. Es stellt sich daher die Frage, welche Maßnahmen präventiv wirksamer wären und auch in dem dargestellten Fall Serkan und Spyridon in ihrer Entwicklung geholfen hätten. stellt im Rückbezug auf das Fallbeispiel die Notwenigkeit einer präventiven Handlung für die beiden Jugendlichen dar. Jugendliche können aufgrund der prekären Lebensplanung und des sich daraus ergebenden Anerkennungszerfalls Gewalt als Lösung aus dieser Situation einsetzen. Zu prüfen sei nun, wie gerade den beiden Jugendlichen Serkan A. und Spyron L. bei ihrer Suche nach Anerkennung in pädagogischen Einrichtungen wie z.B. Schule oder im Elternhaus hätte werden können. Diese pädagogischen Konsequenzen sollen vor allem darauf hin anwendbar sein, als präventiv genutzt zu werden. entfaltet aufgabenbezogen und kriterienorientiert differenzierte Maßnahmen zur Prävention von Gewalt, indem z. B. einer oder mehrerer der folgenden Fragestellungen nachgegangen wird. Hierbei werden mehrere Aspekte spezifiziert und im Hinblick auf die Entstehung von Gewalt nach Heitmeyer abgewogen, z. B.: ● Hat Schule einen bedeutsamen Einfluss als sekundäre Sozialisationsinstanz hinsichtlich der Prävention von Gewalt? Schafft Schule Kompensationsmöglichkeiten bei traumatischen Erfahrungen in der Ursprungsfamilie, etwa bei einem fehlenden Urvertrauen oder bei gewalttätiger Erziehung seitens der Eltern? ● ● . Stellen Fachunterricht, Schulleben sowie Schulprojekte, Klassen- und Kursfahrten gezielte Übungsmöglichkeiten zum Aufbau personaler Ressourcen, wie kommunikative Kompetenz, Reflexions- und Konfliktfähigkeit vor dem Hintergrund weiterer Kränkungs- und Ausgrenzungserfahrungen dar? Sind Klassengemeinschaft, Kontakt zur Lehrperson und zwischenmenschliche Beziehungen in der Schule soziale Ressourcen bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben, um Desintegration zu verhindern? Sozialisationsfunktion von Schule vs. Erziehung in der Familie? Beeinflusst der gesellschaftliche Auftrag von Schule, etwa zur Integration in bestehende Normen und Wertsysteme das Zusammenleben in der Familie? 14 4 +4 34 2 4 8 13 4 23 34 2 2