Das sensomotorische und präoperatorische Stadium
Sensomotorisches Stadium (0 bis 2 Jahre)
Im sensomotorischen Stadium entwickeln Säuglinge und Kleinkinder ihre kognitiven Fähigkeiten primär durch sensorische Wahrnehmungen und motorische Aktivitäten.
Wichtige Entwicklungen in diesem Stadium sind:
- Angeborene Schemata wie Greifen und Saugen
- Entwicklung der Objektpermanenz ab dem achten Monat
- Einfaches Nachahmungsverhalten (ab 18 Monaten)
- Symbolische Darstellung von Handlungen
Definition: Objektpermanenz ist das Verständnis, dass Objekte weiter existieren, auch wenn sie nicht sichtbar sind.
Präoperatorisches Stadium (2 bis ca. 7 Jahre)
Das präoperatorische Stadium ist gekennzeichnet durch die Entwicklung der Fähigkeit zur geistigen Repräsentation von Gegenständen und Ereignissen, was den Spracherwerb ermöglicht. Allerdings ist das Denken noch durch mehrere Einschränkungen charakterisiert:
- Fehlen logischer Operationen
- Irreversibilität des Denkens
- Egozentrismus
- Zentriertes Denken
Beispiel: Ein Kind im präoperationalen Stadium kann sich nicht vorstellen, dass eine umgeschüttete Flüssigkeit das gleiche Volumen hat wie zuvor (Invarianzproblem).
Weitere Merkmale dieses Stadiums sind:
- Symbolisches, vorbegriffliches Denken (z.B. "Als-ob-Spiele")
- Klassifikationsprobleme und Schwierigkeiten mit Klasseninklusion
- Entwicklung des anschaulichen Denkens ab etwa 4 Jahren
Highlight: Der Egozentrismus in diesem Stadium bedeutet, dass Kinder Schwierigkeiten haben, die Perspektive anderer zu verstehen und anzunehmen, dass andere die Welt anders wahrnehmen als sie selbst.
Diese frühen Stadien legen den Grundstein für die komplexeren kognitiven Fähigkeiten, die in den späteren Stadien entwickelt werden.



