Identitätsfördernde Fähigkeiten nach Krappmann
In diesem Abschnitt werden die vier identitätsfördernden Fähigkeiten nach Krappmann detailliert erläutert:
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Rollendistanz: Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Individuum, sich über die Anforderungen von Rollen zu erheben und diese auszuwählen, zu modifizieren und zu interpretieren. Rollendistanz tritt nur auf, wenn das Individuum bereits ein gewisses Maß an Ich-Identität erreicht hat.
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Empathie bzw. Role-taking: Hierbei geht es um das Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, die Erwartungen von Interaktionspartnern zu übernehmen. Dies hilft bei der Kontrolle von Interaktionen und ermöglicht es, sich in die Rolle eines anderen zu versetzen.
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Ambiguitätstoleranz: Diese Fähigkeit erlaubt es dem Individuum, Gegenseitigkeit und Andersheit auszuhalten. In Interaktionen, die unter ausgehandelten Bedingungen nicht mehr ganz den Bedürfnissen des Partners entsprechen, muss eine gewisse Unbefriedigung ausgehalten werden.
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Identitätsdarstellung: Dies bezieht sich auf die Fähigkeit des Individuums, seine Identität in Interaktionssituationen darzustellen und aufrechtzuerhalten. Jedes Individuum ist in unterschiedlichem Maße in der Lage, seine Ich-Identität zu präsentieren.
Example: Ein Schüler, der in einer Gruppenarbeit seine eigenen Ideen einbringt (Identitätsdarstellung), gleichzeitig aber auch auf die Vorschläge seiner Mitschüler eingeht (Empathie) und Kompromisse findet (Ambiguitätstoleranz), demonstriert die Anwendung dieser Fähigkeiten in der Praxis.
Diese Fähigkeiten sind entscheidend für die Entwicklung einer balancierten Identität. Sie helfen dem Individuum, neue und zur aktuellen Situation in Widerspruch stehende Daten und Mitteilungen wahrzunehmen und selbst zum Ausdruck zu bringen.
Highlight: Die Krappmann Theorie betont, dass Identitätsbildung nicht gelingen kann, wenn man sich ausschließlich der Rollenerwartung anderer anpasst. Stattdessen ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anpassung und Selbstbehauptung notwendig.
Die Bedeutung dieser Fähigkeiten für eine gelingende Identitätsentwicklung liegt darin, dass sie dem Individuum helfen, mit Divergenzen und Inkompatibilitäten umzugehen und gleichzeitig seine Identität in Interaktionen aufrechtzuerhalten und zu präsentieren.




