Die ersten vier Stufen des Erikson Stufenmodells
Erik H. Eriksons Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung umfasst acht Phasen, von denen die ersten vier die Kindheit und frühe Jugend abdecken. Jede dieser Phasen ist durch eine spezifische Krise gekennzeichnet, die es zu bewältigen gilt.
-
Urvertrauen vs. Urmisstrauen (Säuglingsalter): In dieser Phase entwickelt das Kind entweder ein grundlegendes Vertrauen oder Misstrauen gegenüber der Welt. Die Hauptbezugsperson ist in der Regel die Mutter.
Example: Ein Säugling, der zuverlässig gefüttert und getröstet wird, entwickelt eher Urvertrauen, während ein vernachlässigtes Kind eher zum Urmisstrauen neigt.
-
Autonomie vs. Scham und Zweifel (Kleinkindalter): Das Kind lernt, selbstständig zu handeln, kann aber auch Scham und Zweifel entwickeln. Die Bezugspersonen sind hier die Eltern.
Highlight: Die Balance zwischen Autonomie und Scham ist entscheidend für die Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstkontrolle.
-
Initiative vs. Schuldgefühle (Spielalter): In dieser Phase lernt das Kind, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, kann aber auch Schuldgefühle entwickeln. Die Bezugspersonen erweitern sich auf die ganze Familie.
Vocabulary: Initiative - Die Fähigkeit, aus eigenem Antrieb zu handeln und Dinge in Gang zu setzen.
-
Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (Schulalter): Das Kind entwickelt Freude am Erschaffen und Leisten, kann aber auch Minderwertigkeitsgefühle entwickeln. Bezugspersonen sind nun auch im Wohnumfeld und in der Schule zu finden.
Definition: Werksinn bezeichnet das Bestreben, etwas zu schaffen und die eigenen Interessen zu entdecken.
Es ist wichtig zu betonen, dass keine dieser Phasen übersprungen werden kann und dass sie aufeinander aufbauen. Jede Phase trägt zur Entwicklung der Persönlichkeit bei und beeinflusst die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen.
Quote: "Den Krisenbegriff definierte Erikson wie folgt: Krisen sind aufeinander aufbauende entwicklungsnotwendige psychosoziale Herausforderungen, denen jeder Mensch im Laufe seiner Entwicklung begegnet."
Diese Definition unterstreicht die Bedeutung jeder einzelnen Phase für die Gesamtentwicklung des Individuums im Rahmen des Erikson Stufenmodells.




