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PÄDAGOGIK ABITUR 2020
1 Entwicklung, Sozialisation & Erziehung..
1.1 Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation & Erziehung
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Themen PÄDAGOGIK ABITUR 2020 1 Entwicklung, Sozialisation & Erziehung.. 1.1 Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation & Erziehung 1.2 Lawrence Kohlberg: Moralische Entwicklung. 1.3 George Herbert Mead: Sozialisation als Rollenlernen im Modell des symbolischen Interaktionismus.. 1.4 Lothar Krappmann: Soziologischer Interaktionismus 1.5 Erziehung in der Familie. 1.6 Sigmund Freud: Psychosexuelle Entwicklung.. 1.7 Erik Homburger Erikson: Psychosoziale Entwicklung. 1.8 Jean Piaget: Kognitive Entwicklung. 1.9 Entwicklungspädagogik... 1.10 Gerd E. Schäfer: Frühkindliche Bildung & die Bedeutung des Spiels 1.11 Sprachentwicklung. 2 Identität 2.1 Klaus Hurrelmann: Modell der produktiven Realitätsverarbeitung.. 2.2 Deviantes Verhalten & Gewalt. 2.2.1 Udo Rauchfleisch: Psychoanalytischer Erklärungsansatz von Gewalt 2.2.2 Wilhelm Heitmeyer: Unzureichende Identitätsentwicklung am Beispiel von aggressivem Verhalten........ 2.3 Chancen& Risiken der Nutzung sozialer Netzwerke für die Identitätsentwicklung Jugendlicher... 2.5 Wolfgang Klafki: Bildung als kategoriale Bildung & Ausbildung von Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs-& Solidaritätsfähigkeit.............. 3 Werte, Normen & Ziele in Erziehung.........…............ 3.1 Erziehung in verschiedenen historischen Kontexten 3.1.1 Erziehung im Nationalsozialismus... 3.1.2 Erziehung in der BRD 1949-1989.. 3.1.3 Erziehung in der DDR 1949-1989. 3.2 Reformpädagogik. 3.2.1 Maria Montessori: Montessoripädagogik. 3.2.2 Rudolf Steiner: Waldorf-Pädagogik...... 3.2.3 Reggio-Pädagogik. 3.2.4 Erlebnispädagogik. 3.3 Interkulturelle Bildung.. 3.3.1 Wolfgang Nieke: Interkulturelle Erziehung & Bildung 4 Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen 4.1 Institutionalisierung von Erziehung.. 4.2 PISA-Studie. 4.3 Helmut Fend: Funktionen von Schule 4.4 Vorschuleinrichtungen: Chancen & Grenzen pädagogischer Einwirkungen.. 4.5 Schulen als Orte des Demokratielernens 4.6 Professionalisierung pädagogischer Berufe 4.7 Vielfalt & Wandelbarkeit pädagogischer Berufsfelder. 5 Methoden & Kompetenzen... 2 2 2 6 7 9 10 14 17 19 20 22 23 23 25 27 28 30 31 .36 36 36 40 41 42 42 45 47 49 49 51 54 54 54 56 59 61 62 62 66 1 1 Entwicklung, Sozialisation & Erziehung 1.1 Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation & Erziehung Entwicklung: 2. Reifung: bezeichnet die Entwicklung...

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von Reflexen, Instinkten oder anderen unerlernten Verhaltensweisen 3. Lernen: bezieht sich außer auf den Bereich des Konditionierens & der Extinktion auch auf den Bereich des schulischen Lernens & anderer Umwelteinflüsse ↳ Wechselwirkung zwischen dem sich entwickelnden Kind, seinen Bezugspersonen & deren Lebenszusammenhang Sozialisation: dynamischer Prozess der Entstehung, der Veränderung bzw. des Vergehens, wobei drei Prinzipien zu Grunde liegen: 1. Wachstum & Veränderung: bezieht sich vor allem auf die Körperstruktur ● ● Erziehung: jemandes Geist & Charakter zu bilden & seine Entwicklung zu fördern soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse bewusst & absichtlich herbeiführen & unterstützen will zielt auf relativ dauerhafte Veränderungen des Verhaltens, die bestimmten Erziehungszielen, erwünschten Kompetenzen, Verhaltensweisen & Wertorientierungen entsprechen, ab erweiterbar um die selbstorganisierten Lernprozesse spezifische Lernprozesse Sozialisationshilfe, Enkulturationshilfe & dient dem Aufbau der Persönlichkeit & der Ausbildung eines Individuums asymmetrisches Verhältnis zwischen Erzieher & Edukanten durch unterschiedlichen Reifegrad komplexer Prozess, in dem sich das Kleinkind als noch asoziales, unangepasstes, egozentrisches Wesen zum reifen Erwachsenen entwickelt, der einen angepassten gesellschaftlichen Umgang hat die Normen & Regeln der Gesellschaft vertritt & Verantwortung & Gestaltungsbereitschaft für diese Gesellschaft zeigt Ausformung kulturabhängig ● Bildung: Prozess, bei dem der Mensch seine Potenziale entwickelt ganzheitlicher Prozess mit allseitiger Entwicklung geschieht aktiv, durch die Interaktion mit seiner sozialen und dinglichen Umwelt → Bildung ist Selbstbildung Mensch bedarf anderer Menschen & einer Umgebung, die reichhaltige Bildungsimpulse bietet → Interdependenz: komplexe Dynamik zwischen den Prozessen: jeweils nicht isolierbar voneinander immer abhängig von Erziehungspersonen, Umwelteinflüssen, inneren Bedürfnissen 1.2 Lawrence Kohlberg: Moralische Entwicklung Zur Person: 1927-1987 Psychologe, Professor für Erziehungswissenschaft & Sozialpsychologie Typen von Theorien des Moralerwerbs: Kognitiv-entwicklungsorientierter Ansatz der Moralentwicklung: Grundlegende kognitivstrukturelle oder moralische Urteilskomponente (jeder Mensch) Motive: Anerkennung, Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbstverwirklichung ● kulturübergreifend Sozialisationsorientierter Ansatz: Urteilsfähigkeit erst durch Sozialisation Motive: biologische Bedürfnisse, Streben nach sozialen Belohnungen kulturabhängig ● fundamentale moralische Normen sind Strukturen, die aus Erfahrungen in sozialer Interaktion aufgebaut werden fundamentale moralische Normen werden durch Internalisierung von äußerlich vorgegebenen, kulturellen Regeln erworben es gibt verschiedene Ansätze → Ausgangspunkt für Kritik an Kohlberg (z. B. warum gab es NS-Ideologie / warum ist es in anderen Ländern erlaubt jemanden wegen seiner Religion u.Ä. zu steinigen?) ● Anthropologische Implikationen Kohlbergs: kognitive Strukturen (Lernfähigkeit), Entwicklung (nicht nur Anpassung) kognitive Entwicklung an moralische Entwicklung geknüpft kognitive Entwicklung mit sozialen Kontakten verknüpft (Interaktion), bezogen auf Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbstverwirklichung; ➡ zugrunde liegendes positives Menschenbild (lern- & reflexionsfähig) ● ● Moralverständnis - Grundlagen: O Moral: Wertesystem für Handlungen nach gut & schlecht/ Handeln, das sowohl das eigene als auch Bedürfnisse anderer abwägend berücksichtigt O ohne Konsequenzen = kein Moralbewusstsein → Moralerziehung muss hohen Stellenwert im Elternhaus haben → ermöglicht Zusammenleben in Gesellschaft O Kohlbergs Moralverständnis: ● allgemeine Prinzipien, die Moral ausmachen (weder relativ noch individuell noch kulturelle Konventionen) beruft sich auf Kants liberale & rationale Moralphilosophie ● Moralverständnis appelliert an Einsicht Urteil (die kognitive Begründung) macht Gedanken / Gefühl moralisch Mittelpunkt: Prinzip der Gerechtigkeit (Balance zwischen Ansprüchen & Bedürfnissen) ideale Rollenübernahme (in höchster Stufe): Person kann in höchstem Maße alle Perspektiven die vom Konflikt betroffen sind einnehmen & auf Grundlage einer Abwägung von Interessen, Pflichten & Rechten zu einer Lösung kommen Erweiterung der Gerechtigkeitsorientierung durch Prinzip der Fürsorge/ Solidarität ● Kritische Würdigung: PRO bedeutsames Theoriekonzept, das viele wichtige pädagogische Impulse liefert CON kognitive Entwicklungstheorie: Vorwurf, er blende Gefühle aus moralisches Urteilsvermögen heißt nicht immer Bereitschaft moralisch zu handeln Schüler nehmen häufig bestimmte Fragestellungen nicht als moralischen Konflikt wahr → entscheiden nicht aus einer moralischen Perspektive heraus, sondern lassen sich von Peergroups überzeugen Rainer Döbert: Kohlberg habe moralische Kompetenzen massiv unterschätzt → man dürfe sechsjährige Kinder nicht als vor-moralisch betrachten, Kinder handeln nicht immer aus Angst vor Strafe oder Streben nach Anerkennung, sondern auch aus Vertrauen, dass Bezugspersonen das Richtige tun würden Menschen, die in hohem Maße zu moralischen Einsichten fähig sind, handeln nicht unbedingt so: moralische Segmentierung/ kontext-spezifische Moral Carol Gilligan: Kohlbergs Modell sei von männlicher Moral geprägt (Männer handeln eher aus Vernunft, Frauen öfter aus Sorge): Müssen männliche & weibliche Moral unterschieden werden? Einflüsse auf & Komplexität der Moralentwicklung, weisen darauf hin, dass es keine „konsistente Entwicklungstheorie moralischen Urteilens & Handelns" geben kann 3 Stufenmodell nach Kohlberg: Ebene: Soziale Perspektive: (wird fortlaufend erweitert) Alter: (Richtwerte nach Fowler) Orientierung: Art der Moral Was gilt als richtig? Begründung/ moralisches Niveau Merkmale Typische Argumentations- muster: Stufe 2 Stufe 1 Prä-konventionelle Ebene (prä-moralisch) Konkret-individuelle Perspektive (Nachdenken über eigene Interessen & anderer, wenn deren Wohl persönlich relevant scheint) Ich Ab 2 Strafe & Gehorsam Autoritätsmoral (von Eigene Interessen vs. gesetzte Ordnung (Angst vor Sanktionen) Ableitung aus unmittelbaren subjektiven Interessen ➜Intuitives Denken Heterogene Moralität →Schwarz-Weiß- Denken →Handlungen gut/ böse ↳abhängig von physischen Folgen →Vermeidung von strafe & Unterordnung unter Macht Ich habe Lust, das zu tun, also darf ich es auch machen. • Wenn man nicht erwischt wird, darf man es auch tun. Ich & der Andere Ab 6 Naiv-instrumentell- egoistisch/ instrumentell- relativistisch außen bestimmt) Eigene & auch andere Interessen im Ausgleich Versteht Regeln eigentlich noch nicht →Personen als Instrument →Richtige Handlung: Bedürfnisbefriedigung (meiner/ anderer) ➜Zwischenmenschliche Beziehung: Markt-Beziehung →Grundzüge von Fairness/ Gegenseitigkeit da, aber: Gegenseitigkeit • Jeder sollte sich um die eigenen Angelegenheiten kümmern. • Wenn ich was davon habe, kann ich es auch tun. • Würde sie das auch für mich tun? Lügen hat sich hier gelohnt, denn ich habe doch machen können, wozu ich Lust hatte. Stufe 3 Ab 10 Konventionelle Ebene Perspektive eines Mitglieds der Gesellschaft (gemeinsame Sichtweisen der Partner einer Beziehung/ Mitglieder einer Gruppe... →Unterordnung der Interessen des Einzelnen unter die der Gruppe → Allgemeinwohl (z. B. Besorgt- Sein, Loyalität, Wohlergehen der Gesellschaft) Ich, Du, unsere Gruppe Personengebundene Zustimmung/ ,,guter Junge/ liebes Mädchen Gruppenmoral (z. B. Staat) Eine gültige Konvention mit ihren Regeln im Blick auf Beziehungen Weil sie gesellschaftlich verankert oder von Autorität geboten sind →Helfen, um Bestätigung zu erfahren, gegenseitige zwischenmenschl. Beziehungen →Hohe Anpassung an allgemeine Vorstellungen: richtig ist, was die Mehrheit richtig findet →Beurteilung von Verhalten nach Absicht →Richtiges Verhalten: Gefallen/Zustimmung der Anderen ➜Identifiziert sich mit Regeln anderer (bes. Autoritäten) • Was denken die anderen darüber? • Wenn ich das mache, dient es meiner Clique. • Man muss auch sehen, aus welchen Motiven jemand gehandelt hat. Wenn er es gut gemeint hat, darf man ihn nicht tadeln. • Man tut das nicht! Stufe 4 Ich, Du, unsere Gruppe im sozialen Verband Ab 12 Gesetz/ Recht & Ordnung Das soziale System & das Wohl aller in diesem System Billigt Regeln →Grundsatz nicht änderbar, soziales System +Gewissen →Recht als Basis →Orientierungs-annahmen: Autorität, Regeln, Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung →Richtiges Verhalten: Gefallen oder Zustimmung der Anderen ● Wenn, das alle täten, würde unser Gemeinwesen nicht mehr funktionieren. • Das ist illegal, dann darf man es auch nicht machen. • Man hat schließlich eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Stufe 5 Wir alle, auch ich Ab 21 Post-konventionelle Ebene Der Gesellschaft vorgeordnete Perspektive (Nachdenken über sozialverträgliche Ordnung & universell-ethische Legalistische oder sozialverträgliche Ordnung Prinzipien Grundsatzmoral (innere Haltung) Ein begründeter moralischer Standpunkt Als Konventionen, bezieht sich in den Konflikten aber auf selbst gewählte & vernünftig begründete Prinzipien →Individuelle Rechte, sozialer Vertrag als Bezugspunkt (darf aber geändert werden) →Bewusstsein für die Relativität der eigenen Meinung/ Werthaltung: Recht = Frage von persönlicher Wertsetzung → Betonung des legalistischen Standpunkts ➜macht sich von Regeln & Erwartungen anderer unabhängig & definiert seine Werte im Stufe 6 Wir alle bedeutender als ich & wir Ab 35 Orientierung an allgemein gültigen ethischen Prinzipien Selbstgewählte ethische Prinzipien, die möglichst universal für Gerechtigkeit gelten sollen Versteht & akzeptiert Regeln ➜Alles was du tust, ist dann gut, wenn es ein allgemeingültiges Gesetz werden könnte, Kant →Recht Übereinstimmung mit den eigenen ethischen Prinzipien abstrakter & ethischer Natur →universelles Prinzip der Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit, Gleichheit der Menschenrechte & des Respekts vor der Würde des Menschen Rahmen selbstgewählter Prinzipien • Schützt diese Regelung auch die Rechte dieses einzelnen? • Dieses legale Verfahren missachtet in diesem Fall ein Menschenrecht; Rechtsbruch ist hier legitim & geboten. • Was "normal" ist, ist damit noch lange nicht richtig. • Der Zweck heiligt nicht die Mittel; individuelle Ansprüche & Interessen müssen mit dem Interesse aller (dem größten Wohl aller) vereinbart werden & umgekehrt. • Könnte mein Handeln verallgemeinert werden? Wäre es vertretbar, wenn in diesem Fall alle so handeln würden? 4 Ⓒ Just Community Konzept: Schulen als gerechte & fürsorgliche Gemeinschaften Kernpunkt: soziomoralische & politische Bildung durch demokratische Mitgestaltung es wird vorausgesetzt, O dass gerechte Regeln & Problemlösungen manchmal schwer zu finden sind ● O dass junge Kinder noch nicht den sozialen Horizont & das kognitive Differenzierungsvermögen besitzen, Gerechtigkeitsprinzipien umfassend zu verstehen & unparteiisch anzuwenden trotzdem sollen Kinder mit solchen Fragen konfrontiert werden (,,Übung macht den Meister") Kinder sind aufgefordert, sich & andere zu fragen, ob Regeln gerecht & fair sind = eigene Urteilsfähigkeit schulen durch Pro-Kontra-Diskussionen entsteht eine Urteilsfähigkeit & so entwickelt sich das Individuum weiter wenn man merkt, dass man etwas nicht verstanden hat (öfter) bemüht man sich um ein besseres Verständnis (Desäquilibrierung als wichtigster Motor der Entwicklung, nach Piaget) ● ,,Bücherwissen" + individuelle Lernchancen, in denen das Gelernte als relevant erfahren wird/ in denen man Erfahrungen (auch Fehler) macht (durch Interaktion) Soziales Verstehen: wie andere über etwas denken, wie eine Gruppe funktioniert Verantwortungsfähigkeit: durch Gelegenheiten, Verantwortung auch wirklich zu übernehmen, auch wenn man evtl. den Erwartungen nicht gerecht wird Fürsorglichkeit & Hilfsbereitschaft: erleben, wie sich andere um einen kümmern/ helfen Mündigkeit: durch Mitgestaltung kleinerer sozialer Einheiten = demokratische Foren (müssen abwechslungsreich sein) → essenziell für Demokratiefähigkeit Demokratiefähigkeit: verlangt Kooperation (auch wenn man andere nicht mag), Auseinandersetzung mit Kritik/ Niederlagen, Fähigkeit Dissens zu ertragen/ akzeptieren, Kompromisse zu schließen ● ● ● ● ● ● Selbstorganisation: Rollenübernahme, Anliegen vorbereiten, Meinung vertreten Partizipationsangebote im realen Leben oft freiwillig vs. demokratische Mitgestaltung in Just-Community-Schulen obligatorisch kollektives Vorbereiten & Organisieren von Projekten, Ausflügen, Festen etc. (Schulvollversammlungen, Klassenrat...) Klassenrat trainiert: Argumentieren/Zuhören/ Organisieren/ Moderieren + Vor-& Nachbereitung der ● Vollversammlungen Ziele von demokratischer Foren: Anregung nach fairen Wegen zu suchen, Gelegenheit das soziale Verstehen + tatsächliches Handlungsrepertoire zu erweitern, Erfahrung des Wertes der Gemeinschaft/ gegenseitiger Unterstützung/ Fürsorglichkeit/ Hilfsbereitschaft/ wechselseitiger Unterstützung, Rücksichtnahme, Verbindlichkeit von getroffenen Absprachen, gemeinsame Reflexion, Ethnisierung Dilemma-Diskussionen (Bezug zur Lebenswelt): Sensibilisierung für Fairnessfragen, Schulung moralischer Argumentationsfähigkeiten Fachunterricht: muss Unterrichtsthematik mit moralischen Wertkonflikten verknüpfen → jedes Element auch einzeln wertvoll, doch je mehr desto besserer Transfer von Lernerfahrungen Kritische Würdigung: ● ● PRO Existenz vieler solcher Schulen beweist wie dies funktionieren kann auch introvertierte Menschen partizipieren (Obligatorik) & erfahren sich als Mitglied der Schulgemeinschaft → essenziell für Moralentwicklung Förderung von moralischem Denken bedeutet nicht gleich moralisches Handeln → wird intensiver an JC geübt Vorbereitung auf gesellschaftliches Leben: Dissens akzeptieren, Selbstorganisation, Demokratisierung, Ethnisierung, Kooperation, Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Argumentationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Mündigkeit, Soziales Verstehen ® ® ® CONTRA Modell stößt bei größeren Schulen an seine Grenzen (Vollversammlung) Fachpersonal benötigt: diagnostische Fähigkeiten gefordert Zeit + Räume für Versammlung benötigt nur weil Teilnahme obligatorisch ist, garantiert das keine Ausbildung eines Moralverständnisses Vorschläge müssen verantwortbar, tragbar sein Minderheiten werden evtl. vernachlässigt & fühlen sich missverstanden → erfahren keine Zustimmung, Fürsorge, Gegenseitigkeit = behindert wichtige Komponente der Moralausbildung jüngere Kinder nicht uneingeschränkt demokratiefähig (vgl. Stufe 1+2) = brauchen externe Steuerelemente andere Ziele evtl. vernachlässigt = weniger Zeit für Unterrichtsinhalt 5

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1.1 Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation & Erziehung
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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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von Reflexen, Instinkten oder anderen unerlernten Verhaltensweisen 3. Lernen: bezieht sich außer auf den Bereich des Konditionierens & der Extinktion auch auf den Bereich des schulischen Lernens & anderer Umwelteinflüsse ↳ Wechselwirkung zwischen dem sich entwickelnden Kind, seinen Bezugspersonen & deren Lebenszusammenhang Sozialisation: dynamischer Prozess der Entstehung, der Veränderung bzw. des Vergehens, wobei drei Prinzipien zu Grunde liegen: 1. Wachstum & Veränderung: bezieht sich vor allem auf die Körperstruktur ● ● Erziehung: jemandes Geist & Charakter zu bilden & seine Entwicklung zu fördern soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse bewusst & absichtlich herbeiführen & unterstützen will zielt auf relativ dauerhafte Veränderungen des Verhaltens, die bestimmten Erziehungszielen, erwünschten Kompetenzen, Verhaltensweisen & Wertorientierungen entsprechen, ab erweiterbar um die selbstorganisierten Lernprozesse spezifische Lernprozesse Sozialisationshilfe, Enkulturationshilfe & dient dem Aufbau der Persönlichkeit & der Ausbildung eines Individuums asymmetrisches Verhältnis zwischen Erzieher & Edukanten durch unterschiedlichen Reifegrad komplexer Prozess, in dem sich das Kleinkind als noch asoziales, unangepasstes, egozentrisches Wesen zum reifen Erwachsenen entwickelt, der einen angepassten gesellschaftlichen Umgang hat die Normen & Regeln der Gesellschaft vertritt & Verantwortung & Gestaltungsbereitschaft für diese Gesellschaft zeigt Ausformung kulturabhängig ● Bildung: Prozess, bei dem der Mensch seine Potenziale entwickelt ganzheitlicher Prozess mit allseitiger Entwicklung geschieht aktiv, durch die Interaktion mit seiner sozialen und dinglichen Umwelt → Bildung ist Selbstbildung Mensch bedarf anderer Menschen & einer Umgebung, die reichhaltige Bildungsimpulse bietet → Interdependenz: komplexe Dynamik zwischen den Prozessen: jeweils nicht isolierbar voneinander immer abhängig von Erziehungspersonen, Umwelteinflüssen, inneren Bedürfnissen 1.2 Lawrence Kohlberg: Moralische Entwicklung Zur Person: 1927-1987 Psychologe, Professor für Erziehungswissenschaft & Sozialpsychologie Typen von Theorien des Moralerwerbs: Kognitiv-entwicklungsorientierter Ansatz der Moralentwicklung: Grundlegende kognitivstrukturelle oder moralische Urteilskomponente (jeder Mensch) Motive: Anerkennung, Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbstverwirklichung ● kulturübergreifend Sozialisationsorientierter Ansatz: Urteilsfähigkeit erst durch Sozialisation Motive: biologische Bedürfnisse, Streben nach sozialen Belohnungen kulturabhängig ● fundamentale moralische Normen sind Strukturen, die aus Erfahrungen in sozialer Interaktion aufgebaut werden fundamentale moralische Normen werden durch Internalisierung von äußerlich vorgegebenen, kulturellen Regeln erworben es gibt verschiedene Ansätze → Ausgangspunkt für Kritik an Kohlberg (z. B. warum gab es NS-Ideologie / warum ist es in anderen Ländern erlaubt jemanden wegen seiner Religion u.Ä. zu steinigen?) ● Anthropologische Implikationen Kohlbergs: kognitive Strukturen (Lernfähigkeit), Entwicklung (nicht nur Anpassung) kognitive Entwicklung an moralische Entwicklung geknüpft kognitive Entwicklung mit sozialen Kontakten verknüpft (Interaktion), bezogen auf Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbstverwirklichung; ➡ zugrunde liegendes positives Menschenbild (lern- & reflexionsfähig) ● ● Moralverständnis - Grundlagen: O Moral: Wertesystem für Handlungen nach gut & schlecht/ Handeln, das sowohl das eigene als auch Bedürfnisse anderer abwägend berücksichtigt O ohne Konsequenzen = kein Moralbewusstsein → Moralerziehung muss hohen Stellenwert im Elternhaus haben → ermöglicht Zusammenleben in Gesellschaft O Kohlbergs Moralverständnis: ● allgemeine Prinzipien, die Moral ausmachen (weder relativ noch individuell noch kulturelle Konventionen) beruft sich auf Kants liberale & rationale Moralphilosophie ● Moralverständnis appelliert an Einsicht Urteil (die kognitive Begründung) macht Gedanken / Gefühl moralisch Mittelpunkt: Prinzip der Gerechtigkeit (Balance zwischen Ansprüchen & Bedürfnissen) ideale Rollenübernahme (in höchster Stufe): Person kann in höchstem Maße alle Perspektiven die vom Konflikt betroffen sind einnehmen & auf Grundlage einer Abwägung von Interessen, Pflichten & Rechten zu einer Lösung kommen Erweiterung der Gerechtigkeitsorientierung durch Prinzip der Fürsorge/ Solidarität ● Kritische Würdigung: PRO bedeutsames Theoriekonzept, das viele wichtige pädagogische Impulse liefert CON kognitive Entwicklungstheorie: Vorwurf, er blende Gefühle aus moralisches Urteilsvermögen heißt nicht immer Bereitschaft moralisch zu handeln Schüler nehmen häufig bestimmte Fragestellungen nicht als moralischen Konflikt wahr → entscheiden nicht aus einer moralischen Perspektive heraus, sondern lassen sich von Peergroups überzeugen Rainer Döbert: Kohlberg habe moralische Kompetenzen massiv unterschätzt → man dürfe sechsjährige Kinder nicht als vor-moralisch betrachten, Kinder handeln nicht immer aus Angst vor Strafe oder Streben nach Anerkennung, sondern auch aus Vertrauen, dass Bezugspersonen das Richtige tun würden Menschen, die in hohem Maße zu moralischen Einsichten fähig sind, handeln nicht unbedingt so: moralische Segmentierung/ kontext-spezifische Moral Carol Gilligan: Kohlbergs Modell sei von männlicher Moral geprägt (Männer handeln eher aus Vernunft, Frauen öfter aus Sorge): Müssen männliche & weibliche Moral unterschieden werden? Einflüsse auf & Komplexität der Moralentwicklung, weisen darauf hin, dass es keine „konsistente Entwicklungstheorie moralischen Urteilens & Handelns" geben kann 3 Stufenmodell nach Kohlberg: Ebene: Soziale Perspektive: (wird fortlaufend erweitert) Alter: (Richtwerte nach Fowler) Orientierung: Art der Moral Was gilt als richtig? Begründung/ moralisches Niveau Merkmale Typische Argumentations- muster: Stufe 2 Stufe 1 Prä-konventionelle Ebene (prä-moralisch) Konkret-individuelle Perspektive (Nachdenken über eigene Interessen & anderer, wenn deren Wohl persönlich relevant scheint) Ich Ab 2 Strafe & Gehorsam Autoritätsmoral (von Eigene Interessen vs. gesetzte Ordnung (Angst vor Sanktionen) Ableitung aus unmittelbaren subjektiven Interessen ➜Intuitives Denken Heterogene Moralität →Schwarz-Weiß- Denken →Handlungen gut/ böse ↳abhängig von physischen Folgen →Vermeidung von strafe & Unterordnung unter Macht Ich habe Lust, das zu tun, also darf ich es auch machen. • Wenn man nicht erwischt wird, darf man es auch tun. Ich & der Andere Ab 6 Naiv-instrumentell- egoistisch/ instrumentell- relativistisch außen bestimmt) Eigene & auch andere Interessen im Ausgleich Versteht Regeln eigentlich noch nicht →Personen als Instrument →Richtige Handlung: Bedürfnisbefriedigung (meiner/ anderer) ➜Zwischenmenschliche Beziehung: Markt-Beziehung →Grundzüge von Fairness/ Gegenseitigkeit da, aber: Gegenseitigkeit • Jeder sollte sich um die eigenen Angelegenheiten kümmern. • Wenn ich was davon habe, kann ich es auch tun. • Würde sie das auch für mich tun? Lügen hat sich hier gelohnt, denn ich habe doch machen können, wozu ich Lust hatte. Stufe 3 Ab 10 Konventionelle Ebene Perspektive eines Mitglieds der Gesellschaft (gemeinsame Sichtweisen der Partner einer Beziehung/ Mitglieder einer Gruppe... →Unterordnung der Interessen des Einzelnen unter die der Gruppe → Allgemeinwohl (z. B. Besorgt- Sein, Loyalität, Wohlergehen der Gesellschaft) Ich, Du, unsere Gruppe Personengebundene Zustimmung/ ,,guter Junge/ liebes Mädchen Gruppenmoral (z. B. Staat) Eine gültige Konvention mit ihren Regeln im Blick auf Beziehungen Weil sie gesellschaftlich verankert oder von Autorität geboten sind →Helfen, um Bestätigung zu erfahren, gegenseitige zwischenmenschl. Beziehungen →Hohe Anpassung an allgemeine Vorstellungen: richtig ist, was die Mehrheit richtig findet →Beurteilung von Verhalten nach Absicht →Richtiges Verhalten: Gefallen/Zustimmung der Anderen ➜Identifiziert sich mit Regeln anderer (bes. Autoritäten) • Was denken die anderen darüber? • Wenn ich das mache, dient es meiner Clique. • Man muss auch sehen, aus welchen Motiven jemand gehandelt hat. Wenn er es gut gemeint hat, darf man ihn nicht tadeln. • Man tut das nicht! Stufe 4 Ich, Du, unsere Gruppe im sozialen Verband Ab 12 Gesetz/ Recht & Ordnung Das soziale System & das Wohl aller in diesem System Billigt Regeln →Grundsatz nicht änderbar, soziales System +Gewissen →Recht als Basis →Orientierungs-annahmen: Autorität, Regeln, Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung →Richtiges Verhalten: Gefallen oder Zustimmung der Anderen ● Wenn, das alle täten, würde unser Gemeinwesen nicht mehr funktionieren. • Das ist illegal, dann darf man es auch nicht machen. • Man hat schließlich eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Stufe 5 Wir alle, auch ich Ab 21 Post-konventionelle Ebene Der Gesellschaft vorgeordnete Perspektive (Nachdenken über sozialverträgliche Ordnung & universell-ethische Legalistische oder sozialverträgliche Ordnung Prinzipien Grundsatzmoral (innere Haltung) Ein begründeter moralischer Standpunkt Als Konventionen, bezieht sich in den Konflikten aber auf selbst gewählte & vernünftig begründete Prinzipien →Individuelle Rechte, sozialer Vertrag als Bezugspunkt (darf aber geändert werden) →Bewusstsein für die Relativität der eigenen Meinung/ Werthaltung: Recht = Frage von persönlicher Wertsetzung → Betonung des legalistischen Standpunkts ➜macht sich von Regeln & Erwartungen anderer unabhängig & definiert seine Werte im Stufe 6 Wir alle bedeutender als ich & wir Ab 35 Orientierung an allgemein gültigen ethischen Prinzipien Selbstgewählte ethische Prinzipien, die möglichst universal für Gerechtigkeit gelten sollen Versteht & akzeptiert Regeln ➜Alles was du tust, ist dann gut, wenn es ein allgemeingültiges Gesetz werden könnte, Kant →Recht Übereinstimmung mit den eigenen ethischen Prinzipien abstrakter & ethischer Natur →universelles Prinzip der Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit, Gleichheit der Menschenrechte & des Respekts vor der Würde des Menschen Rahmen selbstgewählter Prinzipien • Schützt diese Regelung auch die Rechte dieses einzelnen? • Dieses legale Verfahren missachtet in diesem Fall ein Menschenrecht; Rechtsbruch ist hier legitim & geboten. • Was "normal" ist, ist damit noch lange nicht richtig. • Der Zweck heiligt nicht die Mittel; individuelle Ansprüche & Interessen müssen mit dem Interesse aller (dem größten Wohl aller) vereinbart werden & umgekehrt. • Könnte mein Handeln verallgemeinert werden? Wäre es vertretbar, wenn in diesem Fall alle so handeln würden? 4 Ⓒ Just Community Konzept: Schulen als gerechte & fürsorgliche Gemeinschaften Kernpunkt: soziomoralische & politische Bildung durch demokratische Mitgestaltung es wird vorausgesetzt, O dass gerechte Regeln & Problemlösungen manchmal schwer zu finden sind ● O dass junge Kinder noch nicht den sozialen Horizont & das kognitive Differenzierungsvermögen besitzen, Gerechtigkeitsprinzipien umfassend zu verstehen & unparteiisch anzuwenden trotzdem sollen Kinder mit solchen Fragen konfrontiert werden (,,Übung macht den Meister") Kinder sind aufgefordert, sich & andere zu fragen, ob Regeln gerecht & fair sind = eigene Urteilsfähigkeit schulen durch Pro-Kontra-Diskussionen entsteht eine Urteilsfähigkeit & so entwickelt sich das Individuum weiter wenn man merkt, dass man etwas nicht verstanden hat (öfter) bemüht man sich um ein besseres Verständnis (Desäquilibrierung als wichtigster Motor der Entwicklung, nach Piaget) ● ,,Bücherwissen" + individuelle Lernchancen, in denen das Gelernte als relevant erfahren wird/ in denen man Erfahrungen (auch Fehler) macht (durch Interaktion) Soziales Verstehen: wie andere über etwas denken, wie eine Gruppe funktioniert Verantwortungsfähigkeit: durch Gelegenheiten, Verantwortung auch wirklich zu übernehmen, auch wenn man evtl. den Erwartungen nicht gerecht wird Fürsorglichkeit & Hilfsbereitschaft: erleben, wie sich andere um einen kümmern/ helfen Mündigkeit: durch Mitgestaltung kleinerer sozialer Einheiten = demokratische Foren (müssen abwechslungsreich sein) → essenziell für Demokratiefähigkeit Demokratiefähigkeit: verlangt Kooperation (auch wenn man andere nicht mag), Auseinandersetzung mit Kritik/ Niederlagen, Fähigkeit Dissens zu ertragen/ akzeptieren, Kompromisse zu schließen ● ● ● ● ● ● Selbstorganisation: Rollenübernahme, Anliegen vorbereiten, Meinung vertreten Partizipationsangebote im realen Leben oft freiwillig vs. demokratische Mitgestaltung in Just-Community-Schulen obligatorisch kollektives Vorbereiten & Organisieren von Projekten, Ausflügen, Festen etc. (Schulvollversammlungen, Klassenrat...) Klassenrat trainiert: Argumentieren/Zuhören/ Organisieren/ Moderieren + Vor-& Nachbereitung der ● Vollversammlungen Ziele von demokratischer Foren: Anregung nach fairen Wegen zu suchen, Gelegenheit das soziale Verstehen + tatsächliches Handlungsrepertoire zu erweitern, Erfahrung des Wertes der Gemeinschaft/ gegenseitiger Unterstützung/ Fürsorglichkeit/ Hilfsbereitschaft/ wechselseitiger Unterstützung, Rücksichtnahme, Verbindlichkeit von getroffenen Absprachen, gemeinsame Reflexion, Ethnisierung Dilemma-Diskussionen (Bezug zur Lebenswelt): Sensibilisierung für Fairnessfragen, Schulung moralischer Argumentationsfähigkeiten Fachunterricht: muss Unterrichtsthematik mit moralischen Wertkonflikten verknüpfen → jedes Element auch einzeln wertvoll, doch je mehr desto besserer Transfer von Lernerfahrungen Kritische Würdigung: ● ● PRO Existenz vieler solcher Schulen beweist wie dies funktionieren kann auch introvertierte Menschen partizipieren (Obligatorik) & erfahren sich als Mitglied der Schulgemeinschaft → essenziell für Moralentwicklung Förderung von moralischem Denken bedeutet nicht gleich moralisches Handeln → wird intensiver an JC geübt Vorbereitung auf gesellschaftliches Leben: Dissens akzeptieren, Selbstorganisation, Demokratisierung, Ethnisierung, Kooperation, Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Argumentationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Mündigkeit, Soziales Verstehen ® ® ® CONTRA Modell stößt bei größeren Schulen an seine Grenzen (Vollversammlung) Fachpersonal benötigt: diagnostische Fähigkeiten gefordert Zeit + Räume für Versammlung benötigt nur weil Teilnahme obligatorisch ist, garantiert das keine Ausbildung eines Moralverständnisses Vorschläge müssen verantwortbar, tragbar sein Minderheiten werden evtl. vernachlässigt & fühlen sich missverstanden → erfahren keine Zustimmung, Fürsorge, Gegenseitigkeit = behindert wichtige Komponente der Moralausbildung jüngere Kinder nicht uneingeschränkt demokratiefähig (vgl. Stufe 1+2) = brauchen externe Steuerelemente andere Ziele evtl. vernachlässigt = weniger Zeit für Unterrichtsinhalt 5