Neurobiologie und Diagnose der Dissoziativen Identitätsstörung
Die dissoziative Identitätsstörung (DIS) geht mit messbaren neurobiologischen Veränderungen einher. Bei Identitätswechseln wurden Veränderungen körperlicher Werte des vegetativen Nervensystems wie Puls, Blutdruck, Muskelspannung und Sehschärfe beobachtet. Bildgebende Verfahren haben zudem wiederholt markante Wechsel in der Gehirnaktivität nachgewiesen. Diese Untersuchungen zeigten auch Unterschiede zwischen tatsächlicher und simulierter DIS. Darüber hinaus wurden bei Menschen mit DIS bestimmte anatomische Abweichungen im Gehirn festgestellt, die als mögliches Hilfsmittel bei der individuellen Diagnose erforscht werden.
Die Diagnose der DIS erfolgt durch eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte, gegebenenfalls unter Einbeziehung von Eigen- und Fremdanamnese. Dieser Prozess gilt als anspruchsvoll, da es Teil des Symptombildes ist, dass die Persönlichkeitszustände oft nur getrennt erlebt werden und teilweise die Tendenz besteht, sie zu verbergen. Dies erhöht das Risiko einer Fehldiagnose.
Vocabulary: Fremdanamnese bezeichnet die Erhebung der Krankengeschichte durch Befragung von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen des Patienten.
Bei der Diagnose ist es wichtig, zwischen einer vollständigen DIS und anderen dissoziativen Störungen zu unterscheiden. Wenn die exekutive Kontrolle über das Bewusstsein und Verhalten nicht wiederkehrend bei verschiedenen Persönlichkeitszuständen liegt, kann eine dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet (F44.9) als Diagnose in Betracht kommen.
Highlight: Die differenzialdiagnostische Abgrenzung der DIS von anderen psychischen Störungen erfordert ausreichende Fachkenntnis und sorgfältige Untersuchung.






