Phase 2: Autonomie gegen Scham und Zweifel
Die zweite Phase des Erikson Stufenmodells umfasst das zweite Lebensjahr des Kindes. In dieser Zeit entwickelt das Kind eine zunehmende Kontrolle über seine Muskeln und bildet neue Fähigkeiten aus, die charakteristisch durch Festhalten und Loslassen gekennzeichnet sind.
Highlight: Besonders wichtig in dieser Phase ist die Kontrolle über die Muskeln von Darm und Blase. Das Kind lernt, willentlich zu entleeren und zurückzuhalten, wodurch es ein Lustgefühl kontrollieren kann.
Diese Phase wird auch als anales Stadium bezeichnet, da sich der Lustgewinn und die Aufmerksamkeit des Kindes auf ausgeschiedene Körperprodukte konzentrieren. Das Kind spielt oft mit Kot oder ersetzt diesen durch Brei oder Matsch.
Example: Ein typisches Verhalten in dieser Phase ist das Spielen mit Matsch oder Brei, was das kindliche Interesse an Körperprodukten widerspiegelt.
In dieser Zeit entwickelt das Kind sein erstes Selbstbewusstsein und seinen ersten eigenen Willen. Es möchte seine Umgebung uneingeschränkt selbstständig und autonom erkunden. Dies führt zu einer Krise, da die Sauberkeitserziehung beginnt und das Kind von der Kultur in seiner Autonomie eingeschränkt wird.
Definition: Autonomie in diesem Kontext bezieht sich auf die Fähigkeit des Kindes, selbstständig zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen.
Das Kind muss für seine Autonomie kämpfen, kann diese aber nur im von den Eltern bestimmten Rahmen ausüben. Da das Kind noch nicht alles richtig machen kann, führt dies zu Scham und Zweifel an der eigenen Autonomie.
In dieser analen Stufe kommt das Kind erstmals in Kontakt mit Konzepten von Gesetz und Ordnung. Es lernt die Unterscheidung zwischen "richtig" und "falsch", "gut" und "böse", "rein" und "schmutzig" kennen und kommt mit Verpflichtungen, Rechten, Privilegien und Beschränkungen in Berührung.
Vocabulary: Die anale Phase ist ein Begriff aus der Psychoanalyse und beschreibt eine Entwicklungsstufe, in der die Kontrolle über Ausscheidungen eine zentrale Rolle spielt.
Es ist wichtig zu beachten, dass Probleme in dieser Phase durch übertriebene Erwartungen oder zu strenge Erziehung seitens der Eltern entstehen können. Ein ausgewogener Ansatz in der Erziehung ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung des Kindes in dieser Phase.








