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Schüchternheit - Gefängnis im Kopf

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Klaus Schenck

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Ausarbeitung

1. Schüchternheit und Introversion - Unterscheidung (Manuskript und Link zur Sendung), 2. persönlicher Bericht einer Schülerin, 3. die ehemalige Schülerin heute beim MDR-Fernsehen

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Ehemalige FT-Redakteurin: Studium der Buchwissenschaft, und Kommunikationswissenschaften Hallo ihr Lieben, exakt L fröhlich lesen THÜRINGEN Online KA unicATO exakt mar Chlager mdr DO Katja Evers, geb. Beck Amerikanistik und Medien- THÜRINGEN Das Radio THÜRINGEN 0 mar Gurten THÜRINGEN Journal DORF F D# THURINGEN FAKT IST! 380G exakt UNTERWEGS IM FERNSEHEN, IM RADIO, IM WEB UND ALS APP wir werden uns wahrscheinlich nie persönlich auf der Straße begegnen, aber eines verbindet uns schon jetzt: Auch ich habe genau da angefangen, wo ihr jetzt seid! Ich war eine durchschnittliche Schülerin, gut in Sprachen ja, aber in keinem Fall in Mathe. Und vor allem sehr schüchtern. Die Schülerzeitung war ein Weg mich zu beweisen - so sehe ich das zumindest im Nachhinein. Dass daraus viel mehr werden würde, hätte ich nicht gedacht. Ja, ich habe irgendwas mit Medien" studiert. Und ja, auch damit kann man etwas Sinnvolles werden. Zumindest bei mir hat das funktioniert: Ich arbeite als Volontärin für den MDR und bin jetzt genau da, wo ich sein will! Aber erst einmal zum Anfang: Nach der Schule bin ich nach Erlangen gezogen, um Buchwissenschaft und Amerikanistik zu studieren. Buchwissenschaft, weil es für mich die vermeintlich sichere Alternative zum Journalismus war und Amerikanistik, weil ich ein interessantes Zweitfach brauchte. (Nebenbei bemerkt hat Amerikanistik bisher tatsächlich bei Bewerbungsgesprächen den größeren Eindruck gemacht. Englisch ist halt doch überall gefragt!) Bei Buchwissenschaft solltet ihr eines wissen: Die Studierenden lesen nicht den ganzen Tag Bücher!!! Es geht vielmehr um die Verlagswirtschaft, um Papierherstellung, Buchlayouts und Schriftformen. Sprich: Um all das, was...

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man für die Arbeit in einem Buchverlag braucht. Und auch bei Amerikanistik gibt es eine Stolperfalle: Englisch ist Grundvoraussetzung und wird nicht neu gelehrt! Stattdessen finden einfach nur die Vorlesungen auf Englisch statt. Inhaltlich geht es aber um Kultur, Literatur, Politik und Sprachgeschichte. So ganz zufrieden war ich damit aber noch nicht. Versteht mich nicht falsch, die Arbeit im Verlag war klasse (ich habe als Werkstudent bei Tessloff gearbeitet), aber trotzdem ging mir der Journalismus nie so ganz aus dem Kopf. Ich habe also meine Sachen gepackt, bin nach Leipzig gezogen und habe in Halle meinen Master in Medien- und Kommunikationswissenschaft gemacht. Ein Studium, bei dem ich einen eigenen Blog aufbauen und einen Imagefilm drehen konnte. Aber Vorsicht: Die meisten Master sind eher graue Theorie, in Halle hatte ich einfach *74% 10:54 nur ein sehr praxisnahes Aufbaustudium gefunden. mpy VOLOS mdrvolos. Mitteldeutscher Rundfunk 190 Gefällt: johannaction und 44 weitere Personen Neues von HIER : 1/5 mdrvolos Wie präsentiert man Infos verständlich vor der Kamera? Heute üben wir #Aufsager und #Schalten #OnAirPräsenz #ReporterimOn #MikrovormMund #volo #vololife #fernsehen Im Abschlussjahr habe ich mich dann beworben, bei der ARD. Ein Traum von mir, denn gerade heutzutage ist das einer der wenigen Wege, um überhaupt vom Journalismus leben zu können (oder sagen wir mal anständig leben zu können). Aber das Auswahlverfahren ist hart und langwierig, die Plätze begrenzt. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich bei der Zusage fast vom Stuhl gekippt wäre! Mittlerweile bin in Thüringen, Sachsen und Sachsen- Anhalt unterwegs, erlebe spannende Menschen und Augenblicke und berichte im Radio, Fernsehen und online darüber. Warum und wie ich es geschafft habe, kann ich bis heute nicht sagen. Ich weiß nur, dass am Ende nicht mein Studium relevant war, sondern vielmehr das, was ich nebenbei gemacht hatte: Die Schülerzeitung, verschiedene Praktika, Werkstudentenjobs! Und lasst euch sagen: Es 201 maly ist nicht immer leicht, denn natürlich wird euch jeder nur die positiven Dinge erzählen (wie ich ja auch). Aber lasst euch von Rückschlägen nicht unterkriegen, vertraut auf euch selbst und macht was draus! Irgendwie kommt dann doch immer wieder etwas Gutes, Neues und Unerwartetes um die Ecke. Artikel u. Fotos/privat: Katja Evers (ehemals Beck) [email protected] www.schuelerzeitung-tbb.de / Psychologie: Schüchternheit / S. 1 SCHÜCHTERNHEIT- GEFÄNGNIS IM KOPF Lange habe ich mich gefragt, wie ich wohl am besten meine Schüchternheit in Worte fassen kann. Für jemanden, der schon immer selbstbewusst war und nie größere Ängste ausstehen musste, ist es schwer zu verstehen, was in einem Menschen wie mir vorgeht. Das ist, als würde man einem Wildpferd erklären, wie man sich als Stallhase fühlt. Genau das merke ich auch in meinem Umfeld: Wenn ich vor etwas Angst be- komme, kriege ich oft nur zu hören: „Ach, das ist gar nicht so schwer“ und „du musst dich nur überwinden". Klingt einfach, ist es aber nicht - zumindest nicht für mich. Was für andere schlimmstenfalls eine „kleine Überwindung" bedeutet, ist für mich jedes Mal ein Kampf mit mir selbst. Dabei ist nicht einmal die Angst, sich z.B. verletzen zu können, das Hauptargument, sondern es ist schlicht die Angst davor, sich lächerlich zu machen, sich vor aller Augen zu blamieren und damit negativ im Mittelpunkt zu stehen. Bestimmt hat jeder schon einmal eine Situation erlebt, in der er sich unwohl, pein- lich berührt oder gar ängst- lich gefühlt hat. Wenn Sie sich nun vorstellen, dieses Unwohlsein andauernd mit sich herumtragen und sich alltäglich damit auseinan- dersetzen zu müssen, kön- nen Sie sich ungefähr das Leben, das ich führe, vorstellen. Um mir dieses we- nigstens ein bisschen zu erleichtern, gehe ich Konfrontationen, soweit es mög- lich ist, aus dem Weg. Dieses Verhalten begründet sich besonders aus meinem „Zwang“, es allen Recht machen zu wollen. Gefallen jemandem beispielsweise meine Schuhe nicht, fühle ich mich schuldig, weil ich die Schuhe ausgewählt habe. Grad Yours frei www.schuelerzeitung-tbb.de / Psychologie: Schüchternheit / S. 2 Jegliches abweisendes Verhalten, jegliches Gelächter anderer oder Getuschel beziehe ich sofort auf mich und das im negativen Sinne. Wenn ich einen Raum mit Menschen betrete, habe ich stets das Gefühl von allen herablas- send bewertet zu werden. Natürlich klingt das alles lächerlich, sogar in meinen Augen, doch ich kann diese Denkweise weder abschalten noch verhindern. Die Schüchternheit beeinflusst also mein gan- zes Leben und ich sehe mich täglich mit ihr konfrontiert. Es sind kleine, eigentlich selbstverständliche Situationen, die mich immer wieder an meine Grenzen bringen. Angefangen bei einem Telefonanruf, über Busfahrten, bei denen ich mich nicht traue, den STOP-Knopf zu drücken, aus Angst, ich könnte hinfallen, bis hin zum mündlichen Beitrag in der Schule. Letzteres ist besonders durch eine relativ späte Meldung meinerseits geprägt. Das kann man sich folgendermaßen vorstellen: Der Lehrer stellt eine Frage, auf die ich die vermeintliche Antwort weiß. Während alle anderen jedoch sofort ihre Hand strecken, unterziehe ich meine Antwort erst einmal einer Korrektur und Zensur in meinem Kopf und gehe nebenbei alle peinlichen Situationen durch, die entstehen könnten. Ist das Risiko einer Blamage zu hoch, bleibt meine Hand unten. Der Aphoristiker Alexander Eilers beschrieb es folgendermaßen: ,,Bevor der Schüchterne etwas sagen kann, fällt er sich selbst ins Wort." Treffender kann man es wohl kaum beschreiben. Ich selbst merke oft genug, dass es eigentlich keinen Grund für meine Ängste gibt und dennoch kommen sie immer wieder. Ständig muss ich zusehen, wie andere ihr Leben mit Leichtigkeit meistern und ich empfinde nicht selten Neid: Neid darauf, frei von einer selbstquälerischen Selbstwahrnehmung und unbe- gründeten Befürchtungen zu sein, Neid darauf, trotz manch peinlicher Situationen Anerkennung zu erhalten und vor allem der Neid darauf, sich nicht selbst der schlimmste Feind zu sein. SK www.schuelerzeitung-tbb.de / Psychologie: Schüchternheit / S. 3 Das Wissen darüber, wie unsinnig und vor allem unbegründet meine Ängste sind, bewegt mich oft zu emotionalen Ausbrüchen aus Enttäuschung, Selbstzweifel und Ärger darüber, was ich getan, mehr noch was ich nicht getan habe. Trotz allem besitze ich keine soziale Phobie. Ich habe viele Freunde, gehe oft aus und habe Spaß am Leben. In vertrautem Umfeld (bei meiner Fa- milie und meinen Freunden) ist mir die Schüch- ternheit kaum anzusehen, sie bricht meist in Si- tuationen, in denen ich auf mich allein gestellt bin, aus. Auch das Knüpfen sozialer Kontakte ist zwar erschwert, aber nicht unmöglich. Bei jeder neuen erfolgreich überwundenen Situation, gewinne ich ein Stückchen Selbstvertrauen, doch es wird noch ein langer steiniger Weg, bis ich meine Angst endgültig ablegen kann. Aber ich bin auf dem Weg! [email protected] Artikel: Katja Beck Zeichnungen: Katja Beck www.KlausSchenck.de / Schenck / Psychologie / Die Stillen 6/S. 1 Schüchternheit – Gefängnis im Kopf FT-Sendung (9 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=EkuZOUIWyzQ Schüchternheit - Gefängnis im Kopf Unterschied Introversion und Schüchternheit: ,,Schüchternheit wird oft mit Introversion verwechselt. Doch während Introver- tierte einfach ein geringes Bedürfnis nach Kontakt und Geselligkeit haben, er- leben die Schüchternen ein Dilemma: Sie möchten gerne mit anderen zusammen sein, trauen sich aber nicht." → nicht alle Introvertierten sind schüchtern! Zahlen und Kennzeichen von Schüchternen ➤ Zahlen: bei ~ 40% der deutschen Bevölkerung O Davon offene Schüchterne: 15 - 20% Sozial gehemmt/erröten Vermeiden öffentlicher Veranstaltungen Können keinen Augenkontakt halten O Davon heimliche Schüchterne: 80 - 85% Ο Ο ■ ■ ■ ➤ Allgemeine Kennzeichen/Grad unterschiedlich: o Selbstquälerische, ständige Selbstbeobachtung o Zwang zum Vergleich mit anderen, zur Selbstzensur o Angst vor Blamage o Ständiges Grübeln: was halten die anderen von mir? O Denken in Worst-Case-Szenarien Vermeiden der Begegnung mit Fremden o Schwierigkeiten ■ ■ in Gegenwart anderer klar zu denken entspannte Unterhaltungen zu führen O permanentes Beobachten der Wirkung ihrer Worte ■ Überspielen gekonnt ihre Probleme/unauffällig Dennoch ständige Selbstzensur/ständige Abwertung Nach Gespräch/Party: noch lange erregt, deprimiert, erschöpft ■ neue Freundschaften zu schließen/lockere Bekanntschaften zu ma- chen ■ O Zwei Komplexe gleichzeitig Interpretation leisester körperlicher Signale: Anzeichen von Kritik Nicht wahrgenommen zu werden Zu sehr wahrgenommen zu werden (Blamage) Wolf, Axel: ,,Das Gefängnis im Kopf“. In: „Psychologie Heute compact: Still und stark", Heft 57, 2019, S. 30-34. www.KlausSchenck.de / Schenck / Psychologie / Die Stillen 6/S. 2 Schüchternheit – Gefängnis im Kopf FT-Sendung (9 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=EkuZOUIWyzQ Biologische und soziale Gründe ➤ Biologische Prädestination (angeboren) Gilt nur für 15 - 20% o Angeborene Abweichung in der Amygdala Eng mit dem Erleben von Furcht und Angst verkoppelt O Schüchternheit hängt dann vom Erziehungsstil der Eltern ab ■ ■ Überbehütete Erziehung → bleiben ängstlich und schüchtern im Leben Keine überbehütete Erziehung → Ablegen der Hemmungen mög- lich ➤ Soziale Gründe O Emotionales Band/Bindungsstil zwischen Eltern und Kinder Instabil → fehlende innere Sicherheit Unsicher gebundene Kinder → schüchterne Erwachsene (negatives Selbstbild) Tiefe frühe Wunde → verheilt nie ganz: → in Beziehungen schnell frustriert, wittern überall Zurückweisung, empfinden schnell Scham, Lächer- lichkeit, Peinlichkeit → in ihrer negativen Auffassung von sich selbst kaum zu erschüttern Stabil wenig/keine Probleme o „Die frühkindliche Bindung wird zur Blaupause für alle späteren Bezie- hungen." Stärken der Schüchternen Gute Zuhörer Empathisch ▸ Zuverlässige Freunde Klaus Schenck, OSR. a.D. Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie (Wahlfach) Drei Internet-Kanäle: Schul-Material: www.KlausSchenck.de Schüler-Artikel: www.schuelerzeitung-tbb.de Schul-Sendungen: https://www.youtube.com/user/financialtaime ,,Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie"/Bange-Verlag 2020: Info-Flyer: http://www.klausschenck.de/ks/downloads/f02-werbeflyer-buch- entwurf-2020-11-26.pdf NEU! VON ENGAGEMENT LEHRER Das Power-Buch von Klaus Schenck URNALEH Pigadeang Liedevta Cen S acest l LEHRER-ZOMBIE Pippa Wolf, Axel: ,,Das Gefängnis im Kopf“. In: „Psychologie Heute compact: Still und stark", Heft 57, 2019, S. 30-34.

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Der Aphoristiker Alexander Eilers beschrieb es folgendermaßen: ,,Bevor der Schüchterne etwas sagen kann, fällt er sich selbst ins Wort." Treffender kann man es wohl kaum beschreiben. Ich selbst merke oft genug, dass es eigentlich keinen Grund für meine Ängste gibt und dennoch kommen sie immer wieder. Ständig muss ich zusehen, wie andere ihr Leben mit Leichtigkeit meistern und ich empfinde nicht selten Neid: Neid darauf, frei von einer selbstquälerischen Selbstwahrnehmung und unbe- gründeten Befürchtungen zu sein, Neid darauf, trotz manch peinlicher Situationen Anerkennung zu erhalten und vor allem der Neid darauf, sich nicht selbst der schlimmste Feind zu sein. SK www.schuelerzeitung-tbb.de / Psychologie: Schüchternheit / S. 3 Das Wissen darüber, wie unsinnig und vor allem unbegründet meine Ängste sind, bewegt mich oft zu emotionalen Ausbrüchen aus Enttäuschung, Selbstzweifel und Ärger darüber, was ich getan, mehr noch was ich nicht getan habe. 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Doch während Introver- tierte einfach ein geringes Bedürfnis nach Kontakt und Geselligkeit haben, er- leben die Schüchternen ein Dilemma: Sie möchten gerne mit anderen zusammen sein, trauen sich aber nicht." → nicht alle Introvertierten sind schüchtern! Zahlen und Kennzeichen von Schüchternen ➤ Zahlen: bei ~ 40% der deutschen Bevölkerung O Davon offene Schüchterne: 15 - 20% Sozial gehemmt/erröten Vermeiden öffentlicher Veranstaltungen Können keinen Augenkontakt halten O Davon heimliche Schüchterne: 80 - 85% Ο Ο ■ ■ ■ ➤ Allgemeine Kennzeichen/Grad unterschiedlich: o Selbstquälerische, ständige Selbstbeobachtung o Zwang zum Vergleich mit anderen, zur Selbstzensur o Angst vor Blamage o Ständiges Grübeln: was halten die anderen von mir? 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Stärken der Schüchternen Gute Zuhörer Empathisch ▸ Zuverlässige Freunde Klaus Schenck, OSR. a.D. Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie (Wahlfach) Drei Internet-Kanäle: Schul-Material: www.KlausSchenck.de Schüler-Artikel: www.schuelerzeitung-tbb.de Schul-Sendungen: https://www.youtube.com/user/financialtaime ,,Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie"/Bange-Verlag 2020: Info-Flyer: http://www.klausschenck.de/ks/downloads/f02-werbeflyer-buch- entwurf-2020-11-26.pdf NEU! VON ENGAGEMENT LEHRER Das Power-Buch von Klaus Schenck URNALEH Pigadeang Liedevta Cen S acest l LEHRER-ZOMBIE Pippa Wolf, Axel: ,,Das Gefängnis im Kopf“. In: „Psychologie Heute compact: Still und stark", Heft 57, 2019, S. 30-34.