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Exilliteratur - Alles was man wissen muss

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 HANDOUT EXILLITERATUR
,,Das Menschenherz lenkt auch im glänzendsten Exil seine
Sehnsucht nach Hause." - Paul Keller
(* 6. Juli 1873 in Arns

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HANDOUT EXILLITERATUR ,,Das Menschenherz lenkt auch im glänzendsten Exil seine Sehnsucht nach Hause." - Paul Keller (* 6. Juli 1873 in Arnsdorf, Kreis Schweidnitz; † 20. August 1932 in Breslau) > deutscher Schriftsteller und Publizist Gut zu wissen: bezeichnet die Epoche zwischen 1933 und 1945 • Zeit des Nationalsozialismus exilium' lat. =,Verbannung' ● ● • Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden viele demokratische Rechte wie die Meinungsfreiheit abgeschafft Schriftsteller, die der Politik der Nationalsozialisten widersprachen, wurden öffentlich angeprangert und teilweise verfolgt > flohen ins Ausland > konnten Werke fernab des Einflusses der Nationalsozialisten, aus dem Exil, veröffentlichen Historischer Hintergrund: • religiöse, existenzielle und politische Gründe, die Schriftsteller und Schriftstellerinnen zwangen, Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus zu verlassen •Bereits vor der Machtübernahme Adolf Hitlers gab es Verbotslisten mit angeblich antideutscher oder nicht-arischer Literatur > Literatur, die nicht in die nationalsozialistischen Ideologie passte • Propaganda diskriminierte Autorinnen und Autoren öffentlich • Verschärfung durch Machtübernahme am 30. Januar 1933 >Ausgangspunkt: Tag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 Exil-Orte: Anfangs: europäische Länder wie Österreich, die Niederlande oder Frankreich • mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 mussten sie erneut fliehen Danach: Zuflucht in USA, Russland oder Mexiko DEFINITION EXILLITERATUR: Als Exilliteratur bezeichnet die Literaturgeschichte die Literatur von Autorinnen und Autoren, die aus politischen oder religiösen Gründen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Eine weitere Bezeichnung ist Emigrantenliteratur. In der deutschen Literaturgeschichte gilt die Zeit zwischen 1933 bis 1945 als Epoche der Exilliteratur. Doch wie es...

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bereits vor dieser Zeit Schriftsteller und Schriftstellerinnen gab, die gezwungen waren, aus religiösen und politischen Gründen ihre Heimat zu verlassen, so gibt es auch heute noch politisch verfolgte Autoren und Autorinnen, die ins Exil fliehen. Das Phänomen der Exilliteratur ist somit nicht auf eine einzige Epoche beschränkt. Merkmale: klar gegen die Politik der Nationalsozialisten Rebellierten > 1933-1935 die Zeitschrift „Neue Deutsche Blätter" in Prag, Amsterdam, Wien, Zürich und Paris oder „Die Sammlung“ (Amsterdam, Herausgeber: Klaus Mann) ZIEL: antifaschistische Autoren zusammenzubringen > über 400 solcher Zeitschriften • nicht durch spezifische formale Merkmale gekennzeichnet • an formalen Experimenten kein Interesse • Viele Autorinnen und Autoren setzten ihren vor 1933 eingeschlagenen Weg stilistisch fort und orientierten sich an der in der Weimarer Republik aufgekommenen Neuen Sachlichkeit > Wirklichkeit möglichst sachlich darzustellen Themen und Motive: • über den Nationalsozialismus aufklären, Menschen warnen und Widerstand gegen Regime fördern • sehen sich als die ,,WAHREN" Vertreter deutscher Literaturtradition - führten humanitäre und soziale Ideen fort antifaschistische Literatur = tatsächliche deutsche Literatur (Heinrich Mann) • aktiv gegen Diktatur und Krieg • vermissten im Exil alte Heimat Motive: Sehnsucht nach Heimat ● ● Widerstand gegen Nazi-Deutschland Aufklärung über Nationalsozialismus Januar 1935 II. Jahr, No. 3 NEUE DEUTSCHE BLÄTTER MONATSCHRIFT FOR LITERATUR UND KRITIK Redaktion .. (Berlin) 0.M.Graf F. Hersfelde Assa Seghers Rudolf Olden: An der Saar O. M. Graf: Das war Deutschland Erich Mühsam: Tagebuchblätter Friedrich Wolf: Floridsdorf K. Kersten über M. Brod/W. Mehring über E. Toller Bruno Frei aber Th. Balk Hier spricht die Saar Prag - Zürich - Paris - London - Amsterdam K26:50 Fr. 1- fr.5- ab. 1/6 FL 0:50 1/6 Autor*innen: Thomas Mann (06.06.1875, Lübeck - 12.08.1955, Zürich) Ödön von Horváth (09.12.1901, Sušak - 01.06.1938, Paris) Oskar Maria Graf >geb. Oskar Graf (22.07.1894, Berg - 28.06.1967, New York City) Anna Seghers >geb. Annette Reiling (19.11.1900, Mainz - 01.06.1983, Ost-Berlin) Lion Feuchtwanger (07.07.1884, München - 21.12.1958, LA) Erich M. Remarque >geb. Erich Paul Remark (22.06.1898, Osnabrück - 25.09.1970, Locarno) Johannes Becher (22.05.1891, München - 11.10.1958, Ost-Berlin) Kurt Tucholsky (09.01.1890, Berlin - 21.12.1935, Göteborg) Ernst Toller (01.12.1893, Samotschin - 22.05.1939, New York City) Stefan Zweig (28.11.1881, Wien - 23.02.1942, Petrópolis Brasilien) Bertolt Brecht >geb. Eugen Berthold Friedrich Brecht (10.02.1898, Augsburg - 14.08.1956, Ost-Berlin) Allgemein: >Prosa: freie, ungebundene, nicht durch Reim/Rhythmik/Vers gebundene Form der Sprache >Flugblätter: Infos gelangen schneller an andere >Romane: Schmerz konnte besser/ intensiver beschrieben werden Exillyrik: • eher untergeordnete Rolle, da es im Ausland kaum Publikationsmöglichkeiten gab • vor allem von Autoren geprägt, die bereits vor Machtergreifung der Nationalsozialisten (1933) bekannt waren •Lyrik diente der Verarbeitung der emotionalen Situation ,,Doktor Faustus", ,,Buddenbrooks", ,,Joseph und seine Brüder" (1947) (1933-1943) ,,Jugend ohne Gott" (1937) „Der Abgrund" (1936) (1901) ,,Transit" (1941-1942 im Exil in México entstanden) „Der falsche Nero“, (erschien erstmals 1936, in DE erst 1947) (geschrieben 1935-1939, 1940 publiziert) „Exil" ,,Liebe deinen Nächsten" (1939) Werke: ,,Abschied" (1940) Christoph Kolumbus (1932) „Eine Jugend in Deutschland" (1933, Autobiographie) ,,Schachnovelle" (1941-1942, im brasilianischen Exil entstanden) ,,Die heilige Johanna der Schlachthöfe",,,Die Gewehre der Frau Carrar",,,Der gute Mensch von Sezuan" (1931) (1938-1940) (1937) Exilepik: historische Romane sehr beliebt basierend auf Erzählungen und Fabeln mit Parallelen zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ● > konnte leichter veröffentlicht werden, da internationale Leserschaft an den Romanen der deutschen Exilanten interessiert war viele unterschiedliche Romangenres (historische Roman, Gesellschaftsroman usw.) thematisierten Geschichte und Tradition des Judentums und machten satirische Andeutungen zu bekannten Politikern des Nationalsozialismus > historischer Roman: Heinrich Mann „Die Jugend des Henri Quatre" (1935) Exildramatik: Bertolt Brecht 10.02.1898-14.08.1956 Anna Seghers 19.11.1900-01.06.1983 >Für Dramatiker*innen war die Situation noch mühsamer als für die Lyriker*innen. Es wurden viele Stücke geschrieben, die nie aufgeführt wurden besondere Form des Theaters, das sich zu dieser Zeit etablierte > epische Theater • von Bertolt Brecht und Erwin Piscator in 1920er- Jahren entwickelt • epische Theater verbindet literarischen Gattungen Epik und Dramatik und erzeugt einen sogenannten »Verfremdungseffekt«, wodurch das Publikum eine kritische Distanz zur Handlung einnimmt • Gegenteil zu traditionellen Formen des Dramas nach Aristoteles •folgten oftmals nicht der üblichen Einteilung in Szenen und Akte > offenes Ende 2/6 Lage und Hintergründe der Schriftsteller: „Einmal Emigrant, immer Emigrant" so charakterisierte LUDWIG MARCUSE die Haltung Nachkriegsdeutschlands gegenüber den Exilierten. Gesellschaftlicher Hintergrund: >Bereits vor Machtübernahme Adolf Hitlers gab es Verbotslisten mit angeblich antideutscher oder nicht-arischer Literatur Nach dem Aufstieg Hitlers und der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 fielen alle Bereiche des Lebens unter die Kontrolle der Nationalsozialisten Sämtliche politische und gesellschaftliche Einrichtungen (Behörden, Vereine, Medien) wurden nach nationalsozialistischen Ideen ausgerichtet > Gleichschaltun duldeten keine eigene Meinung und keine Kritik, die nicht ihrer Ideologie entsprach Zahlreiche Werke wurden infolgedessen zensiert • Die Bücherverbrennung war der Ausgangspunkt zur Flucht zahlreicher Autor*innen >Viele flohen nach Österreich, Frankreich oder in die Niederlande ● ● ● Aus Verzweiflung über die politischen und gesellschaftlichen Zustände nahmen sich viele dieser Menschen anschließend das Leben (Suizid)! Beispiele: Stefan Zweig, Ernst Toller, Klaus Mann, Walter Benjamin, Kurt Tucholsky Probleme der Künstler: •Ökonomische Schwierigkeiten: - haben kaum Aussicht auf Erfolg wegen der fremden Sprache (hat einen negativen Einfluss auf die Schreibtätigkeit) -> keine Arbeit = Geldprobleme > zahlreiche Selbstmorde Innere Schwierigkeiten: - Anpassungsschwierigkeiten (Sprache) -> keine emotionale Bindung zur fremden Sprache - Einsamkeit (die meisten flohen ohne ihre Familie ins Exil) - kein Gefühl von Zugehörigkeit ● • Schwierigkeiten anderer Art: - Muttersprache wird zwar beherrscht, wird aber nicht weiterentwickelt - Bedeutung der Worte in der Muttersprache ist gleich (objektiv), doch die emotionale Bindung zur Sprache nicht (subjektiv) ,,Unterwegs sein" Enge Verknüpfung von Reise und Lebensreise Lebensraum Großstadt Reisen in das Exil, fremd gewordene Heimat -> Bedingungen der Flucht, Ankommen in der Ferne und Sehnsucht nach Heimat Lissabon USA Handlungsmöglichkeiten der Künstler: (1) sich dem Regime beugen und die Diktatur unterstützen Sudamerika (2) ins Exil flüchten und von dort aus gegen die Diktatur ankämpfen Wege deutscher Autoren ins Exil (3) öffentlich Widerstand leisten und mit dem Risiko leben, verfolgt und umgebracht zu werden (4) privat Widerstand leisten (5) neutral bleiben und nicht für oder gegen die Diktatur schreiben • Oft wurden Texte auch getarnt, sodass sie trotz Zensur nach Deutschland übermittelt wurden • Dies waren dann die sogenannten Tarnschriften Menschenbild war von Skepsis, Zweifel, Willkür, Holocaust-Erfahrungen, Kriegserfahrungen, Visionen und von Hoffnung auf Neubeginn geprägt Madrid London Die Zentren deutscher Exilliteratur USA Der Aufbau" BRECHT FEUCHTWANGER Mexiko Freies Deutschland" Heinrich-Heine-Klub UHSE, RENN. SEGHERS, KISCH, REGLER Lissabon Zürich Rom Madrid open- Berlin Prag Wien Budapest, London ADORNO CANETTI KERR Warschau Belgrad Riga Paris Pariser Tagesblatt" DOBLIN, FEUCHTWANGER SEGHERS, BLOCK BENJAMIN, H. MANN 1939 Bukarest DOBLIN, BLOCH GRAF MANN KRACAUER Die Sammlung Querido Verlag Amsterdam (Sofia S Zürich Moskau Oslo Bermani Fischer-Verlag Konstantinope Stockholm Kopenhagen ECHT Berlin Prag Maß und Wert Edition du NERT, SEGHERS CH, MÜNZENBERG Rom DOMIN Wien, Warschau Riga Budapest Belgrad Prager Tagblatt" OLDEN, BLOCH, Neue Deutsche Blatter GRAF, HERZFELDE, HMANN Bukarest Intern. Literatur Das Wort" Sofia Moskau BREDEL, WEINERT, BECHER, GRAF Konstantinopel A. ZWEIG, LASKER-SCHÜLER 3/6 Brechts Wege im Exil floh 1933 Lissabon 1947 aus USA London Paris 1933 Exil: Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland, Vereinigte Staaten von Amerika (USA), Schweiz 1947 Sanary Sur-Mer 1933 Zürich 1933 1939 Svendborn Kopenhagen Oslo 1949 1933 Berlin 1933 Prag Wien Stockholm Dk 1940 Budapest Warschau Riga Belgrad Bukarest 1940 Moskau 1940 Santa Monica USA Oft müssen Künstler ihr Heimatland verlassen, weil sie den Machthabern gefährlich erscheinen oder weil sie zu einer verfolgten Gruppe gehören. • meisten Künstler, die unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 auswanderten, waren politische Gegner der Machthaber und entschieden sich für das Exil in europäischen Nachbarländern • Entwicklung in Deutschland abwarten und nationalsozialistische Regime aus Ausland bekämpfen >Vor allem Tschechoslowakei und Frankreich boten Exilanten (1938-1940) immer noch vergleichsweise gute Zufluchtsbedingungen •bis aggressive deutsche Expansion und der Krieg die Geflohenen einholten In Österreich-Ungarn konnten Schriftsteller und Dramatiker ein deutschsprachiges Publikum erreichen • Über Frankreich flohen etwa ein Fünftel der deutschen Emigranten ● • konnten sich mit Kollegen austauschen und entwickelten Treffpunkte und gemeinsame Initiativen (Paris, Prag) >Viele hatten keine legale Möglichkeit zu arbeiten und lebten unter schwierigsten Bedingungen und in existenzieller Not Vertreter und deren Exil: Mascha Kaléko Geboren: 07.06.1907 in Chrzanów, Österreich-Ungarn Gestorben: 21.01.1975 in Zürich, Schweiz Exil: Vereinigte Staaten von Amerika (USA), Israel Beruf: Schriftstellerin Grund: übersiedelte nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit ihrer Familie nach Deutschland, um antisemitischen Pogromen und militärischen Verwicklungen zu entgehen 1960 zog die Schriftstellerin nach Jerusalem, wo sie mit fortwährenden gesundheitlichen und finanziellen Problemen zu kämpfen hatte ,,Haben Sie Dank für [...] Ihre ausdrucksvollen Gedichte, an denen ich eine gewisse aufgeräumte Melancholie am meisten liebe. Gewiß haben Sie vielen tausenden aus der Seele gesungen hier draußen; aber ich wollte doch, Ihre wohllautend-mokante Stimme erklänge auch wieder in Deutschland." - Thomas Mann in einem Brief an Mascha Kaléko, Weihnachten 1945 Erich Arendt Geboren: Gestorben: Exil: Beruf: Remigration: Deutsche Demokratische Republik Schriftsteller 15.04.1903 in euruppin, Deutschland 25.09.1984 in Wilhelmshorst bei Potsdam, Deutsche Demokratische Republik Vicki Baum Schweiz, Spanien, Frankreich, Kolumbien Grund: Nach Niederlage der Spanischen Republik gelang ihm im März 1939 die Flucht über die Pyrenäen nach Frankreich Geboren: Gestorben: 24.01.1888 in Wien 29.08.1960 in Hollywood, USA Vereinigte Staaten von Amerika (USA) Exil: Beruf: Schriftstellerin Grund: vor 1933 war Baum in Deutschland antisemitisch angefeindet worden Ihre frühe Emigration entpuppte sich schließlich als politische Notwendigkeit 4/6 auseinandersetzunG ZWISCHEN exilanten und Dagebliebenen >"Innere Emigration" ist das Gegenteil zu der Exilliteratur • wollten Position der passiven Verweigerung und eine Abwehrhaltung gegenüber NS-System zum Ausdruck bringen, ohne Weg des aktiven Widerstands zu beschreiten • Obwohl Emigranten (Thomas Mann) die moralische Integrität dieser Autoren nicht in Zweifel zogen, führte der Begriff der "Inneren Emigration" nach Ende des Zweiten Weltkrieges (08.05.1945) zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Exilierten und Daheimgebliebenen • Beide "Gruppen" nahmen für sich in Anspruch, das "andere Deutschland" repräsentiert zu haben ,,Die Emigration allein darf Tatsachen und Zusammen- hänge aussprechen" >Stimme des stumm gewordenen Volkes •Durch den nach 1945 ausgetragenen Konflikt (zwischen Walter von Molo, Thomas Mann, Frank Thiess) entstanden neue Streitfragen Für Exilanten war es problematisch, dass dagebliebene gezwungenermaßen unpolitisch agierten >feige, passiv 04.08.1945 forderte Schriftsteller Walter von Molo (Vorsitzender der Sektion Dichtung), Thomas Mann und mit ihm alle anderen exilierten Künstler zur Rückkehr nach Deutschland auf Thomas Mann Frank Thieß Walter von Molo Ein Streitgesprach über die außere und die innere Emigration •Mann reagierte mit Aufsatz in der Neuen Schweizer Rundschau >Dessen Titel ließ keinerlei Raum für Spekulationen: Warum ich nicht nach Deutschland zurückgehe Briefwechsels = öffentlicher Disput zwischen Auslands- Exilanten sowie Vertretern der inneren Migration • Einer ihrer Wortführer war Schriftsteller Frank Thieß antifaschismus: Bezeichnet eine Haltung und soziale Bewegungen, die sich in Theorie und Praxis gegen jede Erscheinungsform von Faschismus wendet. In kommunistischen Staaten war Antifaschismus ideologisch eine verordnete Staatsdoktrin. "antifaschistische Bücher, Filme" Brechts Gewehre der Frau Carrar Herausgegeben von Klans Bohnen sohrkamp taschenbuch materialien LION FEUCHTWANGER DER FALSCHE NERO ROMAN 1936 QUERIDO VERLAG N.V. AMSTERDAM Autor ♦ Johannes R. Becher Das Dritte Reich Johannes R. Becher Bertolt Brecht Bertolt Brecht Bertolt Brecht Willi Bredel Ilja Ehrenburg Lion Feuchtwanger Lion Feuchtwanger Titel Kinderschuhe aus Lublin (Gedicht) Die Gewehre der Frau Carrar Furcht und Elend des Dritten Reiches Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui Die Prüfung[8] Der Fall von Paris Der falsche Nero Exil ◆ Jahr Die Bezeichnung Antifaschistische Literatur soll nicht die Differenzen zwischen den Schriftstellern unterschiedlicher Provenienz verwischen. Der Begriff Antifaschistische Literatur wurde von Lutz Winckler in die Literaturwissenschaft eingeführt. 1934 1937 1938 1941 1942 1936 1940 Antifaschistische Literatur fasst parallele literarische Bestrebungen zusammen, deren gemeinsames Merkmal in der Frontstellung gegen Faschismus, bzw. gegen den Nationalsozialismus liegt. Heinrich Mann in seiner Grußbotschaft an den Unionskongreß der Sowjetschriftsteller: „Die antifaschistische Literatur ist in Wirklichkeit die einzige deutsche Literatur: vor allem, weil nur sie die Gedanken- und Gewissensfreiheit behalten hat, dann aber auch kraft des Leidens." - Heinrich Mann Nicht eine bestimmte Richtung, sondern das intellektuelle Engagement überhaupt, das die Redlichkeit eines Schriftstellers verbürge, bildete für Heinrich Mann das Kriterium für die Güte schriftstellerischer Werke: ,,Sie werden in der Mehrzahl sozialistisch denken; die Hauptsache bleibt, daß sie überhaupt denken wollen. Die antifaschistische Literatur ist nicht notwendig absichtsvoll antifaschistisch: sie ist es schon dadurch, daß sie auf der Gewissensfreiheit besteht." - Heinrich Mann 5/6

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HANDOUT EXILLITERATUR ,,Das Menschenherz lenkt auch im glänzendsten Exil seine Sehnsucht nach Hause." - Paul Keller (* 6. Juli 1873 in Arnsdorf, Kreis Schweidnitz; † 20. August 1932 in Breslau) > deutscher Schriftsteller und Publizist Gut zu wissen: bezeichnet die Epoche zwischen 1933 und 1945 • Zeit des Nationalsozialismus exilium' lat. =,Verbannung' ● ● • Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden viele demokratische Rechte wie die Meinungsfreiheit abgeschafft Schriftsteller, die der Politik der Nationalsozialisten widersprachen, wurden öffentlich angeprangert und teilweise verfolgt > flohen ins Ausland > konnten Werke fernab des Einflusses der Nationalsozialisten, aus dem Exil, veröffentlichen Historischer Hintergrund: • religiöse, existenzielle und politische Gründe, die Schriftsteller und Schriftstellerinnen zwangen, Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus zu verlassen •Bereits vor der Machtübernahme Adolf Hitlers gab es Verbotslisten mit angeblich antideutscher oder nicht-arischer Literatur > Literatur, die nicht in die nationalsozialistischen Ideologie passte • Propaganda diskriminierte Autorinnen und Autoren öffentlich • Verschärfung durch Machtübernahme am 30. Januar 1933 >Ausgangspunkt: Tag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 Exil-Orte: Anfangs: europäische Länder wie Österreich, die Niederlande oder Frankreich • mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 mussten sie erneut fliehen Danach: Zuflucht in USA, Russland oder Mexiko DEFINITION EXILLITERATUR: Als Exilliteratur bezeichnet die Literaturgeschichte die Literatur von Autorinnen und Autoren, die aus politischen oder religiösen Gründen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Eine weitere Bezeichnung ist Emigrantenliteratur. In der deutschen Literaturgeschichte gilt die Zeit zwischen 1933 bis 1945 als Epoche der Exilliteratur. Doch wie es...

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bereits vor dieser Zeit Schriftsteller und Schriftstellerinnen gab, die gezwungen waren, aus religiösen und politischen Gründen ihre Heimat zu verlassen, so gibt es auch heute noch politisch verfolgte Autoren und Autorinnen, die ins Exil fliehen. Das Phänomen der Exilliteratur ist somit nicht auf eine einzige Epoche beschränkt. Merkmale: klar gegen die Politik der Nationalsozialisten Rebellierten > 1933-1935 die Zeitschrift „Neue Deutsche Blätter" in Prag, Amsterdam, Wien, Zürich und Paris oder „Die Sammlung“ (Amsterdam, Herausgeber: Klaus Mann) ZIEL: antifaschistische Autoren zusammenzubringen > über 400 solcher Zeitschriften • nicht durch spezifische formale Merkmale gekennzeichnet • an formalen Experimenten kein Interesse • Viele Autorinnen und Autoren setzten ihren vor 1933 eingeschlagenen Weg stilistisch fort und orientierten sich an der in der Weimarer Republik aufgekommenen Neuen Sachlichkeit > Wirklichkeit möglichst sachlich darzustellen Themen und Motive: • über den Nationalsozialismus aufklären, Menschen warnen und Widerstand gegen Regime fördern • sehen sich als die ,,WAHREN" Vertreter deutscher Literaturtradition - führten humanitäre und soziale Ideen fort antifaschistische Literatur = tatsächliche deutsche Literatur (Heinrich Mann) • aktiv gegen Diktatur und Krieg • vermissten im Exil alte Heimat Motive: Sehnsucht nach Heimat ● ● Widerstand gegen Nazi-Deutschland Aufklärung über Nationalsozialismus Januar 1935 II. Jahr, No. 3 NEUE DEUTSCHE BLÄTTER MONATSCHRIFT FOR LITERATUR UND KRITIK Redaktion .. (Berlin) 0.M.Graf F. Hersfelde Assa Seghers Rudolf Olden: An der Saar O. M. Graf: Das war Deutschland Erich Mühsam: Tagebuchblätter Friedrich Wolf: Floridsdorf K. Kersten über M. Brod/W. Mehring über E. Toller Bruno Frei aber Th. Balk Hier spricht die Saar Prag - Zürich - Paris - London - Amsterdam K26:50 Fr. 1- fr.5- ab. 1/6 FL 0:50 1/6 Autor*innen: Thomas Mann (06.06.1875, Lübeck - 12.08.1955, Zürich) Ödön von Horváth (09.12.1901, Sušak - 01.06.1938, Paris) Oskar Maria Graf >geb. Oskar Graf (22.07.1894, Berg - 28.06.1967, New York City) Anna Seghers >geb. Annette Reiling (19.11.1900, Mainz - 01.06.1983, Ost-Berlin) Lion Feuchtwanger (07.07.1884, München - 21.12.1958, LA) Erich M. Remarque >geb. Erich Paul Remark (22.06.1898, Osnabrück - 25.09.1970, Locarno) Johannes Becher (22.05.1891, München - 11.10.1958, Ost-Berlin) Kurt Tucholsky (09.01.1890, Berlin - 21.12.1935, Göteborg) Ernst Toller (01.12.1893, Samotschin - 22.05.1939, New York City) Stefan Zweig (28.11.1881, Wien - 23.02.1942, Petrópolis Brasilien) Bertolt Brecht >geb. Eugen Berthold Friedrich Brecht (10.02.1898, Augsburg - 14.08.1956, Ost-Berlin) Allgemein: >Prosa: freie, ungebundene, nicht durch Reim/Rhythmik/Vers gebundene Form der Sprache >Flugblätter: Infos gelangen schneller an andere >Romane: Schmerz konnte besser/ intensiver beschrieben werden Exillyrik: • eher untergeordnete Rolle, da es im Ausland kaum Publikationsmöglichkeiten gab • vor allem von Autoren geprägt, die bereits vor Machtergreifung der Nationalsozialisten (1933) bekannt waren •Lyrik diente der Verarbeitung der emotionalen Situation ,,Doktor Faustus", ,,Buddenbrooks", ,,Joseph und seine Brüder" (1947) (1933-1943) ,,Jugend ohne Gott" (1937) „Der Abgrund" (1936) (1901) ,,Transit" (1941-1942 im Exil in México entstanden) „Der falsche Nero“, (erschien erstmals 1936, in DE erst 1947) (geschrieben 1935-1939, 1940 publiziert) „Exil" ,,Liebe deinen Nächsten" (1939) Werke: ,,Abschied" (1940) Christoph Kolumbus (1932) „Eine Jugend in Deutschland" (1933, Autobiographie) ,,Schachnovelle" (1941-1942, im brasilianischen Exil entstanden) ,,Die heilige Johanna der Schlachthöfe",,,Die Gewehre der Frau Carrar",,,Der gute Mensch von Sezuan" (1931) (1938-1940) (1937) Exilepik: historische Romane sehr beliebt basierend auf Erzählungen und Fabeln mit Parallelen zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ● > konnte leichter veröffentlicht werden, da internationale Leserschaft an den Romanen der deutschen Exilanten interessiert war viele unterschiedliche Romangenres (historische Roman, Gesellschaftsroman usw.) thematisierten Geschichte und Tradition des Judentums und machten satirische Andeutungen zu bekannten Politikern des Nationalsozialismus > historischer Roman: Heinrich Mann „Die Jugend des Henri Quatre" (1935) Exildramatik: Bertolt Brecht 10.02.1898-14.08.1956 Anna Seghers 19.11.1900-01.06.1983 >Für Dramatiker*innen war die Situation noch mühsamer als für die Lyriker*innen. Es wurden viele Stücke geschrieben, die nie aufgeführt wurden besondere Form des Theaters, das sich zu dieser Zeit etablierte > epische Theater • von Bertolt Brecht und Erwin Piscator in 1920er- Jahren entwickelt • epische Theater verbindet literarischen Gattungen Epik und Dramatik und erzeugt einen sogenannten »Verfremdungseffekt«, wodurch das Publikum eine kritische Distanz zur Handlung einnimmt • Gegenteil zu traditionellen Formen des Dramas nach Aristoteles •folgten oftmals nicht der üblichen Einteilung in Szenen und Akte > offenes Ende 2/6 Lage und Hintergründe der Schriftsteller: „Einmal Emigrant, immer Emigrant" so charakterisierte LUDWIG MARCUSE die Haltung Nachkriegsdeutschlands gegenüber den Exilierten. Gesellschaftlicher Hintergrund: >Bereits vor Machtübernahme Adolf Hitlers gab es Verbotslisten mit angeblich antideutscher oder nicht-arischer Literatur Nach dem Aufstieg Hitlers und der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 fielen alle Bereiche des Lebens unter die Kontrolle der Nationalsozialisten Sämtliche politische und gesellschaftliche Einrichtungen (Behörden, Vereine, Medien) wurden nach nationalsozialistischen Ideen ausgerichtet > Gleichschaltun duldeten keine eigene Meinung und keine Kritik, die nicht ihrer Ideologie entsprach Zahlreiche Werke wurden infolgedessen zensiert • Die Bücherverbrennung war der Ausgangspunkt zur Flucht zahlreicher Autor*innen >Viele flohen nach Österreich, Frankreich oder in die Niederlande ● ● ● Aus Verzweiflung über die politischen und gesellschaftlichen Zustände nahmen sich viele dieser Menschen anschließend das Leben (Suizid)! Beispiele: Stefan Zweig, Ernst Toller, Klaus Mann, Walter Benjamin, Kurt Tucholsky Probleme der Künstler: •Ökonomische Schwierigkeiten: - haben kaum Aussicht auf Erfolg wegen der fremden Sprache (hat einen negativen Einfluss auf die Schreibtätigkeit) -> keine Arbeit = Geldprobleme > zahlreiche Selbstmorde Innere Schwierigkeiten: - Anpassungsschwierigkeiten (Sprache) -> keine emotionale Bindung zur fremden Sprache - Einsamkeit (die meisten flohen ohne ihre Familie ins Exil) - kein Gefühl von Zugehörigkeit ● • Schwierigkeiten anderer Art: - Muttersprache wird zwar beherrscht, wird aber nicht weiterentwickelt - Bedeutung der Worte in der Muttersprache ist gleich (objektiv), doch die emotionale Bindung zur Sprache nicht (subjektiv) ,,Unterwegs sein" Enge Verknüpfung von Reise und Lebensreise Lebensraum Großstadt Reisen in das Exil, fremd gewordene Heimat -> Bedingungen der Flucht, Ankommen in der Ferne und Sehnsucht nach Heimat Lissabon USA Handlungsmöglichkeiten der Künstler: (1) sich dem Regime beugen und die Diktatur unterstützen Sudamerika (2) ins Exil flüchten und von dort aus gegen die Diktatur ankämpfen Wege deutscher Autoren ins Exil (3) öffentlich Widerstand leisten und mit dem Risiko leben, verfolgt und umgebracht zu werden (4) privat Widerstand leisten (5) neutral bleiben und nicht für oder gegen die Diktatur schreiben • Oft wurden Texte auch getarnt, sodass sie trotz Zensur nach Deutschland übermittelt wurden • Dies waren dann die sogenannten Tarnschriften Menschenbild war von Skepsis, Zweifel, Willkür, Holocaust-Erfahrungen, Kriegserfahrungen, Visionen und von Hoffnung auf Neubeginn geprägt Madrid London Die Zentren deutscher Exilliteratur USA Der Aufbau" BRECHT FEUCHTWANGER Mexiko Freies Deutschland" Heinrich-Heine-Klub UHSE, RENN. SEGHERS, KISCH, REGLER Lissabon Zürich Rom Madrid open- Berlin Prag Wien Budapest, London ADORNO CANETTI KERR Warschau Belgrad Riga Paris Pariser Tagesblatt" DOBLIN, FEUCHTWANGER SEGHERS, BLOCK BENJAMIN, H. MANN 1939 Bukarest DOBLIN, BLOCH GRAF MANN KRACAUER Die Sammlung Querido Verlag Amsterdam (Sofia S Zürich Moskau Oslo Bermani Fischer-Verlag Konstantinope Stockholm Kopenhagen ECHT Berlin Prag Maß und Wert Edition du NERT, SEGHERS CH, MÜNZENBERG Rom DOMIN Wien, Warschau Riga Budapest Belgrad Prager Tagblatt" OLDEN, BLOCH, Neue Deutsche Blatter GRAF, HERZFELDE, HMANN Bukarest Intern. Literatur Das Wort" Sofia Moskau BREDEL, WEINERT, BECHER, GRAF Konstantinopel A. ZWEIG, LASKER-SCHÜLER 3/6 Brechts Wege im Exil floh 1933 Lissabon 1947 aus USA London Paris 1933 Exil: Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland, Vereinigte Staaten von Amerika (USA), Schweiz 1947 Sanary Sur-Mer 1933 Zürich 1933 1939 Svendborn Kopenhagen Oslo 1949 1933 Berlin 1933 Prag Wien Stockholm Dk 1940 Budapest Warschau Riga Belgrad Bukarest 1940 Moskau 1940 Santa Monica USA Oft müssen Künstler ihr Heimatland verlassen, weil sie den Machthabern gefährlich erscheinen oder weil sie zu einer verfolgten Gruppe gehören. • meisten Künstler, die unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 auswanderten, waren politische Gegner der Machthaber und entschieden sich für das Exil in europäischen Nachbarländern • Entwicklung in Deutschland abwarten und nationalsozialistische Regime aus Ausland bekämpfen >Vor allem Tschechoslowakei und Frankreich boten Exilanten (1938-1940) immer noch vergleichsweise gute Zufluchtsbedingungen •bis aggressive deutsche Expansion und der Krieg die Geflohenen einholten In Österreich-Ungarn konnten Schriftsteller und Dramatiker ein deutschsprachiges Publikum erreichen • Über Frankreich flohen etwa ein Fünftel der deutschen Emigranten ● • konnten sich mit Kollegen austauschen und entwickelten Treffpunkte und gemeinsame Initiativen (Paris, Prag) >Viele hatten keine legale Möglichkeit zu arbeiten und lebten unter schwierigsten Bedingungen und in existenzieller Not Vertreter und deren Exil: Mascha Kaléko Geboren: 07.06.1907 in Chrzanów, Österreich-Ungarn Gestorben: 21.01.1975 in Zürich, Schweiz Exil: Vereinigte Staaten von Amerika (USA), Israel Beruf: Schriftstellerin Grund: übersiedelte nach Beginn des Ersten Weltkriegs mit ihrer Familie nach Deutschland, um antisemitischen Pogromen und militärischen Verwicklungen zu entgehen 1960 zog die Schriftstellerin nach Jerusalem, wo sie mit fortwährenden gesundheitlichen und finanziellen Problemen zu kämpfen hatte ,,Haben Sie Dank für [...] Ihre ausdrucksvollen Gedichte, an denen ich eine gewisse aufgeräumte Melancholie am meisten liebe. Gewiß haben Sie vielen tausenden aus der Seele gesungen hier draußen; aber ich wollte doch, Ihre wohllautend-mokante Stimme erklänge auch wieder in Deutschland." - Thomas Mann in einem Brief an Mascha Kaléko, Weihnachten 1945 Erich Arendt Geboren: Gestorben: Exil: Beruf: Remigration: Deutsche Demokratische Republik Schriftsteller 15.04.1903 in euruppin, Deutschland 25.09.1984 in Wilhelmshorst bei Potsdam, Deutsche Demokratische Republik Vicki Baum Schweiz, Spanien, Frankreich, Kolumbien Grund: Nach Niederlage der Spanischen Republik gelang ihm im März 1939 die Flucht über die Pyrenäen nach Frankreich Geboren: Gestorben: 24.01.1888 in Wien 29.08.1960 in Hollywood, USA Vereinigte Staaten von Amerika (USA) Exil: Beruf: Schriftstellerin Grund: vor 1933 war Baum in Deutschland antisemitisch angefeindet worden Ihre frühe Emigration entpuppte sich schließlich als politische Notwendigkeit 4/6 auseinandersetzunG ZWISCHEN exilanten und Dagebliebenen >"Innere Emigration" ist das Gegenteil zu der Exilliteratur • wollten Position der passiven Verweigerung und eine Abwehrhaltung gegenüber NS-System zum Ausdruck bringen, ohne Weg des aktiven Widerstands zu beschreiten • Obwohl Emigranten (Thomas Mann) die moralische Integrität dieser Autoren nicht in Zweifel zogen, führte der Begriff der "Inneren Emigration" nach Ende des Zweiten Weltkrieges (08.05.1945) zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Exilierten und Daheimgebliebenen • Beide "Gruppen" nahmen für sich in Anspruch, das "andere Deutschland" repräsentiert zu haben ,,Die Emigration allein darf Tatsachen und Zusammen- hänge aussprechen" >Stimme des stumm gewordenen Volkes •Durch den nach 1945 ausgetragenen Konflikt (zwischen Walter von Molo, Thomas Mann, Frank Thiess) entstanden neue Streitfragen Für Exilanten war es problematisch, dass dagebliebene gezwungenermaßen unpolitisch agierten >feige, passiv 04.08.1945 forderte Schriftsteller Walter von Molo (Vorsitzender der Sektion Dichtung), Thomas Mann und mit ihm alle anderen exilierten Künstler zur Rückkehr nach Deutschland auf Thomas Mann Frank Thieß Walter von Molo Ein Streitgesprach über die außere und die innere Emigration •Mann reagierte mit Aufsatz in der Neuen Schweizer Rundschau >Dessen Titel ließ keinerlei Raum für Spekulationen: Warum ich nicht nach Deutschland zurückgehe Briefwechsels = öffentlicher Disput zwischen Auslands- Exilanten sowie Vertretern der inneren Migration • Einer ihrer Wortführer war Schriftsteller Frank Thieß antifaschismus: Bezeichnet eine Haltung und soziale Bewegungen, die sich in Theorie und Praxis gegen jede Erscheinungsform von Faschismus wendet. In kommunistischen Staaten war Antifaschismus ideologisch eine verordnete Staatsdoktrin. "antifaschistische Bücher, Filme" Brechts Gewehre der Frau Carrar Herausgegeben von Klans Bohnen sohrkamp taschenbuch materialien LION FEUCHTWANGER DER FALSCHE NERO ROMAN 1936 QUERIDO VERLAG N.V. AMSTERDAM Autor ♦ Johannes R. Becher Das Dritte Reich Johannes R. Becher Bertolt Brecht Bertolt Brecht Bertolt Brecht Willi Bredel Ilja Ehrenburg Lion Feuchtwanger Lion Feuchtwanger Titel Kinderschuhe aus Lublin (Gedicht) Die Gewehre der Frau Carrar Furcht und Elend des Dritten Reiches Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui Die Prüfung[8] Der Fall von Paris Der falsche Nero Exil ◆ Jahr Die Bezeichnung Antifaschistische Literatur soll nicht die Differenzen zwischen den Schriftstellern unterschiedlicher Provenienz verwischen. Der Begriff Antifaschistische Literatur wurde von Lutz Winckler in die Literaturwissenschaft eingeführt. 1934 1937 1938 1941 1942 1936 1940 Antifaschistische Literatur fasst parallele literarische Bestrebungen zusammen, deren gemeinsames Merkmal in der Frontstellung gegen Faschismus, bzw. gegen den Nationalsozialismus liegt. Heinrich Mann in seiner Grußbotschaft an den Unionskongreß der Sowjetschriftsteller: „Die antifaschistische Literatur ist in Wirklichkeit die einzige deutsche Literatur: vor allem, weil nur sie die Gedanken- und Gewissensfreiheit behalten hat, dann aber auch kraft des Leidens." - Heinrich Mann Nicht eine bestimmte Richtung, sondern das intellektuelle Engagement überhaupt, das die Redlichkeit eines Schriftstellers verbürge, bildete für Heinrich Mann das Kriterium für die Güte schriftstellerischer Werke: ,,Sie werden in der Mehrzahl sozialistisch denken; die Hauptsache bleibt, daß sie überhaupt denken wollen. Die antifaschistische Literatur ist nicht notwendig absichtsvoll antifaschistisch: sie ist es schon dadurch, daß sie auf der Gewissensfreiheit besteht." - Heinrich Mann 5/6