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„Wanderung“ - Justinus Kerner

„Wanderung“ - Justinus Kerner

 Unterwegs mit viel Gefühl – und Ahnung
-
Gedichte der Romantik zwischen Sehnsucht nach Ferne und Rückkehr erschließen
Der Wende vom 18. zum

„Wanderung“ - Justinus Kerner

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mayenna

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11/12/13

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Unterwegs mit viel Gefühl – und Ahnung - Gedichte der Romantik zwischen Sehnsucht nach Ferne und Rückkehr erschließen Der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert bis etwa hin zu dessen Mitte kommt gemessen an dem Motiv des Unterwegsseins - eine besondere Bedeutung zu. Sie ist wie keine andere mit der ur- sprünglichsten Form des menschlichen Unterwegsseins verbunden: dem Wandern. Es wird gera- dezu zum Leitmotiv der Zeit der Romantik, das sich in vielfachen Variationen in den literarischen Texten dieser Epoche widerspiegelt, nicht nur der Lyrik. Es sind aber nicht allein die Empfindungen, die im Rahmen der mit dem Wandern verbundenen Möglichkeit der Naturbegegnung erfahrbar und literarisch verarbeitet werden. Vielmehr wird die Wanderschaft zum Topos für die Ungebundenheit und Selbstverwirklichung, sie wird zur Suche nach Freiheit und einer (neuen) Heimat. Es ist die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die zu erreichen aber auch von Gefühlen der Einsamkeit, dämonischer Bedrohung, Todesahnung, aber auch religiöser Verklärung der Schöpfung begleitet wird. Es ist also nicht nur die eigene physische Betätigung des Wanderers, das sich Bewegen zwi- schen Ausgangsort und geografischem Ziel, sondern auch die Reise zu sich selbst, die Planung und deren Ausgestaltung hinsichtlich des eigenen Lebensweges. Dabei kann dem romantischen Dichter der Weg selbst zum Ziel werden, weil er physisch wie psychisch nirgendwo fest verankert ist und die mangelnde Orientierung...

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zunehmend ein Gefühl der Heimatlosigkeit entstehen lässt. Dies zu- sammengenommen umreißt zunächst die Bandbreite der mit den spezifischen Auslegungen des Motivs von Unterwegssein verknüpften Stimmungen, wie sie sich in der Epoche der Romantik in- nerhalb des Spannungsfeldes von Heimat und Fernweh ergeben. Romantik Literarische Epoche zwischen 1798 und 1835, die in Früh-, Hoch- und Spätromantik eingeteilt wird. Sie versteht sich als Ergänzung und Gegenbewegung zu der Epoche der Aufklä- rung, die in Deutschland in der Philosophie Kants und in den literarischen Werken der Weimarer Klassik ihren Höhepunkt erreicht. Neben Bewusstsein und Reflexion gelten für die Ro- mantiker die Abgründe des Seelischen, der Traum, die Sehn- sucht, das Unbewusste und Dämonische im Menschen als entscheidend. Den historischen Rahmen für die Entwicklung dieser Epoche bildet der Umbruch von der feudalen hin zur bürgerlichen Gesellschaft mit einem sich langsam aufbauen- den bürgerlichen Selbstverständnis. Besonders die Vertreter der Hochromantik (1804-1835) ver- arbeiten in ihren Texten typisch romantische Motive wie Justinus Kerner Wanderung (1834) Wohlauf und frisch gewandert a Antithetik Ins unbekannte Land! Alliteration Zerrissen, ach zerissen- Bedauern Ist manches teure Band. - zerissen-Metapher kein schema Metapher: 5 Ihr heimatlichen Kreuze, Anapher: Wo ich oft betend lag, nicht weggehen Interjektion Ihr Bäume, ach! ihr Hügel, O blickt mir segnend nach! ↳Bedauern Hoffnung richtige Entscheidung - Sehnsucht, Liebe, Schmerz, Natur und Wanderschaft. Den- noch sind ihre Gedichte kein Ausdruck einer naiv-emotionalen Erlebnislyrik, auch wenn in ihnen häufig Naturmetaphern zur Anwendung kommen. So spiegelt etwa die Sehnsucht ein Hin- und Hergerissensein zwischen Fern- und Heimweh. Der vielfach thematisierten Naturverbundenheit liegt nicht zwangsläufig eine konkrete Landschaftvorstellung zugrun- de. Sie ist vielmehr Ausdruck des Sehnens nach einer ideali- sierten Welt. Insofern erfährt die unberührte Natur etwas Märchenhaftes. Dieser Vielfalt an Motiven korrespondiert letztlich eine Vielfalt des lyrischen Sprechens, die sich nicht zuletzt auch in der Vielfältigkeit vorzufindender Gedichtarten dieser Epoche - z. B. Sonett, Ballade, Lied - widerspiegelt. Noch schläft die weite Erde, Nacht 10 Kein Vogel weckt den Hain, Personifikation Doch bin ich nicht verlassen, Doch bin ich nicht allein: UNTERWEGS SEIN Personifikation: starke Anapher /Wiederholung Bedauern/seelische Verfassung Justinus And- reas Christian Kerner (1786- Bezug auf Denn, achl auf meinem Herzen interjektion Liebesbe-Trag ich ihr teures Pfand, Erinnerung an Heimat/Liebe/ deutscher 1862) ziehung 15 Ich fühl's, und Erd' und Himmel Sind innig mir verwandt. Metapher: Frau Naturverbundenheit Arzt, medizini- scher Schrift- steller und Dichter Thema: Aufbruch in die Ferne Aufbau 4 Strophen à 4 Verse (klassischer Aufbau) Kadenz Vers 1 & 3 = weiblich Metrum 3-hebiger Jambus Vers 2&4=männlich lyrisches Ich geht in die Ferne Motiv unbekannt Männlich-Hebung Inhalt 1. Strophe 2. Strophe Ein lyrisches Ich wandert aus in einen Neuanfang L.I. innerlich zwiegespalten: Freude vs. Bedauern zerrissen (Alliteration, Anapher) → verdeutlicht Emotionen teures Band (Metapher)→ gewichtet gewisse Bindungen (z. B. Liebesbeziehung) Ach (Interjektion) → Bedauern Ach (Interjektion) → Bedauern (Heimatort → enge Bindung) ihr (Anapher) → enge Bindung zur Heimat L.I. verlässt seine geliebte Heimat, die ihm heilig erscheint und hofft, dass es die richtige Entscheidung ist 3. Strophe Tageszeit Aufbruch in der Dämmerung Anapher Verbundenheit mit der Natur (Heimatersatz, Weggefährte, Mutmacher) →gibt ihm Halt 4. Strophe Metapher → Erinnerung an Heimat / Frau /Liebe, seelischer Halt

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