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Kaiserreich - LK Geschichte

Kaiserreich - LK Geschichte

 Kaiserreich
Reichsgründung von oben
• Der Wandel des Nationalismus im Kaiserreich
Der frühe Nationalstaat nach 1871
- ,,Konservative Wende"

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Reichsgründung von oben - Der Wandel des Nationalismus im Kaiserreich - Der Weg zur Reichsgründung - Die Reichsgründung - Deutungen des Kaiserreichs - Bewertung Bismarcks - Minderheiten im Kaiserreich

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Kaiserreich Reichsgründung von oben • Der Wandel des Nationalismus im Kaiserreich Der frühe Nationalstaat nach 1871 - ,,Konservative Wende" 1878/79 - Organisierter Nationalismus nach 1880 • Der Weg zur Reichsgründung 1871 • Die Reichsgründung 1871 - - Vorgeschichte der Reichsgründung 1871 - Verfassung und Parteibildung - Reichsgründung • Deutungen des Kaiserreichs & Bewertung Bismarcks • Minderheiten im Kaiserreich Der Wandel des Nationalismus im Kaiserreich ● Der frühe Nationalstaat nach 1871 Reichsnationalismus gegenüber dem Ausland Kennzeichen machtstaatlich, hegemonial, selbstbewusst, auftrumpfend wendet sich gegen: - Frankreich (→ Krieg → Elsass-Lothringen → ,,Erbfeind") - slawische Ethnien (→ Rassismus) - England (→→ Weltmachtstreben, Flottenpolitik) ● ,,innere Nationsbildung" Kennzeichen (des kleindeut. Nationalstaates): aggressiv, kleindeutsch, protestantisch, zentralistisch, preußisch, undemokratisch, unparlamentarisch, sozial ungerecht ,,Reichsfeinde": - Katholiken (→ Kulturkampf) - SPD / Arbeiterbeweg. (→ Sozialistengesetze) Einwanderer (→ polnische Arbeitsmigranten) → Folge: Stärkung der Minderheiten • Hintergrund: Wirtschaftskrise, gesellschaftliche Verunsicherung • Kennzeichen der konservativ-nationalen Ideologie: antiliberal, antisemitisch, aggressiv expansionistisch, protektionistisch • Träger des konservativen Nationalismus: Verlierer des sozioökonomischen Wandels (Handwerker, Kleinhändler) Großagrarier, Industrielle, Bildungsbürger → Furcht vor sozialen Unruhen • Ziel: Machterhalt der konservativen, adlig-großbürgerlichen Eliten Konservative Wende 1878/9 "Integraler Nationalismus" • Verhältnis des Individuums zur Nation: Unterordnung der Interessen des Einzelnen unter die Nation als höheres Ganzes • Verhältnis von „Volk", „Nation“ und „Staat“: „Volk“ („Nation") existiert unabhängig vom Staat und geht der staatlichen Ordnung voraus Ideologischer Einfluss des Darwinismus: „survival of the fittest" wird auf Nationen übertragen → rücksichtslose und expansive Durchsetzung der eigenen nationalen Interessen Organisierter Nationalismus nach 1880 Massenorganisationen als nationale außerparlamentarische Opposition ,,von rechts" → Kritik an...

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der Politik des Kaiserreiches (Bürgertum) • z.B. Verbände: Alldeutscher Verband (1891), ,,Deutscher Flottenverein" (18989 = Mitteleuropäisches deutsches Großreich, Errichtung eines Kolonialimperiums, Errichtung einer deutschen Kriegsflott Der Weg zur Reichsgründung 1871 Situation nach der Revolution 1848/9 Wirtschaft • Gründung Zollverein (1834) = P verweigert Ö die Aufnahme in Zollverein • gemeinsamer Wirtschaftsmarkt, Wirtschaftsaufschwung, Hochindustrialisierung = Einheit Deutschlands wird anerkannt Politik Bismarck und die preußische Innenpolitik in den 1860er Jahren 1861: Wilhelm 1. hat den preußischen Thron; Otto von Bismarck wird 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt, seine Politik ist konservativ bis reaktionär, rücksichtsloser Einsatz von Machtmitteln • Abschaffung der „Landwehr", einer Armee aus Wehrpflichtigen zugunsten einer Berufsarmee, dadurch Aufwertung der Militärs und der adligen Offiziere, Militarisierung der Gesellschaft • Mehrheit der Abgeordneten verweigert die Zustimmung zum Budget (das Etatrecht/Haushaltsrecht lag beim Abgeordnetenhaus), König Wilhelm I. plant seine Abdankung • Bismarck geht auf Konfrontation und regiert ohne vom Parlament genehmigten Haushalt • offener Verfassungskonflikt; Bismarck konstruiert die ,,Lückentheorie": in einer ,,Pattsituation" zwischen König & Parlament (keine Einigung auf ein Gesetz) fälle der König als Souverän die Entscheidung • nach dem Sieg Preußens im preußisch-österreichischen Krieg 1866 wird die Maßnahme nachträglich vom Parlament gebilligt („Indemnität"), darüber spaltet sich allerdings die liberale Partei in eine gegen Bismarcks reaktionäre Politik gerichtete ,,Deutsche Fortschrittspartei" und die konservativere ,,Nationalliberale Partei", die Bismarcks Ziele unterstützte • 1862: Bismarck begründet seine Heeresreform, "Einheit durch Eisen & Blut" • Ö: Neuabsolutismus • P: ,,oktroyierte Verfassung" + Anspruch auf das Gottesgnadentum des Königs, Oberbefehl über die Armee; die Gesetzgebung lag beim König und den beiden Kammern usw. (siehe Abbildung) Bismarck und der preußisch-österreichische Dualismus • 1864: Krieg gegen Dänemark • 1866: preußisch-österreichischer Krieg • Friede von Prag: Auflösung des Deutschen Bundes → 1867: Gründung des Norddeutschen Bundes ● Der Weg zur Reichsgründung 1871 • Frankreich sieht such von Preußen bedroht & sucht nach Bündnissen • 1870: Konflikt um die spanische Thronfolge (Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen) Frankreich befürchtet eine „Umklammerung" • Verzicht von Leopold, Napoleon III. fordert jedoch die bindende Erklärung eines dauerhaften Verzichts durch Wilhelm I.; ein Telegramm Wilhelms II. über eine Unterredung mit dem französischen Botschafter in Bad Ems kürzte Bismarck und verschärfte die Botschaft dadurch (,,Emser Depesche") Bismarck und die „Reichsgründung von oben“ 1871 ● deutsch-französischer Krieg 1870/1: Frankreich fühlt sich brüskiert & erklärt Preußen den Krieg; nationale Stimmung in Deutschland, süddeutsche Staaten treten dem Norddeutschen Bund bei; Sieg der deutschen Seite in Sedan, Kapitulation Frankreichs, Abdankung Napoleons III. (Frankreich wird Republik); Elsass-Lothringen wird von Deutschland annektiert, Frankreich muss Entschädigungen zahlen • Bismarck bemüht sich um die Zustimmung der süddeutschen Staaten (Gewährung von Sonderrechten, finanzielle Zugeständnisse, Bewahrung der Eigenständigkeit)zu einer Reichsgründung von oben", d.h. durch die Fürsten, ohne Mitsprache der Parlamente oder der Nationalbewegung 18.1.1871: Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles: der preußische König Wilhelm I. wird zum ,,Deutschen Kaiser" ausgerufen Die Verfassung & Parteibildung • kein Grundrechtskatalog (Grundrechte galten allerdings in den Einzelstaaten) Preußen war in allen Kammern tonangebend Reichskanzler (gleichzeitig preußischer Ministerpräsident) war nicht dem Parlament, sondern dem Kaiser gegenüber verantwortlich → föderale Struktur • Spaltung der liberalen Strömung → Nationalliberale Partei: kompromissbereit, Zusammenarbeit mit Bismarck, Mitwirkung bei der Reichsgründung & bei Reformen → Fortschrittspartei: in Opposition zu Bismarck, Forderung nach mehr Freiheitsrechten Kaiserreiches (konstitutionelle Monarchie) völkerrechtliche Vertretung des Reichs Bundesrat 58 Stimmen der 25 Bundesstaaten (Preußen 17 Stimmen) entsenden Bevollmächtigte 25 Bundesstaaten Länderregierungen Länder- parlamente Landeswahlrechte Deutscher Kaiser und König von Preußen entlässt ernennt Reichskanzler 24. ernennt Staatssekretäre der Reichsämter 55 Reichsgesetzgebung in Übereinstimmung von Bundesrat und Reichstag wahlberechtigte männliche Bevölkerung Streitkräfte Reichstag 397 Abgeordnete Einberufung min- destens alljährlich allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht (Männer über 25 Jahre) Die Reichsgründung 1871 Vorgeschichte der Reichsgründung 1871 1.Entwicklungsstrang: Nationsbildungsprozess („nation building") vor 1871 • deutsche Nationalbewegung & liberale Parteien fordern einen zentralistischen, von Preußen geführten deutschen Nationalstaat • national orientierte gesellschaftliche Organisationen, Vereine (Sänger, Turner), Verbände und Feste wirtschaftliche Verflechtung: Eisenbahnbau und dringende Notwendigkeit der wirtschaftlichen Vereinheitlichung (Gesetze, Währungen, Maße usw.) → einheitlicher Staat als Handlungsinstrument 2.Entwicklungsstrang Wirkung der drei Kriege gegen Dänemark, Preußen und Österreich (1864- 1871) als ,,nationale Einigungskriege" • Rolle Bismarcks: erkannte die Gelegenheit zur nationalen Einigung unter der Führung Preußens, hat sie möglicherweise sogar selbst so beabsichtigt (vgl. ,,Eisen und Blut"-Rede 1862) • entscheidende Rolle des deutsch-deutschen (=preußisch-österr.) Krieges: innerdeutscher Krieg als ,,Nationalkrieg" mit langfristigen Folgen: Auflösung des Deutschen Bundes, Gründung des Norddeutschen Bundes, Vergrößerung und Dominanz Preußens, Ausscheiden Österreichs (Habsburgermonarchie) aus dem deutschen Staatenverband Bilanz: Hauptziele der Revolution von 1848/9 durch die ,,Revolution von oben" erreicht: a) Gründung eines Nationalstaates Deutschland (nationaler Aspekt) b) Errichtung eines auf einer Verfassung beruhenden Staates (liberaler Aspekt) Annexion norddeutscher Gebiete durch P & Legitimierung aus dem Gottesgnadentum (konservativer Aspekt) → einerseits: demokratische Legitim. (Männerwahlrecht), Mitwirkung bei der Gesetzgeb. Mitbestimmung des Haushaltes → andererseits: keine Mitwirkung bei der Regierungsbildung Reichsgründung 1871 Bindung der süddeutschen Staaten an den Norddeutschen Bund (Beistands- und Schutzbündnisse unter Führung des militärisch starken Preußen) • deutsch-französischer Krieg: Niederlage Frankreichs mit harten Friedensbedingungen (Abtretung Elsass-Lothringens, Reparationszahlungen, zeitweilige Besatzungen) • nationale Begeisterung in Deutschland, Zustimmung der süddeutschen Staaten zu den Einigungsverträgen • 18.1.1871: Proklamation König Wilhelms I zum ,,Deutschen Kaiser" in Versailles Der Gründungsmythos des Kaiserreiches • Kaiserproklamation als ein von Fürsten und Militärs getragener Akt, mit Wilhelm I. als Heerkaiser & Bismarck als zentraler politischer Figur Verschmelzung des idealisierten mittelalterlichen deutschen Kaiserreiches mit dem preußischen Machtstaat • nationalistische Behauptung einer preußisch-deutschen Entwicklungslinie von Arminius über Luther und Friedrich dem Großen bis zum Bismarck-Staat ● Deutungen des Kaiserreiches Die ,,Sonderwegs"-Diskussion Ideologie einer anderen Staaten überlegenen Entwicklung, einer Verbindung von nationaler kultureller Dominanz & wirtschaftlicher Dynamik unter dem Dach eines Obrigkeitsstaates • oder: Schwäche des politischen Systems des Kaiserreiches, fehlende Anpassungsfähigkeit an wirtschaftliche & soziale Entwicklungen, Schwächung des Bürgertums & des Liberalismus → Dominanz der alten Eliten (Adel, Militär, Bürokratie) über 1918 hinaus, „Vorgeschichte des Dritten Reiches" (,,von Bismarck zu Hitler")? ● Überlegungen zu den Entwicklungsmöglichkeiten des politischen Systems • einerseits: Kritik an dem kompromissbereiten Handeln der Nationalliberalen (,,Einheit als Freiheit"?) & der Unterstützung der autoritären Politik Bismarcks ist möglicherweise zu einseitig → liberale Reformen in der Gesellschaft und Wirtschaft in den 1870er Jahren/ Modernisierung • fehlende liberale & demokratische Weiterentwicklung des politischen Systems trotz der Nationalliberalen Partei → keine Parlamentarisierung des Herrschaftssystems & Budgetrecht des Parlamentes • konservative Wende 1878/9 Bismarcks: Bruch mit liberalen Positionen, Niedergang des Liberalismus → ,,zweite" oder ,,innere Reichsgründung" → Einführung von Schutzzöllen (Protektionismus) & Ausgrenzung von Minderheiten Beurteilung des politischen Systems im Kaiserreich → einerseits: nach 1871 Stabilisierung des autoritären Machtstaates, Machtlosigkeit des Parlamentes → andererseits: monarchischer Konstitutionalismus war im europäischen Vergleich keine Ausnahme, die Beziehung von Exekutive & Parlament war in vielen Ländern konfliktreich, kein Absolutismus ● Beurteilung der Rolle des Parlamentes & der Parteien → einerseits: verfassungsmäßig beschränkte Befugnisse des Parlamentes (vgl. oben) → andererseits: Mobilisierung der Wähler durch Parlamentswahlen, inhaltliche Debatten im Reichstag auf hohem Niveau, ausführliche Berichterstattung durch die Presse → starke Aufsplitterung des Parteiensystems, Parteien betreiben Klientelpolitik (Milieubindung) → keine Notwendigkeit zur Regierungsbildung (Kaiser beruft Reichskanzler!) → geringe Kompromissbereitschaft, Blockadehaltung, komplizierte Beschaffung von Mehrheiten Kernthese, kurze Begründung Leistungen / Fehler Verhältnis zur modernen Gesellschaft Wirkung Bewertung Bismarcks Loth (1997) Bismarck als ,,weißer Revolutionär" (in der Einigungspolitik), später ,,Reaktionär" (in der Abwehr der liberalen Wünsche) Clark (2008) Bismarck als Machtmensch, Pragmatiker und Opportunist (Politik ohne ideologische Bindungen und Rücksichten, deshalb in seinen Aktionen kaum berechenbar) Diener des Staates, ,,ohne jemals Diener zu sein" betrieb in der nach- revolutionären Ära eine postromantische Politik", die sich moderner Mittel (öffentliche Meinung) bediente [keine eindeutige Aussage im Textauszug] Modernisierung angestoßen / gleichzeitig Parlamentarisierung bzw. Demokratisierung verhindert überwand die alte Ordnung durch seine Politik weitere Entwicklung der deutschen Politik durch Bismarck nicht zwingend vorgezeichnet Katholiken (,,Kulturkampf") • Protestantismus als Religion des Reiches keine Akzeptanz bei den Katholiken (Zentrum): konservativ, wirtschaftsliberal, rückwärtsgewandt, nicht national ethnische Minderheiten (,,Ruhrpolen") • im Zuge der Hochindustrialisierung (Arbeitskräftemangel): Zuwanderung aus polnischen bzw. dt.- poln. Gebieten, dem Elsass, Dänemark u.a. Engelberg (1993) Bismarck als revolutionärer Vollstrecker des nationalstaatliche[n] Testament[s] der deutschen Revolution von 1848/9" Warnung vor weltpolitischen" Ambitionen des Reiches/ ,,Feindschaft gegenüber allen demokratischen Kräften" Zog mit der nationalen Einigung die Konsequenzen aus der industriellen Revolution ● Willms (1997) Bismarck als der erste Dämon in der jüngeren deutschen Geschichte" Erbe Bismarcks (,,Umsicht im europäischen Kräftespiel") vertan: ,,Tragik" der Person wurde zur Tragik der deutschen Nation" Minderheiten im Kaiserreich --- / Beispiel für eine Politik, die Macht allemal vor Recht und Rücksicht" stellte, Vergötzung des Erfolgs ,,ohne Rechnung der Kosten und Folgen" Verstand die Dynamik der modernen, kapitalistischen Gesellschaft nicht Katastrophen der deutschen Geschichte 1914 und 1933 gehen auf die von Bismarck geschaffenen Bedingungen und Strukturen zurück Sozialdemokraten (,,Sozialistengesetz") obrigkeitlicher Staat, an den Interessen der Bürger interessiert • Arbeiter wollten Rechte und Mitsprache Juden (,,Antisemitismus") • zunehmender Rassismus in der Gesellschaft & bei den Eliten wirtschaftliche Schwierigkeiten

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der Politik des Kaiserreiches (Bürgertum) • z.B. Verbände: Alldeutscher Verband (1891), ,,Deutscher Flottenverein" (18989 = Mitteleuropäisches deutsches Großreich, Errichtung eines Kolonialimperiums, Errichtung einer deutschen Kriegsflott Der Weg zur Reichsgründung 1871 Situation nach der Revolution 1848/9 Wirtschaft • Gründung Zollverein (1834) = P verweigert Ö die Aufnahme in Zollverein • gemeinsamer Wirtschaftsmarkt, Wirtschaftsaufschwung, Hochindustrialisierung = Einheit Deutschlands wird anerkannt Politik Bismarck und die preußische Innenpolitik in den 1860er Jahren 1861: Wilhelm 1. hat den preußischen Thron; Otto von Bismarck wird 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt, seine Politik ist konservativ bis reaktionär, rücksichtsloser Einsatz von Machtmitteln • Abschaffung der „Landwehr", einer Armee aus Wehrpflichtigen zugunsten einer Berufsarmee, dadurch Aufwertung der Militärs und der adligen Offiziere, Militarisierung der Gesellschaft • Mehrheit der Abgeordneten verweigert die Zustimmung zum Budget (das Etatrecht/Haushaltsrecht lag beim Abgeordnetenhaus), König Wilhelm I. plant seine Abdankung • Bismarck geht auf Konfrontation und regiert ohne vom Parlament genehmigten Haushalt • offener Verfassungskonflikt; Bismarck konstruiert die ,,Lückentheorie": in einer ,,Pattsituation" zwischen König & Parlament (keine Einigung auf ein Gesetz) fälle der König als Souverän die Entscheidung • nach dem Sieg Preußens im preußisch-österreichischen Krieg 1866 wird die Maßnahme nachträglich vom Parlament gebilligt („Indemnität"), darüber spaltet sich allerdings die liberale Partei in eine gegen Bismarcks reaktionäre Politik gerichtete ,,Deutsche Fortschrittspartei" und die konservativere ,,Nationalliberale Partei", die Bismarcks Ziele unterstützte • 1862: Bismarck begründet seine Heeresreform, "Einheit durch Eisen & Blut" • Ö: Neuabsolutismus • P: ,,oktroyierte Verfassung" + Anspruch auf das Gottesgnadentum des Königs, Oberbefehl über die Armee; die Gesetzgebung lag beim König und den beiden Kammern usw. (siehe Abbildung) Bismarck und der preußisch-österreichische Dualismus • 1864: Krieg gegen Dänemark • 1866: preußisch-österreichischer Krieg • Friede von Prag: Auflösung des Deutschen Bundes → 1867: Gründung des Norddeutschen Bundes ● Der Weg zur Reichsgründung 1871 • Frankreich sieht such von Preußen bedroht & sucht nach Bündnissen • 1870: Konflikt um die spanische Thronfolge (Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen) Frankreich befürchtet eine „Umklammerung" • Verzicht von Leopold, Napoleon III. fordert jedoch die bindende Erklärung eines dauerhaften Verzichts durch Wilhelm I.; ein Telegramm Wilhelms II. über eine Unterredung mit dem französischen Botschafter in Bad Ems kürzte Bismarck und verschärfte die Botschaft dadurch (,,Emser Depesche") Bismarck und die „Reichsgründung von oben“ 1871 ● deutsch-französischer Krieg 1870/1: Frankreich fühlt sich brüskiert & erklärt Preußen den Krieg; nationale Stimmung in Deutschland, süddeutsche Staaten treten dem Norddeutschen Bund bei; Sieg der deutschen Seite in Sedan, Kapitulation Frankreichs, Abdankung Napoleons III. 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Mitbestimmung des Haushaltes → andererseits: keine Mitwirkung bei der Regierungsbildung Reichsgründung 1871 Bindung der süddeutschen Staaten an den Norddeutschen Bund (Beistands- und Schutzbündnisse unter Führung des militärisch starken Preußen) • deutsch-französischer Krieg: Niederlage Frankreichs mit harten Friedensbedingungen (Abtretung Elsass-Lothringens, Reparationszahlungen, zeitweilige Besatzungen) • nationale Begeisterung in Deutschland, Zustimmung der süddeutschen Staaten zu den Einigungsverträgen • 18.1.1871: Proklamation König Wilhelms I zum ,,Deutschen Kaiser" in Versailles Der Gründungsmythos des Kaiserreiches • Kaiserproklamation als ein von Fürsten und Militärs getragener Akt, mit Wilhelm I. als Heerkaiser & Bismarck als zentraler politischer Figur Verschmelzung des idealisierten mittelalterlichen deutschen Kaiserreiches mit dem preußischen Machtstaat • nationalistische Behauptung einer preußisch-deutschen Entwicklungslinie von Arminius über Luther und Friedrich dem Großen bis zum Bismarck-Staat ● Deutungen des Kaiserreiches Die ,,Sonderwegs"-Diskussion Ideologie einer anderen Staaten überlegenen Entwicklung, einer Verbindung von nationaler kultureller Dominanz & wirtschaftlicher Dynamik unter dem Dach eines Obrigkeitsstaates • oder: Schwäche des politischen Systems des Kaiserreiches, fehlende Anpassungsfähigkeit an wirtschaftliche & soziale Entwicklungen, Schwächung des Bürgertums & des Liberalismus → Dominanz der alten Eliten (Adel, Militär, Bürokratie) über 1918 hinaus, „Vorgeschichte des Dritten Reiches" (,,von Bismarck zu Hitler")? ● Überlegungen zu den Entwicklungsmöglichkeiten des politischen Systems • einerseits: Kritik an dem kompromissbereiten Handeln der Nationalliberalen (,,Einheit als Freiheit"?) & der Unterstützung der autoritären Politik Bismarcks ist möglicherweise zu einseitig → liberale Reformen in der Gesellschaft und Wirtschaft in den 1870er Jahren/ Modernisierung • fehlende liberale & demokratische Weiterentwicklung des politischen Systems trotz der Nationalliberalen Partei → keine Parlamentarisierung des Herrschaftssystems & Budgetrecht des Parlamentes • konservative Wende 1878/9 Bismarcks: Bruch mit liberalen Positionen, Niedergang des Liberalismus → ,,zweite" oder ,,innere Reichsgründung" → Einführung von Schutzzöllen (Protektionismus) & Ausgrenzung von Minderheiten Beurteilung des politischen Systems im Kaiserreich → einerseits: nach 1871 Stabilisierung des autoritären Machtstaates, Machtlosigkeit des Parlamentes → andererseits: monarchischer Konstitutionalismus war im europäischen Vergleich keine Ausnahme, die Beziehung von Exekutive & Parlament war in vielen Ländern konfliktreich, kein Absolutismus ● Beurteilung der Rolle des Parlamentes & der Parteien → einerseits: verfassungsmäßig beschränkte Befugnisse des Parlamentes (vgl. oben) → andererseits: Mobilisierung der Wähler durch Parlamentswahlen, inhaltliche Debatten im Reichstag auf hohem Niveau, ausführliche Berichterstattung durch die Presse → starke Aufsplitterung des Parteiensystems, Parteien betreiben Klientelpolitik (Milieubindung) → keine Notwendigkeit zur Regierungsbildung (Kaiser beruft Reichskanzler!) → geringe Kompromissbereitschaft, Blockadehaltung, komplizierte Beschaffung von Mehrheiten Kernthese, kurze Begründung Leistungen / Fehler Verhältnis zur modernen Gesellschaft Wirkung Bewertung Bismarcks Loth (1997) Bismarck als ,,weißer Revolutionär" (in der Einigungspolitik), später ,,Reaktionär" (in der Abwehr der liberalen Wünsche) Clark (2008) Bismarck als Machtmensch, Pragmatiker und Opportunist (Politik ohne ideologische Bindungen und Rücksichten, deshalb in seinen Aktionen kaum berechenbar) Diener des Staates, ,,ohne jemals Diener zu sein" betrieb in der nach- revolutionären Ära eine postromantische Politik", die sich moderner Mittel (öffentliche Meinung) bediente [keine eindeutige Aussage im Textauszug] Modernisierung angestoßen / gleichzeitig Parlamentarisierung bzw. 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