Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Genetischer Fingerabdruck
Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
Die PCR-Methode einfach erklärt ist ein Verfahren zur Vervielfältigung bestimmter DNA-Abschnitte im Reagenzglas (in vitro).
Anwendungen der PCR:
- Erkennung von Erbkrankheiten und Virusinfektionen
- Erstellung und Überprüfung genetischer Fingerabdrücke
- Klonieren von Genen
- Durchführung von Vaterschaftstests
Wichtige Komponenten:
- Original-DNA als Vorlage
- Zwei Primer (Startmoleküle)
- DNA-Polymerase (häufig Taq-Polymerase)
- Desoxynukleosidtriphosphate (Bausteine)
- Mg²⁺-Ionen und Pufferlösung
- Thermocycler (spezielles Gerät)
Ablauf der Polymerase-Kettenreaktion (25-50 Zyklen):
- Denaturierung (95°C): Aufbrechen der DNA-Doppelstränge
- Primer-Hybridisierung : Anlagerung der Primer an einzelne DNA-Stränge
- Elongation : Auffüllen der fehlenden Stränge durch die DNA-Polymerase, wobei der Tochterstrang von 5' zu 3' aufgebaut wird
Wichtiger Prozess: Bei der Elongation PCR baut die Polymerase immer vom 3'-Ende des Primers beginnend den komplementären Strang auf. Dabei bleibt der Primer dauerhaft an der DNA gebunden und wird mit jedem Zyklus vervielfältigt.
Genetischer Fingerabdruck
Der genetische Fingerabdruck nutzt den Vergleich von individuellen DNA-Bereichen zur eindeutigen Identifikation einer Person.
Grundprinzip:
- Analyse kurzer, wiederholter DNA-Sequenzen (Short Tandem Repeats, STRs)
- STRs bestehen aus 2-5 Nukleotiden, die sich unterschiedlich oft wiederholen
- Die Länge und Anzahl der Wiederholungen ist individuell charakteristisch
- Nach PCR-Vervielfältigung erfolgt die Auftrennung mittels Gelelektrophorese
Ablauf zur Erstellung eines genetischen Fingerabdrucks:
- DNA-Extraktion aus biologischem Material (Speichel, Blut, Hautschuppen)
- Vorbereitung des PCR-Ansatzes (DNA, Primer, Polymerase, Nukleotide)
- Durchführung der PCR
- Anfärbung des PCR-Ansatzes und Auftragen auf Agarosegel
- Auftragen eines Marker-Cocktails mit DNA-Fragmenten bekannter Länge
- Durchführung der Gelelektrophorese
- Ablesen und Vergleichen des individuellen Bandenmusters
Anwendungsbeispiel: In der Kriminalistik wird der genetische Fingerabdruck genutzt, um Tatverdächtige mit am Tatort gefundenen DNA-Spuren zu vergleichen. Die Methode ist so präzise, dass die Wahrscheinlichkeit für identische Muster bei nicht verwandten Personen extrem gering ist.



