Synapsen und Synapsengifte
An der Synapse wird's richtig interessant - hier springt das elektrische Signal von einer Zelle zur nächsten, aber nicht direkt! Wenn das Aktionspotenzial am präsynaptischen Endknöpfchen ankommt, öffnen sich Calcium-Kanäle.
Ca²⁺-Ionen strömen ein und lösen eine molekulare Kettenreaktion aus: Vesikel verschmelzen mit der Membran und schütten Neurotransmitter (z.B. Acetylcholin) in den synaptischen Spalt. Diese Botenstoffe binden an Rezeptoren der Nachbarzelle und öffnen dort Ionenkanäle.
Das Enzym Acetylcholinesterase räumt danach auf - es spaltet den Transmitter, damit die Synapse wieder bereit für das nächste Signal ist. Die Spaltprodukte werden recycelt und für neue Transmitter verwendet.
Synapsengifte greifen gezielt in diesen Prozess ein: Curare blockiert Rezeptoren (Lähmung), Botox verhindert Transmitterfreisetzung, Nervengase hemmen das Abbau-Enzym (Dauererregung). Auch Nicotin und Alkohol manipulieren das System - deshalb sind sie so wirksam und gefährlich.
Krass: Eine einzige Synapse kann 6000-8000 Transmittermoleküle auf einmal ausschütten - das ist molekulares Feuerwerk!