Atropin und seine Wirkung auf das Nervensystem
Atropin, ein Alkaloid der Tollkirsche (Atropa belladonna), hat signifikante Auswirkungen auf die Erregungsübertragung im Nervensystem. Seine Wirkung lässt sich am Beispiel des Auges gut erklären:
- Atropin blockiert die Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte zwischen dem Nervus oculomotorius und dem Musculus sphincter pupillae.
- Dies verhindert die Bindung von Acetylcholin an die Rezeptoren.
- Folglich können sich die Natriumkanäle nicht öffnen, und es findet kein Natriumeinstrom statt.
- Die Erregungsweiterleitung wird unterbrochen, und es entsteht ein inhibitorisches postsynaptisches Potenzial (IPSP).
- Der Musculus sphincter pupillae, verantwortlich für die Verengung der Pupille, kann nicht kontrahieren.
- Die Pupille bleibt dauerhaft weit geöffnet (Mydriasis).
Example: Bei Atropin-Augentropfen wird dieser Effekt genutzt, um die Pupille für Untersuchungen zu erweitern. Die Wirkungsdauer von Atropin-Augentropfen kann mehrere Tage anhalten.
Highlight: Die Wirkung von Atropin auf das Nervensystem macht es zu einem wichtigen Medikament in der Notfallmedizin, beispielsweise bei der Behandlung von Bradykardien oder als Gegenmittel bei bestimmten Vergiftungen.






