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Zusammenfassung der Themen des 2. Halbjahres der 12. Klasse fürs Kolloquium. Themenbereiche: Genetisch bedingte Verhaltensweisen, Erweiterung von Verhaltensweisen durch Lerneinflüsse und das Individuum und die soziale Gruppe.

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12/2 Genetisch bedingte Verhaltensweisen Verhalten = Alle beobachtbaren sowohl agierenden als auch reagierenden Verhaltensäußerungen von Menschen und Tieren Ein Katalog aller zu beobachtender Verhaltensweisen eines Lebewesens bezeichnet man als Ethogramm Schlüsselreiz = Reize, die die bestimmten Voraussetzungen erfüllen ein bestimmtes Instinktverhalten hervorzurufen nennt man Schlüsselreize. Können sowohl visuelle als auch akustische Reize sein. Ursachen für Verhalten: 1. Ultimate Ursachen (Zweck-Ursachen) Nutzen oder evolutionsbiologischer Vorteil eines bestimmten Verhaltens 2. Proximate Ursachen (Wirk-Ursachen) Einem bestimmten Verhalten zugrunde liegende Mechanismen Unbedingter Reflex Ein unbedingter Reflex ist eine Reaktion, die auf einen bestimmten Reiz ausgelöst wird. Die Reaktion ist schnell, unbewusst und beliebig oft wiederhol bar und hat als Sinn und Ziel die Schutzfunktion. Beispiele sind der Kniesehnenreflex und der Niesreflex. Schlüsselreiz Schlag aufs Knie Fuß schnellt nach vorne Reaktion Rezeptor Muskelspindel Kniesehne Effektor Themenbereich 1 afferente Nervenbahnen ZNS ↓ efferente Nervenbahnen Instinkthandlung Bei einer Instinkthandlung reicht nicht nur der Schlüsselreiz (Auslösemechanismus) um eine Reaktion auszulösen. Sondern es muss auch eine innere Motivation des Lebewesens vorhanden sein. Eine Instinkthandlung setzt sich aus 3 Bestandteilen zusammen: Appetenzverhalten, Taxis und Endhandlung. Beispiel: Beutefangverhalten vo Kröten Eine hungrige Kröte verhält sich im Gegensatz zu einer satten Kröte sehr unruhig. Sie ist auf der Suche nach Nahrung, hat als eine innere Motivation. Das Suchverhalten der Kröte bezeichnet man als Appetenzverhalten. Sie sie dann eine Beute, hier ein Mehlwurm, stellt dieser den Schlüsselreiz dar und die Kröte orientiert und fixiert sich auf ihre Beute, was als Taxis...

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bezeichnet wird. Schließlich schnellt die Zunge der Kröte nach vorne um sich die Beute zu schnappen. Diese Handlung ist dann die Endhandlung. Prinzip der doppelten Quantifizierung Nach den Prinzip der doppelten Quantifizierung beeinflussen zwei Größen die Intensität der Reaktion: Qualität und Quantität des äußeren Reizes und die Stärke der inneren Bereitschaft. Appetenz Verlassen des Verstecks, Wartestellung Taxis orientiertes Sich-Zuwenden oder Anschleichen Endhandlung beidäugiges Fixieren und Zuschnappen Reaktions- und Handlungsketten Aus einer festgelegten Abfolge einzelner Handlungen, die jeweils einen eigenen, neuen Schlüsselreiz haben, zusammengesetztes, angeborenes Verhalten, das in Endhandlung mündet. 12/2 Nachweise für erbbedingtes Verhalten Von angeborenem oder erbbedingtem Verhalten spricht man, wenn ein Tier schon kurz nach der Geburt Verhaltensweisen ausführt, da es sie ja nicht lernen oder „abschauen“ konnte. Auch wenn das Verhalten erst später auftritt aber Arttypisch ist, deutet das auf eine erbkoordinierte Verhaltensweise hin, ebenso wie ein stereotyper Ablauf des Verhaltens. Methoden für Nachweise 1. Beobachtung unmittelbar nach der Geburt 2. Zwillingsvergleiche oder kulturübergreifende Vergleiche 3. Isolationsversuche / Kasper-Hauser-Versuche Hier werden Versuchstiere unter spezifischen Erfahrungsentzug in einer veränderten Umwelt ohne Kontakt zu Artgenossen aufgezogen. Wenn trotzdem Verhaltensweisen auftreten, die zuvor bei anderen Tieren der gleichen Art beobachtet wurden, kann man von angeborenem Verhalten ausgehen. 4. Attrappenversuche Mit Hilfe von Attrappenversuchen können Schlüsselreize bestimmt werden. Beispiel: Schlüsselreiz für Pickreaktion der Küken Verschiedene Attrappen von Möwenköpfen lösen unterschiedlich oft die Pickreaktion bei den Küken aus. Betrachtet man alle Ergebnisse, sieht man, dass der rote Punkt auf dem Schnabel der Möwen der Schlüsselreiz für die Küken ist und das Pickverhalten auslöst. Der rote Schnabelfleck löst beim Küken der Silbermöwe die Pickreaktion aus. Der Altvogel würgt daraufhin Nahrung aus. AV SCHLÜSSELREIZE ATTRAPPENVERSUCHE AN MÖWENKÜKEN: PICKREAKTIONEN 100 85 Themenbereich 1 71 25 verschieden- farbige Schnabelflecke 100 52 50 50 49 38 verschieden- farbige Schnäbel 100 115 102 Partnerschema Beurteilung der Attraktivität des anderen Geschlechts anhand geschlechtstypischer Kennzeichen. 102 95 95 95 verschieden- farbige Köpfe 100 94 Kindchenschema Auslösen von Verhaltensweisen der Brutpflege und Sicherstellung der für das Kleinkind lebensnotwendigen Betreuung, Pflege und Schutz durch typisch kindliche Merkmale. 91 verschiedene Kopfformen 126 übernormale rote Stabattrappe Erbbedingte Verhaltensweisen beim Menschen Nachweise durch Beobachtung von Neugeborenen (Greifreflex) oder blind oder taubblind geborenen Kindern (Mimik und Gestik wie bei ,,normalen“ Kindern). 12/2 Erweiterung einfacher Verhaltensweisen durch Lerneinflüsse Prägung Prägung = Dauerhaftes Lernen von Merkmalen eines Objekts in der sensiblen Phase und damit verbundenes Verhalten. Die Prägung ist irreversibel und wird auch Objektfixierung genannt. Sensible Phase = kurzer und früher Lebenszeitraum von Tieren, in der dir Prägung erfolgt Arten der Objektprägung 1. Nachfolgeprägung Erlernen der Erkennungsmerkmale der brutpflegenden Eltern, angeborene Verhaltensweise = Nachfolgen. Biologische Bedeutung: Lebensnotwendiger Eltern-Kind-Kontakt. Zum Beispiel bei Gänsen und Enten. 2. Sexuelle Prägung Erlernen des Artbildes des Partners. Biologische Bedeutung: Erfolgreiche Paarung 3. Nahrungsprägung Prägung von Jungtieren auf Beutetiere. z.B. lernen des Geruchs 4. Ortsprägung Zugvögel sin auf den Ort ihrer Kindheit geprägt, damit sie bei den Wanderungen wieder zurückfinden Motorische Prägung = erlernen überlebensnotwendiger Bewegungsmuster (z. B. Tötungsbiss) Themenbereich 2 Eltern-Kind-Bindung = prägungsähnlicher Vorgang beim Menschen. Soziale und emotionaler Beziehung, also eine feste Bezugsperson sind für Säuglinge überlebenswichtig Lernen 5/5 Hospitalismus = Fehlt einem Kind eine solche feste Bezugsperson in den ersten Lebensjahren, so kann es zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen = Lernen = Fähigkeit von Menschen und Tieren die individuellen Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen zu ändern bzw. anzupassen. Obligatorisches Lernen Erlernen von Verhaltenselementen die für das Überleben wichtig sind Fakultatives Lernen = Erlernen von Verhaltenselementen, die den Erfahrungsbereich erweitern aber nicht existentiell notwendig sind Bedingter Reflex / Klassische Konditionierung Hier entsteht aus einem unbedingten Reflex durch Verknüpfung der Reaktion mit einem neutralen Reiz ein bedingter Reflex. Voraussetzung: Kontiguität = Zeitdauer zwischen unbedingtem und neutralen Reiz darf nicht zu lang sein, damit eine Verknüpfung hergestellt werden kann. Extinktion = Auslöschen des bedingten Reizes (Hund hört mehrmals den Pfiff aber es kommt kein Luftstrom) 12/2 Beispiel: Hund schließt Reflexartig seine Augen, wenn ein Luftstrom kommt. Während des Lernvorgangs verbindet er den Luftstrom mit dem Ton eines Pfiffs wodurch der Hund dann nach dem Lernvorgang auch nur auf den Pfiff hin seine Augen schließt. Vor dem Lernvorgang: Unbedingter Reiz Luftstrom Lidschluss Reflex Während des Lernvorgangs: Unbedingter Reiz Luftstrom Neutraler Reiz Pfiff Lidschluss Reflex Nach dem Lernvorgang: Bedingter Reiz Pfiff Lidschluss Reflex Vor dem Lernvorgang: Unbedingter Reiz Futter Rezeptor Hornhaut Speichelfluss Reflex Lidmuskel Effektor Rezeptor Hornhaut Lidmuskel Effektor Rezeptor Ohr Lidmuskel Effektor Rezeptor Hornhaut afferente Nervenbahnen Mund Effektor ZNS efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Bedingte Appetenz / Operante Konditionierung Die operante Konditionierung ist eine Form der Instinkthandlung. Hier reich also für eine Reaktion nicht der Schlüsselreiz sondern eine innere Motivation muss auch vorhanden sein. Der Begriff bedingte Appetenz bedeutet Lernen durch gute Erfahrungen. Beispiel: Immer wenn der Hund hungrig ist und es Futter gibt ertönt eine Glocke und der Hund sabbert. ZNS ↓ efferente Nervenbahnen > afferente Nervenbahnen ZNS ↓ efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Themenbereich 2 ZNS efferente Nervenbahnen Hunger 12/2 Während des Lernvorgangs: Unbedingter Reiz Futter Neutraler Reiz Glocke Speichelfluss Reflex Nach dem Lernvorgang: Bedingter Reiz Glocke Speichelfluss Reflex Unbedingter Reiz Hund Neutraler (negativer) Reiz. Stromschlag Rezeptor Hornhaut Abwenden Reflex Mund Effektor Rezeptor Ohr Mund Effektor Rezeptor Hornhaut > afferente Nervenbahnen Körper Effektor ZNS ↓ efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Bedingte Aversion / Operante Konditionierung Bei der bedingten Aversion lernen Tiere durch schlechte Erfahrungen. Der Ablauf ist der gleiche wie bei der bedingten Aversion nur ändert sich die Reaktion. Beispiel: Kind bekommt einen Stromschlag wenn es mit den Hund spielen will. Während des Lernvorgangs: ZNS efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen ZNS Themenbereich 2 efferente Nervenbahnen Hunger Hunger Spielen

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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12/2 Genetisch bedingte Verhaltensweisen Verhalten = Alle beobachtbaren sowohl agierenden als auch reagierenden Verhaltensäußerungen von Menschen und Tieren Ein Katalog aller zu beobachtender Verhaltensweisen eines Lebewesens bezeichnet man als Ethogramm Schlüsselreiz = Reize, die die bestimmten Voraussetzungen erfüllen ein bestimmtes Instinktverhalten hervorzurufen nennt man Schlüsselreize. Können sowohl visuelle als auch akustische Reize sein. Ursachen für Verhalten: 1. Ultimate Ursachen (Zweck-Ursachen) Nutzen oder evolutionsbiologischer Vorteil eines bestimmten Verhaltens 2. Proximate Ursachen (Wirk-Ursachen) Einem bestimmten Verhalten zugrunde liegende Mechanismen Unbedingter Reflex Ein unbedingter Reflex ist eine Reaktion, die auf einen bestimmten Reiz ausgelöst wird. Die Reaktion ist schnell, unbewusst und beliebig oft wiederhol bar und hat als Sinn und Ziel die Schutzfunktion. Beispiele sind der Kniesehnenreflex und der Niesreflex. Schlüsselreiz Schlag aufs Knie Fuß schnellt nach vorne Reaktion Rezeptor Muskelspindel Kniesehne Effektor Themenbereich 1 afferente Nervenbahnen ZNS ↓ efferente Nervenbahnen Instinkthandlung Bei einer Instinkthandlung reicht nicht nur der Schlüsselreiz (Auslösemechanismus) um eine Reaktion auszulösen. Sondern es muss auch eine innere Motivation des Lebewesens vorhanden sein. Eine Instinkthandlung setzt sich aus 3 Bestandteilen zusammen: Appetenzverhalten, Taxis und Endhandlung. Beispiel: Beutefangverhalten vo Kröten Eine hungrige Kröte verhält sich im Gegensatz zu einer satten Kröte sehr unruhig. Sie ist auf der Suche nach Nahrung, hat als eine innere Motivation. Das Suchverhalten der Kröte bezeichnet man als Appetenzverhalten. Sie sie dann eine Beute, hier ein Mehlwurm, stellt dieser den Schlüsselreiz dar und die Kröte orientiert und fixiert sich auf ihre Beute, was als Taxis...

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bezeichnet wird. Schließlich schnellt die Zunge der Kröte nach vorne um sich die Beute zu schnappen. Diese Handlung ist dann die Endhandlung. Prinzip der doppelten Quantifizierung Nach den Prinzip der doppelten Quantifizierung beeinflussen zwei Größen die Intensität der Reaktion: Qualität und Quantität des äußeren Reizes und die Stärke der inneren Bereitschaft. Appetenz Verlassen des Verstecks, Wartestellung Taxis orientiertes Sich-Zuwenden oder Anschleichen Endhandlung beidäugiges Fixieren und Zuschnappen Reaktions- und Handlungsketten Aus einer festgelegten Abfolge einzelner Handlungen, die jeweils einen eigenen, neuen Schlüsselreiz haben, zusammengesetztes, angeborenes Verhalten, das in Endhandlung mündet. 12/2 Nachweise für erbbedingtes Verhalten Von angeborenem oder erbbedingtem Verhalten spricht man, wenn ein Tier schon kurz nach der Geburt Verhaltensweisen ausführt, da es sie ja nicht lernen oder „abschauen“ konnte. Auch wenn das Verhalten erst später auftritt aber Arttypisch ist, deutet das auf eine erbkoordinierte Verhaltensweise hin, ebenso wie ein stereotyper Ablauf des Verhaltens. Methoden für Nachweise 1. Beobachtung unmittelbar nach der Geburt 2. Zwillingsvergleiche oder kulturübergreifende Vergleiche 3. Isolationsversuche / Kasper-Hauser-Versuche Hier werden Versuchstiere unter spezifischen Erfahrungsentzug in einer veränderten Umwelt ohne Kontakt zu Artgenossen aufgezogen. Wenn trotzdem Verhaltensweisen auftreten, die zuvor bei anderen Tieren der gleichen Art beobachtet wurden, kann man von angeborenem Verhalten ausgehen. 4. Attrappenversuche Mit Hilfe von Attrappenversuchen können Schlüsselreize bestimmt werden. Beispiel: Schlüsselreiz für Pickreaktion der Küken Verschiedene Attrappen von Möwenköpfen lösen unterschiedlich oft die Pickreaktion bei den Küken aus. Betrachtet man alle Ergebnisse, sieht man, dass der rote Punkt auf dem Schnabel der Möwen der Schlüsselreiz für die Küken ist und das Pickverhalten auslöst. Der rote Schnabelfleck löst beim Küken der Silbermöwe die Pickreaktion aus. Der Altvogel würgt daraufhin Nahrung aus. AV SCHLÜSSELREIZE ATTRAPPENVERSUCHE AN MÖWENKÜKEN: PICKREAKTIONEN 100 85 Themenbereich 1 71 25 verschieden- farbige Schnabelflecke 100 52 50 50 49 38 verschieden- farbige Schnäbel 100 115 102 Partnerschema Beurteilung der Attraktivität des anderen Geschlechts anhand geschlechtstypischer Kennzeichen. 102 95 95 95 verschieden- farbige Köpfe 100 94 Kindchenschema Auslösen von Verhaltensweisen der Brutpflege und Sicherstellung der für das Kleinkind lebensnotwendigen Betreuung, Pflege und Schutz durch typisch kindliche Merkmale. 91 verschiedene Kopfformen 126 übernormale rote Stabattrappe Erbbedingte Verhaltensweisen beim Menschen Nachweise durch Beobachtung von Neugeborenen (Greifreflex) oder blind oder taubblind geborenen Kindern (Mimik und Gestik wie bei ,,normalen“ Kindern). 12/2 Erweiterung einfacher Verhaltensweisen durch Lerneinflüsse Prägung Prägung = Dauerhaftes Lernen von Merkmalen eines Objekts in der sensiblen Phase und damit verbundenes Verhalten. Die Prägung ist irreversibel und wird auch Objektfixierung genannt. Sensible Phase = kurzer und früher Lebenszeitraum von Tieren, in der dir Prägung erfolgt Arten der Objektprägung 1. Nachfolgeprägung Erlernen der Erkennungsmerkmale der brutpflegenden Eltern, angeborene Verhaltensweise = Nachfolgen. Biologische Bedeutung: Lebensnotwendiger Eltern-Kind-Kontakt. Zum Beispiel bei Gänsen und Enten. 2. Sexuelle Prägung Erlernen des Artbildes des Partners. Biologische Bedeutung: Erfolgreiche Paarung 3. Nahrungsprägung Prägung von Jungtieren auf Beutetiere. z.B. lernen des Geruchs 4. Ortsprägung Zugvögel sin auf den Ort ihrer Kindheit geprägt, damit sie bei den Wanderungen wieder zurückfinden Motorische Prägung = erlernen überlebensnotwendiger Bewegungsmuster (z. B. Tötungsbiss) Themenbereich 2 Eltern-Kind-Bindung = prägungsähnlicher Vorgang beim Menschen. Soziale und emotionaler Beziehung, also eine feste Bezugsperson sind für Säuglinge überlebenswichtig Lernen 5/5 Hospitalismus = Fehlt einem Kind eine solche feste Bezugsperson in den ersten Lebensjahren, so kann es zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen = Lernen = Fähigkeit von Menschen und Tieren die individuellen Verhaltensweisen aufgrund von Erfahrungen zu ändern bzw. anzupassen. Obligatorisches Lernen Erlernen von Verhaltenselementen die für das Überleben wichtig sind Fakultatives Lernen = Erlernen von Verhaltenselementen, die den Erfahrungsbereich erweitern aber nicht existentiell notwendig sind Bedingter Reflex / Klassische Konditionierung Hier entsteht aus einem unbedingten Reflex durch Verknüpfung der Reaktion mit einem neutralen Reiz ein bedingter Reflex. Voraussetzung: Kontiguität = Zeitdauer zwischen unbedingtem und neutralen Reiz darf nicht zu lang sein, damit eine Verknüpfung hergestellt werden kann. Extinktion = Auslöschen des bedingten Reizes (Hund hört mehrmals den Pfiff aber es kommt kein Luftstrom) 12/2 Beispiel: Hund schließt Reflexartig seine Augen, wenn ein Luftstrom kommt. Während des Lernvorgangs verbindet er den Luftstrom mit dem Ton eines Pfiffs wodurch der Hund dann nach dem Lernvorgang auch nur auf den Pfiff hin seine Augen schließt. Vor dem Lernvorgang: Unbedingter Reiz Luftstrom Lidschluss Reflex Während des Lernvorgangs: Unbedingter Reiz Luftstrom Neutraler Reiz Pfiff Lidschluss Reflex Nach dem Lernvorgang: Bedingter Reiz Pfiff Lidschluss Reflex Vor dem Lernvorgang: Unbedingter Reiz Futter Rezeptor Hornhaut Speichelfluss Reflex Lidmuskel Effektor Rezeptor Hornhaut Lidmuskel Effektor Rezeptor Ohr Lidmuskel Effektor Rezeptor Hornhaut afferente Nervenbahnen Mund Effektor ZNS efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Bedingte Appetenz / Operante Konditionierung Die operante Konditionierung ist eine Form der Instinkthandlung. Hier reich also für eine Reaktion nicht der Schlüsselreiz sondern eine innere Motivation muss auch vorhanden sein. Der Begriff bedingte Appetenz bedeutet Lernen durch gute Erfahrungen. Beispiel: Immer wenn der Hund hungrig ist und es Futter gibt ertönt eine Glocke und der Hund sabbert. ZNS ↓ efferente Nervenbahnen > afferente Nervenbahnen ZNS ↓ efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Themenbereich 2 ZNS efferente Nervenbahnen Hunger 12/2 Während des Lernvorgangs: Unbedingter Reiz Futter Neutraler Reiz Glocke Speichelfluss Reflex Nach dem Lernvorgang: Bedingter Reiz Glocke Speichelfluss Reflex Unbedingter Reiz Hund Neutraler (negativer) Reiz. Stromschlag Rezeptor Hornhaut Abwenden Reflex Mund Effektor Rezeptor Ohr Mund Effektor Rezeptor Hornhaut > afferente Nervenbahnen Körper Effektor ZNS ↓ efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen Bedingte Aversion / Operante Konditionierung Bei der bedingten Aversion lernen Tiere durch schlechte Erfahrungen. Der Ablauf ist der gleiche wie bei der bedingten Aversion nur ändert sich die Reaktion. Beispiel: Kind bekommt einen Stromschlag wenn es mit den Hund spielen will. Während des Lernvorgangs: ZNS efferente Nervenbahnen afferente Nervenbahnen ZNS Themenbereich 2 efferente Nervenbahnen Hunger Hunger Spielen