Genetisch bedingte Verhaltensweisen
Verhalten umfasst alle beobachtbaren Aktionen und Reaktionen von Menschen und Tieren. Wenn wir verstehen wollen, warum Lebewesen sich auf bestimmte Weise verhalten, müssen wir zwischen ultimaten Ursachen (evolutionsbiologischer Vorteil) und proximaten Ursachen (zugrundeliegende Mechanismen) unterscheiden.
Bei unbedingten Reflexen löst ein bestimmter Reiz automatisch eine schnelle, unbewusste Reaktion aus - wie beim Kniesehnenreflex, wenn dein Knie angeschlagen wird und dein Fuß nach vorne schnellt. Diese Reflexe haben meist eine Schutzfunktion.
Eine Instinkthandlung ist komplexer und besteht aus drei Teilen: Appetenzverhalten (Suchverhalten), Taxis (Orientierung) und Endhandlung. Dabei ist nicht nur ein Schlüsselreiz (z.B. Mehlwurm für eine Kröte) nötig, sondern auch eine innere Motivation (Hunger). Nach dem Prinzip der doppelten Quantifizierung bestimmen sowohl der äußere Reiz als auch die innere Bereitschaft die Intensität der Reaktion.
💡 Praxistipp: Schlüsselreize findest du überall im Alltag - in der Werbung werden beispielsweise oft kindliche Gesichtszüge (Kindchenschema) eingesetzt, um positive Gefühle auszulösen.








