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1. D-Abi-Aufgabe / Pflichtlektüre: Klassenarbeit zu "Goldner Topf"/Hoffmann im Vergleich zu "Steppenwolf"/Hesse

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 www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium
4. Erwartungshorizont (KA: „Goldener Topf“ / „Ste
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Klaus Schenck

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Klausur

Aufgabenstellung zur 10. Vigilie: Erwartungshorizont

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www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 4. Erwartungshorizont (KA: „Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 1 Werkvergleich mit Außentext – mögliche Ergebnisse Einleitung: mögliche Bausteine: A., zerrissen zwischen bürgerlicher Welt und dem Wunsch nach Zugehörigkeit einerseits, der Sehnsucht nach einem anderen Leben, dem Leben in der Phantasie, als Dichter andererseits. Der innere Konflikt spiegelt sich in seiner Situation zwischen den beiden Frauen: der bürgerlichen Veronika, die ihn heiraten möchte, „wenn er Hofrat worden", und der märchenhaften Serpentina, der Tochter seines Mentors Archiva- rius Lindhorst, zu der er sich hingezogen fühlt. Der Konflikt wird auf einer symbolischen Ebene dargestellt, indem A. sich zwischen einem bürgerlichen Leben als Hof- rat und einem Leben in der phantastischen Welt Atlantis entscheiden muss. Die beiden Welten spiegeln sich in den magischen Mächten des Archivarius Lindhorst und dem hexenhaften Äpfelweib. Beim Abschreiben altertümlicher Handschriften in der phantastischen Bibliothek Lindhorsts entdeckt er seine Bega- bung zur Dichtung. Einordnung: A. in der Kristallflasche, weil er - nach dem Versprechen, Veronika zu heiraten – beim Abschreiben einen Klecks auf eine kostbare Handschrift gemacht hat. Wie von seinem Mentor, Archivarius Lindhorst, angekündigt, wird er dafür bestraft. Hintergrund: A. im Zwiespalt zwischen zwei Frauen / zwei Lebensentwürf en - Veronika Paulmann / bürgerliche Welt/ Karriere als Hofrat und Serpentina, eine der Töchter des...

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Archivarius/phantastische Welt /Leben in der Poesie bzw. als Dichter. Er schwankt zwischen den beiden Möglichkeiten. => Zentrale Entwicklungsaufgabe des „Helden" Anselmus, der mit einer besonderen Wahrnehmungsfähigkeit begabt ist, angelegt in der 1. Vigilie, wo ihm das Äpfelweib nach seiner (aussage- und symbolträchtigen) Tollpatschigkeit den ,Fall ins Kristall' (Z. 18, vgl. S. 5, Z. 20) ankündigte. Surreale Situation zwischen Phantasie und Realität: Er sieht die früheren Praktikanten beim Archivarius ebenfalls in Kristallflaschen, während sie A. auslachen, weil sie ja auf der Elbbrücke stehen. ➜ Symbolische Deutung: Unterschiedliche Wahrnehmung: Für A. stellt die bürgerliche Welt ein Gefängnis dar. Interpretationshypothese: A. befindet sich in der entscheidenden Bewährungsprobe, in der er sich für ein Leben als Dichter und gegen ein bürgerliches Leben mit Veronika entscheidet. Sein innerer Kampf wird im Folgenden im Kampf zwischen dem Äpfelweib und dem Archivarius verbildlicht. Interpretation: Personaler Erzähler – ermöglicht Sich-Einlassen auf Anselmus' Sicht, zeigt Sympathie für A.; später eher szenisches Erzählen: mehr Distanz, als es um die Entscheidung des Anselmus trotz der Manipulationsversuche des Äpfelweibs geht. Anselmus' Erkenntnis und Entscheidung: Einsicht in seinen Fehler (vgl. S.83) → Ruf nach Serpentina: seine eigentli- che Liebe (Synästhesien, Onomatopoesie): Symbolik des Lichts, das in sein „Gefängnis“ strahlt, es,dehnt'. → Sie appelliert an seine inneren Werte; Vertrauen in sie, Wahrnehmung ihrer Gegenwart erleichtern das Leben in der Flasche (Vgl. auch Kontext). → A. erträgt lieber Qualen in der Flasche, als auf das Angebot des Äpfelweibs (Lautmalerei, u-Laute; Wortwahl: ab- wertend) einzugehen → weist sie energisch ab (Abwertung, Beschimpfung): erstmals bewusste eigenständige Ent- scheidung. Seine Schlussrede zeigt sein Aufgewühltsein (Gedankenstriche, Wiederholungen, „Satans-Geburt"/Assozi- ationen zur Hölle). Äpfelweib: Hintergrund; Dialoganalyse - Manipulationsversuche durch überlegene Haltung, herablassendes Schmei- cheln (ironische Anspielung auf die Nase), nicht einhaltbares Versprechen, weil A. im bürgerlichen Kristall gefangen bleibt, wenn er Veronika heiratet. Ironische Darstellung. Motive: Kristall - symbolisch für (weiße) Magie, vgl. goldener Topf, Stimmen im Holunderbusch; aber auch für die Gefangenschaft im bürgerlichen Leben (10. Vig.); Verknüpfung mit Spiegelmotiv → Selbsterkenntnis (goldener Topf), ebenfalls ambivalent (Aber: Veronikas magischer Spiegel ist aus Metall, nicht Kristall! Vgl. 7. und 9 Vigilie). Vs. ,,Kaffeekanne" – Symbol der bürgerlichen Welt, hier beschädigt, alt, schmutzig → Zuspitzung, Pervertierung der bürgerlichen Welt, die alles Höhere, Phantastische zugunsten von Karriere (Hofrat) und Profit (vgl. das Äpfelweib in der 1. Vigilie!) eliminieren will. www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 4. Erwartungshorizont (KA: „Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 2 Überleitung / Vergleich: Thema/Zitat: Träume und Illusionen braucht man zum Leben, lassen tiefere (oder höhere) Ebenen wahrnehmen: Visionen, Tagträume, eigene (Wunsch-)Vorstellungen, wie man (nicht) leben möchte. Träume können Leben, abgegrenzt vom bloßen Existieren, ermöglichen: also Sinn, Entfaltung der Persönlichkeit, der je besonderen Fähigkeiten, Erfüllung. Illusionen können Antrieb sein; Träume / Illusionen bieten auch Fluchtmöglich- keiten: Gegenwelten zur Realität. Problem: Träume / Illusionen können mit Anforderungen der Gesellschaft kollidieren / in Träumen spiegeln sich innere Konflikte Auseinandersetzung mit anderen, evtl. vorgegebenen Lebensentwürfen →Entscheidungssituation? → mögliche Vergleichsaspekte: Wovon träumen A. und H.H.? Inhalte: Wünsche oder Ängste, Ziele ... Mit Träumen/Illusionen verbundene Konflikte; Folgen? Gelingen oder Scheitern? Inwiefern leben sie ihre Träume? Entweder - Oder? Balance? ... Hinweis: Überleitung zum Vergleichswerk mit kurzer Einführung (TATTz) Träume / Illusio- nen: Inhalt Konflikte durch Träume / Illusio- nen Ermöglichen die Träume sinnvol- les Leben? Anselmus Harry Haller Träume und Illusionen sind wichtig, weil sie den Protagonisten den Weg zu einem besseren / sinn- vollen Leben weisen. Phantastische Welt von Atlantis: Schönheit, Harmonie mit der Natur; romantisches Ideal ei- ner poetisierten Welt. Hintergrund: besondere Wahrnehmungsfähig- keit; dichterische Begabung (vgl. 1., 6., 8. Vig.). Außenseiter, die sich nur schwer in die Gesellschaft integrieren können / wollen, weil sie die Welt anders als die Vertreter des Bürgertums wahrnehmen, wohl auch höhere Ansprüche haben. In ih- ren Träumen spiegelt sich ihr innerer Konflikt, ihre Zerrissenheit. Konflikt zwischen bürgerlicher und phantasti- scher / poetischer Welt, repräsentiert durch Veronika und Serpentina. Scheitern in der bür- gerlichen Welt (Tollpatschigkeit, Melancholie), Anerkennung als Schreiber, Sicherheit in der phantastischen Welt. Angstträume, verzerrte Wahrnehmungen zeigen Ängste (3. Vig., Tür- knauf), Verführbarkeit (z.B. 9. Vig.) Selbstwahrnehmung als zerrissen zwischen Mensch und Wolf → Selbsttäuschung? Illusion? Begegnung mit den Unsterblichen (Goethe- Traum!, Mozart) und magisches Theater (ange- kündigt durch,Illusionen' / übernatürliche Wahrnehmungen): fordern Integration ver- schiedener Persönlichkeitsanteile, Humor. Beide brauchen Helfer / Mentoren. Beide müssen für ihre Ziele kämpfen. Entscheidung für Serpentina, mithin für ein Le- ben in der / für die Poesie. Wie das konkret zu denken ist, bleibt offen. Märchen-Schluss. Evtl. zeigt der Erzähler einen,lebbaren' Entwurf? (vgl. 12. Vig.) Erkennt mithilfe der Träume sein Festgefahren- sein im Mensch-Wolf-Dualismus, öffnet sich teilweise für neue Erfahrungen (Maria, Jazz, Tanz, moderne Errungenschaften ...) Herausforderung: Integration der verschiede- nen Persönlichkeiten; Humor statt verbissener (Selbst-)Kritik. Träume und Illusionen sind essentiell für das Lebensgefühl, die Entwicklung, das Streben nach Glück. Der symbolische Mord an Hermine im magi- schen Theater wirft H.H. zurück. Es gelingt ihm nicht, das, was er erkannt hat, wirklich zu le- ben, aber er will es erneut versuchen (offener Schluss). Fazit - mit Bezug auf Außentext! Finden die Protagonisten mithilfe ihrer Träume und Illusionen zu ei- nem sinnvollen Leben? Oder: Sind Träume und Illusionen Ausdruck ihres Scheiterns im,normalen' bürgerlichen Leben / Krank- heitssymptome? Dr. Elisabeth Grünbeck 5 10 15 20 25 30 35 www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 3. Aufgabenstellung („Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 1 J 2 Deutsch 2. Klausur Werkvergleich mit Außentext E.T.A. Hoffmann (1776-1822): Der goldne Topf Hermann Hesse (1877-1962): Der Steppenwolf 20.12.2018 >>Ach«<, seufzte der Student, »die schauten niemals die holde Serpentina, sie wissen nicht, was Freiheit und Leben in Glauben und Liebe ist, deshalb spüren sie nicht den Druck des Gefängnis- ses, in das sie der Salamander bannte ihrer Torheit, ihres gemeinen Sinnes wegen, aber ich Un- glücklicher werde vergehen in Schmach und Elend, wenn sie, die ich so unaussprechlich liebe, mich nicht rettet.<< - Da wehte und säuselte Serpentinas Stimme durch das Zimmer: »Anselmus! - glaube, liebe, hoffe!« - Und jeder Laut strahlte in das Gefängnis des Anselmus hinein, und das Kristall mußte seiner Gewalt weichen und sich ausdehnen, daß die Brust des Gefangenen sich regen und erheben konnte! - Immer mehr verringerte sich die Qual seines Zustandes, und er merkte wohl, daß ihn Serpentina noch liebe, und daß nur sie es sei, die ihm den Aufenthalt in dem Kristall erträglich mache. Er bekümmerte sich nicht mehr um seine leichtsinnigen Unglücks- gefährten, sondern richtete Sinn und Gedanken nur auf die holde Serpentina. - Aber plötzlich entstand von der andern Seite her ein dumpfes widriges Gemurmel. Er konnte bald deutlich be- merken, daß dies Gemurmel von einer alten Kaffeekanne mit halbzerbrochenem Deckel her- rührte, die ihm gegenüber auf einem kleinen Schrank hingestellt war. Sowie er schärfer hin- schaute, entwickelten sich immer mehr die garstigen Züge eines alten verschrumpften Weiber- gesichts, und bald stand das Äpfelweib vom Schwarzen Tor vor dem Repositorium. Die grinsete und lachte ihn an und rief mit gellender Stimme: »Ei, ei, Kindchen! - mußt du nun ausharren? - Ins Kristall nun dein Fall! – hab' ich dir's nicht längst vorausgesagt?« »Höhne und spotte nur, du verdammtes Hexenweib«, sagte der Student Anselmus, »du bist schuld an allem, aber der Sala- mander wird dich treffen, du schnöde Runkelrübe!« - »Ho, ho!« erwiderte die Alte, »nur nicht so stolz! Du hast meinen Söhnlein ins Gesicht getreten, du hast mir die Nase verbrannt, aber doch bin ich dir gut, du Schelm, weil du sonst ein artiger Mensch warst, und mein Töchterchen ist dir auch gut. Aus dem Kristall kommst du aber nun einmal nicht, wenn ich dir nicht helfe; hinauflan- gen zu dir kann ich nicht, aber meine Frau Gevatterin, die Ratte, welche gleich über dir auf dem Boden wohnt, die soll das Brett entzweinagen, auf dem du stehst, dann purzelst du hinunter, und ich fange dich auf in der Schürze, damit du dir die Nase nicht zerschlägst, sondern fein dein glattes Gesichtlein erhältst, und ich trage dich flugs zur Mamsell Veronika, die mußt du heiraten, wenn du Hofrat worden.« »Laß ab von mir, Satans-Geburt«, schrie der Student Anselmus voller Grimm, »nur deine höllischen Künste haben mich zu dem Frevel gereizt, den ich nun abbüßen muß. - Aber geduldig ertrage ich alles, denn nur hier kann ich sein, wo die holde Serpentina mich mit Liebe und Trost umfängt! – Hör' es, Alte, und verzweifle! Trotz biete ich deiner Macht, ich liebe ewiglich nur Serpentina - ich will nie Hofrat werden - nie die Veronika schauen, die mich durch dich zum Bösen verlockt! – Kann die grüne Schlange nicht mein werden, so will ich unter- gehen in Sehnsucht und Schmerz! - Hebe dich weg - hebe dich weg - du schnöder Wechsel- balg!<< Der goldne Topf, 10. Vigilie (Auszug), Stuttgart: reclam 2016, S. 84, Z. 32 – S. 86, Z. 18. www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 3. Aufgabenstellung („Goldener Topf“ / „Steppenwolf") / S. 2 Aufgaben: Interpretiere die Textstelle. Beziehe das für das Verständnis Wesentliche aus der vorangehenden Handlung mit ein. Untersuche in einer vergleichenden Betrachtung die Bedeutung von Träumen und Illusionen für Anselmus in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der goldne Topf" und für Harry Haller in Hermann Hes- ses Roman ,,Der Steppenwolf". Beziehe dabei die These von Mark Twain ein: Erörtere, ob und in- wieweit sie für die Protagonisten zutrifft. "Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben." Mark Twain (1835-1910), amerikanischer Schriftsteller Hilfsmittel: Hinweise: Werkausgaben, Duden Die Arbeitszeit umfasst vier Stunden. Der Interpretation zählt etwa zur Hälfte. Die sprachliche Form zählt ungefähr ein Drittel.

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www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 4. Erwartungshorizont (KA: „Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 1 Werkvergleich mit Außentext – mögliche Ergebnisse Einleitung: mögliche Bausteine: A., zerrissen zwischen bürgerlicher Welt und dem Wunsch nach Zugehörigkeit einerseits, der Sehnsucht nach einem anderen Leben, dem Leben in der Phantasie, als Dichter andererseits. Der innere Konflikt spiegelt sich in seiner Situation zwischen den beiden Frauen: der bürgerlichen Veronika, die ihn heiraten möchte, „wenn er Hofrat worden", und der märchenhaften Serpentina, der Tochter seines Mentors Archiva- rius Lindhorst, zu der er sich hingezogen fühlt. Der Konflikt wird auf einer symbolischen Ebene dargestellt, indem A. sich zwischen einem bürgerlichen Leben als Hof- rat und einem Leben in der phantastischen Welt Atlantis entscheiden muss. Die beiden Welten spiegeln sich in den magischen Mächten des Archivarius Lindhorst und dem hexenhaften Äpfelweib. Beim Abschreiben altertümlicher Handschriften in der phantastischen Bibliothek Lindhorsts entdeckt er seine Bega- bung zur Dichtung. Einordnung: A. in der Kristallflasche, weil er - nach dem Versprechen, Veronika zu heiraten – beim Abschreiben einen Klecks auf eine kostbare Handschrift gemacht hat. Wie von seinem Mentor, Archivarius Lindhorst, angekündigt, wird er dafür bestraft. Hintergrund: A. im Zwiespalt zwischen zwei Frauen / zwei Lebensentwürf en - Veronika Paulmann / bürgerliche Welt/ Karriere als Hofrat und Serpentina, eine der Töchter des...

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Interpretation: Personaler Erzähler – ermöglicht Sich-Einlassen auf Anselmus' Sicht, zeigt Sympathie für A.; später eher szenisches Erzählen: mehr Distanz, als es um die Entscheidung des Anselmus trotz der Manipulationsversuche des Äpfelweibs geht. Anselmus' Erkenntnis und Entscheidung: Einsicht in seinen Fehler (vgl. S.83) → Ruf nach Serpentina: seine eigentli- che Liebe (Synästhesien, Onomatopoesie): Symbolik des Lichts, das in sein „Gefängnis“ strahlt, es,dehnt'. → Sie appelliert an seine inneren Werte; Vertrauen in sie, Wahrnehmung ihrer Gegenwart erleichtern das Leben in der Flasche (Vgl. auch Kontext). → A. erträgt lieber Qualen in der Flasche, als auf das Angebot des Äpfelweibs (Lautmalerei, u-Laute; Wortwahl: ab- wertend) einzugehen → weist sie energisch ab (Abwertung, Beschimpfung): erstmals bewusste eigenständige Ent- scheidung. Seine Schlussrede zeigt sein Aufgewühltsein (Gedankenstriche, Wiederholungen, „Satans-Geburt"/Assozi- ationen zur Hölle). Äpfelweib: Hintergrund; Dialoganalyse - Manipulationsversuche durch überlegene Haltung, herablassendes Schmei- cheln (ironische Anspielung auf die Nase), nicht einhaltbares Versprechen, weil A. im bürgerlichen Kristall gefangen bleibt, wenn er Veronika heiratet. Ironische Darstellung. Motive: Kristall - symbolisch für (weiße) Magie, vgl. goldener Topf, Stimmen im Holunderbusch; aber auch für die Gefangenschaft im bürgerlichen Leben (10. Vig.); Verknüpfung mit Spiegelmotiv → Selbsterkenntnis (goldener Topf), ebenfalls ambivalent (Aber: Veronikas magischer Spiegel ist aus Metall, nicht Kristall! Vgl. 7. und 9 Vigilie). Vs. ,,Kaffeekanne" – Symbol der bürgerlichen Welt, hier beschädigt, alt, schmutzig → Zuspitzung, Pervertierung der bürgerlichen Welt, die alles Höhere, Phantastische zugunsten von Karriere (Hofrat) und Profit (vgl. das Äpfelweib in der 1. Vigilie!) eliminieren will. www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 4. Erwartungshorizont (KA: „Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 2 Überleitung / Vergleich: Thema/Zitat: Träume und Illusionen braucht man zum Leben, lassen tiefere (oder höhere) Ebenen wahrnehmen: Visionen, Tagträume, eigene (Wunsch-)Vorstellungen, wie man (nicht) leben möchte. Träume können Leben, abgegrenzt vom bloßen Existieren, ermöglichen: also Sinn, Entfaltung der Persönlichkeit, der je besonderen Fähigkeiten, Erfüllung. Illusionen können Antrieb sein; Träume / Illusionen bieten auch Fluchtmöglich- keiten: Gegenwelten zur Realität. Problem: Träume / Illusionen können mit Anforderungen der Gesellschaft kollidieren / in Träumen spiegeln sich innere Konflikte Auseinandersetzung mit anderen, evtl. vorgegebenen Lebensentwürfen →Entscheidungssituation? → mögliche Vergleichsaspekte: Wovon träumen A. und H.H.? Inhalte: Wünsche oder Ängste, Ziele ... Mit Träumen/Illusionen verbundene Konflikte; Folgen? Gelingen oder Scheitern? Inwiefern leben sie ihre Träume? Entweder - Oder? Balance? ... Hinweis: Überleitung zum Vergleichswerk mit kurzer Einführung (TATTz) Träume / Illusio- nen: Inhalt Konflikte durch Träume / Illusio- nen Ermöglichen die Träume sinnvol- les Leben? Anselmus Harry Haller Träume und Illusionen sind wichtig, weil sie den Protagonisten den Weg zu einem besseren / sinn- vollen Leben weisen. Phantastische Welt von Atlantis: Schönheit, Harmonie mit der Natur; romantisches Ideal ei- ner poetisierten Welt. Hintergrund: besondere Wahrnehmungsfähig- keit; dichterische Begabung (vgl. 1., 6., 8. Vig.). Außenseiter, die sich nur schwer in die Gesellschaft integrieren können / wollen, weil sie die Welt anders als die Vertreter des Bürgertums wahrnehmen, wohl auch höhere Ansprüche haben. In ih- ren Träumen spiegelt sich ihr innerer Konflikt, ihre Zerrissenheit. Konflikt zwischen bürgerlicher und phantasti- scher / poetischer Welt, repräsentiert durch Veronika und Serpentina. Scheitern in der bür- gerlichen Welt (Tollpatschigkeit, Melancholie), Anerkennung als Schreiber, Sicherheit in der phantastischen Welt. Angstträume, verzerrte Wahrnehmungen zeigen Ängste (3. Vig., Tür- knauf), Verführbarkeit (z.B. 9. Vig.) Selbstwahrnehmung als zerrissen zwischen Mensch und Wolf → Selbsttäuschung? Illusion? Begegnung mit den Unsterblichen (Goethe- Traum!, Mozart) und magisches Theater (ange- kündigt durch,Illusionen' / übernatürliche Wahrnehmungen): fordern Integration ver- schiedener Persönlichkeitsanteile, Humor. Beide brauchen Helfer / Mentoren. Beide müssen für ihre Ziele kämpfen. Entscheidung für Serpentina, mithin für ein Le- ben in der / für die Poesie. Wie das konkret zu denken ist, bleibt offen. Märchen-Schluss. Evtl. zeigt der Erzähler einen,lebbaren' Entwurf? (vgl. 12. Vig.) Erkennt mithilfe der Träume sein Festgefahren- sein im Mensch-Wolf-Dualismus, öffnet sich teilweise für neue Erfahrungen (Maria, Jazz, Tanz, moderne Errungenschaften ...) Herausforderung: Integration der verschiede- nen Persönlichkeiten; Humor statt verbissener (Selbst-)Kritik. Träume und Illusionen sind essentiell für das Lebensgefühl, die Entwicklung, das Streben nach Glück. Der symbolische Mord an Hermine im magi- schen Theater wirft H.H. zurück. Es gelingt ihm nicht, das, was er erkannt hat, wirklich zu le- ben, aber er will es erneut versuchen (offener Schluss). Fazit - mit Bezug auf Außentext! Finden die Protagonisten mithilfe ihrer Träume und Illusionen zu ei- nem sinnvollen Leben? Oder: Sind Träume und Illusionen Ausdruck ihres Scheiterns im,normalen' bürgerlichen Leben / Krank- heitssymptome? Dr. Elisabeth Grünbeck 5 10 15 20 25 30 35 www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 3. Aufgabenstellung („Goldener Topf“ / „Steppenwolf“) / S. 1 J 2 Deutsch 2. Klausur Werkvergleich mit Außentext E.T.A. Hoffmann (1776-1822): Der goldne Topf Hermann Hesse (1877-1962): Der Steppenwolf 20.12.2018 >>Ach«<, seufzte der Student, »die schauten niemals die holde Serpentina, sie wissen nicht, was Freiheit und Leben in Glauben und Liebe ist, deshalb spüren sie nicht den Druck des Gefängnis- ses, in das sie der Salamander bannte ihrer Torheit, ihres gemeinen Sinnes wegen, aber ich Un- glücklicher werde vergehen in Schmach und Elend, wenn sie, die ich so unaussprechlich liebe, mich nicht rettet.<< - Da wehte und säuselte Serpentinas Stimme durch das Zimmer: »Anselmus! - glaube, liebe, hoffe!« - Und jeder Laut strahlte in das Gefängnis des Anselmus hinein, und das Kristall mußte seiner Gewalt weichen und sich ausdehnen, daß die Brust des Gefangenen sich regen und erheben konnte! - Immer mehr verringerte sich die Qual seines Zustandes, und er merkte wohl, daß ihn Serpentina noch liebe, und daß nur sie es sei, die ihm den Aufenthalt in dem Kristall erträglich mache. Er bekümmerte sich nicht mehr um seine leichtsinnigen Unglücks- gefährten, sondern richtete Sinn und Gedanken nur auf die holde Serpentina. - Aber plötzlich entstand von der andern Seite her ein dumpfes widriges Gemurmel. Er konnte bald deutlich be- merken, daß dies Gemurmel von einer alten Kaffeekanne mit halbzerbrochenem Deckel her- rührte, die ihm gegenüber auf einem kleinen Schrank hingestellt war. Sowie er schärfer hin- schaute, entwickelten sich immer mehr die garstigen Züge eines alten verschrumpften Weiber- gesichts, und bald stand das Äpfelweib vom Schwarzen Tor vor dem Repositorium. Die grinsete und lachte ihn an und rief mit gellender Stimme: »Ei, ei, Kindchen! - mußt du nun ausharren? - Ins Kristall nun dein Fall! – hab' ich dir's nicht längst vorausgesagt?« »Höhne und spotte nur, du verdammtes Hexenweib«, sagte der Student Anselmus, »du bist schuld an allem, aber der Sala- mander wird dich treffen, du schnöde Runkelrübe!« - »Ho, ho!« erwiderte die Alte, »nur nicht so stolz! Du hast meinen Söhnlein ins Gesicht getreten, du hast mir die Nase verbrannt, aber doch bin ich dir gut, du Schelm, weil du sonst ein artiger Mensch warst, und mein Töchterchen ist dir auch gut. Aus dem Kristall kommst du aber nun einmal nicht, wenn ich dir nicht helfe; hinauflan- gen zu dir kann ich nicht, aber meine Frau Gevatterin, die Ratte, welche gleich über dir auf dem Boden wohnt, die soll das Brett entzweinagen, auf dem du stehst, dann purzelst du hinunter, und ich fange dich auf in der Schürze, damit du dir die Nase nicht zerschlägst, sondern fein dein glattes Gesichtlein erhältst, und ich trage dich flugs zur Mamsell Veronika, die mußt du heiraten, wenn du Hofrat worden.« »Laß ab von mir, Satans-Geburt«, schrie der Student Anselmus voller Grimm, »nur deine höllischen Künste haben mich zu dem Frevel gereizt, den ich nun abbüßen muß. - Aber geduldig ertrage ich alles, denn nur hier kann ich sein, wo die holde Serpentina mich mit Liebe und Trost umfängt! – Hör' es, Alte, und verzweifle! Trotz biete ich deiner Macht, ich liebe ewiglich nur Serpentina - ich will nie Hofrat werden - nie die Veronika schauen, die mich durch dich zum Bösen verlockt! – Kann die grüne Schlange nicht mein werden, so will ich unter- gehen in Sehnsucht und Schmerz! - Hebe dich weg - hebe dich weg - du schnöder Wechsel- balg!<< Der goldne Topf, 10. Vigilie (Auszug), Stuttgart: reclam 2016, S. 84, Z. 32 – S. 86, Z. 18. www.KlausSchenck.de / KA: Werkvergleich mit Außentext / J2 / allgemeinbildendes Gymnasium 3. Aufgabenstellung („Goldener Topf“ / „Steppenwolf") / S. 2 Aufgaben: Interpretiere die Textstelle. Beziehe das für das Verständnis Wesentliche aus der vorangehenden Handlung mit ein. Untersuche in einer vergleichenden Betrachtung die Bedeutung von Träumen und Illusionen für Anselmus in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der goldne Topf" und für Harry Haller in Hermann Hes- ses Roman ,,Der Steppenwolf". Beziehe dabei die These von Mark Twain ein: Erörtere, ob und in- wieweit sie für die Protagonisten zutrifft. "Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben." Mark Twain (1835-1910), amerikanischer Schriftsteller Hilfsmittel: Hinweise: Werkausgaben, Duden Die Arbeitszeit umfasst vier Stunden. Der Interpretation zählt etwa zur Hälfte. Die sprachliche Form zählt ungefähr ein Drittel.