Aktualität und neue Forschungen zur Sapir-Whorf-Hypothese
Die Sapir-Whorf-Hypothese erlebt in jüngster Zeit eine Renaissance. Nachdem sie lange Zeit von Linguisten weitgehend abgelehnt wurde, weisen neue Forschungsergebnisse auf ihre anhaltende Relevanz hin.
Highlight: Neue Studien bestätigen Aspekte der Sapir-Whorf-Hypothese und regen eine erneute Diskussion über den Zusammenhang von Sprache und Denken an.
Einige bemerkenswerte Forschungsergebnisse unterstützen die Hypothese:
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Der Piraha-Stamm im Amazonasgebiet: Ihre Sprache enthält keine Zahlwörter, was zu Schwierigkeiten beim Rechnen und Merken von Zahlen führt.
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Yukatekisch in Mittelamerika: Die fehlende verpflichtende Pluralbezeichnung führt zu einer schlechteren Erinnerungsleistung bei Mengenangaben.
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Kuuk Thaayorre: Diese Sprache verwendet ausschließlich absolute Richtungsangaben, was zu einem besseren Orientierungssinn führt.
Example: Sprecher des Kuuk Thaayorre sagen statt "links" oder "rechts" immer "norden", "süden", "osten" oder "westen", was ihr räumliches Denken beeinflusst.
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Verursacher-Zuschreibungen: In Sprachen wie Japanisch und Spanisch werden unbeabsichtigte Zerstörungen oft passiv beschrieben, was die Erinnerung an den "Täter" erschwert.
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Auswirkungen des Genus: Das grammatikalische Geschlecht von Wörtern beeinflusst Assoziationen.
Vocabulary: Genus bezieht sich auf das grammatikalische Geschlecht eines Wortes, das nicht unbedingt mit dem natürlichen Geschlecht übereinstimmen muss.
Zusätzlich werden verwandte Konzepte diskutiert:
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Die Bernstein-Hypothese fokussiert auf innersprachliche Betrachtungen und Sprachgemeinschaften. Sie unterscheidet zwischen einem elaborierten und einem restringierten Code, die verschiedene gesellschaftliche Schichten repräsentieren.
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Das Boas-Jakobson-Prinzip, postuliert von Guy Deutscher, besagt, dass die Muttersprache den Sprecher zwingt, auf bestimmte Details zu achten und gewisse Assoziationen zu haben.
Definition: Das Boas-Jakobson-Prinzip kann als eine gemäßigte Version des sprachlichen Determinismus verstanden werden.
Diese neuen Forschungen und Konzepte zeigen, dass die Debatte um die Sapir-Whorf-Hypothese und den linguistischen Relativismus weiterhin aktuell und relevant für unser Verständnis von Sprache und Denken ist.




