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Am Eisweiher von Peter Stamm - Analyse

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Aufgabenstellung: Analysiere die Kurzgeschichte vor allem in Hinblick auf die darstellung der
Figuren, die Bedeutung des Titels und di

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Eine Analyse der Kurzgeschichte am Eisweiher von Peter Stamm, sehr gut für Abiturvorbereitung

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Viki Aufgabenstellung: Analysiere die Kurzgeschichte vor allem in Hinblick auf die darstellung der Figuren, die Bedeutung des Titels und die verwendete Bildhaftigkeit. Die Kurzgeschichte "Am Eisweiher", geschrieben von Peter Stamm, handelt davon, wie manipulierende oder auch gescheiterte zwischenmenschliche Kommunikation zu Katastrophen im Leben des Protagonisten führen, welcher sich von der Freundin seines besten Freundes Urs verführen lässt, was schließlich zum plötzlichen Tod von Urs führt. Die Erzählung beginnt damit, dass der Ich Erzähler über das Wochenende in seine Heimatstadt zurückkehrt und sich mit einer Gruppe von Freunden zum Eisweiher aufmacht um dort am Abend schwimmen zu gehen. Als der Fahrradreifen von Stefanie, der Freundin von Urs, einen Platten bekommt kehrt Urs um um Flickzeug zu hören und lässt Stefanie und den Ich Erzähler somit alleine. Diese gehen ohne Urs am Eisweiher schwimmen und haben später auf dem Steg eines Bootshauses abseits von den anderen Geschlechtsverkehr. Urs, der zum Bootshaus schwimmt um die beiden zu suchen,ertappt sie und lässt sich wenige Momente später auf Spitze Pfähle im Wasser vor dem Bootshaus fallen, worauf er stirbt. Die Charaktere kehren nach der Beerdigung wieder in ihr normales Leben zurück, mit der Ausnahme, dass Stefanie schwanger ist und der Ich erzähler sich entschieden hat, seine Wochenendbesuche zu unterlassen. Innerhalb seiner Kurzgeschichte macht Stamm dabei gebrauch von sehr vielen Handlungsimmanenten Symbolen, welche...

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sich etwa durch Umschreibungen der Umwelt des Ich erzählers äußern und oft die einzigen Hinweise auf das tatsächliche Geschehen und die Gefühlswelt der sonst so kalt wirkenden Charaktere hinweisen. Der Ich-Erzähler ist vermutlich noch ziemlich jung und beginnt gerade damit seine ersten Schritte in Richtung eines selbständigen Erwachsenen zu machen, was der Leser dadurch erfährt, dass er nur noch an den Wochenenden nach Haus zu besuch kommt. (S.22) Trotzdem scheint er noch nicht ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Er bringt seine ungewaschene schmutzige Wäsche noch immer mit nach Hause, was auf eine noch immer bestehende abhängigkeit des Ich Erzählers gegenüber seinen Eltern hinweist. Der Abend an dem der Ich Erzähler in seiner Heimatstadt ankommt wird von ihm als eine Nacht zum schlafen bezeichnet. Die detaillierte beschreibung der warmen Luft und dem zirpen der Grillen erzeugt eine sehr warme, fast schon romantische Stimmung, welche den folgenden Spannungsbogen der Kurzgeschichte anfängt aufzubauen. Auch die Beschreibung und Verortung des Eisweihers hat in Hinblick auf die kommende Handlung eine sehr interessante Bedeutung. So heißt es: “Der Eisweiher [liege] in einer Mulde zwischen zwei Dörfern" (S.23), was an die Rolle von Stefanie erinnert welche sich zwischen Urs und den Ich Erzähler drängt. Das Viki Wasser des Eisweihers an sich hat dabei auch einige der charakteristischen Eigenschaften von Stefanie. So beschreibt der Ich Erzähler die Wärme des Wassers, betont an einer Stelle jedoch auch die kälte die entsteht wenn man mit den Beinen strampelt und somit das Wasser aus den tieferen Ebenen des Eisweihers aufwirbelt. Ähnlich dazu Erscheint Stefanie dem Ich Erzähler während ihrer Gespräche als sympathisch, verführerisch und eben warm. Die tatsächliche innere Gefühlskälte Stefanies, welche sich durch ihre Reaktion auf Urs Tod äußert, kommt erst später zu tage, als es schon zu spät ist. Interessanterweise merkt der Ich Erzähler relativ am Anfang der Kurzgeschichte an, dass er Stefanie eigentlich nie wirklich mochte. (S.23) Grund dafür ist zum einen der Neid auf ihre Beziehung mit Urs, zum anderen jedoch auch einige Gerüchte welche er über sie gehört hat. Erst als sie ins Gespräch kommen und sie beginnt ihn zu verführen, verfällt er ihrem Bann und möchte bis zu einem Gewissen Grad auch etwas von ihr, was man daran sieht, dass er seine Badehose am Strand liegen lässt, mit ihr zum Bootshaus schwimmt und auch dort keine Anstalten macht zu verschwinden. Zumindest Unterbewusst fühlt sich der Ich Erzähler schon während seines Dialoges mit Stefanie ganz zu Beginn der Handlung angezogen. Dies könnte zum einen an Stefanies verfügbarkeit liegen, aber auch an seinem Neid und vielleicht auch seinem Wunsch nach zuneigung dem er hier nachgeht. Als Stefanie ihn fragt ob er in Neuchatel eine Freundin hat, antwortet dieser ja auch ganz bewusst mit nein, obwohl die Doppeldeutigkeit dieser Frage wohl kaum zu übersehen ist. Sie beginnt mit dem Ich Erzähler zu flirten und die Gespräche auf Themen wie Kondome zu lenken. Stefanie in der Rolle der Verführerin kann dabei mit einer Art Meerjungfrau oder Sirene verglichen werden, da sie den Ich Erzähler ins Wasser lockt, ihn schließlich verführt und somit katastrophale Folgen für alle Beteiligten auslöst. Die Hinweise die die beschriebene Umwelt auf das gibt, was tatsächlich auf dem Bootshaus geschehen ist sind schließlich auch der Ausschlaggebende Punkt in Urs richtiger Schlussfolgerung, dass Stefanie ihn mit dem Ich Erzähler betrogen hat. “Jetzt schaute Urs zu der Mitte des Balkons [...] und sah dort ganz deutlich, als lägen wir noch da, den Fleck den Stefanies und mein nasser Körper hinterlassen haben." (S.25) das Wasser welches zu beginn der Kurzgeschichte eine Art Hilfsmittel für Stefanie ist den Ich Erzähler zu verführen, ist jetzt das, was die beiden verrät. Auffällig bei der Betrachtung der Dialoge ist zudem, dass nach Urs feststellung was wirklich am Eisweiher geschehen ist, kaum ein Gespräch zwischen den beiden stattfindet. Seine letzte frage "Warum hast du das gemacht?", richtet sich nur an den Ich Erzähler und nicht an Stefanie, welche noch immer im schatten kauert. Somit fühlt er sich verletzt, dass sein bester Freund ihn auf diese Weise verraten hat, scheint jedoch Stafanie nicht direkt als Hauptschuldige zu betrachten, was den Keil veranschauli den Stefanie zwischen die beiden Freunde getrieben hat. Viki Urs, überwältigt von verrat und Schmerz springt “mit einer Art Schrei" (S.25) ins Wasser, wobei es auch durchaus Möglich ist, dass er absichtlich auf den Holzstäben landet das er schon seit Kindheit weiß wo genau sie sind. Stefanie die vorher noch Abenteuerlust und Aufgeschlossenheit ausgestrahlt hat, gibt jetzt ihre eigentliche Gefühlskälte und Gleichgültigkeit gegenüber Urs preis, indem sie mit dem Kommentar “Der ist Tod" zurück zu ihren Freunden schwimmt und den Ich Erzähler mit seinem verlust alleine lässt. Erst später, als die Polizei am Ort ist, merkt der Ich Erzähler wie kalt ihm ist. (S.25) Dies weist darauf hin, dass der Erzähler selber nach dem Tod von Urs ein Stück von sich selbst verloren hat und Stefanies Gefühlskälte zumindest zum Teil übernommen hat. Immerhin scheinen Stefanie und er sich einig zu sein, bei ihrem Polizeibericht nicht die ganze Wahrheit zu Erzählen. Auch seine Kommunikation mit den übrigen Freunden ist jetzt gestört: "Wir sprachen nicht miteinander". Und auch wenn sie später wieder in einen kurzen Dialog verfallen scheinen sie nicht mehr den Draht zueinander zu haben den sie einmal hatten. Der Ich Erzähler, aber auch die anderen, sind an einem Punkt angekommen, an dem sie den Konsequenzen ihrer Handlungen nicht mehr aus dem Weg gehen können. Sie können es sich nicht mehr leisten einfach leichtfertig mit der Hoffnung durchs Leben zu gehen, dass alles Gut wird. Der Ich Erzähler selbst fängt an seine Wäsche zu waschen und Verantwortung zu übernehmen. Und doch geht er einer Konfrontation mit der schwangeren Stefanie aus dem weg, indem er sich dazu entscheidet an den Wochenenden in Neuchatel zu bleiben. Etwas, dass auch schlimme Folgen haben könnte, und zwar für das Kind. Die Kurzgeschichte "der Eisweiher" beschreibt die Entwicklung eines Warmen Abends bis hin zu einer eiskalten Nacht und somit auch die Entwicklung einer jungen, unschuldigen Freundesgruppe zu einer durch eine Katastrophe verfremdete Gruppe von Menschen die nicht recht wissen wie sie auf den Verlust des Freundes reagieren sollen. In dem Sinne hat der Eisweiher den Erzähler und alle um ihn herum tatsächlich vereist, weswegen schon die Überschrift darauf hindeutet, woraus der Kern der Handlung besteht.

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sich etwa durch Umschreibungen der Umwelt des Ich erzählers äußern und oft die einzigen Hinweise auf das tatsächliche Geschehen und die Gefühlswelt der sonst so kalt wirkenden Charaktere hinweisen. Der Ich-Erzähler ist vermutlich noch ziemlich jung und beginnt gerade damit seine ersten Schritte in Richtung eines selbständigen Erwachsenen zu machen, was der Leser dadurch erfährt, dass er nur noch an den Wochenenden nach Haus zu besuch kommt. (S.22) Trotzdem scheint er noch nicht ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Er bringt seine ungewaschene schmutzige Wäsche noch immer mit nach Hause, was auf eine noch immer bestehende abhängigkeit des Ich Erzählers gegenüber seinen Eltern hinweist. Der Abend an dem der Ich Erzähler in seiner Heimatstadt ankommt wird von ihm als eine Nacht zum schlafen bezeichnet. Die detaillierte beschreibung der warmen Luft und dem zirpen der Grillen erzeugt eine sehr warme, fast schon romantische Stimmung, welche den folgenden Spannungsbogen der Kurzgeschichte anfängt aufzubauen. Auch die Beschreibung und Verortung des Eisweihers hat in Hinblick auf die kommende Handlung eine sehr interessante Bedeutung. So heißt es: “Der Eisweiher [liege] in einer Mulde zwischen zwei Dörfern" (S.23), was an die Rolle von Stefanie erinnert welche sich zwischen Urs und den Ich Erzähler drängt. Das Viki Wasser des Eisweihers an sich hat dabei auch einige der charakteristischen Eigenschaften von Stefanie. So beschreibt der Ich Erzähler die Wärme des Wassers, betont an einer Stelle jedoch auch die kälte die entsteht wenn man mit den Beinen strampelt und somit das Wasser aus den tieferen Ebenen des Eisweihers aufwirbelt. Ähnlich dazu Erscheint Stefanie dem Ich Erzähler während ihrer Gespräche als sympathisch, verführerisch und eben warm. 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Dies könnte zum einen an Stefanies verfügbarkeit liegen, aber auch an seinem Neid und vielleicht auch seinem Wunsch nach zuneigung dem er hier nachgeht. Als Stefanie ihn fragt ob er in Neuchatel eine Freundin hat, antwortet dieser ja auch ganz bewusst mit nein, obwohl die Doppeldeutigkeit dieser Frage wohl kaum zu übersehen ist. Sie beginnt mit dem Ich Erzähler zu flirten und die Gespräche auf Themen wie Kondome zu lenken. Stefanie in der Rolle der Verführerin kann dabei mit einer Art Meerjungfrau oder Sirene verglichen werden, da sie den Ich Erzähler ins Wasser lockt, ihn schließlich verführt und somit katastrophale Folgen für alle Beteiligten auslöst. 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(S.25) Dies weist darauf hin, dass der Erzähler selber nach dem Tod von Urs ein Stück von sich selbst verloren hat und Stefanies Gefühlskälte zumindest zum Teil übernommen hat. Immerhin scheinen Stefanie und er sich einig zu sein, bei ihrem Polizeibericht nicht die ganze Wahrheit zu Erzählen. Auch seine Kommunikation mit den übrigen Freunden ist jetzt gestört: "Wir sprachen nicht miteinander". Und auch wenn sie später wieder in einen kurzen Dialog verfallen scheinen sie nicht mehr den Draht zueinander zu haben den sie einmal hatten. Der Ich Erzähler, aber auch die anderen, sind an einem Punkt angekommen, an dem sie den Konsequenzen ihrer Handlungen nicht mehr aus dem Weg gehen können. Sie können es sich nicht mehr leisten einfach leichtfertig mit der Hoffnung durchs Leben zu gehen, dass alles Gut wird. Der Ich Erzähler selbst fängt an seine Wäsche zu waschen und Verantwortung zu übernehmen. Und doch geht er einer Konfrontation mit der schwangeren Stefanie aus dem weg, indem er sich dazu entscheidet an den Wochenenden in Neuchatel zu bleiben. Etwas, dass auch schlimme Folgen haben könnte, und zwar für das Kind. Die Kurzgeschichte "der Eisweiher" beschreibt die Entwicklung eines Warmen Abends bis hin zu einer eiskalten Nacht und somit auch die Entwicklung einer jungen, unschuldigen Freundesgruppe zu einer durch eine Katastrophe verfremdete Gruppe von Menschen die nicht recht wissen wie sie auf den Verlust des Freundes reagieren sollen. In dem Sinne hat der Eisweiher den Erzähler und alle um ihn herum tatsächlich vereist, weswegen schon die Überschrift darauf hindeutet, woraus der Kern der Handlung besteht.