„Unter der Drachenwand“ Analyse S. 139-144

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„Unter der Drachenwand“ Analyse S. 139-144

 Analyse S.139-144
Der Roman ,,unter der Drachenwand" von Arno Geiger, wurde 2018 veröffentlicht und thematisiert
vor dem geschichtlichem Hi

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Erzähltextanalyse von Textauszug S.139 - 144 des Romans „Unter der Drachenwand“

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Analyse S.139-144 Der Roman ,,unter der Drachenwand" von Arno Geiger, wurde 2018 veröffentlicht und thematisiert vor dem geschichtlichem Hintergrund des zweiten Weltkrieges das Leben des jungen Soldaten Veit Kolbe, der sich im Heimat-Urlaub am Mondsee befinde und seine Gefühle und Erlebnisse dieser Zeit berichtet, während die lange Zeit des Krieges ihn noch nicht los lässt. Der vorliegende Textabschnitte von Seite 139 bis Seite 144 thematisiert einen Angstausbruch von Veit Kolbe auf einem Spaziergang allein. Ein Mädchen namens Annemarie Schaller kommt ihm zur Hilfe und versucht ihn zu beruhigen. Sie berichtet, sie sei geheim verliebt in ihren Cousin Kurt und zeigt Veit einen Brief von ihrer Mutter, welche die Beziehung nicht gutheißt. Im Anschluss trägt sie ihm ihre Bitte vor, ihrer Mutter zu schreiben, dass es schön sei verliebt zu sein, was Veit jedoch ablehnt. Er erklärt, es wäre nicht gut wenn sich ein dritter, unbeteiligter einmische. Zum Kontext lässt sich sagen, dass zuvor die Lehrerin Grete Bildstein von dem Briefwechsel und der geheimen Liebe zwischen Nanni Schaller und ihrem Cousin Kurt Rittler erfahren hat. Dies meldete sie Nannis Eltern, woraufhin ihre Mutter den Briefwechsel untersagte. Die beiden tauschten jedoch weiterhin regelmäßig Briefe aus, was Nannis Mutter mitbekam, woraufhin sie ihr einen enttäuschten, ermahnendenBrief sendete. Veit, der an der Ostfront verwundet worden ist und durch seine...

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Erinnerungen an den Krieg geplagt ist, da er diese nicht hinter sich lassen kann, plagten des öfteren Angstzustände. Nach der Szene bekommt Veit das Medikament Pervitin von seinem Arzt, welches gegen die Panikattacken helfen soll, ihn jedoch ebenfalls schnell in eine Abhängigkeit rutschen lässt. Nanni Schaller verschwindet aus dem Lager und stirbt schließlich, da sie nicht mehr weiter wusste und auf die Drachenwand klettert. Zu Anfang der Szene erleidet Veit eine Panikattacke und wird gedanklich in die Krigserfahrungen und Erlebnisse zurückgezogen. Dabei erinnert er sich an einzelne Situationen und die Todesangst, die er in diesen Momenten verspürte. Als er langsam wieder zu sich kam und versuchte die Bilder hinter sich zu lassen, stand ein kleines Mädchen aus dem Lager, namens Annemarie Schaller, vor ihm, welches zufällig vorbei gekommen war und ihm helfen wollte. Als Veit sich wieder aufgerafft hatte, erzählte sie ihm von ihrer Liebe zu Kurt Rittler, welche von ihrer Mutter untersagt werden würde. Als Veit verkündete, verliebt sein sei etwas schönes, bat sie ihn darum ihrer Mutter einen Brief zu schreiben, mit genau diesem Inhalt. Veit verweigerte allerdings, da er es für falsch hielt einen dritten in die Sache mit einzubeziehen. Daraufhin eilte das Mädchen wütend davon. In der vorliegenden Textstelle liegt ein personaler Ich-Erzähler vor. Veit beschreibt das erlebte in form eines Tagebucheintrages. Die Erzählform des Ich-Erzählers („Nachdem ich alle Kraft zusammen genommen hatte“ S. 142 Z. 26) führt dazu, dass der Leser die Handlung in gewisser weise miterlebt und sich besser in Veit hineinversetzen kann. Die Erzählperspektive zeigt die Innensicht von Veit und seine Gefühle wie zum Beispiel auf S. 142 Z. 24 „das kristallene Leuchten des Schnees blendete mich“. Der Textbeleg „Schien sie verwirrt" (S. 142 Z.18) zeigt außerdem, dass die Außensicht auf Nanni Schaller präsentier wird. Das Personale Erzählverhalten Veits trägt dazu bei, das zwar seine Gefühle wie Verwirrung (S. 142 Z. 18) und Angst (Vgl. S. 139 Z.8 ff.) für den Leser erkennbar werden, Nannis Gefühle werden anhand ihrer Gestik und Artikulation von Veit versucht zu deuten wie beispielsweise die Vorahnung von dem „dunklem Los ihrer Verliebtheit“ (S. 142 Z. 20), was Veit ihr zuschreibt. Anfangs ist die Situation und auch Veits Gefühlslage sehr aufgebracht, was an der Detailreichen Wiedergabe Veits erkennbar ist (vgl. S. 139 Z.8 ff.). Im weiteren Verlauf wird er jedoch immer ruhiger, als das Mädchen, Nanni Schaller sich m ihn kümmert und ihm von ihrer unglücklichen Liebesbeziehung erzählt (,,ich saugte erleichtert die Luft ein" S. 140 Z.11). Gegen Ende hin wird Veit immer Mitfühlender, was sich in dem Mitleid zu ihr, aufgrund ihrer verbotenen Liebe charakterisieren lässt („Kopf hoch, Mädchen!“ S. 143 Z. 14 f.). Veit findet Nanni interessant und sympathisch was an den vielen Beschreibungen ihrer (vgl. S.140 Z. 21 ff.) erkennen lässt und wie er Mitleid mit ihr empfindet und ihr seine Hilfe anbietet („wenn ich dir sonst noch irgendwie helfen kann, komm zu mir“ S. 143 Z. 24). Außerdem vergleicht er sich mit ihr und geht davon aus beide sein verwirrt ,,von der schlecht verstandenen Welt und den ungewohnten Gefühlen" (S. 142 Z. 18 ff.). Zur Beziehung lässt sich sagen, dass die beiden sich zum ersten Mal alleine begegnen und unterhalten können, sie sich allerdings zuvor schon einmal gesehen haben und Veit von der Lehrerin schon einiges über sie gehört hat. Nanni ist während Veits Panikattacke anwesend und versucht ihm auch später noch zu beruhigen(„Es ist alles gut“ S. 140 Z. 19) und ihm zu helfen („Dann müssen sie Traubenzucker nehmen(...) Traubenzucker beruhigt" S. 140 Z. 30 bzw. S. 141 Z. 6). Das große Vertrauen, welches Nanni zu ihm hat wird nicht nur dadurch deutlich wie sie von ihrer Mutter und deren Atemnot erzählt (vgl. S. 140 Z. 5 f.). Sie berichtet ihm zusätzlich von ihrer verbotenen liebe zu ihrem Cousin Kurt Rittler indem sie sagt „ich bin verliebt" (S. 141 Z. 25). Nachdem er verlauten lässt verliebt sein sei etwas schönes (vgl. S. 141 Z. 27) bittet sie ihn darum ihrer Mutter zu schreiben und ihr zu helfen (,,Wollen nicht Sie als Soldat ihr schreiben und sagen, was sie mir gesagt haben, dass Verliebtsein etwas schönes ist?" S. 142 Z. 3 ff.). Trotz flehen von Nannis Seite aus („Bitte“ S. 143 Z. 5) weist Veit ihre Bitte ab (vgl. S. 143 Z. 10 ff.) und hält damit eine gewisse Distanz zu ihr. Der Ort des Geschehens stellt Schwarz Indien in Österreich am Mondsee da, der als Topografie eine große Bedeutung für das Geschehen hat, da Veit dort einen großen Anteil des Romans verbringt und auch der Roman nach dem Berg an diesem Ort „der Drachenwand" benannt wurde. Der Erzählstandort, den Veit Kolbe in dieser Textstelle einnimmt lässt sich einerseits als sehr nah am Geschehen bezeichnen, da er selber an diesem beteiligt gewesen war und durch seinen Anfall und seine großen Gefühle auch psychisch sehr eingenommen war. Er kennt ebenfalls seine realen Gedanken und Gefühle in dieser Situation was als ein weiterer Beleg für seine Nähe dienen könnte(,,Der Anblick des gedemütigten Kindes für mich nur schwer zu ertragen“ S. 142 Z. 12 f.). Andererseits könnte man auch sagen, dass Veits Erzählstandort eher außerhalb und distanziert ist, da er das erlebte in seinem Tagebuch rückblickend mit einer zeitlichen Distanz wiedergibt. Zu Beginn des Ausschnitts handelt es sich um eine Erzählrede, da Veit über seine Innensicht bzw. Seine Gefühle und Gedanken schreibt und die Situation aus seiner Perspektive beschreibt (,,Mit den Händen bis zum Grund der Taschen stand ich am Ufer des Sees" S. 139 Z. 8 f.). Später kommt die Figurenrede hinzu, die vor allem eine in Bezug auf Nanni Schaller eine große Bedeutung hat. Sowohl Nannis, als auch Veits Figurenrede wird wiedergegeben und Wortwechsel in Gesprächen wie beispielsweise auf S. 140 Z, 26,,,,Gehts wieder" fragte sie. „Ich glaube, ja, jetzt bekomme ich wieder Luft" sagte ich“ ist erkennbar. Besonders durch die Mischung an Figurenrede und Erzählrede wird die Gefühlslage Veits, aber auch die Nannis deutlich, sodass es dem Leser noch leichter gemacht wird sich in diese hineinzuversetzen („„,,Ich bin verliebt" Wieder huschte ein lächeln über ihr rundes Gesicht“ S. 141 Z. 25 f.). In kleinen Teilen tritt auch die Redeform des inneren Monologes auf, während Veit sich, nach der Panikattacke, die Frage nach der Herkunft und dem Grund seiner „Nervenanfälle“ stellt (vgl. S. 140 Z. 7 ff.) Zur Zeitgestaltung lässt sich sagen, dass in den meisten Teilen und vor allem in denen mit der Figuenrede eine Zeitdeckung herrscht. In Abschnitten des inneren Monologs oder der Panikattacke gilt allerdings eine Zeitdehnung, bei der die Erzählzeit länger ist als die Erzählte Zeit. Die Darstellung der Ereignisse läuft im wesentlichen linear und kontinuierlich, mit Ausnahme der Schilderungen seiner Kriegserfahrungen, welche als Rückblende gesehen Werden können („Der verloren aufragende Kamin in Schitomir kippte wieder langsam nach vorn“ S. 139 Z. 17 ff.). In dem Textausschnitte wird nicht nur eine sehr detaillierte bildliche und beschreibende Sprache benutzt („Sie eile davon mit schlecht abgestimmtes Bewegungen, es war, als würden Arme und Beine gegeneinander arbeiten“ S. 144 Z. 1 ff.), sondern benutzt auch viele sprachliche Mittel. Es wird zum Beispiel eine Personifikation während Veits innerem Monolog bei seinem Nervenanfall verwendet (,Jetzt hat mich mein Glück endgültig verlassen“ S. 139 Z. 16). Zusätzlich sind einige Metaphern zu finden, wie beispielsweise die Beschreibung des Nervenanfalls als „kalten Schacht" aus dem Veit wieder herauskletterte (vgl. S. 139 Z. 26 f.). Die sprachlichen Mittel führen zu einer besseren Anschaulichkeit der Situation und Veits Gefühlslage, so kann sich der Leser ein besseres Bild von dem Erlebten machen. Die spielt besonders in Veits Kriegserzählungen eine Rolle, ebenso aber auch beim beschrieben der Stimmung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Veit während dieser Textstelle und auch während des gesamten Romans eine sehr instabile psychische Verfassung hat. Veit ist geschwächt vom Krieg, der ihn ich los lässt und fällt immer wieder in Angstattacken oder depressive Phasen zurück. An seinem Zustand wird deutlich, wie schlimm der Krieg für die Soldaten gewesen ist und wie viel er von ihrer Persönlichkeit unwiederbringlich zerstört hat. Annemarie Schaller zeigt, dass der Krieg nicht nur bei den Soldaten seine wunden verlassen hat, sondern sogar die Kinder in einer weise beeinträchtigt hat. Das Mädchen ist ein diszipliniertes, strenges Umfeld gewöhnt, hat aber, anders als Veit, trotzdem noch Pläne und Ziele und versucht sich nicht unter kriegen zu lassen. Sie besitzt einen sehr offener Charakter, der sich in ihrem Verhalten gegenüber Veit und ihrer Beziehung zu Kurt Rittler zeitigt. Beide Personen sind von der Welt und ihrer Umgebung irritiert und suchen nach einem Ausweg in eine bessere Zukunft ohne den Krieg.

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Als Veit sich wieder aufgerafft hatte, erzählte sie ihm von ihrer Liebe zu Kurt Rittler, welche von ihrer Mutter untersagt werden würde. Als Veit verkündete, verliebt sein sei etwas schönes, bat sie ihn darum ihrer Mutter einen Brief zu schreiben, mit genau diesem Inhalt. Veit verweigerte allerdings, da er es für falsch hielt einen dritten in die Sache mit einzubeziehen. Daraufhin eilte das Mädchen wütend davon. In der vorliegenden Textstelle liegt ein personaler Ich-Erzähler vor. Veit beschreibt das erlebte in form eines Tagebucheintrages. Die Erzählform des Ich-Erzählers („Nachdem ich alle Kraft zusammen genommen hatte“ S. 142 Z. 26) führt dazu, dass der Leser die Handlung in gewisser weise miterlebt und sich besser in Veit hineinversetzen kann. Die Erzählperspektive zeigt die Innensicht von Veit und seine Gefühle wie zum Beispiel auf S. 142 Z. 24 „das kristallene Leuchten des Schnees blendete mich“. Der Textbeleg „Schien sie verwirrt" (S. 142 Z.18) zeigt außerdem, dass die Außensicht auf Nanni Schaller präsentier wird. Das Personale Erzählverhalten Veits trägt dazu bei, das zwar seine Gefühle wie Verwirrung (S. 142 Z. 18) und Angst (Vgl. S. 139 Z.8 ff.) für den Leser erkennbar werden, Nannis Gefühle werden anhand ihrer Gestik und Artikulation von Veit versucht zu deuten wie beispielsweise die Vorahnung von dem „dunklem Los ihrer Verliebtheit“ (S. 142 Z. 20), was Veit ihr zuschreibt. Anfangs ist die Situation und auch Veits Gefühlslage sehr aufgebracht, was an der Detailreichen Wiedergabe Veits erkennbar ist (vgl. S. 139 Z.8 ff.). Im weiteren Verlauf wird er jedoch immer ruhiger, als das Mädchen, Nanni Schaller sich m ihn kümmert und ihm von ihrer unglücklichen Liebesbeziehung erzählt (,,ich saugte erleichtert die Luft ein" S. 140 Z.11). Gegen Ende hin wird Veit immer Mitfühlender, was sich in dem Mitleid zu ihr, aufgrund ihrer verbotenen Liebe charakterisieren lässt („Kopf hoch, Mädchen!“ S. 143 Z. 14 f.). Veit findet Nanni interessant und sympathisch was an den vielen Beschreibungen ihrer (vgl. S.140 Z. 21 ff.) erkennen lässt und wie er Mitleid mit ihr empfindet und ihr seine Hilfe anbietet („wenn ich dir sonst noch irgendwie helfen kann, komm zu mir“ S. 143 Z. 24). Außerdem vergleicht er sich mit ihr und geht davon aus beide sein verwirrt ,,von der schlecht verstandenen Welt und den ungewohnten Gefühlen" (S. 142 Z. 18 ff.). Zur Beziehung lässt sich sagen, dass die beiden sich zum ersten Mal alleine begegnen und unterhalten können, sie sich allerdings zuvor schon einmal gesehen haben und Veit von der Lehrerin schon einiges über sie gehört hat. Nanni ist während Veits Panikattacke anwesend und versucht ihm auch später noch zu beruhigen(„Es ist alles gut“ S. 140 Z. 19) und ihm zu helfen („Dann müssen sie Traubenzucker nehmen(...) Traubenzucker beruhigt" S. 140 Z. 30 bzw. S. 141 Z. 6). Das große Vertrauen, welches Nanni zu ihm hat wird nicht nur dadurch deutlich wie sie von ihrer Mutter und deren Atemnot erzählt (vgl. S. 140 Z. 5 f.). Sie berichtet ihm zusätzlich von ihrer verbotenen liebe zu ihrem Cousin Kurt Rittler indem sie sagt „ich bin verliebt" (S. 141 Z. 25). Nachdem er verlauten lässt verliebt sein sei etwas schönes (vgl. S. 141 Z. 27) bittet sie ihn darum ihrer Mutter zu schreiben und ihr zu helfen (,,Wollen nicht Sie als Soldat ihr schreiben und sagen, was sie mir gesagt haben, dass Verliebtsein etwas schönes ist?" S. 142 Z. 3 ff.). Trotz flehen von Nannis Seite aus („Bitte“ S. 143 Z. 5) weist Veit ihre Bitte ab (vgl. S. 143 Z. 10 ff.) und hält damit eine gewisse Distanz zu ihr. Der Ort des Geschehens stellt Schwarz Indien in Österreich am Mondsee da, der als Topografie eine große Bedeutung für das Geschehen hat, da Veit dort einen großen Anteil des Romans verbringt und auch der Roman nach dem Berg an diesem Ort „der Drachenwand" benannt wurde. Der Erzählstandort, den Veit Kolbe in dieser Textstelle einnimmt lässt sich einerseits als sehr nah am Geschehen bezeichnen, da er selber an diesem beteiligt gewesen war und durch seinen Anfall und seine großen Gefühle auch psychisch sehr eingenommen war. Er kennt ebenfalls seine realen Gedanken und Gefühle in dieser Situation was als ein weiterer Beleg für seine Nähe dienen könnte(,,Der Anblick des gedemütigten Kindes für mich nur schwer zu ertragen“ S. 142 Z. 12 f.). Andererseits könnte man auch sagen, dass Veits Erzählstandort eher außerhalb und distanziert ist, da er das erlebte in seinem Tagebuch rückblickend mit einer zeitlichen Distanz wiedergibt. Zu Beginn des Ausschnitts handelt es sich um eine Erzählrede, da Veit über seine Innensicht bzw. Seine Gefühle und Gedanken schreibt und die Situation aus seiner Perspektive beschreibt (,,Mit den Händen bis zum Grund der Taschen stand ich am Ufer des Sees" S. 139 Z. 8 f.). Später kommt die Figurenrede hinzu, die vor allem eine in Bezug auf Nanni Schaller eine große Bedeutung hat. Sowohl Nannis, als auch Veits Figurenrede wird wiedergegeben und Wortwechsel in Gesprächen wie beispielsweise auf S. 140 Z, 26,,,,Gehts wieder" fragte sie. „Ich glaube, ja, jetzt bekomme ich wieder Luft" sagte ich“ ist erkennbar. Besonders durch die Mischung an Figurenrede und Erzählrede wird die Gefühlslage Veits, aber auch die Nannis deutlich, sodass es dem Leser noch leichter gemacht wird sich in diese hineinzuversetzen („„,,Ich bin verliebt" Wieder huschte ein lächeln über ihr rundes Gesicht“ S. 141 Z. 25 f.). In kleinen Teilen tritt auch die Redeform des inneren Monologes auf, während Veit sich, nach der Panikattacke, die Frage nach der Herkunft und dem Grund seiner „Nervenanfälle“ stellt (vgl. S. 140 Z. 7 ff.) Zur Zeitgestaltung lässt sich sagen, dass in den meisten Teilen und vor allem in denen mit der Figuenrede eine Zeitdeckung herrscht. In Abschnitten des inneren Monologs oder der Panikattacke gilt allerdings eine Zeitdehnung, bei der die Erzählzeit länger ist als die Erzählte Zeit. Die Darstellung der Ereignisse läuft im wesentlichen linear und kontinuierlich, mit Ausnahme der Schilderungen seiner Kriegserfahrungen, welche als Rückblende gesehen Werden können („Der verloren aufragende Kamin in Schitomir kippte wieder langsam nach vorn“ S. 139 Z. 17 ff.). In dem Textausschnitte wird nicht nur eine sehr detaillierte bildliche und beschreibende Sprache benutzt („Sie eile davon mit schlecht abgestimmtes Bewegungen, es war, als würden Arme und Beine gegeneinander arbeiten“ S. 144 Z. 1 ff.), sondern benutzt auch viele sprachliche Mittel. Es wird zum Beispiel eine Personifikation während Veits innerem Monolog bei seinem Nervenanfall verwendet (,Jetzt hat mich mein Glück endgültig verlassen“ S. 139 Z. 16). Zusätzlich sind einige Metaphern zu finden, wie beispielsweise die Beschreibung des Nervenanfalls als „kalten Schacht" aus dem Veit wieder herauskletterte (vgl. S. 139 Z. 26 f.). Die sprachlichen Mittel führen zu einer besseren Anschaulichkeit der Situation und Veits Gefühlslage, so kann sich der Leser ein besseres Bild von dem Erlebten machen. Die spielt besonders in Veits Kriegserzählungen eine Rolle, ebenso aber auch beim beschrieben der Stimmung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Veit während dieser Textstelle und auch während des gesamten Romans eine sehr instabile psychische Verfassung hat. Veit ist geschwächt vom Krieg, der ihn ich los lässt und fällt immer wieder in Angstattacken oder depressive Phasen zurück. An seinem Zustand wird deutlich, wie schlimm der Krieg für die Soldaten gewesen ist und wie viel er von ihrer Persönlichkeit unwiederbringlich zerstört hat. Annemarie Schaller zeigt, dass der Krieg nicht nur bei den Soldaten seine wunden verlassen hat, sondern sogar die Kinder in einer weise beeinträchtigt hat. Das Mädchen ist ein diszipliniertes, strenges Umfeld gewöhnt, hat aber, anders als Veit, trotzdem noch Pläne und Ziele und versucht sich nicht unter kriegen zu lassen. Sie besitzt einen sehr offener Charakter, der sich in ihrem Verhalten gegenüber Veit und ihrer Beziehung zu Kurt Rittler zeitigt. 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