Heimat, Heimsuchung und die ewige Suche
Was ist eigentlich Heimat? Erpenbeck definiert es so: "Heimat ist etwas, das man wahrscheinlich erst bemerkt, wenn man es verloren hat." Das trifft den Kern des Romans perfekt.
Heimsuchung hat bei Erpenbeck eine doppelte Bedeutung: Es ist sowohl die verzweifelte Suche nach Heimat als auch die Bedrohung durch schicksalhafte Prüfungen. Fast alle Figuren werden von äußeren Umständen heimgesucht – durch Krieg, Rassismus, politische Verfolgung oder gesellschaftliche Ungerechtigkeit.
Die verschiedenen Heimsuchungen reichen von archaischen Traditionen über Faschismus bis hin zu Vertreibung und Flucht. Interessant ist, dass nur der Gärtner wirklich beheimatet ist – er bleibt konstant, während alle anderen kommen und gehen.
Flucht ist das zentrale Motiv des Romans: Flucht im Ersten Weltkrieg, vor den Nationalsozialisten, vor der Roten Armee, in den Westen, vor Zwangsarbeit, vor Erinnerungen und Schuld, sogar vor Armut.
Wichtig für die Klausur: Die Figuren suchen Heimat, finden sie aber meist nicht oder nur vorübergehend – das macht die Tragik des 20. Jahrhunderts deutlich.