Die Figuren und ihre Zeit
Stell dir vor, ein Haus könnte sprechen – welche Geschichten würde es erzählen? Erpenbeck lässt uns genau das erleben, indem sie zwölf verschiedene Bewohner durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts führt.
Die Chronologie beginnt mit dem Großbauern Hurrach, der das Grundstück verkauft, und endet mit dem Kinderfreund, der das verfallende Haus repariert. Dazwischen erleben wir die Schicksale des jüdischen Tuchhändlers Ludwig, der nach Kapstadt flieht, die Schriftstellerin im sowjetischen Exil und viele andere.
Das Besondere: Jede Figur repräsentiert eine andere historische Epoche – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zur DDR und Wiedervereinigung. Der Roman ist episodenhaft aufgebaut, was bedeutet, dass jede Geschichte für sich steht, aber alle durch das Haus miteinander verbunden sind.
Merktipp: Der Prolog beschreibt die Entstehung der Landschaft vor 24.000 Jahren, der Epilog den technisch perfekten Abriss – das zeigt die Vergänglichkeit aller menschlichen Träume vom dauerhaften Zuhause.





