Szenenanalyse: Das Gespräch zwischen Newton und Inspektor Voß
In dieser Szene (S. 22-23) des ersten Akts entwickelt sich ein faszinierendes Machtspiel zwischen Newton und Inspektor Voß. Newton hat eine Krankenschwester ermordet, die entdeckt hatte, dass er und Einstein nur vorgeben, geisteskrank zu sein. Was in Die Physiker thematisiert wird, ist die Manipulation von Wahrheit und Macht.
Die Gesprächsdynamik ist bemerkenswert verkehrt: Obwohl Newton der Tatverdächtige ist, übernimmt er die Gesprächsführung. Er lenkt geschickt vom Mord ab, indem er über Elektrizität doziert und sogar Voß als "den Kriminellen" bezeichnet. Newton weiß genau, dass er wegen seines Aufenthalts in der Irrenanstalt nicht verhaftet werden kann.
Die Szenenanalyse zeigt deutlich, wie Sprache als Machtinstrument eingesetzt wird. Newton und Voß sprechen sich bewusst mit Namen an, wobei Newton den größeren Redeanteil hat. Der Dialog ist von Ironie durchzogen, während die eigentliche Handlung minimal bleibt – die Figuren sitzen lediglich auf dem Sofa.
Achtung! Diese Szenenanalyse Die Physiker verdeutlicht, wie das zentrale Thema der Verantwortung unterlaufen wird: Während Voß die Gerechtigkeit vertreten sollte, ist er machtlos gegenüber Newtons rhetorischer Überlegenheit.