Aufbau der literarischen Erörterung
Die literarische Erörterung folgt einem strukturierten Aufbau, der eine klare und überzeugende Argumentation ermöglicht. Der Aufbau gliedert sich in mehrere Teile, die aufeinander aufbauen und ineinandergreifen.
Die Einleitung sollte möglichst thematisch gestaltet sein und die wesentlichen Basisinformationen zum Außentext und zur Ganzschrift enthalten. Dazu gehören Autor, Titel, Veröffentlichungsjahr und gegebenenfalls -ort sowie die Textsorte. Eine kurze, auf das Erörterungsthema ausgerichtete Inhaltsangabe des Werks oder ein erweiterter Basissatz runden die Einleitung ab.
Im nächsten Schritt erfolgt die Wiedergabe des Außentextes, was der ersten Teilaufgabe entspricht. Hier ist es wichtig, sich auf die wesentlichen Aussagen zu konzentrieren und die Begründungszusammenhänge zu nennen. Die Wiedergabe sollte in eigenen Worten erfolgen, ohne weitschweifige Paraphrasen. Zitate sollten sparsam eingesetzt werden, und es ist wichtig, neutral zu bleiben und deutlich zu machen, dass eine fremde Meinung wiedergegeben wird.
Highlight: Für die Wiedergabe fremder Meinungen sind der Konjunktiv der indirekten Rede und verschiedene Verben der Redewiedergabe hilfreich. Formulierungshilfen können hier unterstützend wirken.
Die Überleitung zur zweiten Teilaufgabe beinhaltet die klare und angemessene Benennung der Erörterungsthese. Gegebenenfalls müssen hier auch Begriffe geklärt werden.
Der Hauptteil der Erörterung besteht aus der Argumentation. Hierbei ist es wichtig, nicht nur an der Handlungsoberfläche zu bleiben, sondern über den Außentext hinauszugehen. Die Argumentation sollte stets mit dem literarischen Werk selbst erfolgen, wobei zentrale Aussagen durch direkte oder indirekte Zitate bzw. Verweise belegt werden müssen.
Example: Bei einer literarischen Erörterung zu "Woyzeck" könnte man beispielsweise argumentieren, wie die sozialen und psychologischen Faktoren Woyzecks Handeln beeinflussen und inwiefern dies seine moralische Verantwortung für den Mord an Marie beeinflusst.
Das Fazit bildet den Abschluss der Erörterung. Hier erfolgt eine eigene Positionierung in Bezug auf die Gültigkeit der Thesen des Außentextes. Es ist wichtig, ein "Urteil" zu fällen, ohne dabei die Ich-Form zu verwenden. Idealerweise wird im Fazit auch ein Bezug zur Einleitung hergestellt, um eine Rahmung zu schaffen.
Vocabulary: Der Begriff "Fazit" bezeichnet die abschließende Schlussfolgerung oder das Endergebnis einer Argumentation oder Untersuchung.






























