"Es ist alles eitel" - Andreas Gryphius
Stell dir vor, du schaust um dich und erkennst plötzlich, dass alles vergänglich ist - genau das beschreibt Gryphius in seinem berühmten Sonett. Das Gedicht stammt aus dem Barock und behandelt das zentrale Vanitas-Motiv, also die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge.
Die formale Struktur folgt dem klassischen Sonett-Aufbau: Zwei Quartette (4 Verse) mit umarmenden Reimen (abba) und zwei Terzette (3 Verse) mit Schweifreim (ccd, eed). Der Alexandriner - ein sechshebiger Jambus - verleiht dem Gedicht seinen feierlichen, eindringlichen Rhythmus.
Inhaltlich entwickelt Gryphius seine Argumentation systematisch: Erst zeigt er konkrete Beispiele der Vergänglichkeit (Städte werden zu Wiesen), dann stellt er Gegenwart und Zukunft gegenüber. Am Ende kritisiert er die menschliche Eitelkeit und weist auf das Ewige - Gott und das Jenseits - hin.
Die sprachlichen Mittel wie Hyperbeln ("Asch vnd Bein"), Metaphern ("Spiel der Zeit") und Enjambements verstärken die eindringliche Botschaft. Besonders die Aufzählung am Ende "Schatten/StaubvndWind" macht die Bedeutungslosigkeit des Irdischen spürbar.
Merk dir: Das Vanitas-Motiv war im Barock zentral - es drückte die Angst vor der Vergänglichkeit aus, bot aber gleichzeitig religiösen Trost durch den Verweis auf das Ewige.