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Bedeutung des Reisens zu unterschiedlichen zeiten

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Bedeutung des Reisens zu unterschiedlichen zeiten

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Unterwegs im Wandel der Zeit – die Bedeutung
des Reisens zu unterschiedlichen Zeiten untersuchen
Eric J. Leed: Antike und Moderne: Vom

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2 3 Unterwegs im Wandel der Zeit – die Bedeutung des Reisens zu unterschiedlichen Zeiten untersuchen Eric J. Leed: Antike und Moderne: Vom Leiden zur Freiheit (1993) In der Antike konnte man sich eine Reise als freiwil- lige, nicht unmittelbar nützliche Aktivität nicht vor- stellen. Selbst der antike Tourismus, der sich unter der Pax Romana entwickelte, erschien Seneca' als ein Um- 5 getriebensein, ein orientierungsloses Umherirren in der Welt [...]. Odysseus, Herakles und vielen anderen Helden der Antike wurden ihre Reisen und Wanderungen durch eine Weisung" von außen auferlegt - von einer Gott- 10 heit oder vom Schicksal. Die identitätsstiftenden Rei- sen der mittelalterlichen Ritter dagegen waren schein- bar freiwillig und dienten keinem unmittelbaren Zweck. Die chevalereske² Reise, die weitgehend das Muster und Vorbild für das moderne Reisewesen lie- 15 fert, sollte vor allem das Wesen des Ritters als ,,Frei- em" hervorheben. Freiheit war im Mittelalter Vorrecht des Adels und wurde erst seit dem 17. Jh. als angebo- renes, unveräußerliches Menschenrecht betrachtet. Der freiwillige Aufbruch und die Einsamkeit des Ritters 20 waren kennzeichnend für den neu aufkommenden Be- griff des Abenteuers. Das Reisen demonstrierte die Freiheit von den Zwängen des Lebens und einen sich über die ,,Gemeinen" erhebenden gesellschaftlichen Stand. Diese Umwandlung der aufgezwungenen heroi- 25 schen Reise in eine gewählte Gelegenheit für den Ein- zelnen, sich selbst zu beweisen - in Freiheit, Selbstdar- stellung und Selbsterkenntnis-, fand sogar Eingang...

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in die Definition eines völlig neuen Typus des Reisens, 1 Lucius Annaeus Seneca, gen. Seneca der Jüngere, * ca. 1 n. Chr. Corduba, † 65 n. Chr. nahe Rom; römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker 2 chevaleresk = ritterlich der für die nachmittelalterliche Welt charakteristisch 30 ist: die Entdeckungsreise und später die ,,wissenschaft- liche" Expedition sowie die Fahrten von wissensdursti- gen, schriftstellernden Touristen. Die Überhöhung des Reisens als Inbegriff der Freiheit und Möglichkeit zu persönlicher Autonomie wurde zum modernen Topos [...]. Genau diese Ziellosigkeit des Wanderns, die Odysseus als so schwer erträglich empfand, ist die Quelle jener Freiheit, die die Romantiker am Reisen so schätzten. Die Verknüpfung von Reisen und Freiheit lässt sich bis 40 ins Mittelalter zurückverfolgen, wo sie sogar einen rechtlichen Niederschlag fand: Nach den Gesetzen des englischen Königs Heinrich II.' musste ein Lord oder Lehnsherr, der einen Leibeigenen freigeben wollte, diese seine Absicht vorher in einer Kirche, auf einem 45 Markt oder vor einem Landgericht bekunden, seinem früheren Fronpflichtigen eine Lanze und ein Schwert verleihen und ihn dann an eine Wegkreuzung führen, um ihm zu zeigen, ,,dass ihm sämtliche Wege offen- standen" (zit. n. Maitland/Pollock 1968: I, 428). Diese 50 beiden Aspekte - der Besitz von Waffen und das Recht auf freie Abreise - blieben lange Zeit kennzeichnend für den Status eines ,,freien" Mannes. Das Recht zu reisen ging in die abendländische Definition des freien, autonomen Individuums ein, dessen Beziehungen zu 3 Autonomie Selbstständigkeit 4 griechisch tópos, eigentlich Ort, Stelle; festes Schema, feste Formel, feststehendes Bild o. Ä. 5 Heinrich II. Plantagenet, König von England (1154-1189), *5. März 1133 in Le Mans; † 6. Juli 1189 in Chinon 35 Quelle: Eric J. Leed: Die Erfahrung der Ferne. Reisen von Gilgamesch bis zum Tourismus unserer Tage. Übers. v. Hans-H. Harbort. Campus Frankfurt am Main/New York 1993, S. 21-29. Antike 55 anderen das Resultat bewusst eingegangener Verbin- dungen, Verpflichtungen und Kontrakte sind. [...] Fertigen Sie mithilfe des Textes von Eric J. Leed einen Zeitstrahl zum Bedeutungswandel des Reisens von der Antike bis heute an. Tragen Sie die für die jeweilige Epoche typischen Merkmale des Reisens ein. mit Nutzen verbunden von Gottheit oder Schicksal bestimmt Mittelalter/Romantik 17. Jhd Freiheit als Menschenrecht Entdeckungsreisen Inbegriff der Freiheit (Abenteuer) Diskutieren Sie Gründe für diesen Bedeutungswandel. - Wissensdurst Skizzieren Sie eine Zukunftsvision für „Reisen im Jahr 3000" und erläutern Sie diese. Mittelalter -Reisen der Ritter: frei - Willig & ohne Zweck -Freiheit Recht Adels Statussymbol - - Moderne -Besitz von Waffen & freie Abreise freier Mann - Urlaub vielseitige Nutzung selbstverständlich

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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