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Bystander - Effekt

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Streit überall – Warum greift keiner ein?
Egal wo man auf dem Schulhof hinschaut, überall stehen Schüler und streiten sich wegen
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Deutsch: Streit überall – Warum greift keiner ein? Egal wo man auf dem Schulhof hinschaut, überall stehen Schüler und streiten sich wegen verschiedenster Gründe. Oft enden diese Streitigkeiten in handgreiflichen Konflikten, bei denen nicht selten einer stark verletzt wird. Schnell sammeln sich Mengen an Schaulustigen an, die dem ganzen Geschehen beiwohnen und manchmal sogar noch anfeuern. Aber wie kann es sein, dass dort so viele stehen und nur ganz selten einer zwischen die Streitenden tritt und versucht diese voneinander zu trennen? Warum ruft niemand direkt den Notarzt? Weshalb wird mit dem Eingreifen in den Konflikt von außen so lange gezögert? Viele Forscher stellten sich die gleichen Fragen und gingen diesen auf den Grund. Da die Menschen, die in Konflikte eingriffen später als Helden gefeiert wurden, ist das Eingreifen anscheinend nicht selbstverständlich. Sicherlich hast du so etwas auch schon erlebt, auf dem Schulhof wirst du Augenzeuge einer Schlägerei, du siehst,dass die Schüler sich gegenseitig verletzten, aber bringst es dennoch nicht über dich, in diesen Konflikt einzugreifen. Nach den Auswertungen einer Studie fanden Forscher schließlich heraus, dass dieses Phänomen der sogenannte „Bystander-Effekt“ ist: Die unterlassene Hilfestellung! Zum Beispiel bei einer Handgreiflichkeit sorgt der Bystander-Effekt dafür, dass Zuschauende weniger Verantwortung auf sich nehmen, desto mehr andere Menschen auch Zeugen dieses Streites sind. Die Forschungen der Sozialforscher Bibb Latané und...

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John Darley zeigen, dass es verschiedene Gruppen der Außenstehenden gibt, einmal diejenigen, die denken, sie wären die einzigen Zeugen, dann welche die meinen, es gebe außer ihnen noch einen weiteren Zeugen und noch jene, die denken, sie hätten noch vier weitere Zeugen um sich herum. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen beeinflussen allerdings unsere Handlungen, während wir Zuschauer eines Konfliktes sind. Denkt man, man sei der einzige Zeuge, so leistet man auf jeden Fall Hilfestellung, entweder sofort nachdem die Situation erfasst wurde oder spätestens nach 3 Minuten. Meint man, man sei mit einer weiteren Person Zeuge, so würde man kurz nach Auslösung des Notfalles eingreifen oder aber man greift gar nicht ein, denn hier hilft man nur in 80% aller Fälle. Ist man in dem Glauben mit vier weiteren Zeugen am Tatort zu sein, so verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass man Hilfe leistet auf etwa 60%, falls man aber zu diesen 60% gehört, die Hilfestellung geben, tut man dies relativ spät, nämlich ungefähr mit einer Minute Verzögerung. Falls ihr jemals auf dem Schulhof bei einer Schlägerei Zeuge werden solltet oder wenn jemand ohnmächtig wird, stellt euch vor ihr, wäret der einzige, der dies sieht, sodass ihr schneller eingreifen werdet und so Schüler vielleicht vor schweren Verletzungen bewahren könnt. Nachdem Forscher nun wussten, weshalb Menschen oft nur passiv sind, während Hilfe gebraucht wird, wollten sie in Erfahrung bringen, was die Ursachen für verzögertes Handeln sind. Oft werden diese Ursachen als die fünf Hürden bezeichnet, die man überwinden muss, bevor man sich dafür entscheidet, in den Vorfall einzugreifen. Zuerst muss von den Außenstehenden der Ernst der Lage erkannt werden, manchmal wird die ganze Situation nämlich falsch eingeschätzt und es wird nicht erkannt, in welcher Not sich der Betroffene befindet. Viele helfen nicht, weil andere nicht helfen, entweder möchten sie sich dann vor keinem blamieren oder sie denken sich, wenn alle dort nur herumstehen, wird die Lage wohl nicht so schlimm sein. So etwas nennt man pluralistische Ignoranz und wird als zweite Hürde beschrieben. Die dritte Hürde ist die sogenannte Verantwortungsdiffusion. Hierbei warten alle Umstehenden, dass einer den ersten Schritt macht und einem somit die Eigenverantwortung abnimmt. Der Beobachter muss sich also zuständig fühlen, zu helfen und darf die Verantwortung nicht auf andere schieben. Das kann manchmal schwierig werden, denn mit jeder weiteren zuschauenden Person sinkt die Verantwortung und damit auch die Hilfsbereitschaft. Laut einer ganz anderen Theorie könnte es passieren, dass sich die um Hilfe gebetenen Zeugen in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeengt fühlen, sodass sie dazu tendieren, ihre Hilfe zu verweigern. Zur vierten Hürde gehört das Wissen, viele der Zuschauer wären bereit zu helfen, wissen jedoch nicht, wie sie dies anstellen sollen, ohne sich selber in größere Gefahr zu bringen. Die fünfte und somit die letzte Hürde ist das wirkliche Eingreifen, es ist mit der dritten Hürde die schwerste, man muss sich aktiv entscheiden, ob man helfen möchte. Bei dieser Entscheidung spielt auch die Angst eine große Rolle. Sollte ihr irgendwann mal in so eine zuschauende Position bei einem Unfall oder Ähnlichem geraten, müsst ihr gegen „Bystander-Effekt“ ankämpfen. Wie man sich bei solchen Situationen verhalten sollte, kann man trainieren. Vielleicht könnt ihr mit eurem Lehrer sprechen und das üben. Aber eine Sache funktioniert immer: Wenn es außer euch noch weitere Zeugen gibt, sprecht diese an und bittet sie um Hilfe, gemeinsam ist schließlich alles leichter. Alles in allem, führt der Bystander-Effekt zu unterlassener Hilfeleistung und weniger Verantwortungsbewusstsein, je mehr Zeugen eines Vorfalles es gibt. Auch die unterschiedlichen Wahrnehmungen, beeinträchtigen in solchen Fällen unser Handeln. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass wir alle wissen, wie man sich in diesen Situationen zu verhalten hat. Außerdem müssen wir am Tatort zusammenhalten, denn gemeinsame Aktionen bringen meist mehr und helfen dem Betroffenen bei Unfällen oder Ähnlichem am meisten. Oft hilft es schon, wenn man einfach die Polizei oder den Krankenwagen ruft. ,,Nichts tun" ist das Schlimmste!

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