Weitere Erzählperspektiven und ihre Anwendung
Neben dem in "Erebos" verwendeten personalen Er-Erzähler gibt es weitere wichtige Erzählperspektiven in der Literatur, die je nach gewünschter Wirkung eingesetzt werden können.
Der Ich-Erzähler ist eine häufig verwendete Form, bei der die Geschichte aus der ersten Person erzählt wird. Diese kann sowohl personal als auch auktorial sein:
- Personal: Der Ich-Erzähler berichtet nur von seinen eigenen Erlebnissen und Gedanken.
- Auktorial: Der Ich-Erzähler kann auch Einsichten in andere Charaktere haben oder zukünftige Ereignisse andeuten.
Example: Ein Beispiel für einen auktorialen Ich-Erzähler wäre ein Roman, in dem der Protagonist seine Lebensgeschichte rückblickend erzählt und dabei Kommentare aus der Gegenwart einfließen lässt.
Der Er-Erzähler, wie er in "Erebos" verwendet wird, kann ebenfalls verschiedene Formen annehmen:
- Personal: Wie bereits beschrieben, erzählt aus der eingeschränkten Sicht einer Figur.
- Auktorial: Allwissend, kann in alle Figuren hineinblicken und das Geschehen kommentieren.
- Neutral: Beschreibt nur das äußerlich Sichtbare, ohne Einblicke in Gedanken oder Gefühle zu geben.
Definition: Ein neutraler Erzähler verhält sich wie eine Kamera, die nur objektiv beobachtbare Vorgänge wiedergibt, ohne sie zu interpretieren oder zu kommentieren.
Die Wahl der Erzählperspektive hat einen großen Einfluss auf die Lesererfahrung und die Vermittlung der Geschichte. In "Erebos" ermöglicht der personale Er-Erzähler eine enge Bindung an die Hauptfigur, während gleichzeitig eine gewisse Distanz gewahrt bleibt, die es dem Leser erlaubt, eigene Schlüsse zu ziehen und die Handlungen des Protagonisten kritisch zu betrachten.
Highlight: Die Verwendung eines personalen Er-Erzählers in "Erebos" unterstützt die Spannung und Identifikation mit dem Protagonisten, während sie gleichzeitig Raum für die komplexe Darstellung der Spielwelt und ihrer Auswirkungen auf die Realität lässt.



















