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Unter der Drachenwand: Charakterisierung von Veit Kolbe und dem Brasilaner, Aufbau, Stilmittel

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11/12/13

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Unter der Drachenwand: Charakterisierung von Veit Kolbe und dem Brasilaner, Aufbau, Stilmittel

 Unter der Drachenwand- Alles Wichtige
A.S
Charakterisierung Veit Kolbe:
Bei Veit Kolbe handelt es sich um den Protagonisten und Antihelden

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Hier findet Ihr eine ausführliche Charakterisierung von Veit Kolbe und seinem Freund, dem Brasilianer. Ausserdem wird der Aufbau und die Verwendung von stilistischen Mittel im und vom Buch behandelt.

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Unter der Drachenwand- Alles Wichtige A.S Charakterisierung Veit Kolbe: Bei Veit Kolbe handelt es sich um den Protagonisten und Antihelden in Unter der Drachenwand, der als verletzter Kriegsveteran seine Sicht auf den 2. Weltkrieg erläutert. Infos zur Person: * Zu Beginn der Handlung befindet sich Veit im Alter von 23 Jahren, am 26. Februar hat er Geburtstag * Seit seinem Abitur, das er 1939 abschließt, dient der junge Kolbe als Soldat an der Front * Im November 1943 wird der Protagonist in Russland auf dem Feld verletzt und kommt daraufhin in ein Lazarett im Saarland, von wo aus er anschließend seinen Heimweg nach Wien antritt *An der Front am Dnjepr zieht sich der junge Kriegsveteran Verletzungen im Gesicht, am Schlüsselbein und Oberschenkel zu *Veit wächst zusammen mit seinen Schwestern Waltraud und Hilde auf, von denen Waltraud bereits ausgezogen ist, als er aus Russland wieder zurückkommt. Seine Schwester Hilde starb bereits vor mehreren Jahren an den Folgen ihrer Schwindsucht im Alter von 16. Jahren Bis zu seinem Einzug in den Krieg wohnt Veit zusammen mit seinen Eltern in einer bescheidenen Stadtwohnung in Wien Charakter: Müde: Veits Erschöpfung äußert sich sowohl seelisch als auch körperlich. Mental gesehen ist Veit den Krieg leid und wünscht sich nach drei aufreibenden Jahren an der Front nichts weiter als ein geordnetes, ruhiges Leben. Die körperlichen Strapazen...

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als Soldat haben außerdem ihre Spuren am Protagonisten hinterlassen. Die Folgen seiner Verletzungen an ,,rechter Wange" (S. 7, Z. 20), „im rechten Oberschenkel" (S. 7, Z. 21f) sowie ,,unter dem Schlüsselbein“ (S. 7, Z. 22f) ziehen sich auch noch nach der oberflächlichen Heilung durch sein Leben. Insbesondere die Wunde am Oberschenkel verursacht Gehprobleme, die Veit bis ans Ende seines Lebens begleiten werden. Doch unabhängig von den äußeren Kriegsverletzungen ist es vor allem auch eine Angststörung, die das Leben des Protagonisten immens beeinträchtigt. Seien es die Sorgen darüber, doch wieder in den Krieg eingezogen zu werden oder simple Trigger, die ihn in die Zeit an der Front zurückversetzen. Die seelischen Wunden, die der Krieg mit sich führt und das damit verbundene Ausmaß an Gewalt und Schmerz sitzen tief und Veit vermag sie nicht abzuschütteln. Kolbe Worte, er sei ,,ein abgenagtes Stück Herz" lassen tief in seine seelische Erschöpfung blicken: Dieser Mann besitzt kein Fünkchen Kraft mehr, um das Feuer für das Leben eigenhändig neu zu entfachen Skeptisch: Der Protagonist gehört zu einem der Kriegsgegner, die sich etwas bedeckt halten, jedoch dennoch dem Faschismus und Militärfanatismus kritisch gegenüber stehen. Mit dem 2. Weltkrieg verbindet Veit vor allem „Mühsal und Plage" (S. 15, Z. 16), so mag es ihm auch nicht einleuchten, dass man für die Verwundung ein Abzeichen erhält. Für Veit stellt diese Auszeichnung quasi eine ,,Anerkennung für das Pech, das [er] gehabt hatte“ (S. 15, Z. 15). In Mondsee zeigt sich der Widerstand des jungen Kolbe eher auf den zweiten Blick: Obwohl er anders als beispielsweise der Brasilianer seine scharfe Kritik an Adolf Hitler nicht öffentlich kundtut, so ist er es, der sich um den verlassenen Garten Robert Perttes kümmert und für die Instandhaltung dessen Gärtnerei sorgt Sensibel: Aufgrund der brutalen Bilder in der Arbeit als Soldat, welche ihn auch nach der Rückkehr nach Hause weiter verfolgen, entwickelt Veit eine posttraumatische Angststörung. Dass diese Belastungsstörung eine mentale Instabilität hervorruft, verwundert wenig. Doch zusätzlich ist auffällig zu beobachten, dass der Protagonist, ob trotz oder besonders aufgrund seiner psychischen Verfassung sei einmal dahingestellt, seine Mitmenschen sehr reflektiert und empfindsam erlebt. So beobachtet Veit etwa, dass seine Nachbarin die Darmstädterin regelmäßig abends weint und die Lehrerin Bildstein im Grunde genommen selbst einsam ist. Als ihn der Ehemann seiner Gastgeberin bittet, auf seine charakterlich schwierige Frau achtzugeben, zögert der Protagonist keineswegs, obwohl Trude Dohm ihm mit ihrer jähzornigen, verbitterten und geizigen Art einigen Anlass zur Verärgerung gibt Leidenschaftlich: In der Beziehung mit Margot blüht Veit zu einer ihm selbst ganz neuen Version von sich selbst auf. Die junge Frau weist mehrmals darauf hin, wie zufrieden sie mit Kolbe sei - besonders in sexueller Hinsicht. Trotz seiner körperlichen wie auch seelischen Verwundungen befindet sich Veit noch in der Lage, zu lieben und diese Liebe leidenschaftlich auszuleben. Auch fernab des Bettes, nämlich in der Gärtnerei, findet der Protagonist wieder eine Erfüllung, die trotz der harten Arbeit sein Leben wieder lebendig und sinnvoll erscheinen lässt Mutig: Als Veit erfährt, dass der Brasilianer nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Max Dohm verhaftet werden soll, sieht er sich verantwortlich dafür, für die Gerechtigkeit Robert Perttes einzustehen. Obwohl er sich bewusst ist, dass er mit einer Intervention ein enorm hohes Risiko damit eingeht, sein eigenes Leben zu opfern, zweifelt der Antiheld des Romans nicht an der Notwendigkeit seines Handelns. So tötet er seinen eigenen Onkel, um den Brasilianer vor der Verhaftung und dem unweigerlich darauffolgenden Konzentrationslager zu bewahren Organisiert: Seit seiner Ankunft in Mondsee nimmt Veit die Dinge selbst in die Hand. Sei es, dass er sich die Genehmigung eines neuen Ofens beschafft oder die Führung der ehemaligen Gärtnerei Roberts übernimmt, der Protagonist wartet nicht darauf, dass sich die Umstände ändern, sondern geht sie selbst an Der Brasilianer Allgemeine Definition: Ein aus Brasilien stammender Mensch, der entweder genetisch oder herkünftig mit dem größten Land Südamerikas verbunden ist Definition nach Arno Geiger: Ein mutiger Mensch, der seine Meinung offen kundtut, unabhängig davon, was andere von ihm denken. Außerdem besitzt diese Art von Person ein hohes Bedürfnis nach Freiheit, sowohl gedanklich als auch in der Gestaltung des persönlichen Lebens und der Entwicklung essenzieller Lebensphilosphien und moralischer Werte Robert Raimund Perttes: Robert verkörpert in dem vorliegenden Roman Unter der Drachenwand die Figur des Brasilianers. Betrachtet wir einmal den Namen des Charakters, fällt auf, dass die Vornamen Deutsch klingen, während der Name Perttes einen lateinamerikanischen Klang besitzt. Biologische vs. ideelle Herkunft: Aufgewachsen in Österreich mit seiner Schwester Trude, könnten die Geschwister heute verschiedener kaum sein. Während Trude Dohm als eine treue Unterstützerin Adolf Hitlers ihr Leben verbringt, wehrt sich der pazifistische Robert gegen die ihm auferzwungenen Parolen des deutschen Vaterlandes". Im deutschsprachigen Raum fühlte sich Perttes nie wieder heimisch, nachdem er wenige Jahre zuvor aus seiner Wahlheimat Brasilien zurückgekehrt war. „Das Gefühl [...], in Brasilien leben zu dürfen“ (S. 69, Z. 2) bildet für den Robert Raimund das größte Geschenk auf Erden. Auch noch nach seiner Rückkehr ins kalte Österreich spielt Perttes weiterhin seine lateinamerikanische Musik, geht seiner Liebe zum Gärtnern nach und vertritt offen und ungeniert seine Meinung, als wäre er immer noch in Brasilien Isoliert: Gewissermaßen stellt Perttes einen von der Gesellschaft verstoßenen Außenseiter dar. Als Reaktion auf seine opportunistische Haltung verweigert man ihm seit „zwei Jahren“ (S. 69, Z. 18) seine „Ehrenrechte“ (S. 69, Z. 19), sodass es Robert unmöglich ist, eine Hilfskraft einzustellen. Fernab von der Internationalität größerer Städte und isoliert in einer Gesellschaft, in welcher er sich wie ein Fremdkörper vorkommt, fristet er sein Dasein Stark: Die Haut des Brasilianers beschreibt der Protagonist als ,,hart, schrundig" (S. 71, Z. 13) und sie erinnert ihn an eine „Kriegshaut“ (S. 71, Z, 16). Es ist die Haut von jemandem, der die harte Arbeit im Garten unabhängig von Wind und Wetter erledigen muss. Und gleichzeitig kann man die Kriegshaut als eine Metapher dafür ansehen, für das ein Brasilianer in Geigers Roman steht: Nämlich für einen starken Kämpfer, welcher ungeachtet der äußeren Umstände seinen gradlinigen Charakter nicht verbiegen lässt und sich nicht zu schade ist, für die Verteidigung seiner eigenen Werte in die Schlacht zu ziehen Stilmittel: Alliteration: ,,[...] unter dem Schnee schläft die Schwester" (S. 27, Z. 18), „harte Haut" (S. 71, Z. 15), ,,Multiplizierte Minus“ (S. 79, Z. 20) Apostrophe: ,,Liebe Nanni, mein Schorsche, bist du krank?" (S. 108, Z. 15), „Nun, liebe Margot" (S. 274, Z. 12) Antithese: ,,Ich war mir aber sicher, dass bei dem Vorfall das Gute das Schlechte überwog" (S. 423, Z. 7f) Vergleich: ,,[...] jetzt schwammen die Betten im Saal wie kleine Segelboote auf einem See." (S. 12, Z. 12f) Aufbau: Länge: Typisch für die Literaturgattung Roman ist, dass es sich hierbei um eine ausschweifende und langwierige Erzählung handelt. Das vorliegende Werk entspricht mit 480 Seiten Handlungsverlauf der ausführlichen Form eines Romans Textsorte: Wenngleich bis ins 13. Jahrhundert Romane noch in Versform verfasst wurden, werden Bücher der vorliegenden Literaturgattung inzwischen weitestgehend in Prosa verfasst. Die offene Erzählweise der Prosa ermöglicht zudem einen zügigeren Lesefluss und wirkt natürlicher als die lyrische Vorgängerversion Komplexität: Während beispielsweise in einer Novelle ausschließlich ein Ausschnitt aus einer Handlung beleuchtet wird, fasst ein Roman sowohl den situativen Kontext als auch zahlreiche Nebenschauplätze mit in das Erzählte ein. Exemplarisch für die umfangreiche Erzählweise wird in Unter der Drachenwand neben dem prädominanten Ort in Mondsee außerdem auch eine Vielzahl an Nebenhandlungen berücksichtigt. Arno Geiger bezieht etwa die Briefe Kurt Ritlers oder Lore Neffs mit in seinen Fließtext ein, um dem Leser eine differenziertere Sicht auf das Handlungsgeschehen zu ermöglichen Fiktiv: Romaninhalte besitzen die Gemeinsamkeit, nicht auf wahren Begebenheiten zu beruhen, sondern aus frei erfundenen Themen zu bestehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Werk nicht auch in Anlehnung an historische und reale Ereignisse geschrieben werden kann. Im vorliegenden Roman stützt sich Arno Geiger zum Beispiel auf ein Bündel Briefe, welches er tatsächlich findet. Jedoch ändert der Autor im Zuge der Verschriftlichung von Unter der Drachenwand gewisse Angaben wie Namen, Herkunft und Handlungsverläufe ab, sodass es sich nicht um die 1:1 Wiedergabe realer Geschehnisse handelt Protagonist: Ein Roman weist in der Regel eine Hauptfigur auf, welcher im Mittelpunkt des Erzählverlaufs steht. Die Anwesenheit weiterer bedeutender Charaktere untergräbt in diesem Fall nicht die Bedeutung des Protagonisten. Auch wenn Arno Geiger seine Hauptfigur Veit Kolbe klar als Protagonist herausstellt, wird die Handlung nicht ausschließlich aus dessen, sondern auch aus der Sicht weiterer Figuren wie Oskar Meyer, Kurt Ritler und Margots Mutter Lore beschrieben. Dennoch ist es in der Literaturgattung des Romans wichtig, dass bis auf den Hauptcharakter alle übrigen Personen als Randfiguren agieren

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Charakterisierung Veit Kolbe:
Bei Veit Kolbe handelt es sich um den Protagonisten und Antihelden

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Unter der Drachenwand- Alles Wichtige A.S Charakterisierung Veit Kolbe: Bei Veit Kolbe handelt es sich um den Protagonisten und Antihelden in Unter der Drachenwand, der als verletzter Kriegsveteran seine Sicht auf den 2. Weltkrieg erläutert. Infos zur Person: * Zu Beginn der Handlung befindet sich Veit im Alter von 23 Jahren, am 26. Februar hat er Geburtstag * Seit seinem Abitur, das er 1939 abschließt, dient der junge Kolbe als Soldat an der Front * Im November 1943 wird der Protagonist in Russland auf dem Feld verletzt und kommt daraufhin in ein Lazarett im Saarland, von wo aus er anschließend seinen Heimweg nach Wien antritt *An der Front am Dnjepr zieht sich der junge Kriegsveteran Verletzungen im Gesicht, am Schlüsselbein und Oberschenkel zu *Veit wächst zusammen mit seinen Schwestern Waltraud und Hilde auf, von denen Waltraud bereits ausgezogen ist, als er aus Russland wieder zurückkommt. Seine Schwester Hilde starb bereits vor mehreren Jahren an den Folgen ihrer Schwindsucht im Alter von 16. Jahren Bis zu seinem Einzug in den Krieg wohnt Veit zusammen mit seinen Eltern in einer bescheidenen Stadtwohnung in Wien Charakter: Müde: Veits Erschöpfung äußert sich sowohl seelisch als auch körperlich. Mental gesehen ist Veit den Krieg leid und wünscht sich nach drei aufreibenden Jahren an der Front nichts weiter als ein geordnetes, ruhiges Leben. Die körperlichen Strapazen...

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als Soldat haben außerdem ihre Spuren am Protagonisten hinterlassen. Die Folgen seiner Verletzungen an ,,rechter Wange" (S. 7, Z. 20), „im rechten Oberschenkel" (S. 7, Z. 21f) sowie ,,unter dem Schlüsselbein“ (S. 7, Z. 22f) ziehen sich auch noch nach der oberflächlichen Heilung durch sein Leben. Insbesondere die Wunde am Oberschenkel verursacht Gehprobleme, die Veit bis ans Ende seines Lebens begleiten werden. Doch unabhängig von den äußeren Kriegsverletzungen ist es vor allem auch eine Angststörung, die das Leben des Protagonisten immens beeinträchtigt. Seien es die Sorgen darüber, doch wieder in den Krieg eingezogen zu werden oder simple Trigger, die ihn in die Zeit an der Front zurückversetzen. Die seelischen Wunden, die der Krieg mit sich führt und das damit verbundene Ausmaß an Gewalt und Schmerz sitzen tief und Veit vermag sie nicht abzuschütteln. Kolbe Worte, er sei ,,ein abgenagtes Stück Herz" lassen tief in seine seelische Erschöpfung blicken: Dieser Mann besitzt kein Fünkchen Kraft mehr, um das Feuer für das Leben eigenhändig neu zu entfachen Skeptisch: Der Protagonist gehört zu einem der Kriegsgegner, die sich etwas bedeckt halten, jedoch dennoch dem Faschismus und Militärfanatismus kritisch gegenüber stehen. Mit dem 2. Weltkrieg verbindet Veit vor allem „Mühsal und Plage" (S. 15, Z. 16), so mag es ihm auch nicht einleuchten, dass man für die Verwundung ein Abzeichen erhält. Für Veit stellt diese Auszeichnung quasi eine ,,Anerkennung für das Pech, das [er] gehabt hatte“ (S. 15, Z. 15). 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Als ihn der Ehemann seiner Gastgeberin bittet, auf seine charakterlich schwierige Frau achtzugeben, zögert der Protagonist keineswegs, obwohl Trude Dohm ihm mit ihrer jähzornigen, verbitterten und geizigen Art einigen Anlass zur Verärgerung gibt Leidenschaftlich: In der Beziehung mit Margot blüht Veit zu einer ihm selbst ganz neuen Version von sich selbst auf. Die junge Frau weist mehrmals darauf hin, wie zufrieden sie mit Kolbe sei - besonders in sexueller Hinsicht. Trotz seiner körperlichen wie auch seelischen Verwundungen befindet sich Veit noch in der Lage, zu lieben und diese Liebe leidenschaftlich auszuleben. Auch fernab des Bettes, nämlich in der Gärtnerei, findet der Protagonist wieder eine Erfüllung, die trotz der harten Arbeit sein Leben wieder lebendig und sinnvoll erscheinen lässt Mutig: Als Veit erfährt, dass der Brasilianer nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Max Dohm verhaftet werden soll, sieht er sich verantwortlich dafür, für die Gerechtigkeit Robert Perttes einzustehen. Obwohl er sich bewusst ist, dass er mit einer Intervention ein enorm hohes Risiko damit eingeht, sein eigenes Leben zu opfern, zweifelt der Antiheld des Romans nicht an der Notwendigkeit seines Handelns. So tötet er seinen eigenen Onkel, um den Brasilianer vor der Verhaftung und dem unweigerlich darauffolgenden Konzentrationslager zu bewahren Organisiert: Seit seiner Ankunft in Mondsee nimmt Veit die Dinge selbst in die Hand. Sei es, dass er sich die Genehmigung eines neuen Ofens beschafft oder die Führung der ehemaligen Gärtnerei Roberts übernimmt, der Protagonist wartet nicht darauf, dass sich die Umstände ändern, sondern geht sie selbst an Der Brasilianer Allgemeine Definition: Ein aus Brasilien stammender Mensch, der entweder genetisch oder herkünftig mit dem größten Land Südamerikas verbunden ist Definition nach Arno Geiger: Ein mutiger Mensch, der seine Meinung offen kundtut, unabhängig davon, was andere von ihm denken. Außerdem besitzt diese Art von Person ein hohes Bedürfnis nach Freiheit, sowohl gedanklich als auch in der Gestaltung des persönlichen Lebens und der Entwicklung essenzieller Lebensphilosphien und moralischer Werte Robert Raimund Perttes: Robert verkörpert in dem vorliegenden Roman Unter der Drachenwand die Figur des Brasilianers. Betrachtet wir einmal den Namen des Charakters, fällt auf, dass die Vornamen Deutsch klingen, während der Name Perttes einen lateinamerikanischen Klang besitzt. Biologische vs. ideelle Herkunft: Aufgewachsen in Österreich mit seiner Schwester Trude, könnten die Geschwister heute verschiedener kaum sein. Während Trude Dohm als eine treue Unterstützerin Adolf Hitlers ihr Leben verbringt, wehrt sich der pazifistische Robert gegen die ihm auferzwungenen Parolen des deutschen Vaterlandes". Im deutschsprachigen Raum fühlte sich Perttes nie wieder heimisch, nachdem er wenige Jahre zuvor aus seiner Wahlheimat Brasilien zurückgekehrt war. „Das Gefühl [...], in Brasilien leben zu dürfen“ (S. 69, Z. 2) bildet für den Robert Raimund das größte Geschenk auf Erden. Auch noch nach seiner Rückkehr ins kalte Österreich spielt Perttes weiterhin seine lateinamerikanische Musik, geht seiner Liebe zum Gärtnern nach und vertritt offen und ungeniert seine Meinung, als wäre er immer noch in Brasilien Isoliert: Gewissermaßen stellt Perttes einen von der Gesellschaft verstoßenen Außenseiter dar. Als Reaktion auf seine opportunistische Haltung verweigert man ihm seit „zwei Jahren“ (S. 69, Z. 18) seine „Ehrenrechte“ (S. 69, Z. 19), sodass es Robert unmöglich ist, eine Hilfskraft einzustellen. Fernab von der Internationalität größerer Städte und isoliert in einer Gesellschaft, in welcher er sich wie ein Fremdkörper vorkommt, fristet er sein Dasein Stark: Die Haut des Brasilianers beschreibt der Protagonist als ,,hart, schrundig" (S. 71, Z. 13) und sie erinnert ihn an eine „Kriegshaut“ (S. 71, Z, 16). Es ist die Haut von jemandem, der die harte Arbeit im Garten unabhängig von Wind und Wetter erledigen muss. Und gleichzeitig kann man die Kriegshaut als eine Metapher dafür ansehen, für das ein Brasilianer in Geigers Roman steht: Nämlich für einen starken Kämpfer, welcher ungeachtet der äußeren Umstände seinen gradlinigen Charakter nicht verbiegen lässt und sich nicht zu schade ist, für die Verteidigung seiner eigenen Werte in die Schlacht zu ziehen Stilmittel: Alliteration: ,,[...] unter dem Schnee schläft die Schwester" (S. 27, Z. 18), „harte Haut" (S. 71, Z. 15), ,,Multiplizierte Minus“ (S. 79, Z. 20) Apostrophe: ,,Liebe Nanni, mein Schorsche, bist du krank?" (S. 108, Z. 15), „Nun, liebe Margot" (S. 274, Z. 12) Antithese: ,,Ich war mir aber sicher, dass bei dem Vorfall das Gute das Schlechte überwog" (S. 423, Z. 7f) Vergleich: ,,[...] jetzt schwammen die Betten im Saal wie kleine Segelboote auf einem See." (S. 12, Z. 12f) Aufbau: Länge: Typisch für die Literaturgattung Roman ist, dass es sich hierbei um eine ausschweifende und langwierige Erzählung handelt. Das vorliegende Werk entspricht mit 480 Seiten Handlungsverlauf der ausführlichen Form eines Romans Textsorte: Wenngleich bis ins 13. Jahrhundert Romane noch in Versform verfasst wurden, werden Bücher der vorliegenden Literaturgattung inzwischen weitestgehend in Prosa verfasst. Die offene Erzählweise der Prosa ermöglicht zudem einen zügigeren Lesefluss und wirkt natürlicher als die lyrische Vorgängerversion Komplexität: Während beispielsweise in einer Novelle ausschließlich ein Ausschnitt aus einer Handlung beleuchtet wird, fasst ein Roman sowohl den situativen Kontext als auch zahlreiche Nebenschauplätze mit in das Erzählte ein. Exemplarisch für die umfangreiche Erzählweise wird in Unter der Drachenwand neben dem prädominanten Ort in Mondsee außerdem auch eine Vielzahl an Nebenhandlungen berücksichtigt. Arno Geiger bezieht etwa die Briefe Kurt Ritlers oder Lore Neffs mit in seinen Fließtext ein, um dem Leser eine differenziertere Sicht auf das Handlungsgeschehen zu ermöglichen Fiktiv: Romaninhalte besitzen die Gemeinsamkeit, nicht auf wahren Begebenheiten zu beruhen, sondern aus frei erfundenen Themen zu bestehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Werk nicht auch in Anlehnung an historische und reale Ereignisse geschrieben werden kann. Im vorliegenden Roman stützt sich Arno Geiger zum Beispiel auf ein Bündel Briefe, welches er tatsächlich findet. Jedoch ändert der Autor im Zuge der Verschriftlichung von Unter der Drachenwand gewisse Angaben wie Namen, Herkunft und Handlungsverläufe ab, sodass es sich nicht um die 1:1 Wiedergabe realer Geschehnisse handelt Protagonist: Ein Roman weist in der Regel eine Hauptfigur auf, welcher im Mittelpunkt des Erzählverlaufs steht. Die Anwesenheit weiterer bedeutender Charaktere untergräbt in diesem Fall nicht die Bedeutung des Protagonisten. 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