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Der Sandmann Klausur Q1 GK

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4. Klausur
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Gk Deutsch Q1
08.06.21
E. T. A. Hoffmann: Der Sandmann
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D Gk Q1 Thema: Aufgabe: 4. Klausur 4. Klausur Gk Deutsch Q1 08.06.21 E. T. A. Hoffmann: Der Sandmann 1. Analysieren Sie die vorliegende ,,Sandmann"-Interpretation von Eva Kormann unter besonderer Berücksichtigung der Autonomie" (Vater und Nathanael). Berücksichtigen Sie dabei außerdem die Intention der Verfasserin und zeigen Sie, mit welchen Argumenten und Beispielen sie ihre Position entwickelt. Beziehen Sie auch die sprachliche Gestaltung des Textes mit ein. (40 Punkte) 2. Beurteilen Sie kritisch die Charakterisierung Claras in diesem Zusammenhang ,,als die mütterliche, häusliche und durch Erziehung und rationale Vernunft domestizierte Frau (Z. 53f.). Beziehen Sie sich dabei auf selbst gewählte Textstellen aus der Erzählung, insbesondere S. 22ff. (32 Punkte) Im Rahmen der Darstellungsleistung sind 28 Punkte zu erreichen. Erlaubte Hilfsmittel: Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung Eigene Ausgabe ,,Der Sandmann" Viel Erfolg! Ⓒ 1 5 D Gk Q1 Textgrundlage: Eva Kormann: Die Schrecken der Autonomie Zunächst zu den Menschenschöpfern in dieser Geschichte. Nathanaels Vater - mit seinem verlängerten Arm, dem Advokaten und Kinderschreck Coppelius - ist [ein] Schöpfer als Alchimist in einem Laboratorium, wo er möglicherweise schon dem Geheimnis des Lebens auf der Spur ist. Auf das Wort,möglicherweise' kann nicht verzichtet werden, da es für diese Laboratoriumsszene nur einen unsicheren Zeugen gibt, nämlich den ebendort, in diesem alchimistischen Labor durch Coppelius' Augenraub-Drohungen traumatisierten Nathanael, der seinen Sinneseindrücken an jenem Abend selbst nicht trauen kann. Schließlich schreibt er im ersten Brief an Lothar: ,,Mir war es als würden...

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Menschengesichter ringsumher sichtbar" (DS, S. 17). 4. Klausur Der Vater jedenfalls ist einerseits dargestellt als ein Mensch mit Familienbezügen, als einer, der im 10 Kreis der Familie lebt. Aber dieser Mensch zieht sich gelegentlich aus diesen bindenden Bezügen abrupt zurück, weist brutal die Ansprüche, die seine Kinder an ihn stellen, ab und forscht in einem geschlossenen, der Familie nicht zugänglichen, ja verbotenen Raum. Die gebundene Vaterfigur experimentiert also, könnte man sagen, mit der Rolle des autonomen, das heißt des aus tradierten¹, auch familiären Bindungen befreiten Subjekts. Zumindest aus der Perspektive des jungen Nathanael 15 versuchen sich der Vater und Coppelius, seine dämonischen Doppelung, an der Schaffung artifizieller² Körper und Gesichter. Ihrer Kunst fehlen nur die Augen. Aber der Vater, dieses versuchsweise autonome Subjekt, beeindruckt seine Umgebung vor allem durch sein Gehetztsein. Seine alchimistischen Versuche, die Natur zu überlisten, göttergleich zu schaffen, verlaufen für ihn wie für Frankenstein³ letal4. ergleizo Auch Nathanael versucht sich als Schöpfer: Er versteht sich als Künstler, als Dichter und gehört zu den so vielen Hoffmann'schen traumatisierten Künstlerfiguren. Auch er ist Menschenschöpfer einerseits als Dichter, denn alle Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die nicht nur Silben ohne Sinn aneinanderreihen oder allenfalls von Tieren bevölkerte Landschaften präsentieren, erschaffen, wenn sie Menschen auftreten lassen, diese Menschen, und wir als Leser und Leserinnen erwecken sie mit 25 unserer Phantasie zum Leben. Schon in dieser Hinsicht ist der etwas ungelenke5 Autor Nathanael Menschenschöpfer. Wenn er später ein Perspektiv zu Gesicht bekommt und mit diesem Perspektiv die Puppe Olimpia, wird er zu deren eigentlichem,Animateur'. Denn belebt ist Olimpia durch die Augen, durch Nathanaels Augen, verlängert durch das Perspektiv. Wenn der kunstvolle Automat später von seinen beiden Schöpfern Coppola/Coppelius und Spalanzani im Streit auseinander gerissen 30 wird, wirft Spalanzani dem hinzustürzenden Nathanael die Augen der Puppe entgegen und spricht zu ihm die auf den ersten Blick rätselhaften Worte: ,,die Augen Dir geraubt". Diese Worte machen durchaus Sinn: Schließlich gelten die Augen in dieser Geschichte als das belebende Moment toter Automaten. Die belebenden Augen konnte nur Nathanael der Puppe Olimpia zur Verfügung stellen, denn erst Nathanaels begehrender Blick - samt seiner narzisstischen Phantasie hat sie belebt. So 35 ist auch er zu einem ihrer Schöpfer geworden. Kittler, Drux? und andere weisen darauf hin, wie sehr die Schilderungen aus Nathanaels Kindheit eine bürgerliche Erziehung zur Selbstkontrolle und zum ¹ tradiert: herkömmlich, klassisch, konventionell 2 artifiziell: künstlich, von Menschenhand geschaffen 3 Frankenstein: Der Schöpfer des gleichnamigen Monsters aus Mary Shelleys 1818 erschienenem Schauerroman ,,Frankenstein oder Der moderne Prometheus". 4 letal: tödlich 5 ungelenk: steif, unbeholfen 6 narzisstisch: eigensüchtig 7 Namen von Literaturwissenschaftlern D Gk Q1 4. Klausur Lustaufschub aufscheinen lassen. Auch damit wird das autonome Subjekt als Schein, als täuschendes -Artefakt entlarvt. Es ist nichts weiter als ein Geschöpf der bürgerlichen Erziehung, eine Marionette an den unsichtbaren Drähten internalisierter9 gesellschaftlicher Regeln. Metapher 10 40 mess - Wer autonomer Schöpfer eines androiden ¹0 Automaten sein will, beansprucht die höchste Form von Macht über dieses Objekt. Das Objekt ist nicht nur Gegenstand der Aktivität des Subjekts, es ist garnartis. von ihm geschaffener Gegenstand, es schuldet sein ganzes Dasein diesem Schöpfer. Gegenüber magisch belebten Marmorstatuen und Lehmfiguren¹¹ kann das Verhalten eines von einem Uhrwerk getriebenen Automaten zudem als weitaus berechenbarer gelten. Eine Maschinen-Frau als Liebesobjekt scheint so der größtmöglichen Kontrolle durch ihren männlichen Schöpfer zu 45 unterliegen, schließlich unterliegt ihr Funktionieren einem ,,maschinellen Zwangszusammenhang". Olimpia ist im Sandmann zunächst ein von Nathanaels Phantasie abhängiges Geschöpf, er kann ihren kargen Wortschatz und ihren leeren, den Betrachter spiegelnden Blick nach seinen narzisstischen Wünschen auslegen. Sie wird zu einer Wunschmaschine. In ihrem Verhalten berechenbar wie ein Uhrwerk, spiegelt sie doch all das wider, was Nathanaels künstlerische und sexuelle Phantasie 50 begehrt. Nathanael ist somit scheinbar in einer äußerst glücklichen Lage: Ihn umgeben Clara als mütterliche, häusliche und durch Erziehung und rationale Vernunft domestizierte Frau auf der einen Seite und Olimpia als die ,,un-heimliche", die verführerische, die von fern, mit Hilfe des Fern-Glases begehrte Frau auf der anderen Seite. Wenn die verführerische, aber erschreckende Frau jedoch ein lebloser Automat ist, sollte auch diese nicht domestizierte Frau der männlichen Herrschaft 55 unterliegen. Doch E. T. A. Hoffmanns plot ¹2 lässt Nathanaels Männerphantasie scheitern: Olimpias Mechanik taugt nicht zur wilden Undomestizierten, und Nathanael verliert jede Kontrolle über seine Beziehungen und sein Leben bis hin zur vollkommenen Machtlosigkeit, bis zu seinem Todessturz vom Turm. Denn dieser Sturz ist kein Freitod im buchstäblichen Sinn, kein Zeichen von allerletzter Autonomie, sondern Nathanael handelt genarrt von verzerrter Wahrnehmung, durch den 60 ,Augenraub' für die Belebung Olimpias blind geworden für die Gegebenheiten seiner Umwelt und getrieben von seinen traumatischen Erinnerungen. Antithese Quelle: Eva Kormann: Künstliche Menschen oder der moderne Prometheus. Der Schrecken der Autonomie. In: Textmaschinenkörper. Genderorientierte Lektüren des Androiden, hrsg. v. Eva Kormann, Anke Gilleir und Angelika Schlimmer. Amsterdam/New York: Rodopi 2006, S. 73-90, hier S. 82-84 (= Amsterdamer Beiträge zur Neueren Germanistik 59) 8 Artefakt: von Menschen hergestellter Gegenstand 9 internalisiert: verinnerlicht 10 android: menschenähnlich 11 Kormann bezieht sich auf den Pygmalion-Mythos und auf die Legende vom Golem, die beide aus der Belebung unbelebten Materials entstanden sind. 12 plot: Handlungsgerüst Gk 3 D Q1 Name: 4.Klausur E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - Sachtextanalyse 08.06.21 Anforderungen Inhalt Teilaufgabe 1 Die Schülerin / Der Schüler... 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung mit den Angaben über Autor, Titel, Textsorte, Erscheinungsdatum, Thema des Sachtextes (etwa: Nathanaels Scheitern als autonomes Subjekt) 2 erläutert die Position der Autorin bzw. gibt den Gedankengang kurz und strukturiert wieder, etwa: Vater und Nathanael als Schöpfer (Alchemie, Dichtkunst, Olimpia) Zusammenhang zwischen Autonomie und Schöpfertum 2. Scheitern Nathanaels als Schöpfer und als autonomes Subjekt 3 Erläutert die Gedankenführung bzw. Argumentationsstruktur: Argumentation ausgehend vom Gedanken des Schöpfertums 1. Vater ist (Menschen-)Schöpfer als Alchemist (These), Einschränkung hinsichtlich der Perspektivität in der Erzählung (Sicht des jungen Nathanael), Beleg am Text (Alchemisten- Szene); alchemistische Versuche haben Erschaffung menschlichen Lebens zum Ziel und stellen einen Ausbruch aus den bürgerlichen familiären Rahmenbedingungen dar, Schöpferakt als Akt der Autonomie (Argument); Zwischenfazit: Vater scheitert an seinem Schöpfertum, Preis der vorübergehenden Autonomie ist der Tod Nathanael ist (Menschen-)Schöpfer in doppelter Hinsicht: einerseits als Dichter, aber auch im Hinblick auf Olimpia (These), Begründung: weil er als Dichter menschliche Figuren schafft (in der Literatur) und weil er durch das Perspektiv/seinen Blick Olimpia zum Leben erweckt, Textbeleg (Zitat Spalanzani), Augenmotiv als Versinnbildlichung des Zusammenhangs zwischen Olimpias Belebung und Nathanaels narzisstischer Phantasie; Autoritätsargument: Literaturwissenschaftler sehen Ursachen in Nathanaels bürgerlicher Erziehung (Selbstkontrolle, Lustaufschub): Aufhebung der Autonomie; Aufhebung des Zwangs durch die Erschaffung Olimpias; Erschaffung Olimpias ist kein Akt der Autonomie, sondern des notwendigen psychischen Ausgleichs; Aspekt des Maschinellen als äußerste Form der Machtausübung Argumentation geht aus von der Gegenüberstellung der Figuren Nathanael und Vater Herausarbeiten von Parallelen (Schöpfertum, Scheitern) 4 untersucht die sprachlich-rhetorische Gestaltung: Verwendung von überwiegend gehobener Hoch- bzw. Fachsprache aus Literaturwissenschaft, aber auch religiös / philosophische Begrifflichkeit (,,Schöpfer", ,,autonomes Subjekt" usw.), überwiegend hypotaktischer Satzbau, komplexe Satzstrukturen Schöpfungsgedanke: Verweise auf antike Mythen, Klassiker der Weltliteratur (,,Frankenstein") zur Untermauerung der Argumente stilistische Besonderheiten (inklusive Wirkung), z.B.: Klimax (Z. 11-12), Vergleich (Z. 18), Metapher (,,Marionette an den unsichtbaren Drähten internalisierter gesellschaftlicher Regeln", Z. 38) 5 stellt die Ziele/Wirkungsabsichten/Intention der Autorin heraus, z.B.: Adressatenkreis: Literaturwissenschaftler, Germanisten, literaturwissenschaftlich interessierte, gebildete Leserschaft - ,,wir" (Z. 24): direkte Leseransprache 6 formuliert ein reflektiertes Fazit (Zusammenfassung der Ergebnisse, Beurteilung der Wirkung, etc.). ggf.: erfüllt weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (2) Anforderungen Inhalt Teilaufgabe 2 Die Schülerin / Der Schüler ... 1 formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung Summe 1 2 erläutert kritisch, dass Clara im Sinne der Multiperspektivität der Erzählung als Charakter mit divergierenden, sich unter Umständen widersprechenden Eigenschaften dargestellt werden kann. benennt Beispiele für die beiden Seiten ihres Charakters: 3 Clara als Sinnbild einer aufgeklärten Weltauffassung: ihr sprechender Eigenname, ihre Positionierung im Antwortbrief an Nathanael, Charakterisierung durch den Erzähler, ihre Reaktion auf Nathanaels Mystizismus bei dessen Besuch in der Heimatstadt, ihre Reaktion Lösungsq maxima + 6 6 10 6 6 6 40 max. 4 4 18 4 formuliert einen eigenen interpretatorischen Standpunkt: Individuelle Lösungen ggf.: erfüllt weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (2) 1 Inhaltliche Leistung Teilaufgabe 1 und 2: 3 auf das Hochzeitsgedicht, ihre Reaktion aus N. Zusammenbruch Claras Rolle im Sinne der Kormann'schen Auslegung: Claras Verortung im häuslichen Umfeld und in familiär-ländlicher Idylle, N. Charakterisierung als häuslich-besorgt, Charakterisierung durch den Erzähler, Unselbstständigkeit, wiederholte Äußerung eines Bescheidenheitstopos, Harmoniebedürftigkeit - 4 Anforderungen Darstellungsleistung Textstruktur: kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: angemessene Gewichtung der Teilaufgaben bei der Durchführung, gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen Beachtung der fachsprachlichen und -methodischen Anforderungen bei Formulierungen: Trennung von Handlungs- und Metaebene, begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, Beachtung der Tempora, korrekte Redewiedergabe (Modalität). Belegen der Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion Präziser, stilistisch sicherer und begrifflich differenzierter Ausdruck: Sachlich-distanzierte Schreibweise, Schriftsprachlichkeit, begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit 5 Formulierungen syntaktisch sicher, variabel und komplex (zugleich klar) 6 sprachliche Richtigkeit bei der Schreibung Summe insgesamt (Leistung Inhalt und Darstellung) von maximal 72 Punkten Grundsätze für die Bewertung: Note sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend ausreichend minus Gesamtnote: mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend Summe 2 Summe Darstellungsleistung Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 6 32 Erreichte Punktzahl 59-55 54-50 49-45 44-39 38-33 32-27 26-20 19-0 6 6 3 24.6. 5 5 3 28 100

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Menschengesichter ringsumher sichtbar" (DS, S. 17). 4. Klausur Der Vater jedenfalls ist einerseits dargestellt als ein Mensch mit Familienbezügen, als einer, der im 10 Kreis der Familie lebt. Aber dieser Mensch zieht sich gelegentlich aus diesen bindenden Bezügen abrupt zurück, weist brutal die Ansprüche, die seine Kinder an ihn stellen, ab und forscht in einem geschlossenen, der Familie nicht zugänglichen, ja verbotenen Raum. Die gebundene Vaterfigur experimentiert also, könnte man sagen, mit der Rolle des autonomen, das heißt des aus tradierten¹, auch familiären Bindungen befreiten Subjekts. Zumindest aus der Perspektive des jungen Nathanael 15 versuchen sich der Vater und Coppelius, seine dämonischen Doppelung, an der Schaffung artifizieller² Körper und Gesichter. Ihrer Kunst fehlen nur die Augen. Aber der Vater, dieses versuchsweise autonome Subjekt, beeindruckt seine Umgebung vor allem durch sein Gehetztsein. Seine alchimistischen Versuche, die Natur zu überlisten, göttergleich zu schaffen, verlaufen für ihn wie für Frankenstein³ letal4. ergleizo Auch Nathanael versucht sich als Schöpfer: Er versteht sich als Künstler, als Dichter und gehört zu den so vielen Hoffmann'schen traumatisierten Künstlerfiguren. Auch er ist Menschenschöpfer einerseits als Dichter, denn alle Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die nicht nur Silben ohne Sinn aneinanderreihen oder allenfalls von Tieren bevölkerte Landschaften präsentieren, erschaffen, wenn sie Menschen auftreten lassen, diese Menschen, und wir als Leser und Leserinnen erwecken sie mit 25 unserer Phantasie zum Leben. Schon in dieser Hinsicht ist der etwas ungelenke5 Autor Nathanael Menschenschöpfer. Wenn er später ein Perspektiv zu Gesicht bekommt und mit diesem Perspektiv die Puppe Olimpia, wird er zu deren eigentlichem,Animateur'. Denn belebt ist Olimpia durch die Augen, durch Nathanaels Augen, verlängert durch das Perspektiv. Wenn der kunstvolle Automat später von seinen beiden Schöpfern Coppola/Coppelius und Spalanzani im Streit auseinander gerissen 30 wird, wirft Spalanzani dem hinzustürzenden Nathanael die Augen der Puppe entgegen und spricht zu ihm die auf den ersten Blick rätselhaften Worte: ,,die Augen Dir geraubt". Diese Worte machen durchaus Sinn: Schließlich gelten die Augen in dieser Geschichte als das belebende Moment toter Automaten. Die belebenden Augen konnte nur Nathanael der Puppe Olimpia zur Verfügung stellen, denn erst Nathanaels begehrender Blick - samt seiner narzisstischen Phantasie hat sie belebt. So 35 ist auch er zu einem ihrer Schöpfer geworden. Kittler, Drux? und andere weisen darauf hin, wie sehr die Schilderungen aus Nathanaels Kindheit eine bürgerliche Erziehung zur Selbstkontrolle und zum ¹ tradiert: herkömmlich, klassisch, konventionell 2 artifiziell: künstlich, von Menschenhand geschaffen 3 Frankenstein: Der Schöpfer des gleichnamigen Monsters aus Mary Shelleys 1818 erschienenem Schauerroman ,,Frankenstein oder Der moderne Prometheus". 4 letal: tödlich 5 ungelenk: steif, unbeholfen 6 narzisstisch: eigensüchtig 7 Namen von Literaturwissenschaftlern D Gk Q1 4. Klausur Lustaufschub aufscheinen lassen. Auch damit wird das autonome Subjekt als Schein, als täuschendes -Artefakt entlarvt. Es ist nichts weiter als ein Geschöpf der bürgerlichen Erziehung, eine Marionette an den unsichtbaren Drähten internalisierter9 gesellschaftlicher Regeln. Metapher 10 40 mess - Wer autonomer Schöpfer eines androiden ¹0 Automaten sein will, beansprucht die höchste Form von Macht über dieses Objekt. Das Objekt ist nicht nur Gegenstand der Aktivität des Subjekts, es ist garnartis. von ihm geschaffener Gegenstand, es schuldet sein ganzes Dasein diesem Schöpfer. Gegenüber magisch belebten Marmorstatuen und Lehmfiguren¹¹ kann das Verhalten eines von einem Uhrwerk getriebenen Automaten zudem als weitaus berechenbarer gelten. Eine Maschinen-Frau als Liebesobjekt scheint so der größtmöglichen Kontrolle durch ihren männlichen Schöpfer zu 45 unterliegen, schließlich unterliegt ihr Funktionieren einem ,,maschinellen Zwangszusammenhang". Olimpia ist im Sandmann zunächst ein von Nathanaels Phantasie abhängiges Geschöpf, er kann ihren kargen Wortschatz und ihren leeren, den Betrachter spiegelnden Blick nach seinen narzisstischen Wünschen auslegen. Sie wird zu einer Wunschmaschine. In ihrem Verhalten berechenbar wie ein Uhrwerk, spiegelt sie doch all das wider, was Nathanaels künstlerische und sexuelle Phantasie 50 begehrt. Nathanael ist somit scheinbar in einer äußerst glücklichen Lage: Ihn umgeben Clara als mütterliche, häusliche und durch Erziehung und rationale Vernunft domestizierte Frau auf der einen Seite und Olimpia als die ,,un-heimliche", die verführerische, die von fern, mit Hilfe des Fern-Glases begehrte Frau auf der anderen Seite. Wenn die verführerische, aber erschreckende Frau jedoch ein lebloser Automat ist, sollte auch diese nicht domestizierte Frau der männlichen Herrschaft 55 unterliegen. Doch E. T. A. Hoffmanns plot ¹2 lässt Nathanaels Männerphantasie scheitern: Olimpias Mechanik taugt nicht zur wilden Undomestizierten, und Nathanael verliert jede Kontrolle über seine Beziehungen und sein Leben bis hin zur vollkommenen Machtlosigkeit, bis zu seinem Todessturz vom Turm. Denn dieser Sturz ist kein Freitod im buchstäblichen Sinn, kein Zeichen von allerletzter Autonomie, sondern Nathanael handelt genarrt von verzerrter Wahrnehmung, durch den 60 ,Augenraub' für die Belebung Olimpias blind geworden für die Gegebenheiten seiner Umwelt und getrieben von seinen traumatischen Erinnerungen. Antithese Quelle: Eva Kormann: Künstliche Menschen oder der moderne Prometheus. Der Schrecken der Autonomie. In: Textmaschinenkörper. Genderorientierte Lektüren des Androiden, hrsg. v. Eva Kormann, Anke Gilleir und Angelika Schlimmer. Amsterdam/New York: Rodopi 2006, S. 73-90, hier S. 82-84 (= Amsterdamer Beiträge zur Neueren Germanistik 59) 8 Artefakt: von Menschen hergestellter Gegenstand 9 internalisiert: verinnerlicht 10 android: menschenähnlich 11 Kormann bezieht sich auf den Pygmalion-Mythos und auf die Legende vom Golem, die beide aus der Belebung unbelebten Materials entstanden sind. 12 plot: Handlungsgerüst Gk 3 D Q1 Name: 4.Klausur E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann - Sachtextanalyse 08.06.21 Anforderungen Inhalt Teilaufgabe 1 Die Schülerin / Der Schüler... 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung mit den Angaben über Autor, Titel, Textsorte, Erscheinungsdatum, Thema des Sachtextes (etwa: Nathanaels Scheitern als autonomes Subjekt) 2 erläutert die Position der Autorin bzw. gibt den Gedankengang kurz und strukturiert wieder, etwa: Vater und Nathanael als Schöpfer (Alchemie, Dichtkunst, Olimpia) Zusammenhang zwischen Autonomie und Schöpfertum 2. Scheitern Nathanaels als Schöpfer und als autonomes Subjekt 3 Erläutert die Gedankenführung bzw. Argumentationsstruktur: Argumentation ausgehend vom Gedanken des Schöpfertums 1. Vater ist (Menschen-)Schöpfer als Alchemist (These), Einschränkung hinsichtlich der Perspektivität in der Erzählung (Sicht des jungen Nathanael), Beleg am Text (Alchemisten- Szene); alchemistische Versuche haben Erschaffung menschlichen Lebens zum Ziel und stellen einen Ausbruch aus den bürgerlichen familiären Rahmenbedingungen dar, Schöpferakt als Akt der Autonomie (Argument); Zwischenfazit: Vater scheitert an seinem Schöpfertum, Preis der vorübergehenden Autonomie ist der Tod Nathanael ist (Menschen-)Schöpfer in doppelter Hinsicht: einerseits als Dichter, aber auch im Hinblick auf Olimpia (These), Begründung: weil er als Dichter menschliche Figuren schafft (in der Literatur) und weil er durch das Perspektiv/seinen Blick Olimpia zum Leben erweckt, Textbeleg (Zitat Spalanzani), Augenmotiv als Versinnbildlichung des Zusammenhangs zwischen Olimpias Belebung und Nathanaels narzisstischer Phantasie; Autoritätsargument: Literaturwissenschaftler sehen Ursachen in Nathanaels bürgerlicher Erziehung (Selbstkontrolle, Lustaufschub): Aufhebung der Autonomie; Aufhebung des Zwangs durch die Erschaffung Olimpias; Erschaffung Olimpias ist kein Akt der Autonomie, sondern des notwendigen psychischen Ausgleichs; Aspekt des Maschinellen als äußerste Form der Machtausübung Argumentation geht aus von der Gegenüberstellung der Figuren Nathanael und Vater Herausarbeiten von Parallelen (Schöpfertum, Scheitern) 4 untersucht die sprachlich-rhetorische Gestaltung: Verwendung von überwiegend gehobener Hoch- bzw. Fachsprache aus Literaturwissenschaft, aber auch religiös / philosophische Begrifflichkeit (,,Schöpfer", ,,autonomes Subjekt" usw.), überwiegend hypotaktischer Satzbau, komplexe Satzstrukturen Schöpfungsgedanke: Verweise auf antike Mythen, Klassiker der Weltliteratur (,,Frankenstein") zur Untermauerung der Argumente stilistische Besonderheiten (inklusive Wirkung), z.B.: Klimax (Z. 11-12), Vergleich (Z. 18), Metapher (,,Marionette an den unsichtbaren Drähten internalisierter gesellschaftlicher Regeln", Z. 38) 5 stellt die Ziele/Wirkungsabsichten/Intention der Autorin heraus, z.B.: Adressatenkreis: Literaturwissenschaftler, Germanisten, literaturwissenschaftlich interessierte, gebildete Leserschaft - ,,wir" (Z. 24): direkte Leseransprache 6 formuliert ein reflektiertes Fazit (Zusammenfassung der Ergebnisse, Beurteilung der Wirkung, etc.). ggf.: erfüllt weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (2) Anforderungen Inhalt Teilaufgabe 2 Die Schülerin / Der Schüler ... 1 formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung Summe 1 2 erläutert kritisch, dass Clara im Sinne der Multiperspektivität der Erzählung als Charakter mit divergierenden, sich unter Umständen widersprechenden Eigenschaften dargestellt werden kann. benennt Beispiele für die beiden Seiten ihres Charakters: 3 Clara als Sinnbild einer aufgeklärten Weltauffassung: ihr sprechender Eigenname, ihre Positionierung im Antwortbrief an Nathanael, Charakterisierung durch den Erzähler, ihre Reaktion auf Nathanaels Mystizismus bei dessen Besuch in der Heimatstadt, ihre Reaktion Lösungsq maxima + 6 6 10 6 6 6 40 max. 4 4 18 4 formuliert einen eigenen interpretatorischen Standpunkt: Individuelle Lösungen ggf.: erfüllt weiteres aufgabenbezogenes Kriterium (2) 1 Inhaltliche Leistung Teilaufgabe 1 und 2: 3 auf das Hochzeitsgedicht, ihre Reaktion aus N. Zusammenbruch Claras Rolle im Sinne der Kormann'schen Auslegung: Claras Verortung im häuslichen Umfeld und in familiär-ländlicher Idylle, N. Charakterisierung als häuslich-besorgt, Charakterisierung durch den Erzähler, Unselbstständigkeit, wiederholte Äußerung eines Bescheidenheitstopos, Harmoniebedürftigkeit - 4 Anforderungen Darstellungsleistung Textstruktur: kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: angemessene Gewichtung der Teilaufgaben bei der Durchführung, gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen Beachtung der fachsprachlichen und -methodischen Anforderungen bei Formulierungen: Trennung von Handlungs- und Metaebene, begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, Beachtung der Tempora, korrekte Redewiedergabe (Modalität). Belegen der Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion Präziser, stilistisch sicherer und begrifflich differenzierter Ausdruck: Sachlich-distanzierte Schreibweise, Schriftsprachlichkeit, begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit 5 Formulierungen syntaktisch sicher, variabel und komplex (zugleich klar) 6 sprachliche Richtigkeit bei der Schreibung Summe insgesamt (Leistung Inhalt und Darstellung) von maximal 72 Punkten Grundsätze für die Bewertung: Note sehr gut plus sehr gut sehr gut minus gut plus gut gut minus befriedigend plus befriedigend befriedigend minus ausreichend plus ausreichend ausreichend minus Gesamtnote: mangelhaft plus mangelhaft mangelhaft minus ungenügend Summe 2 Summe Darstellungsleistung Punkte 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 100-95 94-90 89-85 84-80 79-75 74-70 69-65 64-60 6 32 Erreichte Punktzahl 59-55 54-50 49-45 44-39 38-33 32-27 26-20 19-0 6 6 3 24.6. 5 5 3 28 100