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Klausur

Die Physiker

 Kurs: EF, D-GK1-3 Datum: 03.12.2020 Arbeitszeit: 90 Minuten
Thema der Unterrichtsreihe: Friedrich Dürrenmatt: ,,Die Physiker"
Aufgabentyp 1
 Kurs: EF, D-GK1-3 Datum: 03.12.2020 Arbeitszeit: 90 Minuten
Thema der Unterrichtsreihe: Friedrich Dürrenmatt: ,,Die Physiker"
Aufgabentyp 1

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3. Klausur im Fach Deutsch - Thema: Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag-Friedrich Dürrenmatt: "Die Physiker" - Aufgabenstellung+Bewertungshorizont

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Kurs: EF, D-GK1-3 Datum: 03.12.2020 Arbeitszeit: 90 Minuten Thema der Unterrichtsreihe: Friedrich Dürrenmatt: ,,Die Physiker" Aufgabentyp 1a: Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag Aufgabenstellung: 1. Analysieren Sie den vorliegenden Auszug aus dem ersten Akt des Dramas ,,Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt nach dem Ihnen bekannten Verfahren der Analyse eines literari- schen Textes. Gehen Sie dabei insbesondere auf... das Verhalten und die Gefühlslage der Gesprächspartner, die Beziehung der Figuren zueinander, den inneren Konflikt von Möbius, — - max. 59 Punkte die sprachliche Gestaltung und deren Funktion sowie die Funktion der Szene innerhalb des Dramas ein. 2. Monikas Plan einer gemeinsamen Zukunft mit Möbius wurde überraschend zerschlagen. Setzen Sie sich ausgehend von der analysierten Textstelle sowie Ihrem im Unterricht er- worbenen Wissen mit dem achten Punkt aus Dürrenmatts ,,21 Punkte zu den Physikern" auseinander, indem Sie diesen mit der vorliegenden Textstelle in Beziehung setzen und ihn anschließend auf den Gesamtinhalt des Dramas beziehen. - L max. 13 Punkte - Punkt 8: Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen. Darstellungsleistung: max. 28 Punkte Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Sprache Viel Erfolg 1 2 3 4 5 SCHWESTER MONIKA Herr Möbius, ich glaube an dieses Wunder. 9 6 SCHWESTER MONIKA Ich glaube daran. Und wenn Sie erzählten, auch noch der König David 7 erscheine Ihnen mit seinem Hofstaat, würde ich es glauben. Ich weiß einfach, daß Sie nicht krank sind. 8 Ich fühle es. 10 11 12 13 14 15 16 17 26 27 28 18 MÖBIUS leise, niedergeschlagen...

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Sie rennen in Ihr Verderben. 19 SCHWESTER MONIKA Ich fürchte nicht für mich, ich fürchte für Sie. Newton und Einstein sind gefährlich. 20 21 MÖBIUS Ich komme mit ihnen aus. 22 SCHWESTER MONIKA Auch Schwester Dorothea und Schwester Irene kamen mit ihnen aus. Und dann kamen sie um. 23 24 MÖBIUS Schwester Monika. Sie haben mir Ihren Glauben und Ihre Liebe gestanden. Sie zwingen mich, Ihnen nun auch die Wahrheit zu sagen. Ich liebe Sie ebenfalls, Monika. 25 29 30 SCHWESTER MONIKA Herr Möbius, ich halte Sie nicht für - verrückt. MÖBIUS lacht, setzt sich wieder Ich mich auch nicht. Aber das ändert nichts an meiner Lage. Ich habe das Pech, daß mir der König Salomo erscheint. Es gibt nun einmal nichts Anstößigeres als ein Wunder im Reiche der Wissenschaft. 31 32 [...] 33 34 35 Stille. Dann springt Möbius auf. MÖBIUS Schwester Monika! Gehen Sie! SCHWESTER MONIKA bleibt sitzen Ich bleibe. MÖBIUS Ich will Sie nie mehr sehen. SCHWESTER MONIKA Sie haben mich nötig. Sie haben sonst niemand mehr auf der Welt. Keinen Menschen. MÖBIUS Es ist tödlich, an den König Salomo zu glauben. SCHWESTER MONIKA Ich liebe Sie. Möbius starrt Schwester Monika ratlos an, setzt sich wieder, Stille. Sie starrt ihn an. MÖBIUS Mehr als mein Leben. Und darum sind Sie in Gefahr. Weil wir uns lieben. Aus Zimmer Nummer 2 kommt Einstein, raucht eine Pfeife. [...] EINSTEIN [...] Er schaut die beiden scharf an Ihr liebt einander? SCHWESTER MONIKA Wir lieben uns. Einstein geht nachdenklich hinaus in den Hintergrund, wo die ermordete Schwester lag, betrachtet die Kreidezeichnung am Boden. EINSTEIN Auch Schwester Irene und ich liebten uns. Sie wollte alles für mich tun, die Schwester Irene. Ich warnte sie. Ich schrie sie an. Ich behandelte sie wie einen Hund. Ich flehte sie an zu fliehen. Vergeblich. Sie blieb. Sie wollte mit mir aufs Land ziehen. Nach Kohlwang. Sie wollte mich heiraten. 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 Sogar die Bewilligung hatte sie schon. Von Fräulein Doktor von Zahnd. Da erdrosselte ich sie. Die arme Schwester Irene. Es gibt nichts Unsinnigeres auf der Welt als die Raserei, mit der sich die Weiber aufopfern. SCHWESTER MONIKA geht zu ihm Legen Sie sich wieder hin, Professor. EINSTEIN Sie dürfen mich Albert nennen. SCHWESTER MONIKA Seien Sie vernünftig, Albert. EINSTEIN Seien Sie vernünftig, Schwester Monika. Gehorchen Sie Ihrem Geliebten und fliehen Sie! Sonst sind Sie verloren. Er wendet sich wieder dem Zimmer Nummer 2 zu. Ich gehe wieder schlafen. Er verschwindet in Nummer 2. SCHWESTER MONIKA Der arme irre Mensch. MÖBIUS Er sollte Sie endlich von der Unmöglichkeit überzeugt haben, mich zu lieben. SCHWESTER MONIKA Sie sind nicht verrückt. MÖBIUS Es wäre vernünftiger, Sie hielten mich dafür. Fliehen Sie! Machen Sie sich aus dem Staub! Hauen Sie ab! Sonst muß ich Sie auch noch wie einen Hund behandeln. SCHWESTER MONIKA Behandeln Sie mich lieber wie eine Geliebte. MÖBIUS Kommen Sie, Monika. [...] Verlassen Sie die Anstalt, vergessen sie mich. So ist es am besten für uns beide. SCHWESTER MONIKA Ich will mit Ihnen schlafen, ich will Kinder von Ihnen haben. Ich weiß, ich rede schamlos. Aber warum schauen Sie mich nicht an? Gefalle ich Ihnen denn nicht? Ich gebe zu, meine Schwesterntracht ist gräßlich. Sie reißt sich die Haube vom Haar. Ich hasse meinen Beruf! Fünf Jahre habe ich nun die Kranken gepflegt, im Namen der Nächstenliebe. Ich habe mein Gesicht nie abgewendet, ich war für alle da, ich habe mich aufgeopfert. Aber nun will ich mich für jemanden allein aufopfern, für jemanden allein dasein, nicht immer für andere. Ich will für meinen Geliebten dasein. Für Sie. Ich will alles tun, was Sie von mir verlangen, für Sie arbeiten Tag und Nacht, nur fortschicken dürfen Sie mich nicht! Ich habe doch auch niemanden mehr auf der Welt als Sie! Ich bin doch auch allein! MÖBIUS Monika. Ich muß Sie fortschicken. SCHWESTER MONIKA verzweifelt Liebst du mich denn gar nicht? MÖBIUS Ich liebe dich, Monika. Mein Gott, ich liebe dich, das ist ja das Wahnsinnige. [...] SCHWESTER MONIKA Johann Wilhelm. Ich sprach mit Fräulein Doktor von Zahnd. MÖBIUS starrt sie an Du sprachst? SCHWESTER MONIKA Du bist frei. MÖBIUS Frei? SCHWESTER MONIKA Wir dürfen heiraten. MÖBIUS Mein Gott. SCHWESTER MONIKA Fräulein Doktor von Zahnd hat schon alles geregelt. Sie hält dich zwar für krank, aber für ungefährlich. Und für erblich nicht belastet. Sie selbst sei verrückter als du, erklärte sie und lachte. MÖBIUS Das ist lieb von ihr. SCHWESTER MONIKA Ist sie nicht ein prächtiger Mensch? MÖBIUS Sicher. 77 SCHWESTER MONIKA Johann Wilhelm! Ich habe den Posten einer Gemeindeschwester in 78 Blumenstein angenommen. Ich habe gespart. Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Wir brauchen uns nur 79 liebzuhaben. 80 Möbius hat sich erhoben. Im Zimmer wird es allmählich dunkel. 88 89 90 91 92 81 82 83 SCHWESTER MONIKA Mit dem berühmten Physiker Professor Scherbert gesprochen. 84 MÖBIUS Er war mein Lehrer. 85 SCHWESTER MONIKA Er erinnerte sich genau. Du seist sein bester Schüler gewesen. MÖBIUS Und was besprachst du mit ihm? 86 87 SCHWESTER MONIKA Er versprach mir, deine Manuskripte unvoreingenommen zu prüfen. 93 98 99 100 101 102 [...] 103 104 105 SCHWESTER MONIKA Ich habe noch mehr getan. MÖBIUS Das wäre? 106 107 108 109 [...] 94 SCHWESTER MONIKA Wir müssen nun deine Koffer packen. Acht Uhr zwanzig geht der Zug. Nach Blumenstein. Sie geht ins Zimmer Nummer 1. 95 96 MÖBIUS allein Viel ist ja nicht. 97 Aus dem Zimmer Nummer 1 kommt Monika mit einem Stapel Manuskripte. SCHWESTER MONIKA [...] Nun hast du den Weg zu gehen, den das Wunder befiehlt, unbeirrbar, auch wenn der Weg durch Spott und Gelächter führt, durch Unglauben und Zweifel. Aber er führt aus dieser Anstalt. Johann Wilhelm, er führt in die Öffentlichkeit, nicht in die Einsamkeit, er führt in den Kampf. Ich bin da, dir zu helfen, mit dir zu kämpfen, der Himmel, der dir Salomo schickte, schickte auch mich. Möbius starrt zum Fenster hinaus. [...] SCHWESTER MONIKA Deine Manuskripte. Legt sie auf den Tisch. Es ist dunkel geworden. MÖBIUS Die Nacht kommt jetzt früh. SCHWESTER MONIKA Ich mache Licht. Dann packe ich deinen Koffer. MÖBIUS Warte noch. Komm zu mir. Sie geht zu ihm. Nur noch die beiden Silhouetten sind sichtbar. SCHWESTER MONIKA Du hast Tränen in den Augen. MÖBIUS Du auch. SCHWESTER MONIKA Vor Glück. Er reißt den Vorhang herunter und über sie. Kurzer Kampf. Die Silhouetten sind nicht mehr sichtbar. Dann Stille. Die Türe von Zimmer Nummer 3 öffnet sich. Ein Lichtstrahl dringt in den Raum. Newton steht in der Türe im Kostüm seines Jahrhunderts. Möbius geht zum Tisch, nimmt die Manuskripte zu sich. Erwartungshorizont Inhaltliche Leistung Auf- Die Schülerin / Der Schüler ... gabe 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung unter Nennung von ... Autor: Friedrich Dürrenmatt✔ - Textsorte: Drama Titel: Die Physiker✔ Uraufführung: 1962✔✓ Thema: Gegenseitiges Liebesgeständnis, Monika offenbart Möbius ihre Zukunfts- pläne, Möbius' innerer Konflikt, Mord an Schwester Monika gibt den Inhalt des Textauszugs kurz wieder, etwa; - Schwester Monika durchschaut Möbius' Verstellung (geistige Normalität) und auch er gibt zu, den Verrückten nur gespielt zu haben. Schwester Monika gesteht Möbius ihre Liebe. Sie träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Hochzeit und Kindern und hat bereits allerlei Vorkehrungen getroffen.X Möbius gesteht ihr ebenfalls seine Liebe. Trotzdem will er Schwester Monika fort- schicken, doch sie bleibt.✔ - Auch Einsteins warnende Hinweise werden ignoriert. Möbius erdrosselt Schwester Monika mit einer Vorhangkordel.✔ ordnet den Textauszug in den Gesamtkontext der Komödie ein, etwa: - Zuvor: Besuch der Familie Rose, um Abschied zu nehmen → Anfall von Möbius, bei dem er den Verrückten spielt (Psalm Salomos)→ Möbius vertreibt seine Familie (Bruch mit Familie bzw. Außenwelt) Danach: Ermittlungen zum dritten Mordfall werden durch Inspektor Voß im Sanato- rium aufgenommen.✔ 1 analysiert den Textauszug hinsichtlich des Verhaltens und der Gefühlslage der Ge- sprächspartner, der Beziehung der Figuren zueinander sowie des inneren Konflikts von Möbius, etwa: Z Schwester Monika ist von Möbius' geistiger Normalität überzeugt (vgl. Z. 1), Möbius bekennt sich dazu (vgl. Z. 2)✔✔✔ Einerseits wirkt Möbius in diesem Gespräch völlig normal, sein Handeln scheint die Folge sorgfältiger Überlegung zu sein. Möbius hält an der Erscheinung Salomos fest (vgl. Z. 2ff.).(v) o Andererseits verwirrt er den Zuschauer. Sein Verhalten wechselt zwischen Normalität und Wahnsinn. 2 Erneute Beteuerung Monikas bzgl. geistiger Normalität (vgl. Z. 6f.): Möbius reagiert aufgewühlt (Dann springt Möbius auf", Z. 9) und fordert Monika auf, zu gehen (vgl. Z. 10)✓ Grund: Seine Maske ist gefallen, Monika hat seine Verstellung durchschaut. Schwester Monika bekundet ihre Liebe (vgl. Z. 16), Möbius zeigt wahre Emotionen: Er ist ,ratlos" (Z.17) und „niedergeschlagen“ (Z. 18). 2 Möbius gesteht Monika ebenfalls seine Liebe (vgl. Z. 25), fordert sie aber trotzdem immer eindringlicher zur Flucht auf und warnt sie vor der ihr drohenden (tödlichen) Gefahr (vgl. Z. 27). o Vorausdeutung Einstein warnt Schwester Monika ebenfalls vor der Liebe und fordert sie zur Flucht auf (vgl. Z. 42). Er weiß, wovon er spricht (vgl. Z. 33ff.). Vorausdeutung: Parallelen zwischen Schwester Monika und Schwester Irene Monika ignoriert die Warnungen, steigert sich weiter in ihre Traumvorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft hinein und ist besessen von ihrem Plan: Sie will mit Möbius außerhalb der Anstalt leben (für Möbius unmöglich) und sich völlig für ihn aufopfern (vgl. Z. 53ff.). O Durch das Ignorieren der Warnung besiegelt sie ihr Schicksal. Sie wirkt aufgrund ihrer Vorstellung von einer Beziehung naiv, lächerlich, rea- litätsfern und blind. Kritisiert werden ihr blinder Liebeswahn, ihr verrückter Wunderglaube sowie ihre unvernünftige Furchtlosigkeit. Durch eine karikierende Überzeichnung wird sie der Lächerlichkeit preisgege- ben (Behandeln sie mich lieber wie eine Geliebte" Z. 50, ,Gemeindeschwester in Blumenstein" Z. 77f., „Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Wir brauchen uns nur lieb zu haben" Z. 78f.). Die Vorbereitungen für Möbius' Rückkehr in die Gesellschaft und die Aufnahme sei- ner wissenschaftlichen Tätigkeit hat Monika bereits getroffen. O Sie hat mit Mathilde von Zahnd (vgl. Z. 65ff.) sowie seinem Lehrer (vgl. Z. 83ff.) gesprochen. O Das löst bei Möbius Verzweiflung aus (starrt zum Fenster hinaus", Z. 93). X Er hat sich bewusst zurückgezogen, um seiner Verantwortung als Wissen- schaftler gerecht zu werden. Monikas Vorhaben würde die Enthüllung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse bedeuten, was er mit allen Mitteln verhindern O will. Möbius hat erkannt, dass er Schwester Monika töten muss. Grund ist das ,,krasse" Ungleichgewicht zwischen den Zielen der beiden, das ein Zusammen- leben unmöglich macht. Der innere Konflikt von Möbius besteht darin, dass er die einzige ihm noch geliebte Person töten muss, um die Menschheit vor den Folgen der eigenen Erfindung zu schützen (letzter Ausweg, Notwehr?). 1 Möbius tötet Schwester Monika mit einer Vorhangkordel (vgl. Z. 106f.). O Möbius zeigt sich skrupellos bei der Durchsetzung seiner Ziele, anderseits begeht er die (brutale) Tat mit ,,Tränen in den Augen" (Z. 103), was die Über- windung andeutet, die er aufbringen muss. Sein Handeln gilt als Folge sorgfältiger Überlegung. X Die gegenseitige Liebe führt nicht zum „happy end", sondern endet im Mord (paradox), die Liebe hat versagt. X O O O O untersucht die sprachliche Gestaltung und deren Funktion, etwa: Wah. - Die Pause, die Monika zu Beginn des Gespräches einlegt (vgl. Z. 1), unterstreicht ihre Überzeugung von Möbius' geistiger Normalität. Die Wiederholung des Partikels nicht" (Z. 1f.) bzw. des Pronomens nichts" (Z. 2f.) verdeutlicht, dass Möbius keine Wahl hat. Der parataktische Satzbau unterstreicht die Gedankenführung. - Die Warnungen in Form von Imperativen (vgl. Z. 10, 42, 48f.) verleihen dem Gesag- ten Nachdruck. - Die Wiederholungen des Verbs lieben" (vgl. Z. 16, 25, 27, 29, 30, 46, 63, 64) sowie des Personalpronomens wir" (Z. 27, 30, 69, 78, 94) unterstreichen die Liebe zwi- schen Monika und Möbius und lassen Möbius' Handeln paradox erscheinen: Er er- mordet Monika und verzichtet auf sein privates Glück. Die Wiederholung des Verbs wollen" (vgl. Z. 33ff.) unterstreicht Monikas Opferbe- reitschaft und ihren dringlichen Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft. 2 Fragen und Ellipsen weisen auf Zweifel und Unsicherheit hin. stellt im Schluss die Funktion der Szene innerhalb des Dramas dar: - Erste Andeutung, dass Möbius nicht krank ist, sondern einen dem Leser bislang un- bekannten Plan verfolgt. ) S.S.2-3 - Wendung des Werks, denn ab dem Zeitpunkt der Offenbarung Möbius' Geheimnis- ses beginnt der Zuschauer Dürrenmatts Intention zu erkennen. 1 - Zeigt Widersprüchlichkeit auf, das gegenseitige Liebe nicht zum „happy end“ führt, sondern im Mord endet. - Verdeutlicht, dass neben der Gerechtigkeit (Justiz) und dem christlichen Glauben (Kirche) auch die Liebe versagt. O Anstalt Modell einer aus den Fugen geratenen Welt (Gesetze der Logik, Ge- rechtigkeit und moralische Normen haben keine Gültigkeit) O Bedeutungslosigkeit allgemein anerkannter Wertvorstellungen = Versagen traditioneller gesellschaftlicher Institutionen Mathilde von Zahnds Pläne gehen auf: Durch den Mord an Monika würde Möbius in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen werden, wenn er von den Vorhaben Mat- hilde von Zahnds berichten würde. fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen, etwa: Monika durchschaut Möbius und gibt preis, dass sie ihn nicht für verrückt hält. Monika und Möbius gestehen sich ihre Liebe. - - Trotz der vorhandenen Gefühle bringt Möbius Monika um: Die Liebe ist gescheitert. erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung. setzt ,,Punkt 8" von Dürrenmatts Dramentheorie mit der vorliegenden Textstelle in Be- ziehung, etwa: Monikas Plan: Sie plant eine gemeinsame Zukunft mit Möbius. Zufall, der für Monika nicht vorauszusehen ist: Sie wird ermordert.✔ Möbius' Plan: Er möchte in der Anstalt verbleiben und seine wissenschaftlichen Er- kenntnisse geheimhalten. + - Zufall, der für Möbius nicht vorauszusehen ist: Seine Maske ist gefallen, da Monika seine Verstellung durchschaut hat. Aus diesem Grund befürchtet er die Enthüllung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse und tötet Schwester Monika. X bezieht,,Punkt 8" von Dürrenmatts Dramentheorie auf den Gesamtinhalt des Dramas, etwa: Para Colon krant tem Möbius' Plan: Er möchte die Menschheit retten (persönliche Opfer: Verzicht auf Ruhm, Geld, Familie, Liebe, Freiheit). - Zufall, der für Möbius nicht vorauszusehen ist: Mathilde von Zahnd ist die eigentlich Verrückte, sie missbraucht seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und möchte die Welt vernichten (schlimmstmögliche Wendung"). X Zu erreichende Gesamtpunktzahl (Inhalt) Darstellungsleistung Die Schülerin / Der Schüler ... strukturiert ihren/seinen Text kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: angemessene Gewichtung der Teilaufgaben in der Durchführung, - gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, - schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, - schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen. formuliert unter Beachtung der fachsprachlichen und fachmethodischen Anforderungen: - Trennung von Handlungs- und Metaebene, begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, Beachtung der Tempora, - korrekte Redewiedergabe (Modalität). - belegt Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion. drückt sich allgemeinsprachlich präzise, stilistisch sicher und begrifflich differenziert aus: - sachlich-distanzierte Schreibweise, 1 - Schriftsprachlichkeit, - begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit. formuliert lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar). schreibt sprachlich richtig. 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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

3. Klausur im Fach Deutsch - Thema: Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag-Friedrich Dürrenmatt: "Die Physiker" - Aufgabenstellung+Bewertungshorizont

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Kurs: EF, D-GK1-3 Datum: 03.12.2020 Arbeitszeit: 90 Minuten Thema der Unterrichtsreihe: Friedrich Dürrenmatt: ,,Die Physiker" Aufgabentyp 1a: Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag Aufgabenstellung: 1. Analysieren Sie den vorliegenden Auszug aus dem ersten Akt des Dramas ,,Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt nach dem Ihnen bekannten Verfahren der Analyse eines literari- schen Textes. Gehen Sie dabei insbesondere auf... das Verhalten und die Gefühlslage der Gesprächspartner, die Beziehung der Figuren zueinander, den inneren Konflikt von Möbius, — - max. 59 Punkte die sprachliche Gestaltung und deren Funktion sowie die Funktion der Szene innerhalb des Dramas ein. 2. Monikas Plan einer gemeinsamen Zukunft mit Möbius wurde überraschend zerschlagen. Setzen Sie sich ausgehend von der analysierten Textstelle sowie Ihrem im Unterricht er- worbenen Wissen mit dem achten Punkt aus Dürrenmatts ,,21 Punkte zu den Physikern" auseinander, indem Sie diesen mit der vorliegenden Textstelle in Beziehung setzen und ihn anschließend auf den Gesamtinhalt des Dramas beziehen. - L max. 13 Punkte - Punkt 8: Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen. Darstellungsleistung: max. 28 Punkte Zugelassene Hilfsmittel: Wörterbuch der deutschen Sprache Viel Erfolg 1 2 3 4 5 SCHWESTER MONIKA Herr Möbius, ich glaube an dieses Wunder. 9 6 SCHWESTER MONIKA Ich glaube daran. Und wenn Sie erzählten, auch noch der König David 7 erscheine Ihnen mit seinem Hofstaat, würde ich es glauben. Ich weiß einfach, daß Sie nicht krank sind. 8 Ich fühle es. 10 11 12 13 14 15 16 17 26 27 28 18 MÖBIUS leise, niedergeschlagen...

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Sie haben sonst niemand mehr auf der Welt. Keinen Menschen. MÖBIUS Es ist tödlich, an den König Salomo zu glauben. SCHWESTER MONIKA Ich liebe Sie. Möbius starrt Schwester Monika ratlos an, setzt sich wieder, Stille. Sie starrt ihn an. MÖBIUS Mehr als mein Leben. Und darum sind Sie in Gefahr. Weil wir uns lieben. Aus Zimmer Nummer 2 kommt Einstein, raucht eine Pfeife. [...] EINSTEIN [...] Er schaut die beiden scharf an Ihr liebt einander? SCHWESTER MONIKA Wir lieben uns. Einstein geht nachdenklich hinaus in den Hintergrund, wo die ermordete Schwester lag, betrachtet die Kreidezeichnung am Boden. EINSTEIN Auch Schwester Irene und ich liebten uns. Sie wollte alles für mich tun, die Schwester Irene. Ich warnte sie. Ich schrie sie an. Ich behandelte sie wie einen Hund. Ich flehte sie an zu fliehen. Vergeblich. Sie blieb. Sie wollte mit mir aufs Land ziehen. Nach Kohlwang. Sie wollte mich heiraten. 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 Sogar die Bewilligung hatte sie schon. Von Fräulein Doktor von Zahnd. Da erdrosselte ich sie. Die arme Schwester Irene. Es gibt nichts Unsinnigeres auf der Welt als die Raserei, mit der sich die Weiber aufopfern. SCHWESTER MONIKA geht zu ihm Legen Sie sich wieder hin, Professor. EINSTEIN Sie dürfen mich Albert nennen. SCHWESTER MONIKA Seien Sie vernünftig, Albert. EINSTEIN Seien Sie vernünftig, Schwester Monika. Gehorchen Sie Ihrem Geliebten und fliehen Sie! Sonst sind Sie verloren. Er wendet sich wieder dem Zimmer Nummer 2 zu. Ich gehe wieder schlafen. Er verschwindet in Nummer 2. SCHWESTER MONIKA Der arme irre Mensch. MÖBIUS Er sollte Sie endlich von der Unmöglichkeit überzeugt haben, mich zu lieben. SCHWESTER MONIKA Sie sind nicht verrückt. MÖBIUS Es wäre vernünftiger, Sie hielten mich dafür. Fliehen Sie! Machen Sie sich aus dem Staub! Hauen Sie ab! Sonst muß ich Sie auch noch wie einen Hund behandeln. SCHWESTER MONIKA Behandeln Sie mich lieber wie eine Geliebte. MÖBIUS Kommen Sie, Monika. [...] Verlassen Sie die Anstalt, vergessen sie mich. So ist es am besten für uns beide. SCHWESTER MONIKA Ich will mit Ihnen schlafen, ich will Kinder von Ihnen haben. Ich weiß, ich rede schamlos. Aber warum schauen Sie mich nicht an? Gefalle ich Ihnen denn nicht? Ich gebe zu, meine Schwesterntracht ist gräßlich. Sie reißt sich die Haube vom Haar. Ich hasse meinen Beruf! Fünf Jahre habe ich nun die Kranken gepflegt, im Namen der Nächstenliebe. Ich habe mein Gesicht nie abgewendet, ich war für alle da, ich habe mich aufgeopfert. Aber nun will ich mich für jemanden allein aufopfern, für jemanden allein dasein, nicht immer für andere. Ich will für meinen Geliebten dasein. Für Sie. Ich will alles tun, was Sie von mir verlangen, für Sie arbeiten Tag und Nacht, nur fortschicken dürfen Sie mich nicht! Ich habe doch auch niemanden mehr auf der Welt als Sie! Ich bin doch auch allein! MÖBIUS Monika. Ich muß Sie fortschicken. SCHWESTER MONIKA verzweifelt Liebst du mich denn gar nicht? MÖBIUS Ich liebe dich, Monika. Mein Gott, ich liebe dich, das ist ja das Wahnsinnige. [...] SCHWESTER MONIKA Johann Wilhelm. Ich sprach mit Fräulein Doktor von Zahnd. MÖBIUS starrt sie an Du sprachst? SCHWESTER MONIKA Du bist frei. MÖBIUS Frei? SCHWESTER MONIKA Wir dürfen heiraten. MÖBIUS Mein Gott. SCHWESTER MONIKA Fräulein Doktor von Zahnd hat schon alles geregelt. Sie hält dich zwar für krank, aber für ungefährlich. Und für erblich nicht belastet. Sie selbst sei verrückter als du, erklärte sie und lachte. MÖBIUS Das ist lieb von ihr. SCHWESTER MONIKA Ist sie nicht ein prächtiger Mensch? MÖBIUS Sicher. 77 SCHWESTER MONIKA Johann Wilhelm! Ich habe den Posten einer Gemeindeschwester in 78 Blumenstein angenommen. Ich habe gespart. Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Wir brauchen uns nur 79 liebzuhaben. 80 Möbius hat sich erhoben. Im Zimmer wird es allmählich dunkel. 88 89 90 91 92 81 82 83 SCHWESTER MONIKA Mit dem berühmten Physiker Professor Scherbert gesprochen. 84 MÖBIUS Er war mein Lehrer. 85 SCHWESTER MONIKA Er erinnerte sich genau. Du seist sein bester Schüler gewesen. MÖBIUS Und was besprachst du mit ihm? 86 87 SCHWESTER MONIKA Er versprach mir, deine Manuskripte unvoreingenommen zu prüfen. 93 98 99 100 101 102 [...] 103 104 105 SCHWESTER MONIKA Ich habe noch mehr getan. MÖBIUS Das wäre? 106 107 108 109 [...] 94 SCHWESTER MONIKA Wir müssen nun deine Koffer packen. Acht Uhr zwanzig geht der Zug. Nach Blumenstein. Sie geht ins Zimmer Nummer 1. 95 96 MÖBIUS allein Viel ist ja nicht. 97 Aus dem Zimmer Nummer 1 kommt Monika mit einem Stapel Manuskripte. SCHWESTER MONIKA [...] Nun hast du den Weg zu gehen, den das Wunder befiehlt, unbeirrbar, auch wenn der Weg durch Spott und Gelächter führt, durch Unglauben und Zweifel. Aber er führt aus dieser Anstalt. Johann Wilhelm, er führt in die Öffentlichkeit, nicht in die Einsamkeit, er führt in den Kampf. Ich bin da, dir zu helfen, mit dir zu kämpfen, der Himmel, der dir Salomo schickte, schickte auch mich. Möbius starrt zum Fenster hinaus. [...] SCHWESTER MONIKA Deine Manuskripte. Legt sie auf den Tisch. Es ist dunkel geworden. MÖBIUS Die Nacht kommt jetzt früh. SCHWESTER MONIKA Ich mache Licht. Dann packe ich deinen Koffer. MÖBIUS Warte noch. Komm zu mir. Sie geht zu ihm. Nur noch die beiden Silhouetten sind sichtbar. SCHWESTER MONIKA Du hast Tränen in den Augen. MÖBIUS Du auch. SCHWESTER MONIKA Vor Glück. Er reißt den Vorhang herunter und über sie. Kurzer Kampf. Die Silhouetten sind nicht mehr sichtbar. Dann Stille. Die Türe von Zimmer Nummer 3 öffnet sich. Ein Lichtstrahl dringt in den Raum. Newton steht in der Türe im Kostüm seines Jahrhunderts. Möbius geht zum Tisch, nimmt die Manuskripte zu sich. Erwartungshorizont Inhaltliche Leistung Auf- Die Schülerin / Der Schüler ... gabe 1 formuliert eine aufgabenbezogene Einleitung unter Nennung von ... Autor: Friedrich Dürrenmatt✔ - Textsorte: Drama Titel: Die Physiker✔ Uraufführung: 1962✔✓ Thema: Gegenseitiges Liebesgeständnis, Monika offenbart Möbius ihre Zukunfts- pläne, Möbius' innerer Konflikt, Mord an Schwester Monika gibt den Inhalt des Textauszugs kurz wieder, etwa; - Schwester Monika durchschaut Möbius' Verstellung (geistige Normalität) und auch er gibt zu, den Verrückten nur gespielt zu haben. Schwester Monika gesteht Möbius ihre Liebe. Sie träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Hochzeit und Kindern und hat bereits allerlei Vorkehrungen getroffen.X Möbius gesteht ihr ebenfalls seine Liebe. Trotzdem will er Schwester Monika fort- schicken, doch sie bleibt.✔ - Auch Einsteins warnende Hinweise werden ignoriert. Möbius erdrosselt Schwester Monika mit einer Vorhangkordel.✔ ordnet den Textauszug in den Gesamtkontext der Komödie ein, etwa: - Zuvor: Besuch der Familie Rose, um Abschied zu nehmen → Anfall von Möbius, bei dem er den Verrückten spielt (Psalm Salomos)→ Möbius vertreibt seine Familie (Bruch mit Familie bzw. Außenwelt) Danach: Ermittlungen zum dritten Mordfall werden durch Inspektor Voß im Sanato- rium aufgenommen.✔ 1 analysiert den Textauszug hinsichtlich des Verhaltens und der Gefühlslage der Ge- sprächspartner, der Beziehung der Figuren zueinander sowie des inneren Konflikts von Möbius, etwa: Z Schwester Monika ist von Möbius' geistiger Normalität überzeugt (vgl. Z. 1), Möbius bekennt sich dazu (vgl. Z. 2)✔✔✔ Einerseits wirkt Möbius in diesem Gespräch völlig normal, sein Handeln scheint die Folge sorgfältiger Überlegung zu sein. Möbius hält an der Erscheinung Salomos fest (vgl. Z. 2ff.).(v) o Andererseits verwirrt er den Zuschauer. Sein Verhalten wechselt zwischen Normalität und Wahnsinn. 2 Erneute Beteuerung Monikas bzgl. geistiger Normalität (vgl. Z. 6f.): Möbius reagiert aufgewühlt (Dann springt Möbius auf", Z. 9) und fordert Monika auf, zu gehen (vgl. Z. 10)✓ Grund: Seine Maske ist gefallen, Monika hat seine Verstellung durchschaut. Schwester Monika bekundet ihre Liebe (vgl. Z. 16), Möbius zeigt wahre Emotionen: Er ist ,ratlos" (Z.17) und „niedergeschlagen“ (Z. 18). 2 Möbius gesteht Monika ebenfalls seine Liebe (vgl. Z. 25), fordert sie aber trotzdem immer eindringlicher zur Flucht auf und warnt sie vor der ihr drohenden (tödlichen) Gefahr (vgl. Z. 27). o Vorausdeutung Einstein warnt Schwester Monika ebenfalls vor der Liebe und fordert sie zur Flucht auf (vgl. Z. 42). Er weiß, wovon er spricht (vgl. Z. 33ff.). Vorausdeutung: Parallelen zwischen Schwester Monika und Schwester Irene Monika ignoriert die Warnungen, steigert sich weiter in ihre Traumvorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft hinein und ist besessen von ihrem Plan: Sie will mit Möbius außerhalb der Anstalt leben (für Möbius unmöglich) und sich völlig für ihn aufopfern (vgl. Z. 53ff.). O Durch das Ignorieren der Warnung besiegelt sie ihr Schicksal. Sie wirkt aufgrund ihrer Vorstellung von einer Beziehung naiv, lächerlich, rea- litätsfern und blind. Kritisiert werden ihr blinder Liebeswahn, ihr verrückter Wunderglaube sowie ihre unvernünftige Furchtlosigkeit. Durch eine karikierende Überzeichnung wird sie der Lächerlichkeit preisgege- ben (Behandeln sie mich lieber wie eine Geliebte" Z. 50, ,Gemeindeschwester in Blumenstein" Z. 77f., „Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Wir brauchen uns nur lieb zu haben" Z. 78f.). Die Vorbereitungen für Möbius' Rückkehr in die Gesellschaft und die Aufnahme sei- ner wissenschaftlichen Tätigkeit hat Monika bereits getroffen. O Sie hat mit Mathilde von Zahnd (vgl. Z. 65ff.) sowie seinem Lehrer (vgl. Z. 83ff.) gesprochen. O Das löst bei Möbius Verzweiflung aus (starrt zum Fenster hinaus", Z. 93). X Er hat sich bewusst zurückgezogen, um seiner Verantwortung als Wissen- schaftler gerecht zu werden. Monikas Vorhaben würde die Enthüllung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse bedeuten, was er mit allen Mitteln verhindern O will. Möbius hat erkannt, dass er Schwester Monika töten muss. Grund ist das ,,krasse" Ungleichgewicht zwischen den Zielen der beiden, das ein Zusammen- leben unmöglich macht. Der innere Konflikt von Möbius besteht darin, dass er die einzige ihm noch geliebte Person töten muss, um die Menschheit vor den Folgen der eigenen Erfindung zu schützen (letzter Ausweg, Notwehr?). 1 Möbius tötet Schwester Monika mit einer Vorhangkordel (vgl. Z. 106f.). O Möbius zeigt sich skrupellos bei der Durchsetzung seiner Ziele, anderseits begeht er die (brutale) Tat mit ,,Tränen in den Augen" (Z. 103), was die Über- windung andeutet, die er aufbringen muss. Sein Handeln gilt als Folge sorgfältiger Überlegung. X Die gegenseitige Liebe führt nicht zum „happy end", sondern endet im Mord (paradox), die Liebe hat versagt. X O O O O untersucht die sprachliche Gestaltung und deren Funktion, etwa: Wah. - Die Pause, die Monika zu Beginn des Gespräches einlegt (vgl. Z. 1), unterstreicht ihre Überzeugung von Möbius' geistiger Normalität. Die Wiederholung des Partikels nicht" (Z. 1f.) bzw. des Pronomens nichts" (Z. 2f.) verdeutlicht, dass Möbius keine Wahl hat. Der parataktische Satzbau unterstreicht die Gedankenführung. - Die Warnungen in Form von Imperativen (vgl. Z. 10, 42, 48f.) verleihen dem Gesag- ten Nachdruck. - Die Wiederholungen des Verbs lieben" (vgl. Z. 16, 25, 27, 29, 30, 46, 63, 64) sowie des Personalpronomens wir" (Z. 27, 30, 69, 78, 94) unterstreichen die Liebe zwi- schen Monika und Möbius und lassen Möbius' Handeln paradox erscheinen: Er er- mordet Monika und verzichtet auf sein privates Glück. Die Wiederholung des Verbs wollen" (vgl. Z. 33ff.) unterstreicht Monikas Opferbe- reitschaft und ihren dringlichen Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft. 2 Fragen und Ellipsen weisen auf Zweifel und Unsicherheit hin. stellt im Schluss die Funktion der Szene innerhalb des Dramas dar: - Erste Andeutung, dass Möbius nicht krank ist, sondern einen dem Leser bislang un- bekannten Plan verfolgt. ) S.S.2-3 - Wendung des Werks, denn ab dem Zeitpunkt der Offenbarung Möbius' Geheimnis- ses beginnt der Zuschauer Dürrenmatts Intention zu erkennen. 1 - Zeigt Widersprüchlichkeit auf, das gegenseitige Liebe nicht zum „happy end“ führt, sondern im Mord endet. - Verdeutlicht, dass neben der Gerechtigkeit (Justiz) und dem christlichen Glauben (Kirche) auch die Liebe versagt. O Anstalt Modell einer aus den Fugen geratenen Welt (Gesetze der Logik, Ge- rechtigkeit und moralische Normen haben keine Gültigkeit) O Bedeutungslosigkeit allgemein anerkannter Wertvorstellungen = Versagen traditioneller gesellschaftlicher Institutionen Mathilde von Zahnds Pläne gehen auf: Durch den Mord an Monika würde Möbius in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen werden, wenn er von den Vorhaben Mat- hilde von Zahnds berichten würde. fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen, etwa: Monika durchschaut Möbius und gibt preis, dass sie ihn nicht für verrückt hält. Monika und Möbius gestehen sich ihre Liebe. - - Trotz der vorhandenen Gefühle bringt Möbius Monika um: Die Liebe ist gescheitert. erfüllt ein weiteres aufgabenbezogenes Kriterium. formuliert eine aufgabenbezogene Überleitung. setzt ,,Punkt 8" von Dürrenmatts Dramentheorie mit der vorliegenden Textstelle in Be- ziehung, etwa: Monikas Plan: Sie plant eine gemeinsame Zukunft mit Möbius. Zufall, der für Monika nicht vorauszusehen ist: Sie wird ermordert.✔ Möbius' Plan: Er möchte in der Anstalt verbleiben und seine wissenschaftlichen Er- kenntnisse geheimhalten. + - Zufall, der für Möbius nicht vorauszusehen ist: Seine Maske ist gefallen, da Monika seine Verstellung durchschaut hat. Aus diesem Grund befürchtet er die Enthüllung seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse und tötet Schwester Monika. X bezieht,,Punkt 8" von Dürrenmatts Dramentheorie auf den Gesamtinhalt des Dramas, etwa: Para Colon krant tem Möbius' Plan: Er möchte die Menschheit retten (persönliche Opfer: Verzicht auf Ruhm, Geld, Familie, Liebe, Freiheit). - Zufall, der für Möbius nicht vorauszusehen ist: Mathilde von Zahnd ist die eigentlich Verrückte, sie missbraucht seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und möchte die Welt vernichten (schlimmstmögliche Wendung"). X Zu erreichende Gesamtpunktzahl (Inhalt) Darstellungsleistung Die Schülerin / Der Schüler ... strukturiert ihren/seinen Text kohärent, schlüssig, stringent und gedanklich klar: angemessene Gewichtung der Teilaufgaben in der Durchführung, - gegliederte und angemessen gewichtete Anlage der Arbeit, - schlüssige Verbindung der einzelnen Arbeitsschritte, - schlüssige gedankliche Verknüpfung von Sätzen. formuliert unter Beachtung der fachsprachlichen und fachmethodischen Anforderungen: - Trennung von Handlungs- und Metaebene, begründeter Bezug von beschreibenden, deutenden und wertenden Aussagen, Verwendung von Fachtermini in sinnvollem Zusammenhang, Beachtung der Tempora, - korrekte Redewiedergabe (Modalität). - belegt Aussagen durch angemessenes und korrektes Zitieren: sinnvoller Gebrauch von vollständigen oder gekürzten Zitaten in begründender Funktion. drückt sich allgemeinsprachlich präzise, stilistisch sicher und begrifflich differenziert aus: - sachlich-distanzierte Schreibweise, 1 - Schriftsprachlichkeit, - begrifflich abstrakte Ausdrucksfähigkeit. formuliert lexikalisch und syntaktisch sicher, variabel und komplex (und zugleich klar). schreibt sprachlich richtig. Zu erreichende Gesamtpunktzahl (Darstellung)