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Die Verwandlung - Interpretation

Die Verwandlung - Interpretation

 Lara - Klausurersatzleistung
18.Dezember 2020
In der Erzählung „Die Verwandlung“, die Franz Kafka 1912 verfasste und die 1915 erstmals im
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Hier eine Klausurersatzleistung zum Werk - Die Verwandlung. Es geht um die familiäre und berufliche Situation, wie auch um Identitätsverlust und Identitätsgewinn.

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Lara - Klausurersatzleistung 18.Dezember 2020 In der Erzählung „Die Verwandlung“, die Franz Kafka 1912 verfasste und die 1915 erstmals im Kurt Wolff Verlag veröffentlicht wurde, geht es um Gregor Samsa und wie dieser sich vom angestrengten Reisenden zum Ungeziefer verwandelt. Im ersten Kapitel der Erzählung wacht Gregor Samsa, verwandelt in ein ungeheures Ungeziefer, auf. Er fragt sich, was mit ihm geschehen ist. Statt weiterzuschlafen, denkt er über seinen Beruf als Reisender nach und wie ermüdend dieser doch ist. Der Zwang durch seine Eltern lässt ihn weiter schuften, denn er zahlt ihre Schuld bei seinem Chef ab. Ohne diese Schuld hätte er längst schon gekündigt und seinem Chef die Meinung gesagt. In diesem Moment merkt er, dass er verschlafen hat und nicht mehr pünktlich auf der Arbeit erscheinen kann. Seine Familie unterbricht seine Gedanken mit Klopfen an der Zimmertür und fragt ob es ihm gut geht. Gregor ruft, mit Bemühung normal zu klingen, das er schon fertig ist. Gregor denkt, dass er beim Schlafen schlecht gelegen hat und sich eine Erkältung anbahnt, er empfindet sein Unwohlsein als nicht bedeutsam genug, um ihm weiter nachzugehen. Er probiert aufzustehen. Bevor ihm dies gelingt, läutet es an der Tür und an der Stimme erkennt Gregor, dass es der Prokurist persönlich ist. Durch seinen plötzlichen Ärger, dass bei anderen Mitarbeitern...

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nicht sofort der Prokurist kommen würde, schwingt er sich nun vollständig aus seinem Bett. Der Prokurist ist nicht gut auf Gregor zu sprechen und erzählt nun, vor der gesamten Familie, dass Gregors Leistung in letzter Zeit zu wünschen übrig lässt und seine Stelle nicht die sicherste ist. Durch die Aufregung, die er damit in Gregor auslöst, fängt dieser an hastig von seinem Unwohlsein zu erzählen und das er sofort aufsteht. Doch die Anwesenden verstehen nicht ein einziges Wort. Der Prokurist ärgert sich, so behandelt zu werden, die Mutter schickt die Schwester einen Arzt holen und der Vater lässt das Dienstmädchen zum Schlosser laufen. Gregor ist in dessen ruhiger geworden und hat Hoffnung, da die Anwesenden nun wenigstens der Meinung sind, dass es ihm nicht gut geht und er Hilfe braucht. Gregor öffnet, nach langem Versuchen, die Tür. Alle Anwesenden sind über sein Aussehen schockiert, der Prokurist flieht sogar. Sein Vater schnappt sich Stock und Zeitung und treibt ihn in sein Zimmer zurück. Gregor passt nicht durch die Tür. Doch Herr Samsa zögert nicht und stößt in mit dem Stock kräftig ins Zimmer. Gregor fliegt stark blutend, weit in sein Zimmer und hinter ihm wird schnell die Tür geschlossen. Nun ist es still. Gregors berufliche und familiäre Situation ist anstrengend. Er ist Reisender, somit ist er jeden Tag unterwegs, sorgt sich um Zuganschlüsse, nimmt nur unregelmäßig schlechtes Essen zu sich und hat keinen andauernden, herzlich werdenden Bezug zu Menschen ( S. 6, Z. 12-19). Außerdem führt er diesen Beruf nur aus, da er die Schuld seiner Eltern bei seinem Chef abbezahlen muss. Somit ist er zur Ausübung seiner Arbeit gezwungen und handelt nicht aus eigenem Interesse. Er möchte so schnell es geht kündigen und seinem Chef die Meinung sagen (S. 7, Z. 7-11). Sein Beruf ist gesellschaftlich schlecht angesehen. Die vorherrschende Hierarchie ist also eher zu seinem Leidwesen, als zu seinem Vorteil. Außerdem ist er geplagt vom Misstrauen seines Chefs, der ständigen Kontrolle und der Vorsichtig die ihm entgegengebracht wird (S. 12, Z. 1-15). Das führt zu jeder Menge unterdrückter Hassgefühle. Er ist von der Verantwortung für seine Familie geplagt und wird in seinem Beruf nicht gewürdigt. Er übernimmt die Aufgabe in der Familie, die sein Vater nicht zu stemmen vermag. Gregor bringt also, vollkommen allein, das Geld nachhause, um das Überleben der Familie zu sichern. Außerdem ist Gregor Samsa zerrissen, zwischen seinen inneren Wunschvorstellungen und dem äußerlichen, selbstauferlegten, Zwang. Nach außen hin möchte er für seine Familie sorgen, vor allem für seine geliebte Schwester. Er will, dass es ihnen gut geht und ist sich seiner großen Verantwortung bewusst. Auf der anderen Seite jedoch existieren seine geheimen Wünsche nach Freiheit. Gregor würde seinem Chef gerne sagen, was er denkt und kündigen. Das wäre zufriedenstellend und würde ihn glücklich machen. Die Situation in der Familie ist geprägt durch Gregors pflichtbewusstes Handeln. Gregor wird mit der Zeit, vom kleinen Kind, zum einzigen Verantwortlichen in der Familie. Sein Vater ist krank und arbeitslos, seine Mutter bleibt zuhause und seine Schwester ist noch jung. Er nimmt also, durch seinen Job, die Rolle als Familienoberhaupt an. Das ist eine ermüdende und stressige Aufgabe, die viel Verantwortung mit sich bringt. Er äußert sich jedoch nie, zu dieser Belastung. Außerdem wirkt die Beziehung zu seinem Vater nicht wünschenswert. Dies wird vor allem durch sein schnelles Handeln bei der Begegnung mit Gregor sichtbar. Er wird als „Wilder“ beschrieben und scheint nicht im geringsten an Gregors Wohlbefinden interessiert (S. 22, Z. 32/33). Ihm ist es gleich, ob Gregor verletzt wird oder nicht. Ihm ist nur wichtig, Gregor so schnell wie möglich in sein Zimmer zurück zu bekommen und ihn nicht mehr sehen zu müssen. In diesem Zusammenhang sollte man auch das Verhalten der Mutter betrachten. Sie hindert den Vater nicht daran, Gregor zu verletzen und zu verstoßen. Stattdessen beugt sie sich so weit wie möglich aus dem offenen Fenster und versteckt ihr Gesicht in ihren Händen (S. 22, Z. 26-28). Sie probiert also, der Situation zu entfliehen und sich unsichtbar zu machen. Sie macht keinerlei Anstalten Gregor beiseite zu stehen oder den Vater zurückzurufen. Die Verwandlung von Gregor Samsa kann in zweierlei Hinsicht betrachtet werden. Zum einen ist sie ein Ausdruck von Identitätsgewinn und zum anderen von Identitätsverlust. Der Identitätsgewinn ist mehrfach sichtbar, zum Beispiel in Form der Wertschätzung seines früheren Lebens. Gregor geht bewusster mit seinen Erinnerungen von früher um und das hilft ihm, auch die jetzige Situation erstmal zu überstehen. Außerdem ist er endlich ein eigenständiges Lebewesen, er trägt nicht mehr die Verantwortung für eine komplette Familie, sondern nur noch für sich selbst. Also kommt er auch mehr mit sich selbst in Einklang, versteht seine Gedanken und Gefühle mehr, wächst an seinen Erlebnissen. Auf der anderen Seite ist jedoch auch der Verlust seiner Identität zu erkennen. Es wirkt sich negativ auf ihn aus, dass seine Familie nicht auf seiner Seite steht, sondern ihn verstößt und fast schon Angst vor ihm hat. Selbst außerhalb seiner Familie hat er keinerlei sozialen Kontakt. In Kombination mit seinem stetig schwindenden Selbstbewusstsein, führt das zur Vereinsamung und dem Wunsch zu sterben. Gregor kann sich außerdem auch nicht dazu äußern, welche Gegenstände in seinem Zimmer er behalten möchte und welche nicht. Außerdem ist es ihm durch die Verwandlung ebenfalls nicht möglich, andere daran zu hindern, in sein Zimmer zu kommen oder sogar Gegenstände aus seinem Zimmer zu entfernen. Er ist vollkommen schutzlos und allein. Es ist also schwer zu entscheiden, ob die Verwandlung ein Identitätsverlust oder ein Identitätsgewinn ist, da beide Seiten gleich stark vorhanden sind. Ich würde sagen, dass in diesem Fall der vorherige Geisteszustand Gregors entscheidet, welche der Varianten hier siegt. Da Gregor vor der Verwandlung nicht in bester Verfassung war, wie man an seiner beruflichen und familiären Situation erkennt, siegt in Gregor Samsas Fall der Identitätsverlust. - 1.177 Wörter

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Sein Vater schnappt sich Stock und Zeitung und treibt ihn in sein Zimmer zurück. Gregor passt nicht durch die Tür. Doch Herr Samsa zögert nicht und stößt in mit dem Stock kräftig ins Zimmer. Gregor fliegt stark blutend, weit in sein Zimmer und hinter ihm wird schnell die Tür geschlossen. Nun ist es still. Gregors berufliche und familiäre Situation ist anstrengend. Er ist Reisender, somit ist er jeden Tag unterwegs, sorgt sich um Zuganschlüsse, nimmt nur unregelmäßig schlechtes Essen zu sich und hat keinen andauernden, herzlich werdenden Bezug zu Menschen ( S. 6, Z. 12-19). Außerdem führt er diesen Beruf nur aus, da er die Schuld seiner Eltern bei seinem Chef abbezahlen muss. Somit ist er zur Ausübung seiner Arbeit gezwungen und handelt nicht aus eigenem Interesse. Er möchte so schnell es geht kündigen und seinem Chef die Meinung sagen (S. 7, Z. 7-11). Sein Beruf ist gesellschaftlich schlecht angesehen. Die vorherrschende Hierarchie ist also eher zu seinem Leidwesen, als zu seinem Vorteil. Außerdem ist er geplagt vom Misstrauen seines Chefs, der ständigen Kontrolle und der Vorsichtig die ihm entgegengebracht wird (S. 12, Z. 1-15). Das führt zu jeder Menge unterdrückter Hassgefühle. Er ist von der Verantwortung für seine Familie geplagt und wird in seinem Beruf nicht gewürdigt. Er übernimmt die Aufgabe in der Familie, die sein Vater nicht zu stemmen vermag. Gregor bringt also, vollkommen allein, das Geld nachhause, um das Überleben der Familie zu sichern. Außerdem ist Gregor Samsa zerrissen, zwischen seinen inneren Wunschvorstellungen und dem äußerlichen, selbstauferlegten, Zwang. Nach außen hin möchte er für seine Familie sorgen, vor allem für seine geliebte Schwester. Er will, dass es ihnen gut geht und ist sich seiner großen Verantwortung bewusst. Auf der anderen Seite jedoch existieren seine geheimen Wünsche nach Freiheit. Gregor würde seinem Chef gerne sagen, was er denkt und kündigen. Das wäre zufriedenstellend und würde ihn glücklich machen. Die Situation in der Familie ist geprägt durch Gregors pflichtbewusstes Handeln. Gregor wird mit der Zeit, vom kleinen Kind, zum einzigen Verantwortlichen in der Familie. Sein Vater ist krank und arbeitslos, seine Mutter bleibt zuhause und seine Schwester ist noch jung. Er nimmt also, durch seinen Job, die Rolle als Familienoberhaupt an. Das ist eine ermüdende und stressige Aufgabe, die viel Verantwortung mit sich bringt. Er äußert sich jedoch nie, zu dieser Belastung. Außerdem wirkt die Beziehung zu seinem Vater nicht wünschenswert. Dies wird vor allem durch sein schnelles Handeln bei der Begegnung mit Gregor sichtbar. Er wird als „Wilder“ beschrieben und scheint nicht im geringsten an Gregors Wohlbefinden interessiert (S. 22, Z. 32/33). Ihm ist es gleich, ob Gregor verletzt wird oder nicht. Ihm ist nur wichtig, Gregor so schnell wie möglich in sein Zimmer zurück zu bekommen und ihn nicht mehr sehen zu müssen. In diesem Zusammenhang sollte man auch das Verhalten der Mutter betrachten. Sie hindert den Vater nicht daran, Gregor zu verletzen und zu verstoßen. Stattdessen beugt sie sich so weit wie möglich aus dem offenen Fenster und versteckt ihr Gesicht in ihren Händen (S. 22, Z. 26-28). Sie probiert also, der Situation zu entfliehen und sich unsichtbar zu machen. Sie macht keinerlei Anstalten Gregor beiseite zu stehen oder den Vater zurückzurufen. Die Verwandlung von Gregor Samsa kann in zweierlei Hinsicht betrachtet werden. Zum einen ist sie ein Ausdruck von Identitätsgewinn und zum anderen von Identitätsverlust. Der Identitätsgewinn ist mehrfach sichtbar, zum Beispiel in Form der Wertschätzung seines früheren Lebens. Gregor geht bewusster mit seinen Erinnerungen von früher um und das hilft ihm, auch die jetzige Situation erstmal zu überstehen. Außerdem ist er endlich ein eigenständiges Lebewesen, er trägt nicht mehr die Verantwortung für eine komplette Familie, sondern nur noch für sich selbst. Also kommt er auch mehr mit sich selbst in Einklang, versteht seine Gedanken und Gefühle mehr, wächst an seinen Erlebnissen. Auf der anderen Seite ist jedoch auch der Verlust seiner Identität zu erkennen. Es wirkt sich negativ auf ihn aus, dass seine Familie nicht auf seiner Seite steht, sondern ihn verstößt und fast schon Angst vor ihm hat. Selbst außerhalb seiner Familie hat er keinerlei sozialen Kontakt. In Kombination mit seinem stetig schwindenden Selbstbewusstsein, führt das zur Vereinsamung und dem Wunsch zu sterben. Gregor kann sich außerdem auch nicht dazu äußern, welche Gegenstände in seinem Zimmer er behalten möchte und welche nicht. Außerdem ist es ihm durch die Verwandlung ebenfalls nicht möglich, andere daran zu hindern, in sein Zimmer zu kommen oder sogar Gegenstände aus seinem Zimmer zu entfernen. Er ist vollkommen schutzlos und allein. Es ist also schwer zu entscheiden, ob die Verwandlung ein Identitätsverlust oder ein Identitätsgewinn ist, da beide Seiten gleich stark vorhanden sind. Ich würde sagen, dass in diesem Fall der vorherige Geisteszustand Gregors entscheidet, welche der Varianten hier siegt. Da Gregor vor der Verwandlung nicht in bester Verfassung war, wie man an seiner beruflichen und familiären Situation erkennt, siegt in Gregor Samsas Fall der Identitätsverlust. - 1.177 Wörter