Menschenbilder und die Wette mit Gott
Mephisto und Gott vertreten zwei völlig gegensätzliche Menschenbilder. Während Gott an die Treue und den idealen Menschen glaubt, der zwar irrt, aber aus eigener Kraft auf den richtigen Weg zurückfindet, kritisiert Mephisto den Menschen als missglückt. Für ihn sind Menschen triebgesteuert und überschätzen sich selbst.
Im Himmel schließen Mephisto und Gott eine Wette um die Seele Fausts. Mephisto ist überzeugt, dass er Faust mit materiellen Genüssen vom Streben nach Vollkommenheit abbringen kann, während Gott sicher ist, dass Faust ihm treu bleibt. Diese Wette bildet den Rahmen für das gesamte Drama.
Der Teufel versucht, Einfluss auf Faust auszuüben, indem er dessen Begierden weckt und erfüllt. Er soll im Sinne Gottes Faust antreiben, entwickelt sich jedoch zum Verführer, der Faust manipuliert und von ihm abhängig macht. Letztendlich strebt Mephisto danach, Fausts Seele zu gewinnen und über Gott zu triumphieren.
Gut zu wissen: Mephisto charakterisiert sich selbst als "Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Diese Selbstbeschreibung zeigt die Ambivalenz seiner Figur in der Faust-Tragödie.











