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 Faust - Der Tragödie erster Teil
Der Autor Johann Wolfgang von Goethe:
- Geboren am 28. August 1749 in Frankfurt am Main
- Genoss hohes Maß

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Faust von Goethe

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Faust - Der Tragödie erster Teil Der Autor Johann Wolfgang von Goethe: - Geboren am 28. August 1749 in Frankfurt am Main - Genoss hohes Maß an Bildung schon in der frühen Kindheit - Begann mit 16 Jahren das Jurastudium in Leipzig - 1771: Götz von Berlichingen - 1774: Die Leiden des jungen Werther (Durchbruch) - Tiefe Freundschaft mit Schiller - 1808: Faust. Der Tragödie erster Teil - 22. März 1832: Tod in Weimar Inhalt und Interpretationsansätze: Zueignung: - Allgemeines: ● Entsteht um 1789 Klagegedicht = Elegie ● Dichter als lyrisches Ich Situation des Dichters in 4 Stanzen - Inhalt: ● Eckstrophen: O Verhältnis des lyrischen Ichs zu einem Stoff Innenstrophen: O Verhältnis des lyrischen Ichs zu Mitmenschen → Freundschaft, Trauer, Vereinsamung, Selbstzweifel Strophe 1: O Emotionale Erinnerung an zurückliegende Schaffensperioden erscheinen wieder und wollen zur Vollendung geführt werden - Stoff drängt sich auf Erinnerung an die Bilder froher Tage O O ,,schwankende Gestalten" (V. 1) ➜ Figuren des Dramas O Persönliche Reflexion des Autors zum Werk, als er es wieder in die Hand nimmt Strophe 2 und 3: O Positive Erinnerungen an verlorene Freundschaften, Schmerz, Verlust, fehlender Bezug zu aktuellem Publikum ● Strophe 4: O Trauer über Verlust wird zu innerer Inspiration, das Lebenswerk Faust zu vollenden Bedeutung für die Lektüre: Mehrphasige Arbeit Goethes an Faust und seine Angst sein Werk einer vergangenen Epoche neuer Epoche mit anderen Vorlieben vorzustellen Vorspiel auf dem Theater: - Erweiterung der Perspektiven:...

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Direktor, lustige Person, Publikum - Diskussion darüber, was ein Theaterstück ausmacht: Direktor: Pragmatismus → ausverkaufte Vorstellungen und volle Kasse → Angebote für jeden Geschmack Dichter (Goethe): Idealismus → Einklang von Mensch, Natur, Göttlichem und Irdischem Lustige Person (Schauspieler): Kompromiss → Verbindung von Spiel und Ernst, Gefühl und Verstand; Hinwendung zum vollen Menschenleben Bedeutung für die Lektüre: Goethes Angst vor Scheitern der Fausttragödie Prolog im Himmel: - Lobpreisung der Schöpfung durch die Engel - Können Wechsel von Naturkatastrophen und paradiesischer Pracht nicht verstehen, verneigen sich aber vor Gottes Werk - Die Sicht der Engel über Gott: ,,Da keiner dich ergründen mag“ (V. 268) ➜ Fausts Scheitern ist vorprogrammiert - Mephisto und der Herr entwerfen zwei konkurrierende Menschenbilder: Der Herr Mephisto Negatives Menschenbild mit Tiermetaphorik (Reduktion auf das Physische) - ,,Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen" (V. 280) → menschliches Leben ist eine Qual/ Leiden - ,,der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag (...)" (V. 281) → keine Weiterentwicklung des Menschen seit der Schöpfung →keine persönliche Reifung hin zum Guten - ,,Die Menschenleben dauern mich in ihren Jammertagen" (V. 281) → Menschenleben nur sinnloser Kreislauf Idealistisches Menschenbild mit Naturmetaphorik (Wachstum und Reife) - ,,weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt / dass Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren“ (V. 310 f.) → Das Leben hat einen Sinn: jeder Mensch wächst und reift; ist zu positiver Entwicklung fähig (V. 283 ff.) → Vernunft ist nur Maskerade - ,,Es irrt der Mensch so lang er strebt" (V. 317) → Mensch macht auf seinem Weg auch Fehler - ,,wie eine der langbeinigen Zikaden, / die immer fliegend springt" (V. 288) → Permanente Wiederkehr des ewigen, sinnlosen Gleichen; Monotonie / Eintönigkeit - ,,Ein guter Mensch ist in seinem dunklen Drange/ ist sich des rechten Weges wohl bewusst" (V. 328 f.) Verfehlungen bewusst ist ,,Ein wenig besser würd er leben, / Hättst du Guten, dessen er sich trotz seiner ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; / Er nennt's Vernunft und braucht´s allein, / Nur tierischer als jedes Tier zu sein → Mensch entwickelt sich intuitiv hin zum - ,,Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen (...) drum geb ich gern den Gesellen zu,/ der reizt und wirkt (...)“ (V. 340 ff.) → Mensch im polaren Wechsel von Tätigkeit - ,,Er nennts Vernunft und braucht's allein, / und Erschlaffung aber dennoch strebend und nur tierischer als jedes Tier zu sein." (V. 285 f.) wachsend → Mensch missbraucht seine Vernunft (egoistisches, triebhaftes Verhalten) → Mephisto als Erfüllungsgehilfe / Werkzeug Gottes: soll den Menschen dazu anregen, sich weiterzuentwickeln ➜ Reduzierung auf Triebsphäre; negiert dessen intellektuelle Fähigkeiten → Entelechie = Zielgerichtetheit des Menschen → Mensch ist ein vernunftgesteuertes Wesen, das nach Höherem strebt - Erdenleben ,,herzlich schlecht" (V. 296) - ,,Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne, / Und von der Erde jede höchste Lust, / Und alle Näh und alle Ferne, / Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust" (V. 304 f.) → Menschen sind undankbar und gierig → Anspielung auf Fausts Zwei-Seelen - Problematik →Menschliche Existenz ist ohne Sinn und Fortschritt → Reduzierung des Menschen auf seine Triebe - Verhältnis zwischen Gott und Mephisto: Unterordnung Mephistos → Er muss den Herr um „Erlaubnis“ fragen, ob er Faust in Versuchung führen darf Mephisto ist Erfüllungsgehilfe Gottes; Mitspieler des Herrn → wird von Gott benötigt Mephisto akzeptiert seine Rolle und ordnet sich unter - Gegenstand der Wette: ● Faust wird zum Repräsentanten des Menschengeschlechts Wird für Gott und Mephisto zum Prüfstein ihres Menschen- / Weltbildes - Schweinwette: Ergebnis ist von Anfang an festgelegt: O Gärtnermetapher: noch diene ihm Faust ,,verworren" (V. 308), doch bald werde der Herr ihn in „Klarheit führen" (V. 309) O Machtverhältnisse zwischen Mephisto und dem Herrn: Mephisto muss den Herrn um „Erlaubnis“ (V. 313) fragen, Faust auf seine Seite ziehen zu dürfen O Paradoxon: Mephisto will Faust zur Ruhe bringen und vom Streben abhalten ABER Mephisto hat Aufgabe von Gott, Menschen zum Streben zu bringen → Sieg des Herrn Bedeutung für die Lektüre: Faust als Musterbeispiel eines vernunftgeleiteten Menschen und Grundlage für die Wette Die Gelehrtentragödie Nacht: Erkenntnis- und Existenzkrise: Symbolcharakter des Raumes: O Faust sitzt in einem ,,hochgewölbtem, engen, gotischen Zimmer" O Dunkelheit → Möglichkeiten des Menschen sind beschränkt; Zweifel und Depression Räumliche Enge → begrenzter Erkenntnishorizont, den auch die Wissenschaften nicht überwinden können o Hochgewölbter Raum → Blick strebt gen Himmel; Streben Fausts nach göttlicher Erkenntnis Äußere Lebensumstände Fausts: o Akademiker / Gelehrter → Studium der vier Hauptfakultäten Philosophie, Jura, Medizin und Theologie (V. 354 f.) O O Arbeitet als Universitätslehrer (V. 363); hat den akademischen Grad des Doktors (V. 360) O Innerer Zustands Faust: O Nicht gläubig; traditionelle Werte wie Religion bedeuten ihm nichts (V. 375) O Zutiefst unglücklich (V. 370); verzweifelt, fast lebensmüde (V. 376) O Rücksichtslos und egoistisch (V. 368); überheblich und eingebildet („Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen“ (V. 366)) Enttäuscht über Bücherwissen und Wissenschaft (,,Und bin so klug als wie zuvor" (V. 359)) Nur wenig Geld (V. 374) O Strebt nach Erkenntnis; möchte erkennen ,was die Welt / Im Innersten zusammenhält“ (V. 382f.) → Lebenssinn / metaphysisches Wissen / Durchschauen aller weltlichen Zusammenhänge Zweifel an der Erkenntnisfähigkeit des Menschen („Und sehe, dass wir nichts wissen können!" (V. 364)) → Mensch ist immer an die Grenzen der menschlichen Erkenntnis gebunden (Verstand, Sinne); trotzdem strebt Faust nach höherer Erkenntnis → Enttäuschung / Hoffnungslosigkeit / Verzweiflung O Durch Entgrenzungsversuche versucht er, nach höherer Erkenntnis zu streben: 1. Versuch: Hinwendung zur Magie: Betrachtung des Makrokosmos als Zeichen eines allumfassenden, mystischen Zusammenhangs zwischen Mensch, Natur und Universum → scheitert, weil er das Zeichen nicht durchschaut 2. Versuch: Hinwendung zur Magie: Beschwörung des Erdgeistes als Versuch, mit übermenschlichen Wesen Kontakt aufzunehmen und sich mit ihnen gleichzusetzten → scheitert an seiner Hybris, weil er dem Erdgeist nicht ebenbürtig ist Zwischenszene: Wagner, der „trockne Schleicher“ (V. 521), ist an der Tür: Komik; Universitätssatire; Kritik an Wissenschaft 3. Versuch: Suizid: Selbstmordversuch durch Gift, um Fesseln der materiellen Existenz zu überwinden und sich neuen Sphären zuwenden zu können → scheitert, weil er durch den Gesang der Engel vom Selbstmord abgehalten wird; Faust ist nicht gläubig: „allein mir fehlt der Glaube" (V. 765), wird aber an seine Kindheit erinnert (vielleicht war er damals gläubig) → Faust kann nicht aus eigener Kraft zu höheren Wahrheiten / Erkenntnissen finden! Symbolik: Fausts Eins nkeit, Enge (gotisches Zimmer); Fausts Auferstehung (Ostersonntag)

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Y

So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Direktor, lustige Person, Publikum - Diskussion darüber, was ein Theaterstück ausmacht: Direktor: Pragmatismus → ausverkaufte Vorstellungen und volle Kasse → Angebote für jeden Geschmack Dichter (Goethe): Idealismus → Einklang von Mensch, Natur, Göttlichem und Irdischem Lustige Person (Schauspieler): Kompromiss → Verbindung von Spiel und Ernst, Gefühl und Verstand; Hinwendung zum vollen Menschenleben Bedeutung für die Lektüre: Goethes Angst vor Scheitern der Fausttragödie Prolog im Himmel: - Lobpreisung der Schöpfung durch die Engel - Können Wechsel von Naturkatastrophen und paradiesischer Pracht nicht verstehen, verneigen sich aber vor Gottes Werk - Die Sicht der Engel über Gott: ,,Da keiner dich ergründen mag“ (V. 268) ➜ Fausts Scheitern ist vorprogrammiert - Mephisto und der Herr entwerfen zwei konkurrierende Menschenbilder: Der Herr Mephisto Negatives Menschenbild mit Tiermetaphorik (Reduktion auf das Physische) - ,,Ich sehe nur, wie sich die Menschen plagen" (V. 280) → menschliches Leben ist eine Qual/ Leiden - ,,der kleine Gott der Welt bleibt stets vom gleichen Schlag (...)" (V. 281) → keine Weiterentwicklung des Menschen seit der Schöpfung →keine persönliche Reifung hin zum Guten - ,,Die Menschenleben dauern mich in ihren Jammertagen" (V. 281) → Menschenleben nur sinnloser Kreislauf Idealistisches Menschenbild mit Naturmetaphorik (Wachstum und Reife) - ,,weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt / dass Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren“ (V. 310 f.) → Das Leben hat einen Sinn: jeder Mensch wächst und reift; ist zu positiver Entwicklung fähig (V. 283 ff.) → Vernunft ist nur Maskerade - ,,Es irrt der Mensch so lang er strebt" (V. 317) → Mensch macht auf seinem Weg auch Fehler - ,,wie eine der langbeinigen Zikaden, / die immer fliegend springt" (V. 288) → Permanente Wiederkehr des ewigen, sinnlosen Gleichen; Monotonie / Eintönigkeit - ,,Ein guter Mensch ist in seinem dunklen Drange/ ist sich des rechten Weges wohl bewusst" (V. 328 f.) Verfehlungen bewusst ist ,,Ein wenig besser würd er leben, / Hättst du Guten, dessen er sich trotz seiner ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; / Er nennt's Vernunft und braucht´s allein, / Nur tierischer als jedes Tier zu sein → Mensch entwickelt sich intuitiv hin zum - ,,Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen (...) drum geb ich gern den Gesellen zu,/ der reizt und wirkt (...)“ (V. 340 ff.) → Mensch im polaren Wechsel von Tätigkeit - ,,Er nennts Vernunft und braucht's allein, / und Erschlaffung aber dennoch strebend und nur tierischer als jedes Tier zu sein." (V. 285 f.) wachsend → Mensch missbraucht seine Vernunft (egoistisches, triebhaftes Verhalten) → Mephisto als Erfüllungsgehilfe / Werkzeug Gottes: soll den Menschen dazu anregen, sich weiterzuentwickeln ➜ Reduzierung auf Triebsphäre; negiert dessen intellektuelle Fähigkeiten → Entelechie = Zielgerichtetheit des Menschen → Mensch ist ein vernunftgesteuertes Wesen, das nach Höherem strebt - Erdenleben ,,herzlich schlecht" (V. 296) - ,,Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne, / Und von der Erde jede höchste Lust, / Und alle Näh und alle Ferne, / Befriedigt nicht die tiefbewegte Brust" (V. 304 f.) → Menschen sind undankbar und gierig → Anspielung auf Fausts Zwei-Seelen - Problematik →Menschliche Existenz ist ohne Sinn und Fortschritt → Reduzierung des Menschen auf seine Triebe - Verhältnis zwischen Gott und Mephisto: Unterordnung Mephistos → Er muss den Herr um „Erlaubnis“ fragen, ob er Faust in Versuchung führen darf Mephisto ist Erfüllungsgehilfe Gottes; Mitspieler des Herrn → wird von Gott benötigt Mephisto akzeptiert seine Rolle und ordnet sich unter - Gegenstand der Wette: ● Faust wird zum Repräsentanten des Menschengeschlechts Wird für Gott und Mephisto zum Prüfstein ihres Menschen- / Weltbildes - Schweinwette: Ergebnis ist von Anfang an festgelegt: O Gärtnermetapher: noch diene ihm Faust ,,verworren" (V. 308), doch bald werde der Herr ihn in „Klarheit führen" (V. 309) O Machtverhältnisse zwischen Mephisto und dem Herrn: Mephisto muss den Herrn um „Erlaubnis“ (V. 313) fragen, Faust auf seine Seite ziehen zu dürfen O Paradoxon: Mephisto will Faust zur Ruhe bringen und vom Streben abhalten ABER Mephisto hat Aufgabe von Gott, Menschen zum Streben zu bringen → Sieg des Herrn Bedeutung für die Lektüre: Faust als Musterbeispiel eines vernunftgeleiteten Menschen und Grundlage für die Wette Die Gelehrtentragödie Nacht: Erkenntnis- und Existenzkrise: Symbolcharakter des Raumes: O Faust sitzt in einem ,,hochgewölbtem, engen, gotischen Zimmer" O Dunkelheit → Möglichkeiten des Menschen sind beschränkt; Zweifel und Depression Räumliche Enge → begrenzter Erkenntnishorizont, den auch die Wissenschaften nicht überwinden können o Hochgewölbter Raum → Blick strebt gen Himmel; Streben Fausts nach göttlicher Erkenntnis Äußere Lebensumstände Fausts: o Akademiker / Gelehrter → Studium der vier Hauptfakultäten Philosophie, Jura, Medizin und Theologie (V. 354 f.) O O Arbeitet als Universitätslehrer (V. 363); hat den akademischen Grad des Doktors (V. 360) O Innerer Zustands Faust: O Nicht gläubig; traditionelle Werte wie Religion bedeuten ihm nichts (V. 375) O Zutiefst unglücklich (V. 370); verzweifelt, fast lebensmüde (V. 376) O Rücksichtslos und egoistisch (V. 368); überheblich und eingebildet („Zwar bin ich gescheiter als all die Laffen“ (V. 366)) Enttäuscht über Bücherwissen und Wissenschaft (,,Und bin so klug als wie zuvor" (V. 359)) Nur wenig Geld (V. 374) O Strebt nach Erkenntnis; möchte erkennen ,was die Welt / Im Innersten zusammenhält“ (V. 382f.) → Lebenssinn / metaphysisches Wissen / Durchschauen aller weltlichen Zusammenhänge Zweifel an der Erkenntnisfähigkeit des Menschen („Und sehe, dass wir nichts wissen können!" (V. 364)) → Mensch ist immer an die Grenzen der menschlichen Erkenntnis gebunden (Verstand, Sinne); trotzdem strebt Faust nach höherer Erkenntnis → Enttäuschung / Hoffnungslosigkeit / Verzweiflung O Durch Entgrenzungsversuche versucht er, nach höherer Erkenntnis zu streben: 1. Versuch: Hinwendung zur Magie: Betrachtung des Makrokosmos als Zeichen eines allumfassenden, mystischen Zusammenhangs zwischen Mensch, Natur und Universum → scheitert, weil er das Zeichen nicht durchschaut 2. Versuch: Hinwendung zur Magie: Beschwörung des Erdgeistes als Versuch, mit übermenschlichen Wesen Kontakt aufzunehmen und sich mit ihnen gleichzusetzten → scheitert an seiner Hybris, weil er dem Erdgeist nicht ebenbürtig ist Zwischenszene: Wagner, der „trockne Schleicher“ (V. 521), ist an der Tür: Komik; Universitätssatire; Kritik an Wissenschaft 3. Versuch: Suizid: Selbstmordversuch durch Gift, um Fesseln der materiellen Existenz zu überwinden und sich neuen Sphären zuwenden zu können → scheitert, weil er durch den Gesang der Engel vom Selbstmord abgehalten wird; Faust ist nicht gläubig: „allein mir fehlt der Glaube" (V. 765), wird aber an seine Kindheit erinnert (vielleicht war er damals gläubig) → Faust kann nicht aus eigener Kraft zu höheren Wahrheiten / Erkenntnissen finden! Symbolik: Fausts Eins nkeit, Enge (gotisches Zimmer); Fausts Auferstehung (Ostersonntag)