Faust - Charakterisierung Margarete

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Faust - Charakterisierung Margarete

 Charakterisierung Margarete
Die Tragödie ,,Faust-Der Tragödie erster Teil", wurde von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1806 geschrieben.

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Ausführliche Charakterisierung von Gretchen aus Faust 1

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Charakterisierung Margarete Die Tragödie ,,Faust-Der Tragödie erster Teil", wurde von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1806 geschrieben. Sie behandelt das Streben des Hauptprotagonisten Faust nach transzendenter Erleuchtung, welcher er jedoch nicht erlangt und aus diesem Grund regelmäßig in Depressionen verfällt. Um seine gesetzten Ziele zu erreichen, schließt er einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel ab, welcher ihn zur irdischen Sinnlichkeit verhelfen möchte und sich dazu ein junges Mädchen namens Margarete zu nutzen macht. Margarete tritt erstmals in der Szene „Straße" auf. Hier wird sie als „sitt-und tugendreich(es)" (V.2611) Mädchen beschrieben, dessen Lippen rot und dessen Haut blass ist (vgl.V.2613). Sie überzeugt Faust zunächst durch ihre Schlagfertigkeit und lässt sich nicht durch dessen erotische Aggressivität verunsichern. So erläutert sie, dass sie ,,(...)weder Fräulein, weder schön(...)“ (V.2607) ist und ungeleitet nach Hause gehen kann. Hierbei wird ihr gesellschaftlicher Stand deutlich. Margarete empfindet die Bezeichnung „Fräulein" als unangemessen, da sie ein einfaches Leben mit ihrer Mutter als Halbwaise führt und alles andere als besonders wohlhabend ist. Dieser bescheidene Wohlstand wird erneut in der Szene „Abend" deutlich, in welcher sie sich in ihrem ,,kleine(n) reinliche(n) Zimmer" (V.2676) befindet. In einem Monolog schwärmt sie von dem unbekannten Edelmann, welcher sich ihr geradezu mit einem ungehobelten und weltfremden Verhalten aufgedrängt hat. Es wird deutlich, dass Faust Eindruck auf sie...

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gemacht hat und sie geradezu von der sozialen Magie von Reichtum und Zugehörigkeit zur höheren Gesellschaft verzaubert wurde (V.2678ff.). Sie verspürt einen sozialerotischen Reiz, welcher sie durcheinander bringt. Durch das aufbinden ihrer geflochtenen Zöpfe wird ein Umschwung ihrers Charakters deutlich. So legt sie hiermit, nach dem Treffen mit Faust, ihre gesamte Sittsamkeit und Tugend ab und entwickelt sich zu einer unabhängigen Frau, welche sich von den Werten ihrer Gesellschaft löst, um dem unbekannten Edelmann näher zu kommen. So entwickelt sich im Laufe der Tragödie aus dem religiösen, frommen und kleinbürgerlichen Mädchen, welches sich an die gesellschaftlichen Regeln hält, eine rebellische Frau, die nach einem höheren Stand strebt und sich von ihren Normen loslöst. Im Folgenden Verlauf der Szene wird allerdings deutlich, welch sensibles Wesen sie im Grunde ist. So haben Faust und der Teufel ihr ein Schmuckkästchen im Zimmer hinterlassen (vgl.V.2744f.). Margarete spürt daraufhin intuitiv, dass der Ort durch das Kästchen verunreinigt ist und erkennt dadurch, dass das Unheil vor ihr liegt. Mephisto stellt also eine Art Gegenspieler Margaretes dar, da sie erst durch ihn ins Unheil gestürzt wird, da dieser das Treffen Margaretes und Fausts initiiert hat. Nachdem sie das Kästchen entdeckt hat, fängt sie an zu singen, da dies ihr Mittel ist, mit unbehaglichen Situationen umzugehen. Sie wünscht sich ihre Mutter herbei, um bei ihr Zuflucht zu suchen. Dies zeigt erneut, welch ein junges Mädchen Margarete noch ist. Sie wird nicht älter als 14 Jahre sein. Während des Singens verändert sich ihre Stimmung jedoch. Statt weiterhin Angst zu empfinden, fängt sie bereits hier an, sich eine dauerhafte Beziehung mit dem gerade erst kennengelernten Mann auszumalen. Es wird deutlich, dass die Verbindung mit Faust schon jetzt wahre Liebe für sie bedeutet, was auf ihre kindliche Naivität zurückzuführen ist. Allerdings deutet sie im Folgenden schon ihr eigenes Schicksal voraus, indem sie singt „Er sah ihn stürzen, trinken/ Und sinken tief ins Meer (...)" (V.2779). Margarete ist sich also jetzt schon bewusst, dass Faust sie in den Tod stürzen wird und dennoch wird hierbei ihre Bereitschaft deutlich, sich für die Liebe zu opfern. Sie passt sich schon hier in ihrem Sprachgebrauch an Faust an. Aus den Knittelversen, welche ihre Einfachheit und Natürlichkeit symbolisieren entwickeln sich Madrigalverse. Durch Faust entfremdet sich Margarete immer mehr von sich selbst und ihrer einfachen Bürgerlichkeit. In der Szene ,,Der Nachbarin Haus" gelingt es Margarete nicht mehr sich von dem sozielerotischen Reiz, welchen Faust vermittelt, loszusprechen. Sie sucht Hilfe bei ihrer Nachbarin Marthe und legt sich bei ihr den Schmuck an, welchen unverheiratete Bürgertöchter zu dieser Zeit nicht tragen durften, da die Kleidung den gesellschaftlichen Stand symbolisierte. So möchte Margarete den Traum vom sozialen Aufstieg in der Privatheit ihres Hauses erträumen und legt den Schmuck bewusst an (vgl.V.2883). Hier wird das erste Mal deutlich, dass Margarete kein naives Opfer Fausts Begierde ist, sondern vielmehr aktiv handelt. Als Mephisto dann auch noch in dieser Szene auftritt und sie als „Fräulein" bezeichnet, ist es ganz um Margarete geschehen. Mephisto spinnt bewusst mit am Aufstiegstraum des kleinbürgerlichen Mädchens und leitet sie somit direkt in Fausts Arme. Im Folgenden bemerkt er zusätzlich, dass sie ein heiratswürdiges Kind wäre, wodurch Margaretes Illusion der Eheschließung gefördert wird (vgl.V.2943f.). In der Szene ,,Garten“ treffen Faust und Margarete das erste Mal wieder aufeinander. Gretchen spricht hier den Bildungs-und Standesunterschied der beiden an und bemerkt, dass sie einen so hochgelehrten Mann nicht unterhalten kann. Faust beschwichtigt sie allerdings im Folgenden. Insgeheim geht es ihm ja auch gar nicht um ihren Bildungsstand, sondern lediglich um das Stillen seiner Triebe. Um Faust für sich zu gewinnen deutet sie ihre Heiratsfähigkeit an und preist ihre Fähigkeiten als Hausfrau an. So arbeitet sie in der „Wirtschaft" (V.3109) ihrer Mutter und muss dort verschiedenste Aufgaben im Haushalt vollrichten. Um zu zeigen, dass sie eine gute Partie ist, erzählt sie von ihrem Vater, welcher gestorben ist und ihnen ein ,,hübsch(es) Vermögen“ (V.3117) hinterlassen hat. Hiermit möchte sie sich in gewisser Weise von ihrem Stand lossprechen und vorgeben, dass sie eben doch nicht so arm seien. Auch als Mutter ist sie geeignet, da sie ihre kleine Schwester allein aufgezogen hat (vgl.V.3125). Margarete präsentiert sich in dieser Szene also eifrig vor Faust, sodass dieser in Erwägung ziehen könnte, Margarete als Frau zu nehmen, sodass sie eine Edelfrau wird. Ihr kindliches Gemüt wird allerdings erneut deutlich, als sie mithilfe eines Blumenorakels ergründen möchte, welche Gefühle Faust für sie hegt (vgl.V.3181f.). Es ist zu beobachten, dass Margarete immer mehr Selbstbewusstsein erlangt und hier erneut den aktiven Part in der Beziehung spielt, indem sie mit Überzeugung kundtut, dass Faust sie laut des Orakels lieben würde (vgl.V.3183). Margarete hat sich also schon längst gegen die Normen ihrer kleinbürgerlichen Welt gestellt und sich für Faust entschieden, auch wenn diese Beziehung gegen alle ihre bisher gekannten Prinzipien verstößt. Das Blumenspiel steht hierbei für den Verlust ihrer Jungfernschaft und sie sagt erneut durch das zerrupfen der Margerite ihren Tod hervor. Dennoch lässt sie sich auf Faust ein. Das ,,Gartenhäuschen“, welches sie im Folgenden gemeinsam betreten, hat hierbei die Bedeutung eines ,,Lusttempels". In der Literatur des 18. Jahrhunderts steht eben dieses als Ort der gefährdeten Idylle, beziehungsweise der bedrohte bürgerlichen Tugend. Margarete stürzt sich hierbei final ins Unglück, indem sie Faust in dieser Szene küsst und somit sein Streben nach irdischer Sinnlichkeit beantwortet (vgl.V.3207). Schon hier sagt Margarete, dass sie Faust ,,(...)von Herzen lieb(t)(...)“ (V.3208). Aus der Schwärmerei ist also schon jetzt wahre Liebe seitens Margarete geworden. In ,,Gretchens Stube" denkt Gretchen über die Geschehnisse nach. Es wird schon zu Beginn dieser Szene aufgrund der verendeten Anrede deutlich, dass sich das fromme und religiöse Kind zu einer sinnlich liebenden Frau entwickelt hat. In dieser Szene offenbart sich die beginnende Isolation Gretchens. So befindet sie sich völlig allein am Spinnrad, wobei dies zu dieser Zeit eine gesellige Tätigkeit war, zu welcher man sich bei Licht und Wärme traf. Gretchen hat sich also endgültig von den engen Sozialnormen der Stadt gelöst und sich somit auch von sich selbst entfremdet, indem sie sich für Faust entschieden hat. Sie singt am Spinnrad von aufrichtiger Liebe, welche gen Ende auch von einer gewissen Sinnlichkeit durchströmt wird (vgl.V.3406f.). „Marthens Garten“ stellt den Schauplatz eines weiteren Treffens der beiden Verliebten dar. Hierbei stellt Gretchen Faust die entscheidende Gretchenfrage, welche „Nun sag, wie hast du's mit der Religion?" (V.3415) lautet. Diese Frage spielt eine solch bedeutende Rolle für Gretchen, da zu dieser Zeit nicht über die Grenzen des konfessionellen Milieus hinweg geheiratet wurde. Allerdings steht die Frage zudem in einem dreifachen erotischen Kontext. So ist hierbei zunächst an die sinnliche Seite der Ehe zu denken. Zudem entsteht die Frage aus der erotischen Stimmung von ,,Gretchens Stube" heraus und gilt als die Verabredung zur ersten Liebesnacht. Während das „Gartenhäuschen“ zunächst als „Lusttempel" fungierte, stellt der Garten nun das Paradies dar, in welchem die Versuchung siegt. Auch dadurch wird erneut Gretchens Glaube an die Religion verdeutlicht, welcher ihr so wichtig ist. Faust versucht sich zunächst aus dieser Frage rauszureden, doch Gretchens Intuition lässt sie erneut nicht im Stich, so sagt sie Faust, dass er „(...)kein Christentum(...)" (V.3467) hat und beweist dadurch, dass sie doch gewitzter ist, als manch einer vermuten ließ. Auch in dieser Szene erkennt sie Mephisto erneut als ihren Gegenspieler und bemerkt, dass er ihr in „(…..) tiefer innrer Seele verhasst (...)" (V.3472) ist. Als Gretchen fortmuss, fragt Faust, ob es denn nie eine Gelegenheit gebe, in der sie intim werden könnten (vgl.V.3502). Gretchen erwidert daraufhin „(a)ch wenn ich doch nur alleine schlief!" (V.3505). Gretchen wäre also durchaus bereit dazu, mit Faust eine Liebesnacht zu vollbringen. Es hindern sie lediglich äußere Hindernisse, wie ihre Religion und die Kontrolle ihrer Mutter, welche es zu überwinden gilt. Ihre inneren Hemmungen hat sie schon längst beiseite gelegt. Um die besagte Nacht mit Faust zu verbringen ist sie sogar dazu bereit, ihrer eigenen Mutter einen Schlaftrank zu verabreichen (vgl.V.3514). „Am Brunnen" bemerkt Gretchen, dass sie „(...) gar wenig unter Leute (...)" (V.3545) kommt. Die Isolation Gretchens nimmt immer weiter zu, sodass sie noch nicht einmal durch den Kleinstadttratsch mitbekommen hat, dass eine Gleichaltrige Geschenke eines Mannes annahm und als Gegenleistungen die Nächte mit ihm verbringen musste (vgl.V.3551ff.). Nun ist das Mädchen schwanger und wird von der Gesellschaft um sie herum geächtet. Bärbelchen nimmt somit als Spiegelfigur das Schicksal Gretchens vorweg. ,,Im Zwinger" wird deutlich, dass Gretchen bereits über ihr Schicksal Bescheid weiß. Der enge Ort am Rand der Stadt symbolisiert, dass es für Gretchen eng wird. Sie ist schwanger und steht am Rand der Gesellschaft. Durch Faust hat sich das unschuldige und Fromme Mädchen mit Schuld behaftet. In der darauffolgenden Szene „Nacht“ werden die Konsequenzen der Verführung deutlich. So will Gretchens älterer Bruder Valentin, welcher Soldat ist, Faust umbringen, um die Familienehre zu retten. Dieser kämpft aber auf Seiten des Teufels, weswegen es ihm gelingt, Valentin zu erdolchen. Gretchen werden hier zum ersten Mal die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen geführt. So hat sie sich als junges und naives Mädchen leicht verführen lassen, um Wohlstand und Ansehe zu genießen, doch als Konsequenz ist ihre gesamte Familie tot und das nicht zuletzt durch ihr Handeln, welches durch ihre blinde Liebe zu Faust gesteuert wurde. Selbst ihr eigener Bruder bezeichnet sie auf dem Sterbebett als „Hur" (V.3730). Gretchen wird von schlimmen Schuldgefühlen geplagt. Sie hat sich als unschuldiges Kind von dem ganzen Reichtum und Schmuck blenden lassen und war nicht mehr sie selber. Im ,,Dom" wird deutlich, dass sie der gesamten Situation nicht mehr länger gewachsen ist. Ein böser Geist, welcher als Gretchens schlechtes Gewissen fungiert, offenbart ihr erneut ihre Ausgrenzung aus der Gesellschaft als Folge ihrer Sündhaftigkeit. Gretchen kann damit als junges und zerbrechliches Wesen nicht umgehen und fällt aufgrund von räumlicher Begrenztheit und inneren Schuldgefühlen in Ohnmacht. Aus dem Schwärmen für den unbekannten Mann hat sich ein unglückliches Schicksal für Gretchen ergeben. Dies wird im ,,Kerker“ deutlich. So wird aus Gretchen wieder Margarete, was darauf zurückzuführen ist, dass sie wieder zu sich selbst findet. Ihre Veränderung lässt sich in drei Stufen beschreiben. So scheint sie zunächst dem Wahnsinn verfallen zu sein, da sie ein Lied singt, welches vom Mord an ihrem eigenen Kind handelt und Faust, als er auftritt, zunächst als ihren Henker identifiziert (vgl.V.4411ff.). In der zweiten Stufe wird Margaretes Treue deutlich. So erkennt sie Faust wieder, als er ihren Namen sagt und wirft sich ihm an den Hals. Sie liebt ihn also trotz seines Verrats und der tragischen Verwicklungen noch immer und stellt somit eine äußerst loyale Figur dar. Die dritte Stufe stellt die Annahme der eigenen Schuld dar. Sie ist nicht mehr das arme und ängstliche Gretchen, sondern die starke, heilige Margarete. Diese emanzipierte Frau nimmt ihr Schicksal an und lässt sich nicht mit Gewalt aus dem Kerker zerren (vgl.V.4576). So wird am Schluss der Tragödie noch einmal ihr Glaube deutlich. Sie entscheidet sich für ihre Hinrichtung, welche sie als gerechte Strafe empfindet und übergibt sich so dem Gericht Gottes, auf welches sie vertraut. Gretchen hatte in ihrem Streben gesündigt und sich selbst gefunden. Sie ist damit ein Beleg für das Menschenbild des Herrn.

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Die Tragödie ,,Faust-Der Tragödie erster Teil", wurde von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1806 geschrieben.

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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gemacht hat und sie geradezu von der sozialen Magie von Reichtum und Zugehörigkeit zur höheren Gesellschaft verzaubert wurde (V.2678ff.). Sie verspürt einen sozialerotischen Reiz, welcher sie durcheinander bringt. Durch das aufbinden ihrer geflochtenen Zöpfe wird ein Umschwung ihrers Charakters deutlich. So legt sie hiermit, nach dem Treffen mit Faust, ihre gesamte Sittsamkeit und Tugend ab und entwickelt sich zu einer unabhängigen Frau, welche sich von den Werten ihrer Gesellschaft löst, um dem unbekannten Edelmann näher zu kommen. So entwickelt sich im Laufe der Tragödie aus dem religiösen, frommen und kleinbürgerlichen Mädchen, welches sich an die gesellschaftlichen Regeln hält, eine rebellische Frau, die nach einem höheren Stand strebt und sich von ihren Normen loslöst. Im Folgenden Verlauf der Szene wird allerdings deutlich, welch sensibles Wesen sie im Grunde ist. So haben Faust und der Teufel ihr ein Schmuckkästchen im Zimmer hinterlassen (vgl.V.2744f.). Margarete spürt daraufhin intuitiv, dass der Ort durch das Kästchen verunreinigt ist und erkennt dadurch, dass das Unheil vor ihr liegt. Mephisto stellt also eine Art Gegenspieler Margaretes dar, da sie erst durch ihn ins Unheil gestürzt wird, da dieser das Treffen Margaretes und Fausts initiiert hat. Nachdem sie das Kästchen entdeckt hat, fängt sie an zu singen, da dies ihr Mittel ist, mit unbehaglichen Situationen umzugehen. Sie wünscht sich ihre Mutter herbei, um bei ihr Zuflucht zu suchen. Dies zeigt erneut, welch ein junges Mädchen Margarete noch ist. Sie wird nicht älter als 14 Jahre sein. Während des Singens verändert sich ihre Stimmung jedoch. Statt weiterhin Angst zu empfinden, fängt sie bereits hier an, sich eine dauerhafte Beziehung mit dem gerade erst kennengelernten Mann auszumalen. Es wird deutlich, dass die Verbindung mit Faust schon jetzt wahre Liebe für sie bedeutet, was auf ihre kindliche Naivität zurückzuführen ist. Allerdings deutet sie im Folgenden schon ihr eigenes Schicksal voraus, indem sie singt „Er sah ihn stürzen, trinken/ Und sinken tief ins Meer (...)" (V.2779). Margarete ist sich also jetzt schon bewusst, dass Faust sie in den Tod stürzen wird und dennoch wird hierbei ihre Bereitschaft deutlich, sich für die Liebe zu opfern. Sie passt sich schon hier in ihrem Sprachgebrauch an Faust an. Aus den Knittelversen, welche ihre Einfachheit und Natürlichkeit symbolisieren entwickeln sich Madrigalverse. Durch Faust entfremdet sich Margarete immer mehr von sich selbst und ihrer einfachen Bürgerlichkeit. In der Szene ,,Der Nachbarin Haus" gelingt es Margarete nicht mehr sich von dem sozielerotischen Reiz, welchen Faust vermittelt, loszusprechen. Sie sucht Hilfe bei ihrer Nachbarin Marthe und legt sich bei ihr den Schmuck an, welchen unverheiratete Bürgertöchter zu dieser Zeit nicht tragen durften, da die Kleidung den gesellschaftlichen Stand symbolisierte. So möchte Margarete den Traum vom sozialen Aufstieg in der Privatheit ihres Hauses erträumen und legt den Schmuck bewusst an (vgl.V.2883). Hier wird das erste Mal deutlich, dass Margarete kein naives Opfer Fausts Begierde ist, sondern vielmehr aktiv handelt. Als Mephisto dann auch noch in dieser Szene auftritt und sie als „Fräulein" bezeichnet, ist es ganz um Margarete geschehen. Mephisto spinnt bewusst mit am Aufstiegstraum des kleinbürgerlichen Mädchens und leitet sie somit direkt in Fausts Arme. Im Folgenden bemerkt er zusätzlich, dass sie ein heiratswürdiges Kind wäre, wodurch Margaretes Illusion der Eheschließung gefördert wird (vgl.V.2943f.). In der Szene ,,Garten“ treffen Faust und Margarete das erste Mal wieder aufeinander. Gretchen spricht hier den Bildungs-und Standesunterschied der beiden an und bemerkt, dass sie einen so hochgelehrten Mann nicht unterhalten kann. Faust beschwichtigt sie allerdings im Folgenden. Insgeheim geht es ihm ja auch gar nicht um ihren Bildungsstand, sondern lediglich um das Stillen seiner Triebe. Um Faust für sich zu gewinnen deutet sie ihre Heiratsfähigkeit an und preist ihre Fähigkeiten als Hausfrau an. So arbeitet sie in der „Wirtschaft" (V.3109) ihrer Mutter und muss dort verschiedenste Aufgaben im Haushalt vollrichten. Um zu zeigen, dass sie eine gute Partie ist, erzählt sie von ihrem Vater, welcher gestorben ist und ihnen ein ,,hübsch(es) Vermögen“ (V.3117) hinterlassen hat. Hiermit möchte sie sich in gewisser Weise von ihrem Stand lossprechen und vorgeben, dass sie eben doch nicht so arm seien. Auch als Mutter ist sie geeignet, da sie ihre kleine Schwester allein aufgezogen hat (vgl.V.3125). Margarete präsentiert sich in dieser Szene also eifrig vor Faust, sodass dieser in Erwägung ziehen könnte, Margarete als Frau zu nehmen, sodass sie eine Edelfrau wird. Ihr kindliches Gemüt wird allerdings erneut deutlich, als sie mithilfe eines Blumenorakels ergründen möchte, welche Gefühle Faust für sie hegt (vgl.V.3181f.). Es ist zu beobachten, dass Margarete immer mehr Selbstbewusstsein erlangt und hier erneut den aktiven Part in der Beziehung spielt, indem sie mit Überzeugung kundtut, dass Faust sie laut des Orakels lieben würde (vgl.V.3183). Margarete hat sich also schon längst gegen die Normen ihrer kleinbürgerlichen Welt gestellt und sich für Faust entschieden, auch wenn diese Beziehung gegen alle ihre bisher gekannten Prinzipien verstößt. Das Blumenspiel steht hierbei für den Verlust ihrer Jungfernschaft und sie sagt erneut durch das zerrupfen der Margerite ihren Tod hervor. Dennoch lässt sie sich auf Faust ein. Das ,,Gartenhäuschen“, welches sie im Folgenden gemeinsam betreten, hat hierbei die Bedeutung eines ,,Lusttempels". In der Literatur des 18. Jahrhunderts steht eben dieses als Ort der gefährdeten Idylle, beziehungsweise der bedrohte bürgerlichen Tugend. Margarete stürzt sich hierbei final ins Unglück, indem sie Faust in dieser Szene küsst und somit sein Streben nach irdischer Sinnlichkeit beantwortet (vgl.V.3207). Schon hier sagt Margarete, dass sie Faust ,,(...)von Herzen lieb(t)(...)“ (V.3208). Aus der Schwärmerei ist also schon jetzt wahre Liebe seitens Margarete geworden. In ,,Gretchens Stube" denkt Gretchen über die Geschehnisse nach. Es wird schon zu Beginn dieser Szene aufgrund der verendeten Anrede deutlich, dass sich das fromme und religiöse Kind zu einer sinnlich liebenden Frau entwickelt hat. In dieser Szene offenbart sich die beginnende Isolation Gretchens. So befindet sie sich völlig allein am Spinnrad, wobei dies zu dieser Zeit eine gesellige Tätigkeit war, zu welcher man sich bei Licht und Wärme traf. Gretchen hat sich also endgültig von den engen Sozialnormen der Stadt gelöst und sich somit auch von sich selbst entfremdet, indem sie sich für Faust entschieden hat. Sie singt am Spinnrad von aufrichtiger Liebe, welche gen Ende auch von einer gewissen Sinnlichkeit durchströmt wird (vgl.V.3406f.). „Marthens Garten“ stellt den Schauplatz eines weiteren Treffens der beiden Verliebten dar. Hierbei stellt Gretchen Faust die entscheidende Gretchenfrage, welche „Nun sag, wie hast du's mit der Religion?" (V.3415) lautet. Diese Frage spielt eine solch bedeutende Rolle für Gretchen, da zu dieser Zeit nicht über die Grenzen des konfessionellen Milieus hinweg geheiratet wurde. Allerdings steht die Frage zudem in einem dreifachen erotischen Kontext. So ist hierbei zunächst an die sinnliche Seite der Ehe zu denken. Zudem entsteht die Frage aus der erotischen Stimmung von ,,Gretchens Stube" heraus und gilt als die Verabredung zur ersten Liebesnacht. Während das „Gartenhäuschen“ zunächst als „Lusttempel" fungierte, stellt der Garten nun das Paradies dar, in welchem die Versuchung siegt. Auch dadurch wird erneut Gretchens Glaube an die Religion verdeutlicht, welcher ihr so wichtig ist. Faust versucht sich zunächst aus dieser Frage rauszureden, doch Gretchens Intuition lässt sie erneut nicht im Stich, so sagt sie Faust, dass er „(...)kein Christentum(...)" (V.3467) hat und beweist dadurch, dass sie doch gewitzter ist, als manch einer vermuten ließ. Auch in dieser Szene erkennt sie Mephisto erneut als ihren Gegenspieler und bemerkt, dass er ihr in „(…..) tiefer innrer Seele verhasst (...)" (V.3472) ist. Als Gretchen fortmuss, fragt Faust, ob es denn nie eine Gelegenheit gebe, in der sie intim werden könnten (vgl.V.3502). Gretchen erwidert daraufhin „(a)ch wenn ich doch nur alleine schlief!" (V.3505). Gretchen wäre also durchaus bereit dazu, mit Faust eine Liebesnacht zu vollbringen. Es hindern sie lediglich äußere Hindernisse, wie ihre Religion und die Kontrolle ihrer Mutter, welche es zu überwinden gilt. Ihre inneren Hemmungen hat sie schon längst beiseite gelegt. Um die besagte Nacht mit Faust zu verbringen ist sie sogar dazu bereit, ihrer eigenen Mutter einen Schlaftrank zu verabreichen (vgl.V.3514). „Am Brunnen" bemerkt Gretchen, dass sie „(...) gar wenig unter Leute (...)" (V.3545) kommt. Die Isolation Gretchens nimmt immer weiter zu, sodass sie noch nicht einmal durch den Kleinstadttratsch mitbekommen hat, dass eine Gleichaltrige Geschenke eines Mannes annahm und als Gegenleistungen die Nächte mit ihm verbringen musste (vgl.V.3551ff.). Nun ist das Mädchen schwanger und wird von der Gesellschaft um sie herum geächtet. Bärbelchen nimmt somit als Spiegelfigur das Schicksal Gretchens vorweg. ,,Im Zwinger" wird deutlich, dass Gretchen bereits über ihr Schicksal Bescheid weiß. Der enge Ort am Rand der Stadt symbolisiert, dass es für Gretchen eng wird. Sie ist schwanger und steht am Rand der Gesellschaft. Durch Faust hat sich das unschuldige und Fromme Mädchen mit Schuld behaftet. In der darauffolgenden Szene „Nacht“ werden die Konsequenzen der Verführung deutlich. So will Gretchens älterer Bruder Valentin, welcher Soldat ist, Faust umbringen, um die Familienehre zu retten. Dieser kämpft aber auf Seiten des Teufels, weswegen es ihm gelingt, Valentin zu erdolchen. Gretchen werden hier zum ersten Mal die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen geführt. So hat sie sich als junges und naives Mädchen leicht verführen lassen, um Wohlstand und Ansehe zu genießen, doch als Konsequenz ist ihre gesamte Familie tot und das nicht zuletzt durch ihr Handeln, welches durch ihre blinde Liebe zu Faust gesteuert wurde. Selbst ihr eigener Bruder bezeichnet sie auf dem Sterbebett als „Hur" (V.3730). Gretchen wird von schlimmen Schuldgefühlen geplagt. Sie hat sich als unschuldiges Kind von dem ganzen Reichtum und Schmuck blenden lassen und war nicht mehr sie selber. Im ,,Dom" wird deutlich, dass sie der gesamten Situation nicht mehr länger gewachsen ist. Ein böser Geist, welcher als Gretchens schlechtes Gewissen fungiert, offenbart ihr erneut ihre Ausgrenzung aus der Gesellschaft als Folge ihrer Sündhaftigkeit. Gretchen kann damit als junges und zerbrechliches Wesen nicht umgehen und fällt aufgrund von räumlicher Begrenztheit und inneren Schuldgefühlen in Ohnmacht. Aus dem Schwärmen für den unbekannten Mann hat sich ein unglückliches Schicksal für Gretchen ergeben. Dies wird im ,,Kerker“ deutlich. So wird aus Gretchen wieder Margarete, was darauf zurückzuführen ist, dass sie wieder zu sich selbst findet. Ihre Veränderung lässt sich in drei Stufen beschreiben. So scheint sie zunächst dem Wahnsinn verfallen zu sein, da sie ein Lied singt, welches vom Mord an ihrem eigenen Kind handelt und Faust, als er auftritt, zunächst als ihren Henker identifiziert (vgl.V.4411ff.). In der zweiten Stufe wird Margaretes Treue deutlich. So erkennt sie Faust wieder, als er ihren Namen sagt und wirft sich ihm an den Hals. Sie liebt ihn also trotz seines Verrats und der tragischen Verwicklungen noch immer und stellt somit eine äußerst loyale Figur dar. Die dritte Stufe stellt die Annahme der eigenen Schuld dar. Sie ist nicht mehr das arme und ängstliche Gretchen, sondern die starke, heilige Margarete. Diese emanzipierte Frau nimmt ihr Schicksal an und lässt sich nicht mit Gewalt aus dem Kerker zerren (vgl.V.4576). So wird am Schluss der Tragödie noch einmal ihr Glaube deutlich. Sie entscheidet sich für ihre Hinrichtung, welche sie als gerechte Strafe empfindet und übergibt sich so dem Gericht Gottes, auf welches sie vertraut. Gretchen hatte in ihrem Streben gesündigt und sich selbst gefunden. Sie ist damit ein Beleg für das Menschenbild des Herrn.