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Goethe: "Faust"

Goethe: "Faust"

 Jahmen Wohlgang den Gothen
Johann Wolfgang von Goethe: Faust.
Der Tragödie erster Teil
Literaturhausarbeit
Deutsch
110
Fachlehrer: OSR. Sch

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Klaus Schenck

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Jahmen Wohlgang den Gothen Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil Literaturhausarbeit Deutsch 110 Fachlehrer: OSR. Schenck Inhalt/Interpretationsansätze - Sendung auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=CIVhDXsyt9w Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832 Deutschland 1999 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil" / Seite 2 von 31 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung. 2. Biografie Goethes......... 2.1 Das Leben von Goethe 2.2 Bedeutende Werke des Dichters.. 2.3 Der Faustmythos und die Entstehung von Goethes „Faust“.. 3. Inhaltsangabe.... 4. Thematik........ 4. 1. Die Antithetik des Werkes ...... 4.1.1 Enge und Weite. 4.1.2 Die zwei Seelen Problematik. 4.1.3 Gegensätzliche Sprachweisen von Faust und Gretchen.......... 4.2 Verknüpfung der Wetten in ,,Faust I". 4.3 Kindsmord problematik...... 5. Personen ....... 5.1 Personenkonstellation aller Personen im Überblick. 5.2 Heinrich Faust: Charakterisierung. 5.3 Margarete (Gretchen) Charakterisierung..... 5.4 Mephistopheles Charakterisierung. 6. Textinterpretation........ 6.1 Seiten 89-93...... 6.2 Interpretation ,,Garten" 7. Schlussfolgerung 8. Literaturverzeichnis 1. Primärliteratur. 2. Sekundärliteratur 3. Internetadressen. 4. Bildquellen.......... ....... __ .3 .4 4 6 6 .8 .10 10 10 10 11 12 13 15 15 16 18 19 .21 21 23 27 .29 29 29 29 30 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil“ / Seite 3 von 31 1. Einleitung Warum lohnt es sich überhaupt, so ein altes Werk zu lesen? „Faust“ ist eines der be- deutendsten Werke der deutschen Literatur. Es war das erste Heft in „Reclams Uni- versal-Bibliothek" und es ist auch heute noch aktuell. Aber wie kann ein Stück von 1808 denn heute überhaupt noch aktuell sein? Dazu muss man in die Thematik von „Faust" eintauchen. Zum einen gibt es den verzweifel- ten Universalgelehrten Faust. Dieser...

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ist frustriert, da er nicht über die Grenzen des Menschseins hinauskommt und existenzielle Fragen nicht beantworten kann. Nun schließt er allerdings einen Pakt mit dem Teufel und will immer mehr und mehr. Faust geht dabei über Leichen und ist lediglich auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Genau dies ist der Kern, der uns heute auch noch bewegt. Faust zeichnet in sich die Strukturen des modernen Menschen ab. Wir wollen immer mehr, immer weiter, im- mer besser und lassen andere dabei aus unserem Sichtfeld. Dem modernen Men- schen ist es egal, ob für sein 3 € - Shirt Kinder in Bangladesch zu einem Hungerlohn arbeiten müssen, nein, eigentlich wäre es ihm sogar lieber, das Shirt für 1,50 € zu kaufen, auch wenn die „Arbeiter" so nur noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wer- den. Wir wollen alles erforschen und alles wissen und lassen dabei ethische Grenzen verschwimmen. Wir wissen nicht, wie weit wir gehen können und dürfen, während wir nach Erkenntnis streben. Auch Faust weiß nicht, wo er diese Linie ziehen soll. Jeder von uns ist vielleicht etwas mehr oder weniger Faust und muss diese Linie für sich selbst ziehen, während er auf der Suche nach Erkenntnis ist. Zugegeben, „Faust“ ist nicht das einfachste Werk, welches man lesen kann, aber es lohnt sich. Wenn man ,,Faust" est, so stellt man sich bewusst einer Herausforde- rung, von der man weiß, dass „Blüt und Frucht [sie] die künft'gen Jahre zieren." (S.11, V.311). Genau dieser Herausforderung möchte ich mich in dieser Arbeit stel- len. Ich erwarte, ähnlich wie Faust, neues Wissen und neue Erkenntnis, die mich auch im späteren Leben begleiten. In der folgenden Hausarbeit wird sowohl etwas Vorwissen zum Dichter als auch wichtige Aspekte und Thematiken des Werkes vermittelt. Alle Zitate, die direkt aus der Primärliteratur (siehe Literaturverzeichnis) stammen, werden im Folgenden nur noch mit Seiten- und Versangabe hinter dem Zitat versehen. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil" / Seite 4 von 31 2. Biografie Goethes 2.1 Das Leben von Goethe 1 Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren der gut situierte kaiserliche Rat und Jurist Johann Caspar Goethe und Katharina Goethe, geborene Textor. Durch den hohen Stand der Familie erhielten Goethe und seine jüngere Schwester Cornelia ein hohes Maß an Bildung, erteilt durch einen Privatlehrer. Sie lernten mehrere Sprachen, darunter Lateinisch, Französisch, Englisch und Hebräisch, sowie das Spie- len des Cellos und Klaviers. Später wurde dieses Pensum um den Unterricht in Wissenschaften und um den Tanz-, Reit- und Fechtsport erweitert. Durch die hauseigene Bibliothek war es Goethe möglich, sich schon früh selbstständig weiterzubilden, wodurch er seine Neigung zu den literari- schen Künsten entdeckte. Mit gerade einmal 16 Jahren begann Goethe auf Wunsch seines Vaters das Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig, verfolgte dieses jedoch eher halbherzig. Sein Herz schlug für die Naturwissenschaft und Medizin sowie für die Künste. Nach schwerer Krankheit setzte er sein Studium in Straßburg fort und promovierte 1771 zum Lizentiaten der Rechte. Dort lernte er auch Johann Gottfried Herder kennen, der ihm Homer, Shakespeare und die Volkspoesie näher brachte. Dieser Einfluss würde sich später noch in seinen Werken erkennbar machen. Als er wieder in Frankfurt ankam, arbeitete Goethe als Jurist in einer eigenen Kanz- lei, doch kehrte dem Schreiben nicht den Rücken zu. 1771 erschien der ,,Götz von Berlichingen", 1774 „Die Leiden des jungen Werthers". Beide gehören zu den besten Werken des Sturm und Drang und ermöglichten dem damals 25-jährigen Goethe schnell den literarischen Durchbruch. ¹ Zeichnung: May, G.O.: ,,Johann Wolfgang Goethe". URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann Wolfgang Goethe 1779.jpg [29.07.2018] www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil" / Seite 5 von 31 Durch eine Einladung des Erbprinzen Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach verschlug es den Dichter an den Weimarer Königshof. Er bekleidete dort hohe Ämter, wurde einige Jahre später zum Geheimen Rat ernannt und in den Adelsstand erho- ben. In den ersten elf Jahren seines Wirkens am Hofe veröffentlichte Goethe wenig und auch „Faust" blieb nur Fragment. Goethe schrieb jedoch engagiert für das Wei- marer Hoftheater. 1786 flüchtete Goethe regelrecht nach Italien und kehrte zwei Jahre später mit neuen Inspirationen zurück nach Weimar. Er wurde von seinen Aufgaben am Hofe entlastet und begann eine Beziehung mit Christiane Vulpius, der einzigen Frau, die er trotz vieler weiterer Liebschaften später heiratete und einen Sohn mit ihr zeugte. 1790 begann Goethes zweite Italienreise, welche ihn jedoch enttäuschte. Er kehrte heim und übernahm die Leitung des Hoftheaters in Weimar. Des Weiteren veröffent- lichte er ,,Faust. Ein Fragment". Vier Jahre später begann eine tiefe Freundschaft mit Schiller, der ihn weiter dazu motivierte an „Faust“ zu arbeiten. 1805 starb Schiller und erlebte somit die Erschei- nung von „Faust. Der Tragödie erster Teil" im Jahre 1808 nicht mehr mit. 1816 traf Goethe ein weiterer Schicksalsschlag, denn seine Frau Christiane starb. Im selben Jahre skizzierte er den zweiten Teil „Fausts". Zurückgezogen arbeitete Goe- the bis 1832 in seinem Gartenhaus an seinen Werken und verstarb am 22. März des selbigen Jahres an einem Herzinfarkt.² 3 2 vgl. Borchmeyer, Dieter (2005): ,,Goethes Biografie: sein Leben und seine Werke". URL: http://www.goethezeitportal.de/wissen/enzyklopaedie/goethe/goethe-biographie.html [29.07.2018] 3 ³ vgl. Bernhardt, Rüdiger: Königs Erläuterungen. Johann Wolfgang von Goethe. Faust I. Bange Verlag, Hollfeld 2017, S. 10 ff.

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Auch Faust weiß nicht, wo er diese Linie ziehen soll. Jeder von uns ist vielleicht etwas mehr oder weniger Faust und muss diese Linie für sich selbst ziehen, während er auf der Suche nach Erkenntnis ist. Zugegeben, „Faust“ ist nicht das einfachste Werk, welches man lesen kann, aber es lohnt sich. Wenn man ,,Faust" est, so stellt man sich bewusst einer Herausforde- rung, von der man weiß, dass „Blüt und Frucht [sie] die künft'gen Jahre zieren." (S.11, V.311). Genau dieser Herausforderung möchte ich mich in dieser Arbeit stel- len. Ich erwarte, ähnlich wie Faust, neues Wissen und neue Erkenntnis, die mich auch im späteren Leben begleiten. In der folgenden Hausarbeit wird sowohl etwas Vorwissen zum Dichter als auch wichtige Aspekte und Thematiken des Werkes vermittelt. Alle Zitate, die direkt aus der Primärliteratur (siehe Literaturverzeichnis) stammen, werden im Folgenden nur noch mit Seiten- und Versangabe hinter dem Zitat versehen. www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil" / Seite 4 von 31 2. Biografie Goethes 2.1 Das Leben von Goethe 1 Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren der gut situierte kaiserliche Rat und Jurist Johann Caspar Goethe und Katharina Goethe, geborene Textor. Durch den hohen Stand der Familie erhielten Goethe und seine jüngere Schwester Cornelia ein hohes Maß an Bildung, erteilt durch einen Privatlehrer. Sie lernten mehrere Sprachen, darunter Lateinisch, Französisch, Englisch und Hebräisch, sowie das Spie- len des Cellos und Klaviers. Später wurde dieses Pensum um den Unterricht in Wissenschaften und um den Tanz-, Reit- und Fechtsport erweitert. Durch die hauseigene Bibliothek war es Goethe möglich, sich schon früh selbstständig weiterzubilden, wodurch er seine Neigung zu den literari- schen Künsten entdeckte. Mit gerade einmal 16 Jahren begann Goethe auf Wunsch seines Vaters das Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig, verfolgte dieses jedoch eher halbherzig. Sein Herz schlug für die Naturwissenschaft und Medizin sowie für die Künste. Nach schwerer Krankheit setzte er sein Studium in Straßburg fort und promovierte 1771 zum Lizentiaten der Rechte. Dort lernte er auch Johann Gottfried Herder kennen, der ihm Homer, Shakespeare und die Volkspoesie näher brachte. Dieser Einfluss würde sich später noch in seinen Werken erkennbar machen. Als er wieder in Frankfurt ankam, arbeitete Goethe als Jurist in einer eigenen Kanz- lei, doch kehrte dem Schreiben nicht den Rücken zu. 1771 erschien der ,,Götz von Berlichingen", 1774 „Die Leiden des jungen Werthers". Beide gehören zu den besten Werken des Sturm und Drang und ermöglichten dem damals 25-jährigen Goethe schnell den literarischen Durchbruch. ¹ Zeichnung: May, G.O.: ,,Johann Wolfgang Goethe". URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann Wolfgang Goethe 1779.jpg [29.07.2018] www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literaturhausarbeit / Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust - Der Tragödie erster Teil" / Seite 5 von 31 Durch eine Einladung des Erbprinzen Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach verschlug es den Dichter an den Weimarer Königshof. Er bekleidete dort hohe Ämter, wurde einige Jahre später zum Geheimen Rat ernannt und in den Adelsstand erho- ben. In den ersten elf Jahren seines Wirkens am Hofe veröffentlichte Goethe wenig und auch „Faust" blieb nur Fragment. Goethe schrieb jedoch engagiert für das Wei- marer Hoftheater. 1786 flüchtete Goethe regelrecht nach Italien und kehrte zwei Jahre später mit neuen Inspirationen zurück nach Weimar. Er wurde von seinen Aufgaben am Hofe entlastet und begann eine Beziehung mit Christiane Vulpius, der einzigen Frau, die er trotz vieler weiterer Liebschaften später heiratete und einen Sohn mit ihr zeugte. 1790 begann Goethes zweite Italienreise, welche ihn jedoch enttäuschte. Er kehrte heim und übernahm die Leitung des Hoftheaters in Weimar. Des Weiteren veröffent- lichte er ,,Faust. Ein Fragment". Vier Jahre später begann eine tiefe Freundschaft mit Schiller, der ihn weiter dazu motivierte an „Faust“ zu arbeiten. 1805 starb Schiller und erlebte somit die Erschei- nung von „Faust. Der Tragödie erster Teil" im Jahre 1808 nicht mehr mit. 1816 traf Goethe ein weiterer Schicksalsschlag, denn seine Frau Christiane starb. Im selben Jahre skizzierte er den zweiten Teil „Fausts". Zurückgezogen arbeitete Goe- the bis 1832 in seinem Gartenhaus an seinen Werken und verstarb am 22. März des selbigen Jahres an einem Herzinfarkt.² 3 2 vgl. Borchmeyer, Dieter (2005): ,,Goethes Biografie: sein Leben und seine Werke". URL: http://www.goethezeitportal.de/wissen/enzyklopaedie/goethe/goethe-biographie.html [29.07.2018] 3 ³ vgl. Bernhardt, Rüdiger: Königs Erläuterungen. Johann Wolfgang von Goethe. Faust I. Bange Verlag, Hollfeld 2017, S. 10 ff.