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Heinrich v. Kleist: "Michael Kohlhaas" (Schüler-Hausarbeit, Kl. 11)

Heinrich v. Kleist: "Michael Kohlhaas" (Schüler-Hausarbeit, Kl. 11)

 www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 1 von 20
Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit /
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Klaus Schenck

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Präsentation

1. Anforderungsprofil, Strategien und Tipps, 2. Schüler-Hausarbeit mit ausführlichem persönlichem Feedback (1. Oberstufen-Hausarbeit)

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www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 1 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen Literaturhausarbeit Auswahlbücher: Johann Wolfgang von Goethe: ,,Faust I" (Reclam Nr. 1 / € 2,10) Johann Wolfgang von Goethe: „Die Leiden des jungen Werther" (Reclam Nr. 67, € 3,00) Joseph von Eichendorff: ,,Aus dem Leben eines Taugenichts" (Hamburger Lesehefte, 5. Heft, € 1,60) Diese schriftliche Hausarbeit zählt voll als Klassenarbeit und kann zu- sätzlich als GFS gewertet werden! Umfang: Erfahrungswert in den letzten Jahren in Klasse 11: 18 - 22 Seiten Computer (Schriftgröße 12 / Arial) (Durchschnitt) ➤ nach Möglichkeit keine Arbeit über 30 Seiten keine reinen Fotoseiten!! Abgabetermin: Mittwoch, 29. Januar 2014 Mit Notenbonus: Mittwoch, 8. Januar 2014 Eine verspätete Abgabe führt zu Notenabzug. Zielsetzung: ● • Nicht nur eine gute Note, sondern auch Freude am eigenständigen Arbeiten an einem selbst gewählten Thema. • Erste Berührung mit wissenschaftlichem Arbeiten. 1.Vorgehensweise Überlege dir, ob du den Dichter schon kennst, vielleicht von einem Werk schon et- was gehört hast und wie du innerlich zu beiden stehst, das ist der einfachste Weg, Entscheidungen zu fällen. Gehe ins Internet und schaue unter dem Werk nach, vermutlich findest du recht schnell Arbeiten, aus denen du leicht den Inhalt und die Thematik ersehen kannst, noch,nen' ➜ Tipp: Notiere dir gleich die verschiedenen Internet-Adressen mit Da- tum, vielleicht brauchst du sie noch später! www.KlausSchenck.de /...

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Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 2 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 1. Terminvorgabe: Mittwoch, 4. Dezember 2013 Einführung in die Mediothek / speziell in Blick auf die Hausarbeit Treffpunkt: 13.15 Uhr in der Mediothek TBB (Ende: ~ 14.30 Uhr) Schüler- / Personalausweis für Leseausweis mitbringen! 2. Terminvorgabe: Mittwoch, 4. Dezember 2013 Entscheidung für ein Werk Du hast deine Wahl getroffen, dann kaufe dir das Buch, damit du darin unterstrei- chen und arbeiten kannst. Nicht am falschen Platz sparen! Nun informiere dich ein wenig über den Dichter, die Zeit, in der das Stück spielt und in der der Dichter es schrieb. Vielleicht gibt es auch sonst noch einige inhaltliche Un- klarheiten. Um hier weiter zu kommen, brauchst du die sogenannte Sekundärlitera- tur, die über das Werk schreibt. Also gehe in eine Bibliothek / Mediothek TBB und leihe dir die Sekundärliteratur aus. Wenn du clever bist, und das bist du doch, nimmst du am Besuchstag gleich die Bücher aus der Mediothek mit! Diese Bücher dürfen nur drei Tage ausgeliehen werden, so dass auch deine Mitschüler noch eine Chance bekommen! Wieder,nen' ➜ Tipp: Kopiere dir zackig die entscheidenden Stellen und das Deck- blatt, damit du korrekt zitieren kannst! Nicht am Kopieren sparen! Hier einige Bücher der Sekundärliteratur, die die Werke schülergerecht erläutern: 1. Diesterweg: Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dra- mas und der erzählenden Literatur. (z.T. sehr anspruchsvoll, besonders gut in der reinen Textinterpretation des Werkes) 2. Klett: Lektürehilfen Deutsch. (z. Z. mit das Beste auf dem Markt!) 3. Stark: Interpretationshilfe Deutsch (sehr gut und übersichtlich) 4. Reclam: Lektüreschlüssel (sehr preisgünstig, vermittelt sehr gut einen ersten Überblick, reicht für die Anforderungen einer HA nicht) 5. Oldenbourg Interpretationen. (oft schwer geschrieben) 6. Reclams Universal-Bibliothek. Erläuterungen und Dokumente. (Inter- pretationen zu einzelnen Passagen oft nicht schlecht, meist guter Kurz-Überblick über verschiedene Gedanken und Probleme des Werkes, anspruchsvoll) 7. Analysen und Reflexionen (Beyer-Verlag) (recht preisgünstig, gibt einen guten Überblick, teilweise sprachlich schwer) 8. Mentor-Lektüre (sehr prägnant, z.T. sehr guter Überblick, weniger für eine Hausarbeit geeignet) 9. Königs Erläuterungen und Materialien und Materialien (Bange-Verlag) (recht preisgünstig, gibt einen guten Überblick, recht gut verständlich) 10. EinFach Deutsch Unterrichtsmodell (Schöningh im Westermann) (relativ teuer, aber sehr gut mit tollen Diagrammen, Überblicken und Materialien, gedacht für Lehrer!) 2-3 Bücher der Sekundärliteratur reichen, noch bist du nicht an der Uni. In WG 12 (J1) musst du dann schon ein wenig mehr lesen, ausleihen und natürlich auch inhalt- www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 3 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen lich bieten! Falls du bei mir in J1 sein solltest, werden wir die Uni-Bibliothek in Würz- burg (Hubland) besuchen. 3. Terminvorgabe: Mittwoch, 18. Dezember 2013 Abgabe einer vorläufigen Gliederung deiner Hausarbeit mit den Titeln der herausgesuchten Sekundärliteratur und Internet-Adressen (eine Seite!) Wenn du das alles im Griff hast, dann bist du schon sehr weit! Weiter unten erläutere ich kurz, welche Punkte in der Hausarbeit behandelt werden müssen. Natürlich kannst du über diese hinausgehen, wenn es sich bei deinem Thema anbietet. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und deiner Begeisterung natürlich auch nicht! Aber auch nichts mit Seitenzahl und Einsatz übertreiben! Auswahl an Sekundärliteratur 1. Johann Wolfgang von Goethe: „Faust I" +++ Klett Lektürehilfen. 2011, € 9,99 ++ STARK Interpretationen Deutsch. 2011, € 5,95 + Reclam Lektüreschlüssel. 2011, € 3,60 2. Johann Wolfgang von Goethe: ,,Die Leiden des jungen Werther" +++ Klett Lektürehilfen. € 9,95 ++ STARK Interpretationshilfe Deutsch. 2009, € 5,95 + Reclam Lektüreschlüssel. € 3,60 3. Joseph von Eichendorff: ,,Aus dem Leben eines Taugenichts" ++ STARK Interpretationen Deutsch. 2010, € 5,95 ++ Königs Erläuterungen. Bd. 215, 2011, € 7,90 + Reclam Lektüreschlüssel. 2011, € 3,60 Farblegende: Gelb zentrale Tipps (unbedingt beachten!) Blau = zentrale Regeln / Hinweise = www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 4 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 2. Themenstellungen der Hausarbeit 2.1 Kurzdarstellung des Dichters 2.1.1 sein Leben (ausformulierte Sätze, nicht nur Jahreszahlen) 2.1.2 möglicherweise den biografischen Hintergrund, der zu dem Werk führte Beispiel: Goethe: ,,Die Leiden des jungen Werthers" Goethes persönliche Liebe in seiner Wetzlarer Zeit zu Charlotte Buff, die je- doch bereits mit dem Gesandtschaftssekretär Kestner verlobt war. Für Goethe war dieses Werk ein Ventil, um sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden. Im Gegensatz zu Werther machte Goethe bekanntlich keinen Selbstmord. Länge: ungefähr 1-2 Seiten, nicht mehr!! Festgelegte Höchstpunktzahl: 10 2.2 Inhaltsangabe des Werkes Länge: ungefähr eine 3/4 bis eine Seite (keine Nacherzählung!) Festgelegte Höchstpunktzahl: 06 2.3 Interpretation 2.3.1 Gesamtüberblick • Worum geht es in diesem Werk? • Was will der Dichter besonders betonen? • Was ist der rote Faden des Werkes? Beispiel: Frisch: ,,Homo faber": Problem des „Bildnisses"/ der Rolle Scheitern einer als objektiv angesehenen Lebensweise 2.3.2 Textinterpretation Interpretation eines kurzen Auszugs aus dem Werk, den du selbst ausgesucht hast (diesen Auszug kopiert in die Arbeit kleben, einscannen oder von Literatur-CD mit Primärtexten / Mediothek TBB). ➜ Tipp: Suche dir eine Stelle aus, die auch in der Sekundärliteratur ausführlich be- sprochen ist, das erleichtert dir den Start in den anspruchsvollen Deutschunterricht der nächsten drei Jahre. Vergiss nicht, ab nächstem Jahr wird auf Deutsch-Leis- tungskurs-Niveau unterrichtet, entsprechend ist auch das neue Deutsch-Abitur in seinen hohen Anforderungen ausgerichtet worden! Länge der gesamten Interpretation: 2/3 der Hausarbeit www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 5 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 2.4 Eigene Stellungnahme Begründe, warum dir das Werk gefiel oder ob und was du ablehnst, ob und wie du es auf dich beziehen kannst, ob und welche Bedeutung es in der heutigen Zeit hat. Hier ist eine persönlich engagierte Stellungnahme gefordert und keine Wiederholung der Interpretation! Länge der Stellungnahme: ungefähr zwei bis drei Seiten, aber nicht mehr! Dieser Teil wird besonders gewichtet bei der Notengebung (1,5x), da es sich um den eigenständigsten Teil der Arbeit handelt. „heftig" Punkte „abgesahnt“ werden!!) Hier können Engagiert, ehrlich, sehr persönlich (auch sprachlich)! Beispiel einer Stellungnahme 2010 zu Büchner „Dantons Tod". Um Panik vorzubeugen, die Schülerin hat sich und ihre Arbeit komplett falsch einge- schätzt, die Arbeit wurde mit Eins bewertet: 8. PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME Sooooooo, ich weiß gar nicht, wie ich am besten anfangen soll. Zuerst eine Fazit zum Buch, ich ma- che es kurz und knapp: S-C-H-R-E-C-K-L-I-C-H !!!! Ich habe eindeutig die falsche Wahl getroffen, was die Lektüre angeht. Am Anfang war ich ja wirklich noch guter Dinge und was ganz wichtig ist, ich war unvoreingenommen. Ich kannte keines dieser Werke und ich dachte, dass ich mir mit „Dantons Tod" vielleicht schon ein bisschen Abi-Stoff anlernen kann. Vielleicht ist das ja auch der Fall, aber ich würde es trotzdem NIE wieder wählen. Das Buch ist einfach so unglaublich hochgestochen geschrieben, es gibt unzählig viele Worte, also vor allem Fremdworte, die ich noch NIE gehört habe. Ich hatte zu jeder Buchseite Notizen, ich hab Worte nachgeschlagen wie eine Wilde, ich habe Sekundärliteraturen gelesen, was da Zeug hält, doch irgendwie habe ich keinen großen Erfolg gespürt. Umentscheiden wollte ich mich aber auch nicht mehr, ich hatte zum einen schon Werk und 2 Begleitlektüren angeschafft und zum anderen hatte ich auch schon mit der Schreiberei begonnen... Ich habe mir immer wieder versucht einzureden: „Ach komm, so schlimm kann's nicht sein, das wird schon funktionieren!" ABER nichts hat funktioniert! Ich war teilweise so unmotiviert, dass ich nicht mal das Buch habe sehen können... Ich habe meinen kompletten Lektüre-Kram in eine Kiste gepackt und es versucht von mir fern zu halten, aber das schlechte Gewissen hat nicht ganz getan, was ich wollte... Also habe ich mich wieder hingesetzt, habe wieder Worte nachgeschlagen und eben das ganze Theater wiederholt, aber es half einfach nichts! Ich habe mir das Buch 2 mal komplett „reingeknört“ und so oft einzelne Textstellen nachgelesen, aber der Funke, der Verständnis mit sich bringt, hat mich leider nie besucht! Ich habe das Buch verflucht, hätte es am liebsten an die Wand geklatscht, es zerrissen, verbrannt oder sonst irgendwie möglichst qualvoll beseitigt, aber dann war da wieder dieses schlechte Gewis- sen, die schrägen Blicke meine Eltern, bei den sich häufenden Schreiattacken und dann habe ich mich eben wieder aufgerafft und weitergemacht... Der einzige Punkt an der ganzen Hausarbeit, der mir auch beim Schreiben schon „Spaß“ gemacht hat, war der historische Hintergrund. Ich hatte noch eine Mappe von der Wirtschaftsschule, besser gesagt von der Facharbeit, die wir in GKK mal über die Revolution machen mussten und das hat mich dann ein wenig gerettet, da ich da schon verständlich verfasste Informationen schön übersichtlich und gebündelt parat hatte. Übrigens hatten Sie sowas von Recht, was die eigene Zeiteinschätzung angeht... Das Doppelte reicht gar nicht, also bei mir zumindest nicht! Ich habe gefühlte 100 Stunden an dieser Hausarbeit gesessen und bin mit dem Resultat aber nur mehr oder minder zufrieden. Am schlimmsten war aber die Thema- tik! Bei dem Wort alleine sträuben sich mir die Haare! Meine Erwartungen an das Buch wurden einfach sowas von gesprengt, also im negativen Sinne, dass ich gar nicht weiß, wie man es am besten in Worte fasst... Vielleicht wäre es aber auch besser das zu www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 1 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) Literaturhausarbeit Dichter: Heinrich von Kleist Titel: Michael Kohlhaas Verfasser der HA: Ramona Klasse: WG 11.1 Schule: Wirtschafts-Gymnasium an der Kaufm. Schule Tauberbischofsheim Fach: Deutsch Fachlehrer: OSR. Schenck Abgabetermin: 20. November 2007 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 2 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung.... 2. Kurzdarstellung des Dichters.. Leben des Heinrich von Kleist….. Werkauswahl...... Entstehungsgeschichte. 3. Inhaltsangabe 4. Personen.......... 4.1 Personencharakterisierung. 4.1.1 Michael Kohlhaas.. 4.1.2 Lisbeth Kohlhaas.. 4.1.3 Die Wahrsagerin.... 4.1.4 Junker Wenzel von Tronka.. 4.1.5 Kämmerer Kunz von Tronka.. 4.1.6 Martin Luther…….…….. 4.1.7 Kurfürst von Sachsen.. 4.1.8 Kurfürst von Brandenburg.. 4.2 Personenkonstellation.. 5. Thematik........ 5.1 Motive und zentrale Aspekte. 5.2 Kohlhaas' Weg zur Rache. 5.3 Kohlhaas' Motive..... 5.4 Motive und Symbole..... 5.5 Die Undurchschaubarkeit der Handlung. 6. Textanalyse.......... 6.1 Gesamtüberblick.. 6.2 Sprache und Stil.. 6.3 Aufbau und Form….. 6.4 Erzähler und Erzählperspektive.. 6.5 Handlungsverlauf 6.6 Literarische Gattung.. 7. Textinterpretation...... 7.1 Kopie der Seiten 43-48.. 7.2 Textinterpretation der Seiten 43-48.. 8. Zeitgeschichtlicher Hintergrund……..... 8.1 Situation des Bürgertums im 16. und 18. Jahrhundert.. 8.2 Rolle der Kirche im 16. Jahrhundert...... 8.3 Definitionen politischer und philosophischer Aspekte.. 8.4 Immanuel Kant... 8.5 Zigeuner..... 8.6 Allgemeines Preußisches Landrecht.. 9. Wirkungsgeschichte 10. Eigene Stellungnahme. 11. Anhang....….. 11.1 Literaturverzeichnis.. 11.2 Selbstständigkeitserklärung. .4 .7 .9 .3 ..4 .10 11 .11 .12 14 .15 .15 16 16 17 18 .20 ..21 ..21 .22 ..28 .31 ..35 .37 ..37 .37 ..39 42 45 ..46 .49 .49 .52 ..57 ..57 ..59 .60 ..63 .64 ..66 .68 ..72 ! ..72 .72 .74 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 3 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) 1. Einleitung „Gerechtigkeit besteht darin, von keinem Menschen etwas zu nehmen, was ihm gehört."1, so stellte schon Thomas Hobbes (1588-1679) fest. In Heinrich von Kleists Erzählung „Michael Kohlhaas“ jedoch wird gegen diese Aussage aufs Gröbste verstoßen. Das Werk spielt im 16. Jahrhundert und macht umso deutlicher, dass auch damals der Sinn für Gerechtigkeit weitgehend ausgeprägt war. So schöpft ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas, alle erdenklichen Möglichkeiten aus, auf legalem Wege die ihm zustehende Gerechtigkeit zu erlangen. Da dies durch trügerische Umstände zum Scheitern verdammt ist, greift Kohlhaas zu Mitteln der Gewalt um sein Rechtsgefühl zu befriedigen. Dafür wird er zur Rechenschaft gezogen und bekommt seinen unerschöpflichen Kampfgeist teuer zu stehen. Die tragische Hauptfigur wird als einer der rechtschaffensten zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ betitelt, der zum „Räuber und Mörder“ (S.3) wird. So wird in die Geschichte eingeführt und wen interessiert es an dieser Stelle nicht, wie diese drastische Wandlung zu Stande kam? Auf dieselbe Art und Weise wurde mein Interesse für Kleists Werk geweckt. Außerdem war ich schon mit der Thematik des Buches „Die Räuber“ von Schiller vertraut und da ich meine Literaturkenntnis schließlich erweitern wollte, fiel mir die Wahl relativ einfach. Des Weiteren wurde ich bei meiner anfänglichen Recherche schnell auf den Selbstmord des Autors aufmerksam. Umso brennender interessierten mich die Zusammenhänge und Hintergründe diesbezüglich. Es steht selbstverständlich außer Frage, dass „Michael Kohlhaas“ keineswegs an Aktualität eingebüßt hat. So sind die juristischen Themen Recht und Gerechtigkeit in unserem Alltag allzeit gegenwärtig. Ob in Schule, Beruf oder im Verein, man stößt immer auf Regeln und Vorschriften, die des jeden Recht benennen und eine Gleichberechtigung erst ermöglichen. Auch die tägliche Zeitung repräsentiert häufig schon auf der Titelseite unsere Gesellschaft, die immer mehr auf die Einhaltung von Recht und Ordnung pocht. Jährlich hat die Justiz über 29.050 politisch motivierte Straftaten² zu entscheiden, welche nur durch die oberste Priorität Gerechtigkeit in ein Verhältnis zu bekommen sind. Allein unter Einhaltung dieses Vorsatzes können die Grundbedürfnisse der Bürger befriedigt werden. ¹http://www.momo-lyrik.de/weisheiten/zitate2.htm 27.10.07 2http://www.bmi.bund.de/cln_012/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2007/0 3/politisch_motivierte_______ 20Kriminalitaet_2006.html 27.10.07 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 4 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) 2. Kurzdarstellung des Dichters 2.1 Leben des Heinrich von Kleist Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der Sohn des preußischen Offiziers Joachim Friedrich von Kleist und dessen zweiter Ehefrau Juliane Ulrike geb. von Pannwitz. Heinrich hatte zwei Halbschwestern aus der ersten Ehe des Vaters und vier Geschwister aus der zweiten Ehe. Seine drei Jahre ältere Stiefschwester Ulrike war seine Ansprechpartnerin und stand ihm somit am nächsten. Die Familie der Kleists war eine alte Adelsfamilie und hatte ein hohes Ansehen in Preußen erlangt. Die Familiengeschichte war durch Militärtradition gekennzeichnet, dennoch gingen zwei Dichter aus der Sippe hervor. Als Heinrich zehn Jahre alt war, starb sein Vater. Daraufhin wurde er zur Erziehung zu dem Prediger Cartel nach Berlin geschickt. Mit 14 Jahren trat er in das Potsdamer Garderegiment ein. Nachdem er am Rheinfeldzug gegen die französischen Revolutionstruppen teilgenommen hatte, starb auch seine Mutter. Kleist kehrte mit dem militärischen Dienstgrad Fähnrich nach Potsdam zurück und wurde bald darauf zum Leutnant befördert. Immer mehr distanzierte sich Kleist vom Offiziersberuf, worauf er auf eigenen Wunsch aus der Armee entlassen wurde, was der bildungshungrige Heranreifende mit einer „Neigung zu den Wissenschaften"5 erklärte. Kleist entwickelte einen Lebensplan, indem er sich nicht den von der Familie verlangten Tugenden Ehre, Würde und Reichtum, sondern vielmehr einer umfassenden Ausbildung des Geistes widmete. Somit studierte Heinrich an der Universität seiner Heimat in Frankfurt an der Oder Mathematik, Philosophie, Physik, Kulturgeschichte, Latein und Staatswissenschaft. Im Alter von 23 Jahren verlobte sich Kleist mit der 18- jährigen Wilhelmine von Zenge, Tochter eines Generalmajors. Weder das Studium noch die Verlobung konnten Kleists hohe Ansprüche befriedigen. So brach er nach nur drei Semestern sein Studium ab. Um den Erwartungen der Eltern von seiner Verlobten gerecht zu werden, arbeitete er als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium. Er befand sich in einer Lebenskrise, die nicht zuletzt von den Schriften Immanuel Kants ausgelöst und aufgrund dessen auch Kantkrise betitelt wurde. Aus Kants Überlegungen zog er den Schluss, dass dem Menschen der Weg zu einer wahren Erkenntnis versperrt sei. Seine Gedanken spiegeln sich in einem Brief an Wilhelmine wider: „Wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint (...) Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr.“ Ebenfalls ließ er sich von dem Autor Jean- Jaques Rousseau beeinflussen, der eine naturverbundene Lebensweise ersehnte. Deshalb kam der Gedanke in ihm auf, ein einfaches bäuerliches Leben zu führen. Zu diesem Zweck begab er sich in die Schweiz auf eine Insel in der Aare bei Thun. Daraufhin trennte sich Wilhelmine von ihm. Heinrich unternahm zahlreiche 4vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kleist%2C_Heinrich_von.jpg 28.10.07 5 vgl. Dr. Rinnert, Andrea, Interpretationshilfe Deutsch, Stark Verlag, Freising 2005, S.6 6vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Zenge%2C_Wilhelmine_von.jpg 1.11.07 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 5 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) abenteuerlich erscheinende Reisen, die ihm den Anstoß gaben, sich als Schriftsteller zu versuchen. Als Kleist sich bei einem Vertreter der Weimarer Klassik, Christoph Martin Wieland aufhielt, fand er Anerkennung. Jedoch beriet ihm die Vollendung seines Trauerspiels Robert Guiskard einige Schwierigkeiten, woraufhin er das Manuskript vernichtete. Dies wiederum veranlasste eine neue schwere Lebenskrise, welche die ersten Selbstmordgedanken aufkommen ließ. So erlitt Kleist einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Da Heinrich an seinen dichterischen Fähigkeiten grundlegend zweifelte, nahm er zunächst eine Stelle im preußischen Staatsdienst an und wurde anschließend Diätar (= Beamter im Vorbereitungsdienst ohne festes Gehalt). Doch kurz danach beendete er seine Beamtenlaufbahn endgültig. Zu dieser Zeit begann der Autor seine Arbeit an „Michael Kohlhaas". 1807 wurde Kleist als vermeintlicher Spion verhaftet und in Frankreich mehrere Monate in Kriegsgefangenschaft gehalten. Durch Vermittlung seiner Freunde wurde er wieder entlassen und zog sogleich nach Dresden, wo er viele neue Freundschaften schloss. Die Dresdner Zeit bezeichnete man als produktivste Phase des Schriftstellers Kleist, der seinen literarischen Ehrgeiz nun endlich befriedigen wollte. Dieser Tatendrang ist förmlich in folgendem Zitat zu spüren: „Ich will mich jetzt durch meine dramatischen Arbeiten ernähren.“ Mit seinen neuen Freunden, zum Beispiel Adam Müller, plante Heinrich eine Buch- und Kunsthandlung zu eröffnen. Bald darauf erschien die Monatszeitschrift Phöbus. Ein Journal für die Kunst. Auch Teile des „Michael Kohlhaas" wurden hier abgedruckt. Doch das Unternehmen scheiterte, da die staatliche Unterstützung entzogen und so zunehmend Verlust gemacht wurde. Außerdem kam es zum Konflikt mit Goethe, den Kleist in seiner Zeitschrift abwertend darstellte. Immer wieder leistete Kleist durch seine Literatur Widerstand gegen Napoleon und verlieh seinem Hass Ausdruck. Er zog mit 33 Jahren nach Berlin, wo er einen Band mit Erzählungen veröffentlichte. Dieser enthielt auch die vollständige Fassung des „Michael Kohlhaas". Kleist begann also im Winter 1805 mit seiner Novelle und veröffentlichte sie 1810. Zurück in Berlin hoffte er sein Glück mit einer Zeitung, den Berliner Abendblättern, zu finden. Das Journal war täglich erhältlich, doch sein Erscheinen musste nach nicht einmal einem halben Jahr eingestellt werden. Als auch seine Bemühungen scheiterten, wieder in die Armee aufgenommen zu werden, befand sich Kleist in einer trostlosen Lage. Da seine schlechte finanzielle Situation auch familiäre Probleme hervorrief, sah Kleist keinen Ausweg mehr. In einem Abschiedsbrief an seine Halbschwester Ulrike drückte er neben seinem Dank für ihre langjährige Unterstützung auch seine innere Zerrissenheit aus: „Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war." Am 21. November 1811 beging er dann zusammen mit seiner unheilbar krebskranken Freundin Henriette Vogel Selbstmord. Er erschoss zuerst die Seelenfreundin und dann sich selbst am Kleinen Wannsee bei Potsdam. Im Gegensatz zu Kleist beging der Protagonist in „Michael Kohlhaas“ bekanntlich keinen Selbstmord.8 7 http://www.nemecko.slansko.cz/foto/kleist.jpg 1.11.07 8 vgl. Dr. Rinnert, Andrea, Interpretationshilfe Deutsch, Stark Verlag, Freising 2005, S.5ff vgl. Pelster, Theodor, Lektüreschlüssel für Schüler, Reclam Verlag, Stuttgart, 2004 vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Heinrich_Kleist.htm 2.11.07 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist 2.11.07

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Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 2 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 1. Terminvorgabe: Mittwoch, 4. Dezember 2013 Einführung in die Mediothek / speziell in Blick auf die Hausarbeit Treffpunkt: 13.15 Uhr in der Mediothek TBB (Ende: ~ 14.30 Uhr) Schüler- / Personalausweis für Leseausweis mitbringen! 2. Terminvorgabe: Mittwoch, 4. Dezember 2013 Entscheidung für ein Werk Du hast deine Wahl getroffen, dann kaufe dir das Buch, damit du darin unterstrei- chen und arbeiten kannst. Nicht am falschen Platz sparen! Nun informiere dich ein wenig über den Dichter, die Zeit, in der das Stück spielt und in der der Dichter es schrieb. Vielleicht gibt es auch sonst noch einige inhaltliche Un- klarheiten. Um hier weiter zu kommen, brauchst du die sogenannte Sekundärlitera- tur, die über das Werk schreibt. Also gehe in eine Bibliothek / Mediothek TBB und leihe dir die Sekundärliteratur aus. Wenn du clever bist, und das bist du doch, nimmst du am Besuchstag gleich die Bücher aus der Mediothek mit! Diese Bücher dürfen nur drei Tage ausgeliehen werden, so dass auch deine Mitschüler noch eine Chance bekommen! Wieder,nen' ➜ Tipp: Kopiere dir zackig die entscheidenden Stellen und das Deck- blatt, damit du korrekt zitieren kannst! Nicht am Kopieren sparen! Hier einige Bücher der Sekundärliteratur, die die Werke schülergerecht erläutern: 1. Diesterweg: Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dra- mas und der erzählenden Literatur. (z.T. sehr anspruchsvoll, besonders gut in der reinen Textinterpretation des Werkes) 2. Klett: Lektürehilfen Deutsch. (z. Z. mit das Beste auf dem Markt!) 3. Stark: Interpretationshilfe Deutsch (sehr gut und übersichtlich) 4. Reclam: Lektüreschlüssel (sehr preisgünstig, vermittelt sehr gut einen ersten Überblick, reicht für die Anforderungen einer HA nicht) 5. Oldenbourg Interpretationen. (oft schwer geschrieben) 6. Reclams Universal-Bibliothek. Erläuterungen und Dokumente. (Inter- pretationen zu einzelnen Passagen oft nicht schlecht, meist guter Kurz-Überblick über verschiedene Gedanken und Probleme des Werkes, anspruchsvoll) 7. Analysen und Reflexionen (Beyer-Verlag) (recht preisgünstig, gibt einen guten Überblick, teilweise sprachlich schwer) 8. Mentor-Lektüre (sehr prägnant, z.T. sehr guter Überblick, weniger für eine Hausarbeit geeignet) 9. Königs Erläuterungen und Materialien und Materialien (Bange-Verlag) (recht preisgünstig, gibt einen guten Überblick, recht gut verständlich) 10. EinFach Deutsch Unterrichtsmodell (Schöningh im Westermann) (relativ teuer, aber sehr gut mit tollen Diagrammen, Überblicken und Materialien, gedacht für Lehrer!) 2-3 Bücher der Sekundärliteratur reichen, noch bist du nicht an der Uni. In WG 12 (J1) musst du dann schon ein wenig mehr lesen, ausleihen und natürlich auch inhalt- www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 3 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen lich bieten! Falls du bei mir in J1 sein solltest, werden wir die Uni-Bibliothek in Würz- burg (Hubland) besuchen. 3. Terminvorgabe: Mittwoch, 18. Dezember 2013 Abgabe einer vorläufigen Gliederung deiner Hausarbeit mit den Titeln der herausgesuchten Sekundärliteratur und Internet-Adressen (eine Seite!) Wenn du das alles im Griff hast, dann bist du schon sehr weit! Weiter unten erläutere ich kurz, welche Punkte in der Hausarbeit behandelt werden müssen. Natürlich kannst du über diese hinausgehen, wenn es sich bei deinem Thema anbietet. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und deiner Begeisterung natürlich auch nicht! Aber auch nichts mit Seitenzahl und Einsatz übertreiben! Auswahl an Sekundärliteratur 1. Johann Wolfgang von Goethe: „Faust I" +++ Klett Lektürehilfen. 2011, € 9,99 ++ STARK Interpretationen Deutsch. 2011, € 5,95 + Reclam Lektüreschlüssel. 2011, € 3,60 2. Johann Wolfgang von Goethe: ,,Die Leiden des jungen Werther" +++ Klett Lektürehilfen. € 9,95 ++ STARK Interpretationshilfe Deutsch. 2009, € 5,95 + Reclam Lektüreschlüssel. € 3,60 3. Joseph von Eichendorff: ,,Aus dem Leben eines Taugenichts" ++ STARK Interpretationen Deutsch. 2010, € 5,95 ++ Königs Erläuterungen. Bd. 215, 2011, € 7,90 + Reclam Lektüreschlüssel. 2011, € 3,60 Farblegende: Gelb zentrale Tipps (unbedingt beachten!) Blau = zentrale Regeln / Hinweise = www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 4 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 2. Themenstellungen der Hausarbeit 2.1 Kurzdarstellung des Dichters 2.1.1 sein Leben (ausformulierte Sätze, nicht nur Jahreszahlen) 2.1.2 möglicherweise den biografischen Hintergrund, der zu dem Werk führte Beispiel: Goethe: ,,Die Leiden des jungen Werthers" Goethes persönliche Liebe in seiner Wetzlarer Zeit zu Charlotte Buff, die je- doch bereits mit dem Gesandtschaftssekretär Kestner verlobt war. Für Goethe war dieses Werk ein Ventil, um sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden. Im Gegensatz zu Werther machte Goethe bekanntlich keinen Selbstmord. Länge: ungefähr 1-2 Seiten, nicht mehr!! Festgelegte Höchstpunktzahl: 10 2.2 Inhaltsangabe des Werkes Länge: ungefähr eine 3/4 bis eine Seite (keine Nacherzählung!) Festgelegte Höchstpunktzahl: 06 2.3 Interpretation 2.3.1 Gesamtüberblick • Worum geht es in diesem Werk? • Was will der Dichter besonders betonen? • Was ist der rote Faden des Werkes? Beispiel: Frisch: ,,Homo faber": Problem des „Bildnisses"/ der Rolle Scheitern einer als objektiv angesehenen Lebensweise 2.3.2 Textinterpretation Interpretation eines kurzen Auszugs aus dem Werk, den du selbst ausgesucht hast (diesen Auszug kopiert in die Arbeit kleben, einscannen oder von Literatur-CD mit Primärtexten / Mediothek TBB). ➜ Tipp: Suche dir eine Stelle aus, die auch in der Sekundärliteratur ausführlich be- sprochen ist, das erleichtert dir den Start in den anspruchsvollen Deutschunterricht der nächsten drei Jahre. Vergiss nicht, ab nächstem Jahr wird auf Deutsch-Leis- tungskurs-Niveau unterrichtet, entsprechend ist auch das neue Deutsch-Abitur in seinen hohen Anforderungen ausgerichtet worden! Länge der gesamten Interpretation: 2/3 der Hausarbeit www.KlausSchenck.de / Deutsch / WG 11 / Literaturhausarbeit (2013/14) / S. 5 von 20 Strategische Vorschläge für eine Literaturhausarbeit / Anforderungen 2.4 Eigene Stellungnahme Begründe, warum dir das Werk gefiel oder ob und was du ablehnst, ob und wie du es auf dich beziehen kannst, ob und welche Bedeutung es in der heutigen Zeit hat. Hier ist eine persönlich engagierte Stellungnahme gefordert und keine Wiederholung der Interpretation! Länge der Stellungnahme: ungefähr zwei bis drei Seiten, aber nicht mehr! Dieser Teil wird besonders gewichtet bei der Notengebung (1,5x), da es sich um den eigenständigsten Teil der Arbeit handelt. „heftig" Punkte „abgesahnt“ werden!!) Hier können Engagiert, ehrlich, sehr persönlich (auch sprachlich)! Beispiel einer Stellungnahme 2010 zu Büchner „Dantons Tod". Um Panik vorzubeugen, die Schülerin hat sich und ihre Arbeit komplett falsch einge- schätzt, die Arbeit wurde mit Eins bewertet: 8. PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME Sooooooo, ich weiß gar nicht, wie ich am besten anfangen soll. Zuerst eine Fazit zum Buch, ich ma- che es kurz und knapp: S-C-H-R-E-C-K-L-I-C-H !!!! Ich habe eindeutig die falsche Wahl getroffen, was die Lektüre angeht. Am Anfang war ich ja wirklich noch guter Dinge und was ganz wichtig ist, ich war unvoreingenommen. Ich kannte keines dieser Werke und ich dachte, dass ich mir mit „Dantons Tod" vielleicht schon ein bisschen Abi-Stoff anlernen kann. Vielleicht ist das ja auch der Fall, aber ich würde es trotzdem NIE wieder wählen. Das Buch ist einfach so unglaublich hochgestochen geschrieben, es gibt unzählig viele Worte, also vor allem Fremdworte, die ich noch NIE gehört habe. Ich hatte zu jeder Buchseite Notizen, ich hab Worte nachgeschlagen wie eine Wilde, ich habe Sekundärliteraturen gelesen, was da Zeug hält, doch irgendwie habe ich keinen großen Erfolg gespürt. Umentscheiden wollte ich mich aber auch nicht mehr, ich hatte zum einen schon Werk und 2 Begleitlektüren angeschafft und zum anderen hatte ich auch schon mit der Schreiberei begonnen... Ich habe mir immer wieder versucht einzureden: „Ach komm, so schlimm kann's nicht sein, das wird schon funktionieren!" ABER nichts hat funktioniert! Ich war teilweise so unmotiviert, dass ich nicht mal das Buch habe sehen können... Ich habe meinen kompletten Lektüre-Kram in eine Kiste gepackt und es versucht von mir fern zu halten, aber das schlechte Gewissen hat nicht ganz getan, was ich wollte... Also habe ich mich wieder hingesetzt, habe wieder Worte nachgeschlagen und eben das ganze Theater wiederholt, aber es half einfach nichts! Ich habe mir das Buch 2 mal komplett „reingeknört“ und so oft einzelne Textstellen nachgelesen, aber der Funke, der Verständnis mit sich bringt, hat mich leider nie besucht! Ich habe das Buch verflucht, hätte es am liebsten an die Wand geklatscht, es zerrissen, verbrannt oder sonst irgendwie möglichst qualvoll beseitigt, aber dann war da wieder dieses schlechte Gewis- sen, die schrägen Blicke meine Eltern, bei den sich häufenden Schreiattacken und dann habe ich mich eben wieder aufgerafft und weitergemacht... Der einzige Punkt an der ganzen Hausarbeit, der mir auch beim Schreiben schon „Spaß“ gemacht hat, war der historische Hintergrund. Ich hatte noch eine Mappe von der Wirtschaftsschule, besser gesagt von der Facharbeit, die wir in GKK mal über die Revolution machen mussten und das hat mich dann ein wenig gerettet, da ich da schon verständlich verfasste Informationen schön übersichtlich und gebündelt parat hatte. Übrigens hatten Sie sowas von Recht, was die eigene Zeiteinschätzung angeht... Das Doppelte reicht gar nicht, also bei mir zumindest nicht! Ich habe gefühlte 100 Stunden an dieser Hausarbeit gesessen und bin mit dem Resultat aber nur mehr oder minder zufrieden. Am schlimmsten war aber die Thema- tik! Bei dem Wort alleine sträuben sich mir die Haare! Meine Erwartungen an das Buch wurden einfach sowas von gesprengt, also im negativen Sinne, dass ich gar nicht weiß, wie man es am besten in Worte fasst... Vielleicht wäre es aber auch besser das zu www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 1 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) Literaturhausarbeit Dichter: Heinrich von Kleist Titel: Michael Kohlhaas Verfasser der HA: Ramona Klasse: WG 11.1 Schule: Wirtschafts-Gymnasium an der Kaufm. Schule Tauberbischofsheim Fach: Deutsch Fachlehrer: OSR. Schenck Abgabetermin: 20. November 2007 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 2 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung.... 2. Kurzdarstellung des Dichters.. Leben des Heinrich von Kleist….. Werkauswahl...... Entstehungsgeschichte. 3. Inhaltsangabe 4. Personen.......... 4.1 Personencharakterisierung. 4.1.1 Michael Kohlhaas.. 4.1.2 Lisbeth Kohlhaas.. 4.1.3 Die Wahrsagerin.... 4.1.4 Junker Wenzel von Tronka.. 4.1.5 Kämmerer Kunz von Tronka.. 4.1.6 Martin Luther…….…….. 4.1.7 Kurfürst von Sachsen.. 4.1.8 Kurfürst von Brandenburg.. 4.2 Personenkonstellation.. 5. Thematik........ 5.1 Motive und zentrale Aspekte. 5.2 Kohlhaas' Weg zur Rache. 5.3 Kohlhaas' Motive..... 5.4 Motive und Symbole..... 5.5 Die Undurchschaubarkeit der Handlung. 6. Textanalyse.......... 6.1 Gesamtüberblick.. 6.2 Sprache und Stil.. 6.3 Aufbau und Form….. 6.4 Erzähler und Erzählperspektive.. 6.5 Handlungsverlauf 6.6 Literarische Gattung.. 7. Textinterpretation...... 7.1 Kopie der Seiten 43-48.. 7.2 Textinterpretation der Seiten 43-48.. 8. Zeitgeschichtlicher Hintergrund……..... 8.1 Situation des Bürgertums im 16. und 18. Jahrhundert.. 8.2 Rolle der Kirche im 16. Jahrhundert...... 8.3 Definitionen politischer und philosophischer Aspekte.. 8.4 Immanuel Kant... 8.5 Zigeuner..... 8.6 Allgemeines Preußisches Landrecht.. 9. Wirkungsgeschichte 10. Eigene Stellungnahme. 11. Anhang....….. 11.1 Literaturverzeichnis.. 11.2 Selbstständigkeitserklärung. .4 .7 .9 .3 ..4 .10 11 .11 .12 14 .15 .15 16 16 17 18 .20 ..21 ..21 .22 ..28 .31 ..35 .37 ..37 .37 ..39 42 45 ..46 .49 .49 .52 ..57 ..57 ..59 .60 ..63 .64 ..66 .68 ..72 ! ..72 .72 .74 www.KlausSchenck.de / Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 3 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) 1. Einleitung „Gerechtigkeit besteht darin, von keinem Menschen etwas zu nehmen, was ihm gehört."1, so stellte schon Thomas Hobbes (1588-1679) fest. In Heinrich von Kleists Erzählung „Michael Kohlhaas“ jedoch wird gegen diese Aussage aufs Gröbste verstoßen. Das Werk spielt im 16. Jahrhundert und macht umso deutlicher, dass auch damals der Sinn für Gerechtigkeit weitgehend ausgeprägt war. So schöpft ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas, alle erdenklichen Möglichkeiten aus, auf legalem Wege die ihm zustehende Gerechtigkeit zu erlangen. Da dies durch trügerische Umstände zum Scheitern verdammt ist, greift Kohlhaas zu Mitteln der Gewalt um sein Rechtsgefühl zu befriedigen. Dafür wird er zur Rechenschaft gezogen und bekommt seinen unerschöpflichen Kampfgeist teuer zu stehen. Die tragische Hauptfigur wird als einer der rechtschaffensten zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ betitelt, der zum „Räuber und Mörder“ (S.3) wird. So wird in die Geschichte eingeführt und wen interessiert es an dieser Stelle nicht, wie diese drastische Wandlung zu Stande kam? Auf dieselbe Art und Weise wurde mein Interesse für Kleists Werk geweckt. Außerdem war ich schon mit der Thematik des Buches „Die Räuber“ von Schiller vertraut und da ich meine Literaturkenntnis schließlich erweitern wollte, fiel mir die Wahl relativ einfach. Des Weiteren wurde ich bei meiner anfänglichen Recherche schnell auf den Selbstmord des Autors aufmerksam. Umso brennender interessierten mich die Zusammenhänge und Hintergründe diesbezüglich. Es steht selbstverständlich außer Frage, dass „Michael Kohlhaas“ keineswegs an Aktualität eingebüßt hat. So sind die juristischen Themen Recht und Gerechtigkeit in unserem Alltag allzeit gegenwärtig. Ob in Schule, Beruf oder im Verein, man stößt immer auf Regeln und Vorschriften, die des jeden Recht benennen und eine Gleichberechtigung erst ermöglichen. Auch die tägliche Zeitung repräsentiert häufig schon auf der Titelseite unsere Gesellschaft, die immer mehr auf die Einhaltung von Recht und Ordnung pocht. Jährlich hat die Justiz über 29.050 politisch motivierte Straftaten² zu entscheiden, welche nur durch die oberste Priorität Gerechtigkeit in ein Verhältnis zu bekommen sind. Allein unter Einhaltung dieses Vorsatzes können die Grundbedürfnisse der Bürger befriedigt werden. ¹http://www.momo-lyrik.de/weisheiten/zitate2.htm 27.10.07 2http://www.bmi.bund.de/cln_012/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2007/0 3/politisch_motivierte_______ 20Kriminalitaet_2006.html 27.10.07 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 4 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) 2. Kurzdarstellung des Dichters 2.1 Leben des Heinrich von Kleist Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der Sohn des preußischen Offiziers Joachim Friedrich von Kleist und dessen zweiter Ehefrau Juliane Ulrike geb. von Pannwitz. Heinrich hatte zwei Halbschwestern aus der ersten Ehe des Vaters und vier Geschwister aus der zweiten Ehe. Seine drei Jahre ältere Stiefschwester Ulrike war seine Ansprechpartnerin und stand ihm somit am nächsten. Die Familie der Kleists war eine alte Adelsfamilie und hatte ein hohes Ansehen in Preußen erlangt. Die Familiengeschichte war durch Militärtradition gekennzeichnet, dennoch gingen zwei Dichter aus der Sippe hervor. Als Heinrich zehn Jahre alt war, starb sein Vater. Daraufhin wurde er zur Erziehung zu dem Prediger Cartel nach Berlin geschickt. Mit 14 Jahren trat er in das Potsdamer Garderegiment ein. Nachdem er am Rheinfeldzug gegen die französischen Revolutionstruppen teilgenommen hatte, starb auch seine Mutter. Kleist kehrte mit dem militärischen Dienstgrad Fähnrich nach Potsdam zurück und wurde bald darauf zum Leutnant befördert. Immer mehr distanzierte sich Kleist vom Offiziersberuf, worauf er auf eigenen Wunsch aus der Armee entlassen wurde, was der bildungshungrige Heranreifende mit einer „Neigung zu den Wissenschaften"5 erklärte. Kleist entwickelte einen Lebensplan, indem er sich nicht den von der Familie verlangten Tugenden Ehre, Würde und Reichtum, sondern vielmehr einer umfassenden Ausbildung des Geistes widmete. Somit studierte Heinrich an der Universität seiner Heimat in Frankfurt an der Oder Mathematik, Philosophie, Physik, Kulturgeschichte, Latein und Staatswissenschaft. Im Alter von 23 Jahren verlobte sich Kleist mit der 18- jährigen Wilhelmine von Zenge, Tochter eines Generalmajors. Weder das Studium noch die Verlobung konnten Kleists hohe Ansprüche befriedigen. So brach er nach nur drei Semestern sein Studium ab. Um den Erwartungen der Eltern von seiner Verlobten gerecht zu werden, arbeitete er als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium. Er befand sich in einer Lebenskrise, die nicht zuletzt von den Schriften Immanuel Kants ausgelöst und aufgrund dessen auch Kantkrise betitelt wurde. Aus Kants Überlegungen zog er den Schluss, dass dem Menschen der Weg zu einer wahren Erkenntnis versperrt sei. Seine Gedanken spiegeln sich in einem Brief an Wilhelmine wider: „Wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint (...) Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr.“ Ebenfalls ließ er sich von dem Autor Jean- Jaques Rousseau beeinflussen, der eine naturverbundene Lebensweise ersehnte. Deshalb kam der Gedanke in ihm auf, ein einfaches bäuerliches Leben zu führen. Zu diesem Zweck begab er sich in die Schweiz auf eine Insel in der Aare bei Thun. Daraufhin trennte sich Wilhelmine von ihm. Heinrich unternahm zahlreiche 4vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kleist%2C_Heinrich_von.jpg 28.10.07 5 vgl. Dr. Rinnert, Andrea, Interpretationshilfe Deutsch, Stark Verlag, Freising 2005, S.6 6vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Zenge%2C_Wilhelmine_von.jpg 1.11.07 www.KlausSchenck.de/ Deutsch / Literatur / Kleist: „Michael Kohlhaas“ / Seite 5 von 79 Ramona: Literaturhausarbeit (WG 11/07/08) (Reclam-Ausgabe) abenteuerlich erscheinende Reisen, die ihm den Anstoß gaben, sich als Schriftsteller zu versuchen. Als Kleist sich bei einem Vertreter der Weimarer Klassik, Christoph Martin Wieland aufhielt, fand er Anerkennung. Jedoch beriet ihm die Vollendung seines Trauerspiels Robert Guiskard einige Schwierigkeiten, woraufhin er das Manuskript vernichtete. Dies wiederum veranlasste eine neue schwere Lebenskrise, welche die ersten Selbstmordgedanken aufkommen ließ. So erlitt Kleist einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Da Heinrich an seinen dichterischen Fähigkeiten grundlegend zweifelte, nahm er zunächst eine Stelle im preußischen Staatsdienst an und wurde anschließend Diätar (= Beamter im Vorbereitungsdienst ohne festes Gehalt). Doch kurz danach beendete er seine Beamtenlaufbahn endgültig. Zu dieser Zeit begann der Autor seine Arbeit an „Michael Kohlhaas". 1807 wurde Kleist als vermeintlicher Spion verhaftet und in Frankreich mehrere Monate in Kriegsgefangenschaft gehalten. Durch Vermittlung seiner Freunde wurde er wieder entlassen und zog sogleich nach Dresden, wo er viele neue Freundschaften schloss. Die Dresdner Zeit bezeichnete man als produktivste Phase des Schriftstellers Kleist, der seinen literarischen Ehrgeiz nun endlich befriedigen wollte. Dieser Tatendrang ist förmlich in folgendem Zitat zu spüren: „Ich will mich jetzt durch meine dramatischen Arbeiten ernähren.“ Mit seinen neuen Freunden, zum Beispiel Adam Müller, plante Heinrich eine Buch- und Kunsthandlung zu eröffnen. Bald darauf erschien die Monatszeitschrift Phöbus. Ein Journal für die Kunst. Auch Teile des „Michael Kohlhaas" wurden hier abgedruckt. Doch das Unternehmen scheiterte, da die staatliche Unterstützung entzogen und so zunehmend Verlust gemacht wurde. Außerdem kam es zum Konflikt mit Goethe, den Kleist in seiner Zeitschrift abwertend darstellte. Immer wieder leistete Kleist durch seine Literatur Widerstand gegen Napoleon und verlieh seinem Hass Ausdruck. Er zog mit 33 Jahren nach Berlin, wo er einen Band mit Erzählungen veröffentlichte. Dieser enthielt auch die vollständige Fassung des „Michael Kohlhaas". Kleist begann also im Winter 1805 mit seiner Novelle und veröffentlichte sie 1810. Zurück in Berlin hoffte er sein Glück mit einer Zeitung, den Berliner Abendblättern, zu finden. Das Journal war täglich erhältlich, doch sein Erscheinen musste nach nicht einmal einem halben Jahr eingestellt werden. Als auch seine Bemühungen scheiterten, wieder in die Armee aufgenommen zu werden, befand sich Kleist in einer trostlosen Lage. Da seine schlechte finanzielle Situation auch familiäre Probleme hervorrief, sah Kleist keinen Ausweg mehr. In einem Abschiedsbrief an seine Halbschwester Ulrike drückte er neben seinem Dank für ihre langjährige Unterstützung auch seine innere Zerrissenheit aus: „Die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war." Am 21. November 1811 beging er dann zusammen mit seiner unheilbar krebskranken Freundin Henriette Vogel Selbstmord. Er erschoss zuerst die Seelenfreundin und dann sich selbst am Kleinen Wannsee bei Potsdam. Im Gegensatz zu Kleist beging der Protagonist in „Michael Kohlhaas“ bekanntlich keinen Selbstmord.8 7 http://www.nemecko.slansko.cz/foto/kleist.jpg 1.11.07 8 vgl. Dr. Rinnert, Andrea, Interpretationshilfe Deutsch, Stark Verlag, Freising 2005, S.5ff vgl. Pelster, Theodor, Lektüreschlüssel für Schüler, Reclam Verlag, Stuttgart, 2004 vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Heinrich_Kleist.htm 2.11.07 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist 2.11.07