Motive und Symbole in "Homo faber"
Das Leitwort "üblich"
Das Wort "üblich" spielt eine zentrale Rolle in Max Frischs Roman und gibt Einblick in die Kernaussage von "Homo faber":
- Es steht für Walter Fabers Bedürfnis nach Gewohnheit und Berechenbarkeit
- Paradoxerweise verwendet Faber diesen Begriff besonders dann, wenn Situationen sich unerwartet entwickeln
- Die häufige Verwendung dieses Wortes unterstreicht Fabers Weltbild als Techniker
Wichtiger Begriff: Das Leitwort "üblich" ist ein sprachliches Mittel, mit dem Frisch die Persönlichkeit des Protagonisten charakterisiert und eine der zentralen Themen des Romans verdeutlicht: die Konfrontation mit dem Unerwarteten.
Nervosität als Charaktermerkmal
Walter Faber wird in bestimmten Situationen nervös, was seine Charakterisierung vertieft:
- Bei Störungen des "üblichen" Ablaufs (z.B. Startverzögerung und Notlandung)
- Wenn er mit Unbekanntem konfrontiert wird
- Er selbst gibt zu: "Alles Ungewohnte macht mich sowieso nervös" (S.76)
Diese Nervosität steht symbolisch für die Brüchigkeit seines technisch-rationalen Weltbildes.
Symbolische Gegenstände
Der Rasierapparat
- Symbolisiert die Abwehr der natürlichen Vegetation am Körper
- Repräsentiert den Konflikt zwischen Natur und Technik (Bartwuchs vs. Rasierer)
- Zeigt, was Max Frisch mit "Homo faber" aussagen will: Die Technik als Mittel zur Kontrolle der Natur
Die Kamera
- Steht zwischen Faber und dem direkten Erleben der Welt
- Reduziert Erfahrungen auf das rein Optische durch technische Hilfsmittel
- Verliert in Kuba an Bedeutung, als Faber beginnt, die Welt direkt zu erleben: "nichts als schauen" (S.172)
Symbolik: Die Gegenstände in "Homo faber" tragen tiefere Bedeutungen und veranschaulichen den inneren Wandel des Protagonisten. Der Verlust des Interesses am Filmen markiert einen wichtigen Punkt in Fabers Entwicklung und zeigt, für was "Homo faber" eigentlich steht: Die Überwindung der technischen Weltanschauung.




