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"Homo faber"/Frisch, S. 176-178: 6-stündige Klassenarbeit mit Vergleich zu "Dantons Tod"/Büchner und "Agnes"/Stamm [Abitur-Aufgabe]

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 www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 1 von 8
Klassenarbeitsaufbau
Einleitung
1. Zitat
2. Autor, Titel

"Homo faber"/Frisch, S. 176-178: 6-stündige Klassenarbeit mit Vergleich zu "Dantons Tod"/Büchner und "Agnes"/Stamm [Abitur-Aufgabe]

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präzise Anweisungen und Tipps zum Klassenarbeitsaufbau, komplette Klassenarbeit mit Aufgabenstellung und Schüler-Lösung, Vergleichs-Aufgabe: Scheitern von Faber, Danton und Ich-Erzähler

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www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 1 von 8 Klassenarbeitsaufbau Einleitung 1. Zitat 2. Autor, Titel, Textsorte & Inhalt des gesamten Buches (5-8 Sätze, ca. ½ Seite) 3. Interpretationsbegriffe zur Thematik des Buches, aber keine langen Ausführungen / dieser Teil kann auch direkt nach dem Zitat kommen! 4. Neue Zeile beginnen: Thematik der Textstelle (2-4 Zeilen) 5. 2 Zeilen freilassen Hauptteil 1. Hinleitung bis zur Textstelle ➤ Inhalt des Buches ca. 4-5 Sätze, aber nur das, was man für die Text- stelle braucht. Der Inhalt endet bei der Textstelle! o falls die letzten Seiten als Textstelle ausgewählt wurden, Doppe- lung zur Einleitung vermeiden, indem wirklich nur das Notwen- dige zum Verständnis der Textstelle genannt wird! ■ Schluss Schauen, um wen es geht, also Inhalt dementsprechend zur Person / Situation auswählen 2. Neue Zeile → Textstelle interpretieren → nicht mit Zitat aus der Primärliteratur beginnen, sondern der erste Satz der Interpretation umfasst nur Inhaltspunkte: wer, wo, wann, was. Dieser Satz umfasst den Punkt, an dem die Hinleitung zur Textstelle aufhört 3. Zw. 1. & 2. Aufgabe 1 Zeile freilassen 4. Zw. 2. Aufgabe und Schluss 2 Zeilen freilassen 1. Aktualisierung des Buches (nicht der Textstelle!), aber immer vom Primärtext ausgehen! Der Primärtext steht im Zentrum, auch beim Schluss! 2. Zitat aus Einleitung mit einbeziehen, muss aber nicht sein. Hier kann auch ein neues Zitat eingebaut werden,...

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vielleicht als abrundendes! www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 2 von 8 Aufgabenstellung: ➤ Interpretieren Sie die Textstelle im Kontext der vorangegangenen Handlung. o Frisch: ,,Homo faber": S. 176 („The American Way of Life...") - S. 178 oben (...ihr Lachen, weil sie gerne leben, weil Feierabend, weil sie schön sind.") Frischs „Homo faber“, Büchners „Dantons Tod“ und Stamms „Agnes": o Erörtern Sie in einer vergleichenden Betrachtung, inwieweit Faber, Danton und der Ich-Erzähler in Peter Stamms „Agnes" scheitern. Ausgaben: Georg Büchner, (B): „Dantons Tod", Erste Auflage 2002, Reclam Max Frisch, (F): „Homo Faber“, Erste Auflage 1977, Suhrkamp Peter Stamm, (S): „Agnes“, 5. Auflage, 2009, Fischer Verlag Klaus Schenck, OSR. a.D. Fächer: Deutsch, Religion, Psychologie Drei Internet-Kanäle: Schul-Material: www.KlausSchenck.de Schüler-Artikel: www.schuelerzeitung-tbb.de Schul-Sendungen: https://www.youtube.com/user/financialtaime ,,Vom Engagement-Lehrer zum Lehrer-Zombie"/Bange-Verlag 2020: Info-Flyer: http://www.klausschenck.de/ks/downloads/f02-werbeflyer-buch- entwurf-2020-11-26.pdf NEU! VOM KLAUS SCHENGE ENGAGEMENT-LEHRER LEHRER-ZOMBIE Das Power-Buch von Klaus Schenck UPRACHIN MALLAR trases de aceea person www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 3 von 8 9 10 11 12 13 1 ,,Das Gefährlichste an der Technik ist, dass sie davon abhält, was den Menschen 2 wirklich ausmacht, was er wirklich braucht.“ Dieses Zitat von Elias Canetti spiegelt das wider, was Max Frisch in seinem Bericht-Roman „Homo faber" schildert. Der 4 Protagonist Walter Faber blendet aufgrund seines naturwissenschaftlichen Weltbilds 5 Gefühle aus. Die Handlung nimmt eine Wendung, als er seine Tochter kennenlernt 6 und er sich seinen Gefühlen hingibt. Walter Fabers Weltbild ist geprägt von 7 Naturwissenschaft, Technik und Wahrscheinlichkeit. Diese Ansichten beginnen je- 8 doch schon am Anfang zu bröckeln. Nachdem es eine Notlandung bei einer Flug- reise in einer Wüste gibt und der Jugendfreund Fabers Selbstmord begeht, tritt der Protagonist eine bevorstehende Geschäftsreise mit dem Schiff an. Dort lernt er die junge Sabeth kennen, die sich später als seine Tochter herausstellt, unterbricht anschließend seine Geschäftsreise und begleitet seine Bekanntschaft auf ihrer Europareise. Er blendet den Gedanken aus, sie könne seine Tochter sein, und geht mit ihr ein Liebesverhältnis ein. Auf der Reise wird Sabeth von einer Schlange gebis- sen und stürzt eine Böschung hinunter, wobei Faber nicht ganz unbeteiligt ist. Im Krankenhaus erliegt die junge Frau ihren Verletzungen, da Faber diese verschweigt. Beeinflusst durch die lebensfrohe Sabeth und einer Reise nach Cuba möchte er sein Leben ändern, es mehr genießen und sein altes Weltbild verwerfen. Faber kehrt zur Mutter seiner Tochter, Hanna, zurück und möchte mit ihr seine Zukunft verbringen. Am Ende des Buches erhält er jedoch die Diagnose „Magenkrebs" und steht so sei- nem eigenen Tod gegenüber. 14 15 16 17 18 19 Die vorliegende Textstelle stellt Fabers Ablehnung gegenüber der amerikanischen Lebensweise in den Mittelpunkt, die sich nach dem Tod Sabeths abzeichnet und sich völlig im Gegensatz zu seinem vorherigen Weltbild verhält. 23 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Nach seinem Reisetagebuch verfasst Faber das Krankenhaustagebuch, in dem er von seinen Reisen nach Sabeths Tod und vor seinem Aufenthalt im Krankenhaus berichtet. Er fliegt zurück nach New York, tritt anschließend jedoch erneut eine Reise nach Caracas an und besucht dort Herbert auf der Plantage seines verstorbenen Bruders. Die Montage in Caracas kann er nicht antreten - aufgrund von 32 Margenschmerzen. Seine anschließende Reise nach Cuba verändert sein Weltbild, 33 indem er vor allem das Leben der Menschen dort mit dem Leben in Amerika ver- 34 gleicht. 35 Faber befindet sich gerade in Cuba und lässt sich von einem Jungen die Schuhe put- zen. Dabei reflektiert er „The American Way of Life" (Z.1). 36 37 38 39 40 Er beginnt aus dem Satz gerissen „ihre Häßlichkeit [...] mit Menschen wie hier“ (Z.1) zu vergleichen. Dabei setzt er die Haut der Amerikaner mit der einer „Bratwurst[]" (Z.2) gleich, was für Faber von Unnatürlichkeit zeugt, und ist überzeugt davon, dass „sie leben, weil es Penicillin gibt" (Z.3). Seine Weltsicht scheint sich völlig ins Gegen- teil verkehrt zu haben, noch nicht lange zuvor plädierte er für den technischen Fort- schritt, indem er unter Beweis stellte, welche Erfolge dadurch zu verzeichnen sind [Ein Blick auf die Statistik: Rückgang der Tuberkulose beispielsweise, Erfolg der 44 Prophylaxe, Rückgang von 30% auf 8% (S.106,F)]. Die Sicht nach außen ist nur 45 Schein, sie tun so, „als wären sie glücklich“ (Z.4). Die Betonung liegt hier auf dem 41 42 43 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 4 von 8 Konjunktiv, der den Wahrheitsgehalt einschränkt. Das Adverb „laut“ (Z.6) zeigt, dass sie das wirkliche Hören im Leben, worauf es wirklich ankommt, übertönen und die Wahrheit somit nicht wahrnehmen können. Faber reduziert sie lediglich auf die bei- den Eigenschaften „schlaksig und laut“ (Z.5f) mit dem Wort „nur“(Z.5) und erkennt ihnen so ihre anderen Eigenschaften ab. Um seine Argumentation zu stärken, be- dient er sich eines Beispiels, an Dick, und überträgt die Beschreibung auf alle Amerikaner: „Wie sie herumstehen, ihre linke Hand in der Hosentasche, ihre Schul- tern an die Wand gelehnt, ihr Glas in der anderen Hand" (Z.7ff). Deutlich wird hier vor allem, dass er bei jeder neuen Aufzählung das Possessivpronomen „ihr[e]“ (Z.7, 8, 9, 10) an den Anfang stellt und möchte damit betonen, dass er sich völlig von diesen Menschen abgrenzt und er nicht zu ihnen gehört, obwohl er noch vor seinem Wandel genau diesem Bild entsprach hat. Ironisch bezeichnet er sie als „die Schutzherren der Menschheit" (Z.9), da sie denken, mit diesem Verhalten könnten sie alles retten. Faber kreidet dieses Verhalten besonders an, weil er genau weiß, dass es trügt. „Ihr Optimismus" (Z.10) ändert sich nämlich schlagartig, wenn „sie besoffen sind“ (Z.10). Er wertet den Begriff des Betrunkenseins ab, denn er weiß genau, dass die Men- schen ehrlich sind, sobald der Alkohol ihren Verstand verdrängt, dann kommt es zum „Heulkrampf“ (Z.11), der zeigt, was wirklich in den Menschen vorgeht. Dieses krampfhafte Weinen deutet auf einen regelrechten Zwang hin, den wahren Gefühle, die von dem äußeren Schein abweichen, freien Lauf zu lassen. Und weil Faber er- kennt, dass er diesem Bild des typischen Amerikaners früher entsprochen hat, „Kerle wie Dick [...] zum Vorbild“(Z.6) hatte, ist er wütend auf sich [„Mein Zorn auf mich selbst" (Z.12]. Er kommentiert selbst noch einmal, „[w]enn man nochmals leben könnte" (Z.13), wie sehr er sein altes Leben hasst. Der Kommentar steht jedoch nur in Klammern und deutet so darauf hin, dass der Protagonist in gewisser Weise den Wandel noch nicht vollzogen hat, es immer noch nicht wirklich zugeben möchte, falsch gehandelt zu haben. Die hier angedeutete Antizipation bestätigt sich, als er die „Briefe an Dick und Marcel" (Z.47) zerreißt, „weil unsachlich“ (Z.47f.). Am nächsten Tag am Strand war es „wolkenlos“ (Z.15/16), was auf seinen mittlerweile wieder kla- ren Blick hindeutet. Doch „das Klirren des Kieses“ (Z.17) erinnert ihn an den Vorfall mit Sabeth auf der Reise, das „Klirren“ gibt ihm sozusagen Signale, sich immer wie- der daran zu denken. Die ganzen Gefühle kommen in ihm hoch, er berichtet nur in einem parataktischen Satz, wie „[er] wein[t]“ (Z.19). Er bringt so seine Gefühle zum Ausdruck, trotzdem kann er es nicht anders vermitteln als in einem kurzen sachli- chen Satz. Er „schwimm[t] mit dem Gesicht im Wasser" (Z.20f.), möchte sich somit verstellen, um nicht sein wahres Ich der Außenwelt zeigen zu müssen. Stattdessen möchte er den „Meeresgrund“ (Z.21) sehen, möchte also die Tiefe des Lebens erkennen, sieht aber stattdessen seinen „eigene[n] Schatten“(Z.22). Er sieht also sein altes Ich, seinen dunklen Schatten, der noch vorhanden ist, nicht verschwindet, Faber kann nicht den wahren Sinn des Lebens erfassen den Wandel durchleben. Anschließend schreibt er einen „Brief an Dick“(Z.24). Faber betont nun die vermeintli- chen positiven Eigenschaften, die Amerika zu bieten hat. Der „Komfort“ (Z.25), „die besten Installationen“(Z.25) zeigen nur, wie leicht es sich die Amerikaner im Leben machen. Dabei ist die Welt nur ein „amerikanisiertes Vakuum“ (Z.26), also ein luftlee- rer Raum, der nur äußerlich Positives vermittelt, in Wahrheit jedoch nicht viel dahin- 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 5 von 8 ter steckt. Es werden „Plakat-Wänd[e]“ (Z.28), „Illuminationen“ (Z.28), „Reklame" (Z.30) aufgezählt, die für einen kurzen Moment Optimismus versprechen, „am ande- ren Morgen sieht man die leeren Gerüste, Klimbim“ (Z.29). Die „Neon-Tapete" mit ihren hellen, leuchtenden Farben ist jedoch genau so vergänglich wie der Mensch, so schwindet der Optimismus „vor der Nacht und vor dem Tod“ (Z.30/31) mit der Ta- pete und übrig bleibt nur das Gerüst. Die Trübsal der Menschen, welche dadurch verdeckt werden soll, tritt wieder hervor, man kann sich schließlich von der Schein- welt nicht ständig beeinflussen lassen. Dies erkennend, möchte Faber „allein[] sein" (Z.33), sich nicht von äußerlichen Dingen betrügen lassen und sein wahres Ich kennenlernen. Er verurteilt erneut die amerikanische Gesellschaft, welcher man ,,[n]och im Badkleid [ansieht] [...], daß sie Dollar haben“ (Z.34). Die Menschen sind also fast nackt und können trotzdem nicht ihr wahres Ich zeigen, wer sie wirklich sind. Stattdessen möchten sie auf ihren Wohlstand reduziert werden, der ihnen das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Sein nächster Brief ist „an Marcel"(Z.38). Faber gibt ihm recht, obwohl er noch vor Kurzen nicht nachvollziehen konnte, welche Sicht Marcel zu „the American Way of Life“ (Z.1) hat. Die Aufzählungen stellen eine parallele Szene zu den Auflistungen von Z.3 bis Z.12 dar, nun geht er jedoch ge- nauer auf die Frauen ein. Mit dem Possessivpronomen „ihr[e]“ (Z.38f.) grenzt er sich erneut ab und sieht keine Verbindung zwischen ihm und anderen Amerikanern. Vor allem Frauen achten auf ihr Äußeres und täuschen eine „falsche Jugendlichkeit" (Z.38/39) vor und können nicht zugeben, „daß sie älter werden“ (Z.39f.). Dabei stellt Faber vor allem den Bezug zur „Kosmetik [...] an der Leiche“ (Z.40) dar. Die Men- schen in dieser Gesellschaft können das Älterwerden nicht akzeptieren, der Tod ist sowieso ein Tabu-Thema und darf nicht in den Kreis der lauten, fröhlichen Menschen treten. Sie überschminken quasi die Wahrheit und können den Tod unmöglich wahrhaben. Egal wie es auf der Welt aussieht, ob es Hunger, Tod oder Krieg gibt, „ihr Präsident [lacht] [...] auf jeder Titelseite [...] wie ein rosiges Baby“ (Z.42). Strahlt er nicht diesen Optimismus, die Fröhlichkeit, Unbekümmertheit und diesen Optimis- mus aus, „wählen sie ihn nicht wieder“ (Z.42f.) Faber kann sich mit diesem Weltbild nicht mehr identifizieren, er „ rudert[] weit hinaus“(Z.44), um von all diesen Gedanken Abstand zu nehmen. Beim erneuten Lesen der „Briefe an Dick und Marcel"(Z.47) zerreißt er sie, „weil unsachlich“(Z.48). Was zuvor schon angedeutet wurde, bestätigt sich hier und zeigt sein ambivalentes Verhalten, einerseits sich von der amerikani- schen Welt zu entfernen, aber andererseits bei dem technischen, sachlichen Weltbild zu bleiben. Die „weißen Fetzen"(Z.48) wirft er ins Wasser, er verwirft somit also wie- der den Gedanken des neuen Fabers mit neuer Anschauung von der Welt. Er wiederholt jedoch, wie einsam er sich fühlt [„[s]ehr allein“ (Z.46, Z.50)] und wider- spricht so wieder dem alten Faber, der es genossen hat, allein zu sein. Es zeichnet sich ein infantiles Tun ab, indem er handelt, wie ein Schulbub“ (Z.51) und „eine Frau in den heißen Sand“ (Z.51f.) zeichnet. Dazu kommt noch, dass er „laut zu ihr“ (Z.53) spricht, obwohl er es als alter Faber genossen hat, „allein zu sein, kein Wort spre- chen zu müssen“ (S.91,F). Sein Unterbewusstsein signalisiert ihm also insgeheim, wie sehr er nun Nähe braucht, die er früher ablehnte. Dieses widersprüchliche Verhalten des Protagonisten zieht sich noch weiter, der Nachmittag ist für ihn „blau, unerträglich, aber schön, aber endlos“ (Z.58). Er wird nahezu verrückt, weiß nicht

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"Homo faber"/Frisch, S. 176-178: 6-stündige Klassenarbeit mit Vergleich zu "Dantons Tod"/Büchner und "Agnes"/Stamm [Abitur-Aufgabe]

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Die Handlung nimmt eine Wendung, als er seine Tochter kennenlernt 6 und er sich seinen Gefühlen hingibt. Walter Fabers Weltbild ist geprägt von 7 Naturwissenschaft, Technik und Wahrscheinlichkeit. Diese Ansichten beginnen je- 8 doch schon am Anfang zu bröckeln. Nachdem es eine Notlandung bei einer Flug- reise in einer Wüste gibt und der Jugendfreund Fabers Selbstmord begeht, tritt der Protagonist eine bevorstehende Geschäftsreise mit dem Schiff an. Dort lernt er die junge Sabeth kennen, die sich später als seine Tochter herausstellt, unterbricht anschließend seine Geschäftsreise und begleitet seine Bekanntschaft auf ihrer Europareise. Er blendet den Gedanken aus, sie könne seine Tochter sein, und geht mit ihr ein Liebesverhältnis ein. Auf der Reise wird Sabeth von einer Schlange gebis- sen und stürzt eine Böschung hinunter, wobei Faber nicht ganz unbeteiligt ist. Im Krankenhaus erliegt die junge Frau ihren Verletzungen, da Faber diese verschweigt. Beeinflusst durch die lebensfrohe Sabeth und einer Reise nach Cuba möchte er sein Leben ändern, es mehr genießen und sein altes Weltbild verwerfen. Faber kehrt zur Mutter seiner Tochter, Hanna, zurück und möchte mit ihr seine Zukunft verbringen. Am Ende des Buches erhält er jedoch die Diagnose „Magenkrebs" und steht so sei- nem eigenen Tod gegenüber. 14 15 16 17 18 19 Die vorliegende Textstelle stellt Fabers Ablehnung gegenüber der amerikanischen Lebensweise in den Mittelpunkt, die sich nach dem Tod Sabeths abzeichnet und sich völlig im Gegensatz zu seinem vorherigen Weltbild verhält. 23 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Nach seinem Reisetagebuch verfasst Faber das Krankenhaustagebuch, in dem er von seinen Reisen nach Sabeths Tod und vor seinem Aufenthalt im Krankenhaus berichtet. Er fliegt zurück nach New York, tritt anschließend jedoch erneut eine Reise nach Caracas an und besucht dort Herbert auf der Plantage seines verstorbenen Bruders. Die Montage in Caracas kann er nicht antreten - aufgrund von 32 Margenschmerzen. Seine anschließende Reise nach Cuba verändert sein Weltbild, 33 indem er vor allem das Leben der Menschen dort mit dem Leben in Amerika ver- 34 gleicht. 35 Faber befindet sich gerade in Cuba und lässt sich von einem Jungen die Schuhe put- zen. Dabei reflektiert er „The American Way of Life" (Z.1). 36 37 38 39 40 Er beginnt aus dem Satz gerissen „ihre Häßlichkeit [...] mit Menschen wie hier“ (Z.1) zu vergleichen. Dabei setzt er die Haut der Amerikaner mit der einer „Bratwurst[]" (Z.2) gleich, was für Faber von Unnatürlichkeit zeugt, und ist überzeugt davon, dass „sie leben, weil es Penicillin gibt" (Z.3). Seine Weltsicht scheint sich völlig ins Gegen- teil verkehrt zu haben, noch nicht lange zuvor plädierte er für den technischen Fort- schritt, indem er unter Beweis stellte, welche Erfolge dadurch zu verzeichnen sind [Ein Blick auf die Statistik: Rückgang der Tuberkulose beispielsweise, Erfolg der 44 Prophylaxe, Rückgang von 30% auf 8% (S.106,F)]. Die Sicht nach außen ist nur 45 Schein, sie tun so, „als wären sie glücklich“ (Z.4). Die Betonung liegt hier auf dem 41 42 43 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 4 von 8 Konjunktiv, der den Wahrheitsgehalt einschränkt. Das Adverb „laut“ (Z.6) zeigt, dass sie das wirkliche Hören im Leben, worauf es wirklich ankommt, übertönen und die Wahrheit somit nicht wahrnehmen können. Faber reduziert sie lediglich auf die bei- den Eigenschaften „schlaksig und laut“ (Z.5f) mit dem Wort „nur“(Z.5) und erkennt ihnen so ihre anderen Eigenschaften ab. Um seine Argumentation zu stärken, be- dient er sich eines Beispiels, an Dick, und überträgt die Beschreibung auf alle Amerikaner: „Wie sie herumstehen, ihre linke Hand in der Hosentasche, ihre Schul- tern an die Wand gelehnt, ihr Glas in der anderen Hand" (Z.7ff). Deutlich wird hier vor allem, dass er bei jeder neuen Aufzählung das Possessivpronomen „ihr[e]“ (Z.7, 8, 9, 10) an den Anfang stellt und möchte damit betonen, dass er sich völlig von diesen Menschen abgrenzt und er nicht zu ihnen gehört, obwohl er noch vor seinem Wandel genau diesem Bild entsprach hat. Ironisch bezeichnet er sie als „die Schutzherren der Menschheit" (Z.9), da sie denken, mit diesem Verhalten könnten sie alles retten. Faber kreidet dieses Verhalten besonders an, weil er genau weiß, dass es trügt. „Ihr Optimismus" (Z.10) ändert sich nämlich schlagartig, wenn „sie besoffen sind“ (Z.10). Er wertet den Begriff des Betrunkenseins ab, denn er weiß genau, dass die Men- schen ehrlich sind, sobald der Alkohol ihren Verstand verdrängt, dann kommt es zum „Heulkrampf“ (Z.11), der zeigt, was wirklich in den Menschen vorgeht. Dieses krampfhafte Weinen deutet auf einen regelrechten Zwang hin, den wahren Gefühle, die von dem äußeren Schein abweichen, freien Lauf zu lassen. Und weil Faber er- kennt, dass er diesem Bild des typischen Amerikaners früher entsprochen hat, „Kerle wie Dick [...] zum Vorbild“(Z.6) hatte, ist er wütend auf sich [„Mein Zorn auf mich selbst" (Z.12]. Er kommentiert selbst noch einmal, „[w]enn man nochmals leben könnte" (Z.13), wie sehr er sein altes Leben hasst. Der Kommentar steht jedoch nur in Klammern und deutet so darauf hin, dass der Protagonist in gewisser Weise den Wandel noch nicht vollzogen hat, es immer noch nicht wirklich zugeben möchte, falsch gehandelt zu haben. Die hier angedeutete Antizipation bestätigt sich, als er die „Briefe an Dick und Marcel" (Z.47) zerreißt, „weil unsachlich“ (Z.47f.). Am nächsten Tag am Strand war es „wolkenlos“ (Z.15/16), was auf seinen mittlerweile wieder kla- ren Blick hindeutet. Doch „das Klirren des Kieses“ (Z.17) erinnert ihn an den Vorfall mit Sabeth auf der Reise, das „Klirren“ gibt ihm sozusagen Signale, sich immer wie- der daran zu denken. Die ganzen Gefühle kommen in ihm hoch, er berichtet nur in einem parataktischen Satz, wie „[er] wein[t]“ (Z.19). Er bringt so seine Gefühle zum Ausdruck, trotzdem kann er es nicht anders vermitteln als in einem kurzen sachli- chen Satz. Er „schwimm[t] mit dem Gesicht im Wasser" (Z.20f.), möchte sich somit verstellen, um nicht sein wahres Ich der Außenwelt zeigen zu müssen. Stattdessen möchte er den „Meeresgrund“ (Z.21) sehen, möchte also die Tiefe des Lebens erkennen, sieht aber stattdessen seinen „eigene[n] Schatten“(Z.22). Er sieht also sein altes Ich, seinen dunklen Schatten, der noch vorhanden ist, nicht verschwindet, Faber kann nicht den wahren Sinn des Lebens erfassen den Wandel durchleben. Anschließend schreibt er einen „Brief an Dick“(Z.24). Faber betont nun die vermeintli- chen positiven Eigenschaften, die Amerika zu bieten hat. Der „Komfort“ (Z.25), „die besten Installationen“(Z.25) zeigen nur, wie leicht es sich die Amerikaner im Leben machen. Dabei ist die Welt nur ein „amerikanisiertes Vakuum“ (Z.26), also ein luftlee- rer Raum, der nur äußerlich Positives vermittelt, in Wahrheit jedoch nicht viel dahin- 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA (Abitur)/Schüler-Lösung / S. 5 von 8 ter steckt. Es werden „Plakat-Wänd[e]“ (Z.28), „Illuminationen“ (Z.28), „Reklame" (Z.30) aufgezählt, die für einen kurzen Moment Optimismus versprechen, „am ande- ren Morgen sieht man die leeren Gerüste, Klimbim“ (Z.29). Die „Neon-Tapete" mit ihren hellen, leuchtenden Farben ist jedoch genau so vergänglich wie der Mensch, so schwindet der Optimismus „vor der Nacht und vor dem Tod“ (Z.30/31) mit der Ta- pete und übrig bleibt nur das Gerüst. Die Trübsal der Menschen, welche dadurch verdeckt werden soll, tritt wieder hervor, man kann sich schließlich von der Schein- welt nicht ständig beeinflussen lassen. Dies erkennend, möchte Faber „allein[] sein" (Z.33), sich nicht von äußerlichen Dingen betrügen lassen und sein wahres Ich kennenlernen. Er verurteilt erneut die amerikanische Gesellschaft, welcher man ,,[n]och im Badkleid [ansieht] [...], daß sie Dollar haben“ (Z.34). Die Menschen sind also fast nackt und können trotzdem nicht ihr wahres Ich zeigen, wer sie wirklich sind. Stattdessen möchten sie auf ihren Wohlstand reduziert werden, der ihnen das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Sein nächster Brief ist „an Marcel"(Z.38). Faber gibt ihm recht, obwohl er noch vor Kurzen nicht nachvollziehen konnte, welche Sicht Marcel zu „the American Way of Life“ (Z.1) hat. Die Aufzählungen stellen eine parallele Szene zu den Auflistungen von Z.3 bis Z.12 dar, nun geht er jedoch ge- nauer auf die Frauen ein. Mit dem Possessivpronomen „ihr[e]“ (Z.38f.) grenzt er sich erneut ab und sieht keine Verbindung zwischen ihm und anderen Amerikanern. Vor allem Frauen achten auf ihr Äußeres und täuschen eine „falsche Jugendlichkeit" (Z.38/39) vor und können nicht zugeben, „daß sie älter werden“ (Z.39f.). Dabei stellt Faber vor allem den Bezug zur „Kosmetik [...] an der Leiche“ (Z.40) dar. Die Men- schen in dieser Gesellschaft können das Älterwerden nicht akzeptieren, der Tod ist sowieso ein Tabu-Thema und darf nicht in den Kreis der lauten, fröhlichen Menschen treten. Sie überschminken quasi die Wahrheit und können den Tod unmöglich wahrhaben. Egal wie es auf der Welt aussieht, ob es Hunger, Tod oder Krieg gibt, „ihr Präsident [lacht] [...] auf jeder Titelseite [...] wie ein rosiges Baby“ (Z.42). Strahlt er nicht diesen Optimismus, die Fröhlichkeit, Unbekümmertheit und diesen Optimis- mus aus, „wählen sie ihn nicht wieder“ (Z.42f.) Faber kann sich mit diesem Weltbild nicht mehr identifizieren, er „ rudert[] weit hinaus“(Z.44), um von all diesen Gedanken Abstand zu nehmen. Beim erneuten Lesen der „Briefe an Dick und Marcel"(Z.47) zerreißt er sie, „weil unsachlich“(Z.48). Was zuvor schon angedeutet wurde, bestätigt sich hier und zeigt sein ambivalentes Verhalten, einerseits sich von der amerikani- schen Welt zu entfernen, aber andererseits bei dem technischen, sachlichen Weltbild zu bleiben. Die „weißen Fetzen"(Z.48) wirft er ins Wasser, er verwirft somit also wie- der den Gedanken des neuen Fabers mit neuer Anschauung von der Welt. Er wiederholt jedoch, wie einsam er sich fühlt [„[s]ehr allein“ (Z.46, Z.50)] und wider- spricht so wieder dem alten Faber, der es genossen hat, allein zu sein. Es zeichnet sich ein infantiles Tun ab, indem er handelt, wie ein Schulbub“ (Z.51) und „eine Frau in den heißen Sand“ (Z.51f.) zeichnet. Dazu kommt noch, dass er „laut zu ihr“ (Z.53) spricht, obwohl er es als alter Faber genossen hat, „allein zu sein, kein Wort spre- chen zu müssen“ (S.91,F). Sein Unterbewusstsein signalisiert ihm also insgeheim, wie sehr er nun Nähe braucht, die er früher ablehnte. Dieses widersprüchliche Verhalten des Protagonisten zieht sich noch weiter, der Nachmittag ist für ihn „blau, unerträglich, aber schön, aber endlos“ (Z.58). Er wird nahezu verrückt, weiß nicht