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Leben des Galilei (Bild 2)

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Das epische Drama "Leben des Galilei", wurde 1938/39 von Berthold Brecht
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Probeanalyse Das epische Drama "Leben des Galilei", wurde 1938/39 von Berthold Brecht verfasst und thematisiert den zu der Zeit sehr zentralen Konflikt zwischen Wissenschaft und Kirche am Beispiel des 46 Jahre alten Wissenschaftlers Galileo Galilei und seine Forschungen, welche für sein ganzes Leben große Auswirkungen haben. In der mir vorliegende Szene geht es um ein Gespräch zwischen Galilei und anderen florentinischen Gelehrten, welche unter dem Vorwand gekommen sind, sich über Galileis Forschungen zu informieren und das Fernrohr bzw. den Blick dadurch zu begutachten. In dieser Szene wird Galilei zum ersten mal bewusst, dass er mit seinen Ergebnissen und auch Forschungen die Schwierigkeit haben wird diese der Gesellschaft zu erklären, sodass sie nicht nur von ihnen angenommen werden, sondern auch die Kirche und andere Forscher sie zulassen. Außerdem bringt diese Erkenntnis ihn zu der Entscheidung im Drama, dass er zeitweise aufhört, überhaupt seine Forschungen fortzuführen. In der Szene hat Galilei in seinem Studienzimmer in Florenz sehr viele Personen zu Besuch. Unter anderem den Großherzog der Stadt, Cosmo. Dieser nimmt vor Galileis Ankunft einen kleinen Kampf mit Andrea, der Schüler und Eingeweihter von Galilei ist, auf. Im späteren Verlauf hat er jedoch wenig zu sagen. Denn mit Galileis Rückkehr aus der Universität treffen auch ein Mathematiker und ein Philosoph ein. Außerdem wird durch die Figurenkonstellation der Szene besonders gut der Konflikt zwischen der...

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Wissenschaft und der Kirche deutlich. Denn als die drei Neuankömmlinge zu einem Gespräch finden wirkt es so als ob Galilei die gesamte Wissenschaft gegenüber der Kirche verteidigt, welche in dieser Situation von den florentinischen Gelehrten vertreten wird. In dem nun entstandenen Gespräch stehen die beiden florentinischen Gelehrten Galileis Meinung gegenüber, welcher teilweise von seinem Arbeiter Federzoni oder Andrea unterstützt wird. Während Galilei der festen Überzeugung ist, dass es Sterne am Himmel gibt und seiner Meinung nach dadurch auch das kopernikanische Weltbild das richtige ist und obwohl die beiden Besucher vorgeben, wegen dem Blick durch das Fernrohr gekommen zu sein, sträuben sie sich davor durch das Fernrohr zu sehen und Galileis Behauptung beizulegen. Denn nur der einzige Blick durch das Fernrohr würde Galileis Ansicht widerspiegeln und die florentinischen Gelehrten hätten die Wahrheit vor Augen. Um dies auf den gesamten Konflikt zu übertragen, bedeutet es also, dass das Fernrohr die einzige Sache darstellt, die zwischen der Wissenschaft und der Kirche steht. Da der Mathematiker und der Philosoph dies auch Vermuten und es nur nicht wahr haben wollen, stellt sich heraus, dass sie in dem Gespräch sehr schnell die leitende Rolle übernehmen. Denn in Wirklichkeit wird durch ihre Argumentationsweise deutlich, dass sie noch nicht bereit seien sich aus ihrer Harmonie zu bewegen (vgl. S. 46, Z. 8f.). Dies bedeutet, dass sie sich nicht mit dem Glauben an Galileis Weltbild, welches ihnen mit dem Blick durch das Fernrohr näher gebracht würde, gegen die Kirche stellen wollen. Mit dieser Einstellung, die sie eben nicht annehmen wollen und welche Galilei vertritt, können sie sich große Schwierigkeiten einhandeln, was sie nicht möchten. Daher kommt nun ihr zunehmend ausschweifender Argumentationsvorgang zustande, der sie schließlich dazu bring, dass sie das Gespräch in die Länge ziehen. Sie gehen sogar dem Gerücht nach, Galilei und Federzoni würden ein falsches Spiel spielen und hätten das Fernrohr manipuliert, sodass man die Sterne sieht (vgl. S. 46, Z. 26ff.). Zum Schluss schaffen sie es mit dem Gespräch sogar solange vor dem Blick durch das Fernrohr davonzukommen, da sie erklären keine Zeit mehr zu haben und schließlich gehen. Dadurch, dass der Mathematiker und der Philosoph beide sehr präsent argumentieren und Galilei sogar dem Betrug bezichtigen, bleibt ihm als Rolle zunehmend nur noch die eigene Verteidigung übrig. Er versucht viele male das Gespräch wieder auf das Fernrohr zu lenken, was das einzige ist wodurch er wieder einen Vorteil gegenüber den florentinischen Gelehrten haben könnte. Dies gelingt ihm jedoch nicht, obwohl es für ihn als Wissenschaftler einen enormen Fortschritt in der Forschung bedeutet, wenn er andere Menschen von seiner Meinung überzeugen konnte. Zum Abschied spottet der Philosoph auf Seite 50 Zeile 10ff. über Galileis versuche sie zu überzeugen. Dies tut er, indem er Galilei erklärt, dass er vielleicht in Schiffswerften Bewunderer finden könne. Für Galilei soll es so zu verstehen sein, dass er versuchen könnte dem niederen Volk seine Ideen zu zeigen, was ihm aber sowieso nichts bringen würde, weil er dadurch auch nicht höher angesehen wäre. Mit diesem Argument trifft er Galilei schon sehr direkt, weil es zu dieser Zeit üblich war, dass es eine große Spanne zwischen arm und reich gibt und die armen Leute auch von den reichen verachtet wurden. Das einzige, was alle verbinden soll ist der Glaube, denn die Kirche ist von allen hoch geachtet, was Galilei erst zu seinem Problem bringt, dass er seine Forschungen nicht alleine öffentlich präsentieren kann. Dies ha den Grund, dass sich zu der Zeit jeder, der sich gegen die Kirche stellte schwere Konsequenzen zu tragen hatte, was Galilei in seinem folgenden Leben mehr als einmal zu spüren bekommt. Obwohl Galilei durch das Fernrohr der Durchbruch von der kirchlichen Zeit in die wissenschaftliche Zeit erleichtert werden sollte, stellte es in dieser Szene keine große Hilfe dar. Denn auch das Fernrohr bringt einen nicht weiter wenn man nicht hindurch guckt. Für den Zuschauer stellt es jedoch, wie in Brechts Theatertheorie beschrieben ein sehr wichtiges Objekt dar. Diese Annahme ist darauf zu begründen, dass es für den Zuschauer ein sehr normales und „greifbares“ Objekt ist, was dazu führt, dass er sich in die Situation hineinversetzen kann. Dies gelingt dadurch, dass es sehr alltäglich scheint und deswegen zum mitdenken anregt. Das Fernrohr wirkt also nicht so „fern“, wie zum Beispiel die Sprache eine andere Welt vermittelt. Genau dies ist der auch der Beweis dafür, dass sich Brechts Intention seiner Theatertheorie erfüllt hat. Denn der Zuschauer wird tatsächlich wegen dem Fernrohr, einem für Übersicht und Kontrolle stehenden Alltagsgegenstand, zum Mitdenken animiert. Somit bricht er die unsichtbare Wand zwischen den Zuschauern und Schauspielern, sodass eine individuelle und differenzierte Einsicht in das Stück möglich wurde. Neben dieser metaphorischen Bedeutung und Wirkung des Fernrohrs ist es andererseits auch der ,,Schlüssel" welcher der damaligen Gesellschaft half den Umschwung von der Bedeutung der Kirche und der Wissenschaft zu erleben. Denn erst dadurch bekamen sie Schrittweise den Aufschluss über wissenschaftliche Themen und daher den „Blick über den Tellerrand", welcher sie dazu brachte die Kirche zu hinterfragen. Insgesamt ist das Gespräch zwar für Galilei nicht gut ausgegangen und er kommt mit einem Denkzettel davon, weil er einerseits mit dieser Auseinandersetzung mögliche Anhänger verloren hat und sogar verspottet wurde. Andererseits hat er aber durch diesen Auftritt zum ersten mal wahrnehmen können, dass er mit seinen Ansichten nicht nur Freunde finden wird, sondern auch einigen Schwierigkeiten zu trotzen hat. In dem hier erklärten Gespräch ist Galilei außerdem die unterschiedlich verfolgten Ziele von ihm und den florentinischen Gelehrten zum Verhängnis geworden. Denn es wurde im Gesprächsverlauf schnell deutlich, dass sich seine beiden Besucher „ertappt“ gefühlt haben und dadurch Angst bekamen. Diese Angst wird auch in der Kirche deutlich, aber auch zurecht, da sie auf unbegründeten Fakten eine große Lüge in der Gesellschaft breit gemacht hat, welche es für die Wissenschat galt zu durchdringen. Dies nutzten sie als Grund sich gegen Galilei zu wenden und sahen keinen anderen Ausweg, der Kirche sonst treu zu bleiben. Der Durchbruch von der Gesellschaft und Wissenschaft in die Kirche gelang Galilei in dieser Szene zwar noch nicht, aber er lernte in diesem Gespräch erstmals, dass seine Forschungsergebnisse nicht gerade ungefährlich sind und er zieht sich daraufhin mit dieser Auseinandersetzung gegen die Kirche vorerst zurück. Sicherlich hat diese Szene und seine Entscheidung daraufhin einen sehr guten Einfluss auf Galileis weiteres Leben, weil es für ihn von großer Bedeutung war diesen Rückschritt zu machen. Denn wenn er schon von diesem Moment an genauso offen weitergeforscht hätte und man davon ausgeht, das die Situation seines Widerrufs damit viele Jahre nach vorne verschoben worden wäre, hätte er in der Wissenschaft insgesamt nicht den Fortschritt erzielt, den er so erzielt hat. Zudem wäre auch sein Leben nach dem Widerruf länger gewesen, welches für ihn sicherlich kein schönes Leben in dem Sinne mehr war.

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Um dies auf den gesamten Konflikt zu übertragen, bedeutet es also, dass das Fernrohr die einzige Sache darstellt, die zwischen der Wissenschaft und der Kirche steht. Da der Mathematiker und der Philosoph dies auch Vermuten und es nur nicht wahr haben wollen, stellt sich heraus, dass sie in dem Gespräch sehr schnell die leitende Rolle übernehmen. Denn in Wirklichkeit wird durch ihre Argumentationsweise deutlich, dass sie noch nicht bereit seien sich aus ihrer Harmonie zu bewegen (vgl. S. 46, Z. 8f.). Dies bedeutet, dass sie sich nicht mit dem Glauben an Galileis Weltbild, welches ihnen mit dem Blick durch das Fernrohr näher gebracht würde, gegen die Kirche stellen wollen. Mit dieser Einstellung, die sie eben nicht annehmen wollen und welche Galilei vertritt, können sie sich große Schwierigkeiten einhandeln, was sie nicht möchten. Daher kommt nun ihr zunehmend ausschweifender Argumentationsvorgang zustande, der sie schließlich dazu bring, dass sie das Gespräch in die Länge ziehen. Sie gehen sogar dem Gerücht nach, Galilei und Federzoni würden ein falsches Spiel spielen und hätten das Fernrohr manipuliert, sodass man die Sterne sieht (vgl. S. 46, Z. 26ff.). Zum Schluss schaffen sie es mit dem Gespräch sogar solange vor dem Blick durch das Fernrohr davonzukommen, da sie erklären keine Zeit mehr zu haben und schließlich gehen. Dadurch, dass der Mathematiker und der Philosoph beide sehr präsent argumentieren und Galilei sogar dem Betrug bezichtigen, bleibt ihm als Rolle zunehmend nur noch die eigene Verteidigung übrig. Er versucht viele male das Gespräch wieder auf das Fernrohr zu lenken, was das einzige ist wodurch er wieder einen Vorteil gegenüber den florentinischen Gelehrten haben könnte. Dies gelingt ihm jedoch nicht, obwohl es für ihn als Wissenschaftler einen enormen Fortschritt in der Forschung bedeutet, wenn er andere Menschen von seiner Meinung überzeugen konnte. Zum Abschied spottet der Philosoph auf Seite 50 Zeile 10ff. über Galileis versuche sie zu überzeugen. Dies tut er, indem er Galilei erklärt, dass er vielleicht in Schiffswerften Bewunderer finden könne. Für Galilei soll es so zu verstehen sein, dass er versuchen könnte dem niederen Volk seine Ideen zu zeigen, was ihm aber sowieso nichts bringen würde, weil er dadurch auch nicht höher angesehen wäre. Mit diesem Argument trifft er Galilei schon sehr direkt, weil es zu dieser Zeit üblich war, dass es eine große Spanne zwischen arm und reich gibt und die armen Leute auch von den reichen verachtet wurden. Das einzige, was alle verbinden soll ist der Glaube, denn die Kirche ist von allen hoch geachtet, was Galilei erst zu seinem Problem bringt, dass er seine Forschungen nicht alleine öffentlich präsentieren kann. Dies ha den Grund, dass sich zu der Zeit jeder, der sich gegen die Kirche stellte schwere Konsequenzen zu tragen hatte, was Galilei in seinem folgenden Leben mehr als einmal zu spüren bekommt. Obwohl Galilei durch das Fernrohr der Durchbruch von der kirchlichen Zeit in die wissenschaftliche Zeit erleichtert werden sollte, stellte es in dieser Szene keine große Hilfe dar. Denn auch das Fernrohr bringt einen nicht weiter wenn man nicht hindurch guckt. Für den Zuschauer stellt es jedoch, wie in Brechts Theatertheorie beschrieben ein sehr wichtiges Objekt dar. Diese Annahme ist darauf zu begründen, dass es für den Zuschauer ein sehr normales und „greifbares“ Objekt ist, was dazu führt, dass er sich in die Situation hineinversetzen kann. Dies gelingt dadurch, dass es sehr alltäglich scheint und deswegen zum mitdenken anregt. Das Fernrohr wirkt also nicht so „fern“, wie zum Beispiel die Sprache eine andere Welt vermittelt. Genau dies ist der auch der Beweis dafür, dass sich Brechts Intention seiner Theatertheorie erfüllt hat. Denn der Zuschauer wird tatsächlich wegen dem Fernrohr, einem für Übersicht und Kontrolle stehenden Alltagsgegenstand, zum Mitdenken animiert. Somit bricht er die unsichtbare Wand zwischen den Zuschauern und Schauspielern, sodass eine individuelle und differenzierte Einsicht in das Stück möglich wurde. Neben dieser metaphorischen Bedeutung und Wirkung des Fernrohrs ist es andererseits auch der ,,Schlüssel" welcher der damaligen Gesellschaft half den Umschwung von der Bedeutung der Kirche und der Wissenschaft zu erleben. Denn erst dadurch bekamen sie Schrittweise den Aufschluss über wissenschaftliche Themen und daher den „Blick über den Tellerrand", welcher sie dazu brachte die Kirche zu hinterfragen. Insgesamt ist das Gespräch zwar für Galilei nicht gut ausgegangen und er kommt mit einem Denkzettel davon, weil er einerseits mit dieser Auseinandersetzung mögliche Anhänger verloren hat und sogar verspottet wurde. Andererseits hat er aber durch diesen Auftritt zum ersten mal wahrnehmen können, dass er mit seinen Ansichten nicht nur Freunde finden wird, sondern auch einigen Schwierigkeiten zu trotzen hat. In dem hier erklärten Gespräch ist Galilei außerdem die unterschiedlich verfolgten Ziele von ihm und den florentinischen Gelehrten zum Verhängnis geworden. Denn es wurde im Gesprächsverlauf schnell deutlich, dass sich seine beiden Besucher „ertappt“ gefühlt haben und dadurch Angst bekamen. Diese Angst wird auch in der Kirche deutlich, aber auch zurecht, da sie auf unbegründeten Fakten eine große Lüge in der Gesellschaft breit gemacht hat, welche es für die Wissenschat galt zu durchdringen. Dies nutzten sie als Grund sich gegen Galilei zu wenden und sahen keinen anderen Ausweg, der Kirche sonst treu zu bleiben. Der Durchbruch von der Gesellschaft und Wissenschaft in die Kirche gelang Galilei in dieser Szene zwar noch nicht, aber er lernte in diesem Gespräch erstmals, dass seine Forschungsergebnisse nicht gerade ungefährlich sind und er zieht sich daraufhin mit dieser Auseinandersetzung gegen die Kirche vorerst zurück. Sicherlich hat diese Szene und seine Entscheidung daraufhin einen sehr guten Einfluss auf Galileis weiteres Leben, weil es für ihn von großer Bedeutung war diesen Rückschritt zu machen. Denn wenn er schon von diesem Moment an genauso offen weitergeforscht hätte und man davon ausgeht, das die Situation seines Widerrufs damit viele Jahre nach vorne verschoben worden wäre, hätte er in der Wissenschaft insgesamt nicht den Fortschritt erzielt, den er so erzielt hat. Zudem wäre auch sein Leben nach dem Widerruf länger gewesen, welches für ihn sicherlich kein schönes Leben in dem Sinne mehr war.