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Leben des Galilei

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 Das Leben des Galilei (Bild 1) - Analyse
Das 1938 von Berthold Brecht verfasste Drama „Das Leben des Galilei" ist eine Biografie des
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Das Leben des Galilei (Bild 1) - Analyse Das 1938 von Berthold Brecht verfasste Drama „Das Leben des Galilei" ist eine Biografie des Wissenschafters und Mathematikers Galileo Galilei und thematisiert den zu seiner Lebenszeit voranschreitenden Umbruch der Weltansicht durch neue astrologische und anderseits wissenschaftliche Errungenschaften. Der vorliegende Auszug, welcher von Seite 8, Zeile 20 bis Seite 10, Zeile 34 reicht, dient als Einleitung in die generelle Problematik des Dramas und stellt die zentralen Figuren vor. Dazu zählend, Galileo Galilei als Vermittler des neuen, kopernikanischen Weltbildes und sein Schüler Andrea. Kurz zuvor, auf den vorherigen eineinhalb Seiten, welche den wirklichen Anfang des Dramas darstellen, lernt der Leser erstmals die beiden Figuren Galileo Galilei und Andrea kennen, welche sich in Galileis Arbeitszimmer über das Astrolab unterhalten. Das hölzerne Modell, welches die Milchstraße dem alten, ptolemäischen Weltbildes entsprechend darstellt und symbolisch für die neuen Entdeckungen der damaligen Zeit steht, wird von Andrea beschrieben und mit seinem Lehrer gemeinsam analysiert. Das Gespräch selbst ist in Form eines Frage-Antwort-Dialoges vorzufinden, welchen einen äußerst erklärenden Charakter aufweist, was bei der Beziehung der beiden Beteiligten nur logisch erscheint. Galilei ist der Lehrer des jungen Andrea, mit welchem er jedoch nicht nur eine einfache Lehrer-Schüler-Beziehung zu pflegen scheint, sondern ihr freundlicher und vertrauter Umgang auf eine gute Freundschaft, bis beinahe eine Art Beziehung zwischen einem Vater...

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und seinem Sohn hinweist (vgl. S.8, Z.23f.). Diese enge Beziehung ist auch auf die Lebensverhältnisse der beiden Charaktere zurückzuführen, da Andrea der Sohn der Haushälterin Galileis ist, was ihnen auch außerhalb des Unterrichtes häufigen Kontakt in ihrem alltäglichen Leben ermöglicht. Des Weiteren wird Galilei in dem wissbegierigen Jungen jemanden gefunden haben, der seine Neugier und seine Interessen teilt und, mit dem er über diese reden kann, was eine gute Basis für eine freundschaftliche Beziehung bietet. Der gewählte Abschnitt ist ein entscheidender und informativer Einstieg in das Drama, da er die hauptsächliche Problematik der Geschichte im Konflikt zwischen dem alten und dem neuen Weltbild darstellt. Die damalige Zeitenwende aufgrund neuer Errungenschaften der Forschung wird durch Galileis euphorisches Beschreibungen der voranschreitenden wissenschaftlichen Entdeckungen verdeutlicht. Inhaltlich ist der vorliegende Text in fünf Abschnitte einteilbar. Beginnend mit dem ersten Abschnitt, welcher sich von Seite 8, Zeile 20 bis Zeile 27 erstreckt und, in dem sich Galilei und Andrea über die Unbeweglichkeit und Enge des alten ptolemäischen Weltbildes unterhalten, bietet die Einleitung in Galileis Rede bezüglich der voranschreitenden Zeitenwende. Er beschreibt die veralteten Denkweisen und Systeme der früheren Generation, wie lange daran festgehalten wurde und bemängelt sie. In diesen wenigen Zeilen wird dem Leser hauptsächlich die Position der beiden Charaktere verdeutlicht. Durch die Beschreibung des Astrolabes als „eingekapselt“ (S.8, Z.21) von Andrea und Galileis Zustimmung dessen wird deutlich, dass beiden das alte System missfällt und ihnen zu begrenzt ist. Sie sehnen sich nach mehr, nach größerer Weite und Freiheit, außerhalb des kontrollierten Systems der Kirche, welche die damalige Welt prägte. Die Anweisungen in Zeile 23, folgende, in welchen Galilei Andrea sein Handtuch zuwirft, dass er ihm den Rücken abtrockne gilt außerdem als charakterisierende Zeilen der. Erziehung zwischen den Beiden, da diese sie als eingespieltes Team und Partner mit Vertrauen ineinander darstellt. Der zweite Abschnitt (S.8, Z. 27 - S.9, Z.18) besteht nun also aus dem Beginn des Monologes Galileis. Er beschreibt beispielhaft und mit viel Euphorie, wie die von ihm zuvor bemängelten Bräuche, Traditionen, Systeme, etc. endlich hinterfragt werden. Die Menschen beginnen, nach dem Ursprung allem Existierenden zu suchen und wollen die Welt um sich herum verstehen. Dies kennzeichnet und beschreibt den Umbruch der Weltbilder, welchen Galilei mit der Metapher der Schifffahrt veranschaulicht. Erstmals erwähnt am Beginn des Sinnesabschnittes, meint Galilei „Aber jetzt fahren wir hinaus, Andrea, in große Fahrt. Die alte Zeit ist herum und es ist eine neue Zeit." (S.8, Z.30ff.), wobei er sehr euphorisch und aufgeregt das Beispiel der Seefahrt mit der Zeitenwende in Verbindung bringt. Dieses Beispiel verwendet er auch weiterhin im gesamten Verlauf des vorliegenden Textauszuges. Dieses Beispiel, auf das sich Galilei immer wieder bezieht, beruht auf der Entwicklung der Schifffahrt und der Entdeckung der Kontinente durch diese, welche der Wissenschaftler ebenfalls beschreibt. Er verbindet die früher immer nur an den Küsten entlang fahrenden Schiffe mit den, laut Galilei, engen und von Aberglaube geplagten Köpfen der alten Generationen (vgl. S.8, Z.35 - S.9, Z.3). Die dann neu eintretenden Entdeckungen der Kontinente, welche durch das Verlassen der Schiffe von den Küsten und der erstmaligen Befahrung der großen Ozeane ermöglicht wurde, sieht Galilei als Beginn eines neuen Zeitalters. Dieses wäre eines von neuen Entdeckungen auch in anderen Bereichen der Welt, als der Schifffahrt. Da die Menschen durch die Überwindung der damals als unüberquerlich geltenden Wasserflächen gesehen haben, dass das anscheinend Unmögliche möglich sein kann, bekommen sie kontinuierlich mehr Mut und auch Neugier, alles zu hinterfragen und zu erforschen, was sie zu wissen und zu kennen meinen (vgl. S.9, Z.3 - Z.11). Galilei beschreibt außerdem fröhlich, wie „[j]eden Tag [...] etwas [Neues] gefunden [wird]." (S.9, Z.12f) und, dass selbst die älteren Generationen beginne, sich die Neuentdeckungen nahebringen zu lassen (vgl. S.9, Z.13f). All dies veranschaulicht den Wandel, nicht nur der Weltanschauung, sondern viel mehr einen grundsätzlichen Wandel der Mentalität der Menschen vom starren Glauben und Folgen des Altbekannten, zum Hinterfragen und Selbst entdecken wollen. Auch im dritten Abschnitt (S.9, Z.19 - S.10, Z.7) geht der Monolog Galileis zu seinem Schüler Weiter. In diesem berichtet der Lehrer, dass zwar schon viel Neues erfunden und entdeckt wurde, es jedoch noch mehr zu erforschen gäbe (vgl. S.9, Z.16f.), womit er erstmals auf die Zukunft, anstatt die Vergangenheit oder die Gegenwart hinweist, was er in dem nächsten, vorletzten Sinnesabschnitt vertieft. Er berichtet seinem Schüler von seinen eigenen Erfahrungen mit neuartigen Erfindungen, welche das alltägliche und Arbeitsleben revolutioniert hatten. Die von ihm beschriebene Erinnerung, so Galilei, habe ihm vermittelt, dass die „alte Zeit" (S.9, Z.26) vorbei und eine neue angebrochen sei. Seine Rede mit einer weiteren Zukunftsvermutung weiterführend, meint Galilei, dass der Mensch zukünftige über alle Vorgänge der Welt und über diese selber Bescheid wissen würde. Diese Vermutung begründet er wieder mit der Betonung der veränderten Mentalität der Menschen. Im Folgenden spricht Galilei mit einer weiteren Metapher die Adligen an, Elche noch einmal eine Sonderstellung in der Gesellschaft genießen (vgl. S.9, Z.36ff.). Mit dieser beschreibt Galilei, wie den Menschen - vor allem den Bürgern der unteren gesellschaftlichen Klassen - durch den Aufschwung und die Veränderungen klar wird, dass auch die Adeligen und alle in der Gesellschaft hochgestellten Persönlichkeiten auch nur Menschen sind, wie sie selbst, was den Umschwung nicht nur in der Wissenschaft, sondern in der Gesellschaft ebenfalls betont. le Zeitenende findet also nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene statt, sondern auf allen Ebenen der menschlichen Existenz, so wie auch der des sozialen Miteinanders.Galilei betont außerdem, dass der durch neue, gefeierte Entdeckungen entstandene Aufschwung kontinuierlich die Entdeckungslust und Neugier der Menschen steigert und den weiteren Verlauf der Zeitenwende zunehmend stärker antreibt (vgl. S.10, Z.4). Überall auf der damals bekannten Erde findet Veränderung statt und alles geschieht „[...] zugleich in einer neuen Anordnung.“ (S.10, Z.6f.). Der vierte Abschnitt (S.10, Z.8 - Z.27), wie zuvor bereits angesprochen, befasst sich vertiefend mit Galileis Visionen der Zukunft. Er beginnt mit einer Vorhersage, dass Astronomie ein neuer wichtiger Teil der gesellschaftlichen Bildung wird und, dass alle Menschen, egal welcher sozialen Schicht angehörend, sich nach dem neuen Wissen sehnen werden, was zu dem Amalien Zeitpunkt noch nicht der Fall sei. Der Wissenschaftler spricht über die Wissbegier des Menschen und erklärt, wie der Mensch den Mut gefasst habe, trotz der damit verbundenen Unsicherheit, die Vorstellung der Schwerelosigkeit im Weltraum und der Beweglichkeit und Freiheit der Erde willkommen heiße, was er mit einer Personifikation „Und die Erde rollt fröhlich um die Sonne, und die Fischweiber, Kaufleute, Fürsten, und die Kardinäle und sogar der Papst rollen mit ihr." (S.10, Z.18ff.) verdeutlicht. Mit der in diesem Zitat beinhalteten Aufzählung betont er außerdem noch einmal die Gleichheit aller Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status, im Angesicht der Astronomie und der weite des Universums. Folgend darauf geht Galilei weiter auf den Verlust der Sicherheit, bezüglich des Mittelpunktes des Weltalls, ein, was auch im weiteren Verlauf des Dramas eine entscheidende Problemquelle bei der Verbreitung des kopernikanischen Systems ist. Mit einer Aufzählung der neuen Errungenschaften und Veränderungen kommt Galilei mit seiner Rede zum Ende (vgl. S.10, Z.25ff.) und hebt mit einer Metapher des Schachspielens hervor, wie die zuvor als unmöglich geltenden Thesen nun als angesehene Wahrheiten gelten. Die Grenzen der Unmöglichkeit seien nicht mehr festgelegt, was bedeutet, dass die neuen Möglichkeiten erstmal unbegrenzt seien. Die verdeutlich Galilei ich wiederholend, indem er mit Aussagen, wie „Die Himmel, [...], sind leer.“ (S.10, Z.1f.) und „Denn da ist viel Platz plötzlich.“ (S.10, Z.26) auf die Weiten des Universums hindeutet. Diese verspricht unendliches Potential, was der Wissenschaftler sehr aufgeregt und euphorisch begrüßt. In dem letzten Abschnitt (S.10, Z.30 - Z. 35) stimmt Galilei ein Gediht über den Neuanfang an, welches sein Schüler Andrea mit seinen drei Versen wiederholt und weiterführt. In diesem wird der ,,Morgen des Beginnens" (S.10, Z.30f.) gelobt, was die Einstellung und gute Laune de Beiden widerspiegelt. In diesem Gedicht wird ebenfalls der Hauch des Winds an den Küsten als Metapher für einen neuen Aufschwung verwendet und auf Galileis Metapher der Schifffahrt zurückgegriffen. Anschließend an dieses Gespräch führen die Zwei ihr Gespräch fort und diskutieren über das Problem des noch unbewiesenen kopernikanischen Weltbildes. Und auch Frau Sarti, die Mutter Andres und Haushälterin Galileis tritt erstmals als Hindernis der Forschungen und Lehre des Wissenschaftlers auf. Diese ist nicht überzeugt und Galileis neuartigen Überlegungen und heißt die Lehre dessen an ihren Sohn nicht gut. Später noch tritt ein weitere neuer Charakter Namen Ludovico Marsili in den Verlauf des Dramas ein. Dieser ist ein reicher junger Mann und ein neuer Schüler Galilei, der ihm aus seiner finanziell schwierigen Lage heraushilft, was Galilei jedoch durch weniger Zeit an seinen astronomischen Forschungen hindert. Generell ist der Redeanteil im Gespräch im ausgewählten Abschnitt deutlich auf Galilei konzentriert, der seinem Schüler aufgeweckt eine Rede zum beschrieben Thema hält. Andreas wenige Gesprächsbeteiligung gibt der Textstelle jedoch einen Rahmen, da er das erste und das letzte Wort hat. Zusammenfassend ist deutlich zu erkennen, dass die ausgewählte Textstelle eine zentrale im Verlauf des Dramas darstellt, da sie die Einleitung in das gesamte Geschehen darstellt, die Hauptfiguren darstellt und die Problematik schildert. Galileo Galileis Rede klärt den Leser über alles auf, dass er für das Lesen des Dramas an Vorwissen braucht, um die späteren Konflikte zu verstehen und seine euphorischen Beschreibungen und bildliche Veranschaulichung begeistern nicht nur Andrea, sondern auch den Leser selbst. Die Rede soll motivieren, mehr erfahren und das Thema verstehen zu wollen. Der Leser nimmt, so gesagt, für die Länge des Abschnittes, die Rolle des Andrea ein. Quelle: Drama ,,Das Leben des Galilei" - Bertolt Brecht ●

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Beginnend mit dem ersten Abschnitt, welcher sich von Seite 8, Zeile 20 bis Zeile 27 erstreckt und, in dem sich Galilei und Andrea über die Unbeweglichkeit und Enge des alten ptolemäischen Weltbildes unterhalten, bietet die Einleitung in Galileis Rede bezüglich der voranschreitenden Zeitenwende. Er beschreibt die veralteten Denkweisen und Systeme der früheren Generation, wie lange daran festgehalten wurde und bemängelt sie. In diesen wenigen Zeilen wird dem Leser hauptsächlich die Position der beiden Charaktere verdeutlicht. Durch die Beschreibung des Astrolabes als „eingekapselt“ (S.8, Z.21) von Andrea und Galileis Zustimmung dessen wird deutlich, dass beiden das alte System missfällt und ihnen zu begrenzt ist. Sie sehnen sich nach mehr, nach größerer Weite und Freiheit, außerhalb des kontrollierten Systems der Kirche, welche die damalige Welt prägte. Die Anweisungen in Zeile 23, folgende, in welchen Galilei Andrea sein Handtuch zuwirft, dass er ihm den Rücken abtrockne gilt außerdem als charakterisierende Zeilen der. Erziehung zwischen den Beiden, da diese sie als eingespieltes Team und Partner mit Vertrauen ineinander darstellt. Der zweite Abschnitt (S.8, Z. 27 - S.9, Z.18) besteht nun also aus dem Beginn des Monologes Galileis. Er beschreibt beispielhaft und mit viel Euphorie, wie die von ihm zuvor bemängelten Bräuche, Traditionen, Systeme, etc. endlich hinterfragt werden. Die Menschen beginnen, nach dem Ursprung allem Existierenden zu suchen und wollen die Welt um sich herum verstehen. Dies kennzeichnet und beschreibt den Umbruch der Weltbilder, welchen Galilei mit der Metapher der Schifffahrt veranschaulicht. Erstmals erwähnt am Beginn des Sinnesabschnittes, meint Galilei „Aber jetzt fahren wir hinaus, Andrea, in große Fahrt. Die alte Zeit ist herum und es ist eine neue Zeit." (S.8, Z.30ff.), wobei er sehr euphorisch und aufgeregt das Beispiel der Seefahrt mit der Zeitenwende in Verbindung bringt. Dieses Beispiel verwendet er auch weiterhin im gesamten Verlauf des vorliegenden Textauszuges. Dieses Beispiel, auf das sich Galilei immer wieder bezieht, beruht auf der Entwicklung der Schifffahrt und der Entdeckung der Kontinente durch diese, welche der Wissenschaftler ebenfalls beschreibt. Er verbindet die früher immer nur an den Küsten entlang fahrenden Schiffe mit den, laut Galilei, engen und von Aberglaube geplagten Köpfen der alten Generationen (vgl. S.8, Z.35 - S.9, Z.3). Die dann neu eintretenden Entdeckungen der Kontinente, welche durch das Verlassen der Schiffe von den Küsten und der erstmaligen Befahrung der großen Ozeane ermöglicht wurde, sieht Galilei als Beginn eines neuen Zeitalters. Dieses wäre eines von neuen Entdeckungen auch in anderen Bereichen der Welt, als der Schifffahrt. Da die Menschen durch die Überwindung der damals als unüberquerlich geltenden Wasserflächen gesehen haben, dass das anscheinend Unmögliche möglich sein kann, bekommen sie kontinuierlich mehr Mut und auch Neugier, alles zu hinterfragen und zu erforschen, was sie zu wissen und zu kennen meinen (vgl. S.9, Z.3 - Z.11). Galilei beschreibt außerdem fröhlich, wie „[j]eden Tag [...] etwas [Neues] gefunden [wird]." (S.9, Z.12f) und, dass selbst die älteren Generationen beginne, sich die Neuentdeckungen nahebringen zu lassen (vgl. S.9, Z.13f). All dies veranschaulicht den Wandel, nicht nur der Weltanschauung, sondern viel mehr einen grundsätzlichen Wandel der Mentalität der Menschen vom starren Glauben und Folgen des Altbekannten, zum Hinterfragen und Selbst entdecken wollen. Auch im dritten Abschnitt (S.9, Z.19 - S.10, Z.7) geht der Monolog Galileis zu seinem Schüler Weiter. In diesem berichtet der Lehrer, dass zwar schon viel Neues erfunden und entdeckt wurde, es jedoch noch mehr zu erforschen gäbe (vgl. S.9, Z.16f.), womit er erstmals auf die Zukunft, anstatt die Vergangenheit oder die Gegenwart hinweist, was er in dem nächsten, vorletzten Sinnesabschnitt vertieft. Er berichtet seinem Schüler von seinen eigenen Erfahrungen mit neuartigen Erfindungen, welche das alltägliche und Arbeitsleben revolutioniert hatten. Die von ihm beschriebene Erinnerung, so Galilei, habe ihm vermittelt, dass die „alte Zeit" (S.9, Z.26) vorbei und eine neue angebrochen sei. Seine Rede mit einer weiteren Zukunftsvermutung weiterführend, meint Galilei, dass der Mensch zukünftige über alle Vorgänge der Welt und über diese selber Bescheid wissen würde. Diese Vermutung begründet er wieder mit der Betonung der veränderten Mentalität der Menschen. Im Folgenden spricht Galilei mit einer weiteren Metapher die Adligen an, Elche noch einmal eine Sonderstellung in der Gesellschaft genießen (vgl. S.9, Z.36ff.). Mit dieser beschreibt Galilei, wie den Menschen - vor allem den Bürgern der unteren gesellschaftlichen Klassen - durch den Aufschwung und die Veränderungen klar wird, dass auch die Adeligen und alle in der Gesellschaft hochgestellten Persönlichkeiten auch nur Menschen sind, wie sie selbst, was den Umschwung nicht nur in der Wissenschaft, sondern in der Gesellschaft ebenfalls betont. le Zeitenende findet also nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene statt, sondern auf allen Ebenen der menschlichen Existenz, so wie auch der des sozialen Miteinanders.Galilei betont außerdem, dass der durch neue, gefeierte Entdeckungen entstandene Aufschwung kontinuierlich die Entdeckungslust und Neugier der Menschen steigert und den weiteren Verlauf der Zeitenwende zunehmend stärker antreibt (vgl. S.10, Z.4). Überall auf der damals bekannten Erde findet Veränderung statt und alles geschieht „[...] zugleich in einer neuen Anordnung.“ (S.10, Z.6f.). Der vierte Abschnitt (S.10, Z.8 - Z.27), wie zuvor bereits angesprochen, befasst sich vertiefend mit Galileis Visionen der Zukunft. Er beginnt mit einer Vorhersage, dass Astronomie ein neuer wichtiger Teil der gesellschaftlichen Bildung wird und, dass alle Menschen, egal welcher sozialen Schicht angehörend, sich nach dem neuen Wissen sehnen werden, was zu dem Amalien Zeitpunkt noch nicht der Fall sei. Der Wissenschaftler spricht über die Wissbegier des Menschen und erklärt, wie der Mensch den Mut gefasst habe, trotz der damit verbundenen Unsicherheit, die Vorstellung der Schwerelosigkeit im Weltraum und der Beweglichkeit und Freiheit der Erde willkommen heiße, was er mit einer Personifikation „Und die Erde rollt fröhlich um die Sonne, und die Fischweiber, Kaufleute, Fürsten, und die Kardinäle und sogar der Papst rollen mit ihr." (S.10, Z.18ff.) verdeutlicht. Mit der in diesem Zitat beinhalteten Aufzählung betont er außerdem noch einmal die Gleichheit aller Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status, im Angesicht der Astronomie und der weite des Universums. Folgend darauf geht Galilei weiter auf den Verlust der Sicherheit, bezüglich des Mittelpunktes des Weltalls, ein, was auch im weiteren Verlauf des Dramas eine entscheidende Problemquelle bei der Verbreitung des kopernikanischen Systems ist. Mit einer Aufzählung der neuen Errungenschaften und Veränderungen kommt Galilei mit seiner Rede zum Ende (vgl. S.10, Z.25ff.) und hebt mit einer Metapher des Schachspielens hervor, wie die zuvor als unmöglich geltenden Thesen nun als angesehene Wahrheiten gelten. Die Grenzen der Unmöglichkeit seien nicht mehr festgelegt, was bedeutet, dass die neuen Möglichkeiten erstmal unbegrenzt seien. Die verdeutlich Galilei ich wiederholend, indem er mit Aussagen, wie „Die Himmel, [...], sind leer.“ (S.10, Z.1f.) und „Denn da ist viel Platz plötzlich.“ (S.10, Z.26) auf die Weiten des Universums hindeutet. Diese verspricht unendliches Potential, was der Wissenschaftler sehr aufgeregt und euphorisch begrüßt. In dem letzten Abschnitt (S.10, Z.30 - Z. 35) stimmt Galilei ein Gediht über den Neuanfang an, welches sein Schüler Andrea mit seinen drei Versen wiederholt und weiterführt. In diesem wird der ,,Morgen des Beginnens" (S.10, Z.30f.) gelobt, was die Einstellung und gute Laune de Beiden widerspiegelt. In diesem Gedicht wird ebenfalls der Hauch des Winds an den Küsten als Metapher für einen neuen Aufschwung verwendet und auf Galileis Metapher der Schifffahrt zurückgegriffen. Anschließend an dieses Gespräch führen die Zwei ihr Gespräch fort und diskutieren über das Problem des noch unbewiesenen kopernikanischen Weltbildes. 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Zusammenfassend ist deutlich zu erkennen, dass die ausgewählte Textstelle eine zentrale im Verlauf des Dramas darstellt, da sie die Einleitung in das gesamte Geschehen darstellt, die Hauptfiguren darstellt und die Problematik schildert. Galileo Galileis Rede klärt den Leser über alles auf, dass er für das Lesen des Dramas an Vorwissen braucht, um die späteren Konflikte zu verstehen und seine euphorischen Beschreibungen und bildliche Veranschaulichung begeistern nicht nur Andrea, sondern auch den Leser selbst. Die Rede soll motivieren, mehr erfahren und das Thema verstehen zu wollen. Der Leser nimmt, so gesagt, für die Länge des Abschnittes, die Rolle des Andrea ein. Quelle: Drama ,,Das Leben des Galilei" - Bertolt Brecht ●