Historischer Hintergrund und Einordnung
Friedrich Schillers Drama "Maria Stuart" erschien im Jahr 1800 und ist ein bedeutendes Werk der Weimarer Klassik. Als Vertreter des Sturm und Drang entwickelte sich Schiller gemeinsam mit Goethe zum führenden Kopf dieser literarischen Epoche.
Die historische Maria Stuart wurde 1542 in Schottland geboren und war von 1542 bis 1567 Königin von Schottland sowie kurzzeitig auch Königin von Frankreich. Ihre Biographie ist geprägt von politischen Turbulenzen:
- Als Kind nach Frankreich gebracht wegen Unruhen in Schottland
- Mit 17 Jahren bereits Witwe nach dem frühen Tod ihres ersten Gemahls Franz II.
- Nach ihrer Rückkehr nach Schottland 1561 gelang es ihr nicht, die Konflikte zwischen Adelsfamilien zu lösen
- Nach der Ermordung ihres zweiten Gemahls Lord Darnley 1567 wurde ihr Mittäterschaft vorgeworfen
- Ihre Heirat mit Lord Bothwell, dem Hauptverdächtigen des Mordes, führte zum Aufstand
- Nach ihrer Abdankung und Gefangenschaft floh sie nach England zu Elisabeth I.
- In England verbrachte sie 18 Jahre in Gefangenschaft und wurde schließlich 1587 hingerichtet
Gut zu wissen: Schillers Drama behandelt nicht Marias gesamtes Leben, sondern konzentriert sich auf die letzten drei Tage vor ihrer Hinrichtung. Die Handlung beginnt im Schloss Fotheringhay, wo Maria gefangen gehalten wird, und spielt teilweise im Palast zu Westminster, der Residenz Elisabeths.
Schiller präsentiert Maria als Figur, die sich von einer impulsiven Gefangenen zur geläuterten "schönen Seele" entwickelt. Obwohl sie physisch unterliegt, wird sie zur moralischen Siegerin gegenüber Elisabeth.











